Anhang zur Jahresrechnung

Firma, Rechtsform und Sitz der Bank

Unter der Firma

  • Raiffeisen Schweiz Genossenschaft
  • Raiffeisen Suisse société coopérative
  • Raiffeisen Svizzera società cooperativa
  • Raiffeisen Svizra associaziun
  • Raiffeisen Switzerland Cooperative

besteht ein Verband von Genossenschaftsbanken mit beschränkter Nachschusspflicht gemäss Art. 921 ff. OR. Raiffeisen Schweiz Genossenschaft (nachfolgend Raiffeisen Schweiz) ist der Zusammenschluss der in der Schweiz bestehenden Raiffeisenbanken. Sitz von Raiffeisen Schweiz ist St.Gallen.

Risikomanagement

Die Raiffeisenbanken und die Raiffeisen Schweiz bilden eine Risikogemeinschaft.

Risikopolitik

Grundlage für das Risikomanagement bilden die gesetzlichen Vorschriften sowie das Reglement «Risikopolitik für die Raiffeisen Gruppe» (abgekürzt: Risikopolitik). Die Risikopolitik wird jährlich auf ihre Aktualität überprüft. Als eine ihrer zentralen Kompetenzen betrachtet Raiffeisen Schweiz das Eingehen von Risiken als Voraussetzung zur Erzielung von Erträgen. Risiken werden nur im vollen Bewusstsein über deren Grösse und Dynamik eingegangen und nur, wenn die systemtechnischen, personellen und wissensmässigen Voraussetzungen erfüllt sind. Ziel der Risikopolitik ist die Begrenzung negativer Auswirkungen von Risiken auf die Erträge, der Schutz der Raiffeisen Gruppe und Raiffeisen Schweiz vor hohen, ausserordentlichen Verlusten sowie die Wahrung und Förderung des guten Rufs. Die Gruppen-Risikosteuerung sorgt für die Einhaltung und Durchsetzung der Risikopolitik. Die Einheit Compliance stellt die Einhaltung der regulatorischen Vorgaben sicher.

Risikokontrolle

Raiffeisen Schweiz kontrolliert die wesentlichen Risikokategorien durch Prozessvorgaben und Gesamtlimiten. Risiken, die sich nicht verlässlich quantifizieren lassen, werden durch qualitative Vorgaben begrenzt. Eine unabhängige Überwachung des Risikoprofils komplettiert die Risikokontrolle.

Der Bereich Gruppen-Risikosteuerung, der dem Departementsleiter Finanzen unterstellt ist, ist für die unabhängige Überwachung der Risiken verantwortlich. Dies erfolgt insbesondere durch Überwachung der vom Verwaltungsrat und der Geschäftsleitung ausgesetzten Limiten. Zudem beurteilt die Gruppen-Risikosteuerung im Rahmen der Berichterstattung regelmässig die Risikolage.

Risikomanagementprozess

Der Risikomanagementprozess gilt für sämtliche Risikokategorien, das heisst für Kreditrisiken, Marktrisiken und operationelle Risiken. Er beinhaltet folgende Elemente:

  • Identifikation der Risiken  
  • Messung und Bewertung der Risiken
  • Bewirtschaftung der Risiken  
  • Begrenzung der Risiken durch adäquate Limiten
  • Überwachung der Risiken

Ziel des Risikomanagements ist es:

  • eine wirksame Kontrolle auf allen Stufen zu gewährleisten und sicherzustellen, dass Risiken nur im Rahmen der Risikobereitschaft eingegangen werden;
  • die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Risiken bewusst, gezielt und kontrolliert eingegangen und systematisch bewirtschaftet werden;  
  • die Risikobereitschaft optimal zu nutzen, das heisst sicherzustellen, dass Risiken nur eingegangen werden, wenn ihnen angemessene Erträge gegenüberstehen.

Kreditrisiken

Kreditrisiken werden in der Risikopolitik definiert als die Gefahr von Verlusten, die entstehen, wenn Kunden oder andere Gegenparteien ihre vertraglich vereinbarten Zahlungen nicht im erwarteten Mass leisten. Sie bestehen sowohl bei Ausleihungen, unwiderruflichen Kreditzusagen und Eventualverpflichtungen als auch bei Handelsprodukten wie OTC-Derivatkontrakten. Risiken bestehen auch beim Eingehen von langfristigen Beteiligungspositionen, da ein Verlust eintreten kann, wenn der Emittent ausfällt.

Raiffeisen Schweiz identifiziert, bewertet, bewirtschaftet und überwacht folgende Risikoarten im Kreditgeschäft:

  • Gegenparteirisiken
  • Sicherheitenrisiken
  • Konzentrationsrisiken
  • Länderrisiken

Gegenparteirisiken ergeben sich aus dem Ausfall eines Schuldners oder einer Gegenpartei. Ein Schuldner oder eine Gegenpartei gilt als ausgefallen, wenn seine Forderung überfällig oder gefährdet ist.

Sicherheitenrisiken ergeben sich aus Wertminderungen von Sicherheiten.

Konzentrationsrisiken in Kreditportfolios entstehen aus einer ungleichen Verteilung von Kreditforderungen gegenüber einzelnen Kreditnehmern sowie in Deckungsklassen, in Branchen oder in geografischen Regionen.

Länderrisiken stellen das Risiko eines Verlusts aufgrund länderspezifischer Ereignisse dar.

Bei den Niederlassungen fallen vor allem Gegenpartei-, Sicherheiten- und Konzentrationsrisiken an. Die Niederlassungen von Raiffeisen Schweiz sind organisatorisch dem Departement Niederlassungen & Regionen unterstellt und gewähren Kredite an Privat- und Firmenkunden, wobei Letztere vorwiegend KMU sind. Die Risiken werden dabei überwiegend durch Sicherstellung der Forderungen begrenzt.

Grössere Kredite an Firmenkunden werden primär durch das Departement Firmenkunden betreut. Erhöhungen oder Neukredite, die risikogewichtet 50 Millionen Franken übersteigen, werden durch den CRO (Chief Risk Officer) beurteilt. Fokus der Prüfung bilden das Konzentrationsrisiko und die Veränderung des Value at Risk. Das Departement Zentralbank geht im Rahmen seiner gruppenübergreifenden Aufgaben Gegenparteirisiken bei in- und ausländischen Gegenparteien ein. Diese entstehen unter anderem bei Refinanzierungen am Geld- und Kapitalmarkt, bei Absicherungen von Devisen- und Zinsänderungsrisiken oder im Eigenhandel. Das Departement Zentralbank geht Kreditrisiken vor allem im Interbankgeschäft ein. Diese Engagements führt die Zentralbank mit Ausnahme des Repo-Geschäftes auf Blankobasis.

Ausländische Engagements dürfen durch das Departement Zentralbank grundsätzlich nur gehalten werden, wenn eine Länderlimite bewilligt und ausgesetzt ist. In Ausnahmefällen dürfen im Eigenhandel Engagements in Positionen aus Ländern eingegangen werden, die vom Departement Finanzen vorgängig dafür freigegeben wurden. Länderrisiken werden aktiv und dynamisch bewirtschaftet und konzentrieren sich im Wesentlichen auf Europa.

Auslandengagements dürfen gemäss Statuten risikogewichtet fünf Prozent der konsolidierten Bilanzsumme der Raiffeisen Gruppe nicht überschreiten.

Für die Bewilligung und Überwachung von Geschäften mit Geschäftsbanken werden interne und externe Ratings herangezogen. Ausserbilanzgeschäfte wie derivative Finanzinstrumente werden in ihr jeweiliges Kreditäquivalent umgerechnet. Raiffeisen Schweiz hat für ausserbilanzielle Forderungen (bei OTC-Geschäften) mit mehreren Gegenparteien eine Nettingvereinbarung abgeschlossen und überwacht das Engagement auf Nettobasis.

Für die Beurteilung der Kreditwürdigkeit und der Kreditfähigkeit gelten für Raiffeisen Schweiz verbindliche Standards. Voraussetzungen für jede Kreditbewilligung sind die positiv beurteilte Kreditwürdigkeit und die ausgewiesene Tragbarkeit der Finanzierung. Ausleihungen an Privatpersonen und an juristische Personen werden nach internen Ratingverfahren klassiert und aufbauend darauf risikoorientiert überwacht. Die Kundenbonität wird in 13 Risikoklassen aufgeteilt.

Für die wesentlichen Aspekte des Kreditrisikomanagements, das heisst risikogerechtes Pricing, Portfoliomanagement, Identifikation und Bildung von Einzelwertberichtigungen, steht ein bewährtes Instrumentarium zur Verfügung. Für komplexere Finanzierungen und für die Bewirtschaftung von Recovery-Positionen stehen Spezialistenteams zur Verfügung.

Raiffeisen Schweiz überwacht, kontrolliert und steuert Konzentrationen von Risiken in der Gruppe, insbesondere für einzelne Gegenparteien und für Gruppen verbundener Gegenparteien sowie für Branchen. Der Prozess zur Erkennung und Zusammenführung verbundener Gegenparteien ist über die gesamte Raiffeisen Gruppe automatisiert. Raiffeisen Schweiz überwacht das Kreditportfolio gruppenweit, wertet die Portfoliostruktur aus und stellt das Kreditportfolioreporting sicher. Die Überwachung der Portfoliostruktur analysiert die Verteilung des Portfolios nach einer Vielzahl von Strukturmerkmalen. Dazu gehören Schuldnerkategorie, Kreditart, Kreditgrösse, Gegenparteienrating, Branche, Besicherung, geografische Merkmale sowie Wertberichtigungen. Die zuständigen Organe werden quartalsweise über die Entwicklung der «exceptions to policy»-Kreditfälle orientiert. Neben dem ordentlichen Kreditportfolioreporting führt die Gruppen-Risikosteuerung bei Bedarf auch Ad-hoc-Auswertungen durch. Überwachung und Berichtswesen bilden die Grundlage für Massnahmen zur Portfoliosteuerung. Im Zentrum steht dabei die Neugeschäftssteuerung mittels Kreditpolitik.

Wirksame Instrumente zur proaktiven Vermeidung von Konzentrationen innerhalb der gesamten Raiffeisen Gruppe sind implementiert. Zum Einsatz kommen branchenspezifische Schwellenwerte, deren Überschreitung eine teilweise Abtretung der dezentralen Kreditkompetenz an das Credit Office von Raiffeisen Schweiz zur Folge hat. Dieser Prozess gewährleistet, auch in einer dezentralen Organisation, gut diversifizierte lokale Kreditportfolios.

Die Überwachung der Klumpenrisiken wird zentral durch das Kreditrisiko-Controlling wahrgenommen. Per 31. Dezember 2016 bestanden bei Raiffeisen Schweiz zwei meldepflichtige Klumpenrisiken (inkl. gruppen-interne Gesellschaften) mit kumulierten risikogewichteten Engagements (netto) von einer Milliarden Franken. Diese betragen 45,7 Prozent der anrechenbaren eigenen Mittel (Vorjahr drei meldepflichtige Positionen von 0,9 Milliarden Franken). 

Das Kreditvolumen der zehn grössten Schuldner von Raiffeisen Schweiz (ohne Interbanken und öffentlich-rechtliche Körperschaften) belief sich per 31. Dezember 2016 auf 1,5 Milliarden Franken oder 9,7 Prozent des Gesamtengagements (Vorjahr 1,3 Milliarden Franken oder 11,9 Prozent).

Marktrisiken

Zinsänderungsrisiko: Da Raiffeisen Schweiz stark im Bilanzgeschäft engagiert ist, können Zinssatzänderungen einen beträchtlichen Einfluss auf den Zinserfolg haben. Zur Beurteilung der eingegangenen Zinsrisiken auf den Marktwert des Eigenkapitals werden die Zinssensitivität und der Value at Risk berechnet. Die Auswirkungen auf die Ertragslage werden mittels dynamischer Einkommenssimulationen beurteilt. Die Abbildung variabel verzinslicher Positionen erfolgt mittels Modell, welches die historisch beobachteten Zinssatzänderungen durch Geld- und Kapitalmarktsätze repliziert. Die Bewirtschaftung der Zinsänderungsrisiken erfolgt dezentral in den verantwortlichen Einheiten. Der zum Departement Zentralbank gehörende Bereich Treasury ist dabei die gruppenweit verbindliche Gegenpartei für Refinanzierungs- und Absicherungsgeschäfte – mit Ausnahme der Notenstein La Roche Privatbank AG. Dabei haben die jeweiligen Verantwortlichen die vom Verwaltungsrat gesetzten Limiten strikt zu beachten. Der Bereich Gruppen-Risikosteuerung überwacht und rapportiert die Einhaltung der Limiten und beurteilt die Risikolage.

Andere Marktrisiken: Da Aktiven in einer Fremdwährung grundsätzlich in derselben Währung refinanziert werden, können Fremdwährungsrisiken grösstenteils vermieden werden.

Eigenmittelerfordernis für Marktrisiken des Handelsbuches

in 1000 CHF

31.12.2016

Ø 2016

31.12.2015

Ø 2015

Devisen/ Edelmetalle

20’873

19’124

17’215

17’074

Zinsinstrumente

109’390

112’072

108’849

108’815

Beteiligungstitel und Indices

21’018

21’402

17’280

19’733

Total

151’281

152’598

143’344

145’623

Die Bewirtschaftung des Finanzanlage-Portfolios wird durch die Tresorerie der Zentralbank wahrgenommen. Die Finanzanlagen sind Bestandteil der Liquiditätsreserve der Raiffeisen Gruppe und sind zum grössten Teil festverzinsliche Wertschriften von höchster Qualität, welche die Kriterien der gesetzlichen Liquiditätsvorschriften erfüllen. Die Zinsänderungs- und Fremdwährungsrisiken der Finanzanlagen werden durch die Gruppen-Risikosteuerung überwacht.  

Die Steuerung des Handelsbuchs der Zentralbank obliegt dem Bereich Handel, der dem Departement Zentralbank angegliedert ist. Die Niederlassungen führen kein Handelsbuch. Die Handelstätigkeit der Zentralbank umfasst die Bereiche Zinsen, Devisen, Aktien und Noten/Edelmetalle. Dabei sind die von Verwaltungsrat und Geschäftsleitung gesetzten Value at Risk-, Sensitivitäts- und Verlustlimiten strikt zu beachten, was durch die Gruppen-Risikosteuerung täglich überwacht wird. Zusätzlich plausibilisiert die Gruppen-Risikosteuerung täglich den im Handel erzielten Erfolg und überprüft täglich die Bewertungsparameter, auf deren Grundlage die Gewinn- und Verlustrechnung des Handels produziert wird. Der Handel mit derivativen Finanzinstrumenten wird durch Risikolimiten begrenzt und eng überwacht. Dabei wird mit OTC- und standardisierten Derivaten auf eigene und auf Kundenrechnung gearbeitet.

Die Berichterstattung im Hinblick auf die Einhaltung der Value at Risk-, Sensitivitäts- und Positionslimiten und die Einschätzung der Risikolage durch den Bereich Gruppen-Risikosteuerung erfolgen vor allem über drei Berichte:

  • Wöchentliche Zinsrisikomeldung zuhanden der verantwortlichen GL-Mitglieder gemäss FINMA-Rundschreiben 2008/6
  • Monatlicher Risikoreport zuhanden des Departementsleiters Finanzen, welcher darüber entscheidet, ob der monatliche Risikoreport der gesamten Geschäftsleitung unterbreitet wird
  • Quartalsweiser Risikoreport zuhanden des Verwaltungsrats

Liquidität

Die Liquiditätsrisiken werden anhand von betriebswirtschaftlichen Kriterien gesteuert und gemäss den bankengesetzlichen Vorgaben von der Tresorerie und der Gruppen-Risikosteuerung auf Gruppenstufe überwacht. Im Rahmen der Steuerung werden insbesondere Liquiditätszuflüsse und -abflüsse vor dem Hintergrund verschiedener Szenarien über unterschiedliche Betrachtungshorizonte simuliert. Diese Szenarien beinhalten unter anderem die Auswirkungen von Refinanzierungskrisen wie auch allgemeinen Liquiditätskrisen.

Basis für die Überwachung bilden die gesetzlichen Limiten sowie die Risikoindikatoren, welche auf den genannten Szenarioanalysen beruhen.

Operationelle Risiken

Unter operationellen Risiken versteht Raiffeisen die Gefahr von Verlusten, die infolge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren, Menschen oder Systemen oder infolge von externen Ereignissen eintreten. Neben den finanziellen Auswirkungen werden auch die Folgen für Reputation und Compliance berücksichtigt.

Die Risikobereitschaft und -toleranz für operationelle Risiken wird mittels einer Value at Risk-Limite beziehungsweise über Risikoindikatoren und zugeordnete Schwellenwerte für die relevanten Arten von operationellen Risiken definiert. Die Abnahme der Risikobereitschaft und -toleranz erfolgt jährlich für die Value at Risk-Limite durch den Verwaltungsrat und für die Indikatorenschwellenwerte durch die Geschäftsleitung von Raiffeisen Schweiz. Die Einhaltung der Risikobereitschaft und -toleranz wird durch die Gruppen-Risikosteuerung überwacht. Bei einer Verletzung der definierten Limite beziehungsweise eines Schwellenwertes werden Massnahmen zur Behebung definiert und umgesetzt.

Jede Funktion innerhalb der Raiffeisen Gruppe ist verantwortlich für die Identifikation, Bewertung, Bewirtschaftung und Überwachung des operationellen Risikos, welches im Rahmen ihrer eigenen Tätigkeit entsteht. Die Gruppen-Risikosteuerung ist verantwortlich für das gruppenweite Register operationeller Risiken sowie für die Analyse und Auswertung operationeller Risikodaten. Die Risikoidentifikation wird ergänzend durch eine Sammlung und Auswertung operationeller Ereignisse unterstützt. Zudem hat sie die Hoheit über die Konzepte, Methoden und Instrumente für das Management operationeller Risiken und überwacht die Risikolage. Anlässlich spezifischer Risk Assessments werden die operationellen Risiken erhoben, nach Ursachen- und Auswirkungsklassen kategorisiert und nach Eintrittshäufigkeit beziehungsweise -wahrscheinlichkeit sowie nach Schadensausmass bewertet. Das Risikoregister wird dynamisch nachgeführt. Für die Risikoreduktion werden Massnahmen definiert, deren Umsetzung durch die Linienstellen überwacht wird. Für geschäftskritische Prozesse werden mittels Notfall- und Katastrophenplanung Vorkehrungen getroffen.

Die Ergebnisse der Risk Assessments, wesentliche interne operationelle Risikoereignisse sowie relevante externe Ereignisse werden der Geschäftsleitung und dem Verwaltungsrat von Raiffeisen Schweiz quartalsweise rapportiert. Im Falle einer Value at Risk-Limitenverletzung wird an den Verwaltungsrat beziehungsweise bei einer Schwellenwertverletzung an die Geschäftsleitung von Raiffeisen Schweiz eskaliert.

Neben dem ordentlichen Risikomanagementprozess führt die Gruppen-Risikosteuerung bei Bedarf Ad-hoc-Risikoanalysen durch, analysiert eingetretene Schadenfälle und pflegt einen engen Austausch mit anderen Organisationseinheiten, die aufgrund ihrer Funktion an Informationen über operationelle Risiken innerhalb der Raiffeisen Gruppe gelangen.

IT-Risiken

Eine verlässliche Informatik ist eine zentrale Voraussetzung für die Leistungserbringung im Bankgeschäft. Entsprechend hohe Bedeutung misst Raiffeisen der Überwachung und Kontrolle der IT und der Beherrschung diesbezüglicher Bedrohungen und Risiken bei.

Information Security

Potenzielle Risiken werden umfassend bewirtschaftet. Basis der Bewirtschaftungsstrategie bildet die regelmässige Auswertung der Bedrohungslage. Darauf ausgerichtet werden angemessene und wirksame Informationssicherheitsmassnahmen zum Schutz von Informationen und Infrastrukturen hinsichtlich Vertraulichkeit, Integrität, Verfügbarkeit und Nachweisbarkeit bereitgestellt. Dabei orientiert sich Raiffeisen an anerkannten Standards und etablierter Praxis.

Outsourcing

Der Betrieb des Netzwerks für die Datenkommunikation ist bei Raiffeisen Schweiz an die Swisscom (Schweiz) AG ausgelagert. Zudem wird die gesamte Wertschriftenverwaltung der Raiffeisen Schweiz durch die Vontobel-Gruppe sichergestellt. Das Scanning im beleggebundenen Zahlungsverkehr erfolgt bei der Swiss Post Solutions AG und der Druck und Versand der Bankbelege sind an die Trendcommerce AG ausgelagert. Die bankfachlichen Operations-Services im Wertschriftenbereich und Zahlungsverkehr von Raiffeisen Schweiz und Notenstein La Roche Privatbank AG werden durch die ARIZON Sourcing AG abgewickelt, einem Gemeinschaftsunternehmen von Raiffeisen Schweiz und Avaloq. Die Plattform für die Online-Identifikation von neuen und bestehenden Kunden per Videostream wird von der Inventx AG betrieben.

Raiffeisen Schweiz emittiert seit November 2016 mit der Leonteq AG als Dienstleisterin eine breite Auswahl an strukturierten Anlageprodukten. Seit dem gleichen Zeitpunkt emittiert Raiffeisen Schweiz zusätzlich verrechnungssteuerfreie strukturierte Anlageprodukte über die Tochtergesellschaft Raiffeisen Switzerland B.V. in Amsterdam. In diesem Zusammenhang hat die Raiffeisen Schweiz Genossenschaft ein Outsourcing Agreement mit der Leonteq Securities AG abgeschlossen. Die Leonteq Securities AG übernimmt bei Emissionen von Raiffeisen-Anlageprodukten Aufgaben im Zusammenhang mit der Strukturierung, der Abwicklung, der Dokumentation und dem Vertrieb der Instrumente. Ausserdem übernimmt die Leonteq Securities AG die Bewirtschaftung der Derivatrisiken und kümmert sich um das Life-Cycle-Management der Produkte.

Regulatorische Vorschriften

Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht FINMA hat mit der Verfügung vom 24. Juni 2015 besondere Anforderungen im Zusammenhang mit der Systemrelevanz auf Stufe Raiffeisen Gruppe und Raiffeisen Schweiz definiert. Auf Stufe Einzelinstitut ist Raiffeisen Schweiz weiterhin von den Offenlegungspflichten befreit. Die offenlegungspflichtigen Angaben auf konsolidierter Basis gemäss FINMA-Rundschreiben 2016/1 stehen auf der Internetseite von Raiffeisen (raiffeisen.ch) oder im Geschäftsbericht der Raiffeisen Gruppe zur Verfügung.

Die Raiffeisen Gruppe hat sich bei der Berechnung der Eigenmittelerfordernisse für die nachfolgenden Ansätze entschieden:

Kreditrisiken: Internationaler Standardansatz (SA-BIZ), mit der Verwendung folgender externer Ratings:  

 

Emittenten-/ Emissionsrating

Kundenkategorie

S & P

Fitch

Moody’s

Zentralregierungen und ­Zentralbanken

x

x

x

Öffentlich-rechtliche Körperschaften

x

x

x

Banken und Effektenhändler

x

x

x

Unternehmen

x

x

x

Positionen, bei denen externe Ratings herangezogen werden, sind insbesondere in folgenden Bilanzpositionen enthalten: 

  • Forderungen gegenüber Banken
  • Forderungen gegenüber Kunden und Hypothekarforderungen
  • Finanzanlagen
  • Positive Wiederbeschaffungswerte

Marktrisiken: Standardansatz

Das Eigenmittelerfordernis für Marktrisiken wird mit dem aufsichtsrechtlichen Standardansatz berechnet. Innerhalb dieses Rahmens kommt für das allgemeine Marktrisiko von Zinsinstrumenten die Durationsmethode zur Anwendung, hinsichtlich des Eigenmittelerfordernisses für Optionen das Delta-Plus-Verfahren. Eine Übersicht findet sich in der Tabelle «Eigenmittelerfordernis für Marktrisiken des Handelsbuches».

Operationelle Risiken: Basisindikatoransatz

Angewandte Methoden zur Identifikation von Ausfallrisiken und zur Feststellung des Wertberichtigungsbedarfs

Hypothekarisch gedeckte Kredite

Der Immobilienwert von selbstgenutzten Wohnimmobilien wird entweder durch die Realwertmethode oder eine hedonische Schätzmethode ermittelt. Beim Letzteren stützt sich die Bank auf regionenspezifische Immobilienpreisinformationen, die von einem externen Anbieter stammen. Das Modell wird im Auftrag der Bank durch einen externen Spezialisten validiert. Anhand dieser Bewertungen aktualisiert die Bank periodisch den Immobilienwert. Zusätzlich werden auch Zahlungsrückstände bei Zinsen und Amortisationen laufend überwacht. Daraus identifiziert die Bank Hypothekarkredite, die mit höheren Risiken verbunden sind. Diese Kredite werden anschliessend von Kreditspezialisten detailliert geprüft. In gewissen Fällen wird auch die Abteilung Recovery einbezogen. Gegebenenfalls werden weitere Deckungen eingefordert oder auf Basis der fehlenden Deckung eine entsprechende Wertberichtigung gebildet (siehe auch Abschnitt «Ablauf zur Bestimmung von Wertberichtigungen und Rückstellungen»).

Bei Mehrfamilienhäusern, kommerziellen Liegenschaften und Spezialobjekten wird der Immobilienwert anhand der Ertragswertmethode bestimmt, welche auf den nachhaltigen Einnahmen basiert. In diesem Modell werden zusätzlich Marktdaten, Standortdaten und Leerstandsquoten einbezogen. Der Mietertrag aus Renditeliegenschaften wird periodisch geprüft, so auch bei Hinweisen auf erhebliche Veränderungen der Höhe des Mietertrags oder der Leerstandsquote.

Kredite mit Wertschriftendeckung

Die Engagements und der Wert der Sicherheiten von Krediten mit Wertschriftendeckungen werden täglich überwacht. Fällt der Belehnungswert der Wertschriftendeckung unter den Betrag des Kreditengagements, werden eine Reduktion des Schuldbetrags geprüft oder zusätzliche Sicherheiten eingefordert. Vergrössert sich die Deckungslücke oder liegen aussergewöhnliche Marktverhältnisse vor, werden die Sicherheiten verwertet und der Kredit glattgestellt.

Kredite ohne Deckung

Bei ungedeckten kommerziellen Betriebskrediten werden jährlich, bei Bedarf auch in kürzeren Abständen, Informationen vom Kunden eingefordert, welche Rückschlüsse auf die finanzielle Entwicklung des Unternehmens zulassen. Die geprüfte Jahresrechnung sowie gegebenenfalls Zwischenabschlüsse werden regelmässig eingefordert. Diese Daten werden beurteilt und allfällige erhöhte Risiken identifiziert. Liegen höhere Risiken vor, nimmt die Bank eine detaillierte Beurteilung vor und definiert zusammen mit dem Kunden entsprechende Massnahmen. Ist in dieser Phase davon auszugehen, dass eine Gefährdung des Kreditengagements besteht, wird eine entsprechende Wertberichtigung verbucht.

Ablauf zur Bestimmung von Wertberichtigungen und Rückstellungen

Ein neuer Wertberichtigungs- und/oder Rückstellungsbedarf wird gemäss den in den Abschnitten «Hypothekarisch gedeckte Kredite», «Kredite mit Wertschriftendeckung» und «Kredite ohne Deckung» beschriebenen Verfahren identifiziert. Zudem werden bekannte Risikopositionen, bei denen eine Gefährdung bereits früher identifiziert wurde, vierteljährlich neu beurteilt und die Wertkorrektur gegebenenfalls angepasst.

Bewertung der Deckungen

Hypothekarisch gedeckte Kredite

Im Grundpfandkreditgeschäft liegt bei jeder Kreditvergabe eine aktuelle Bewertung der Sicherheiten vor. Die Bewertungen erfolgen in Abhängigkeit von der Art und der Nutzung der Objekte. Für die Beurteilung von Wohneigentum steht der Bank neben der Realwertmethode ein hedonisches Bewertungsmodell zur Verfügung. Dieses vergleicht den Preis anhand detaillierter Eigenschaften der entsprechenden Liegenschaft mit ähnlichen Immobilientransaktionen. Bei Mehrfamilienhäusern, kommerziellen Liegenschaften und Spezialobjekten steht der Bank die Ertragswertmethode zur Verfügung. Ausserdem müssen bei Liegenschaften ab einem bestimmten Belehnungswert oder bei Liegenschaften mit besonderen Risikomerkmalen die Schätzer von Raiffeisen Schweiz oder externe akkreditierte Schätzer beigezogen werden. Bei schlechter Bonität wird zusätzlich ein Liquidationswert errechnet.

Als Basis für die Kreditgewährung wendet die Bank den tieferen Wert aus einer internen respektive externen Schätzung oder dem Kaufpreis respektive den Anlagekosten an (sofern Letztere nicht älter als 24 Monate sind).

Kredite mit Wertschriftendeckung

Für Lombardkredite und andere Kredite mit Wertschriftendeckung werden vor allem übertragbare Finanzinstrumente (wie Anleihen und Aktien) entgegengenommen, die liquide sind und aktiv gehandelt werden. Ebenfalls akzeptiert werden übertragbare strukturierte Produkte, für die regelmässig Kursinformationen und ein Market Maker zur Verfügung stehen.

Die Bank wendet Abschläge auf die Marktwerte an, um das bei marktgängigen und liquiden Wertschriften verbundene Marktrisiko abzudecken und den Belehnungswert zu ermitteln. Bei strukturierten Produkten sowie bei Produkten mit langer Restlaufzeit kann der Glattstellungszeitraum erheblich länger sein, weshalb höhere Abschläge als bei liquiden Instrumenten angewandt werden. Bei Lebensversicherungspolicen oder Garantien werden die Abschläge auf Produktebasis festgelegt.

Geschäftspolitik beim Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten und Hedge Accounting

Geschäftspolitik beim Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten

Derivative Finanzinstrumente werden zu Handels- und Absicherungszwecken eingesetzt.

Der Handel mit derivativen Finanzinstrumenten erfolgt ausschliesslich durch speziell ausgebildete Händler. Die Bank übt keine Market-Maker-Tätigkeit aus. Es wird sowohl mit standardisierten als auch mit OTC-Instrumenten für eigene und für Kundenrechnung gehandelt, dies vor allem in Instrumenten für Zinsen und Währungen.

Absicherungsgeschäfte im Bankenbuch werden mit internen Deposits und Loans mit dem Handelsbuch abgeschlossen, das heisst der Treasury-Bereich gelangt nicht selbst an den Markt. Die Absicherungsgeschäfte werden vom Handelsbuch weitgehend mit externen Gegenparteien durchgehandelt.

Anwendung von Hedge Accounting

Arten von Grund- und Absicherungsgeschäften

Die Bank setzt Hedge Accounting vor allem im Zusammenhang mit den folgenden Geschäftsarten ein:

Grundgeschäft

Absicherung mittels

Zinsänderungsrisiken aus zinssensitiven Forderungen und Verpflichtungen im Bankenbuch

Zinssatzswap

Kursänderungsrisiko von Fremdwährungspositionen

Devisenterminkontrakte

Zusammensetzung von Gruppen von Finanzinstrumenten

Die zinssensitiven Positionen im Bankenbuch werden in verschiedenen Zinsbindungsbändern je Währung gruppiert und entsprechend mittels Makro-Hedges abgesichert. Zusätzlich kommen Micro-Hedges zur Anwendung.

Wirtschaftlicher Zusammenhang zwischen Grund- und Absicherungsgeschäften

Zum Zeitpunkt, zu dem ein Finanzinstrument als Absicherungsbeziehung eingestuft wird, dokumentiert die Bank die Beziehung zwischen Absicherungsinstrument und gesichertem Grundgeschäft. Sie dokumentiert unter anderem die Risikomanagementziele und -strategie für die Absicherungstransaktion und die Methoden zur Beurteilung der Wirksamkeit (Effektivität) der Sicherungsbeziehung. Der wirtschaftliche Zusammenhang zwischen Grund- und Absicherungsgeschäft wird im Rahmen der Effektivitätstests laufend prospektiv beurteilt, indem unter anderem die gegenläufige Wertentwicklung und deren Korrelation beobachtet werden.

Messung der Effektivität

Eine Absicherung gilt als in hohem Masse wirksam, wenn im Wesentlichen folgende Kriterien erfüllt sind:

  • Die Absicherung wird sowohl beim erstmaligen Ansatz als auch während der Laufzeit (Micro-Hedges) als in hohem Masse wirksam eingeschätzt.
  • Zwischen Grund- und Absicherungsgeschäft besteht ein enger wirtschaftlicher Zusammenhang.
  • Die Wertänderungen von Grundgeschäft und Absicherungstransaktion sind im Hinblick auf das abgesicherte Risiko gegenläufig.

Ineffektivität

Falls eine Absicherungstransaktion die Kriterien der Effektivität nicht mehr erfüllt, wird sie einem Handelsgeschäft gleichgestellt und der Effekt aus dem unwirksamen Teil über die Erfolgsrechnung verbucht.

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze 

Allgemeine Grundsätze

Die Buchführung, Bewertung und Bilanzierung erfolgt nach den Vorschriften des Schweizerischen Obligationenrechts, des Bundesgesetzes über die Banken und Sparkassen und der zugehörigen Verordnung sowie dem FINMA-Rundschreiben 2015/1 Rechnungslegung Banken (RVB).

Die in einer Bilanzposition ausgewiesenen Detailpositionen werden einzeln bewertet.

Im Rahmen der genannten Vorschriften wird ein statutarischer Einzelabschluss mit zuverlässiger Darstellung erstellt. Im Gegensatz zu einem nach «True and Fair View»-Prinzip erstellten Abschluss kann der Einzelabschluss stille Reserven enthalten.

Raiffeisen Schweiz publiziert in einem separaten Geschäftsbericht die konsolidierte Jahresrechnung der Raiffeisen Gruppe. Dieser umfasst die Jahresrechnungen der einzelnen Raiffeisenbanken, der Raiffeisen Schweiz und der wesentlichen Tochtergesellschaften, an denen die Gruppe direkt oder indirekt Beteiligungen von mehr als 50 Prozent am stimmberechtigten Kapital hält. Raiffeisen Schweiz verzichtet deshalb auf die Erstellung einer Teilkonzernrechnung, welche die Jahresrechnung der Raiffeisen Schweiz und ihrer Mehrheitsbeteiligungen umfasst.

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Erfassung der Geschäftsvorfälle

Alle bis zum Bilanzstichtag abgeschlossenen Geschäftsvorfälle werden tagfertig erfasst und gemäss den festgelegten Bewertungsgrundsätzen in der Bilanz und der Erfolgsrechnung bewertet. Die Bilanzierung der abgeschlossenen, aber noch nicht erfüllten Kassageschäfte erfolgt nach dem Abschlusstagprinzip.

Fremdwährungen

Forderungen und Verpflichtungen sowie Bargeldbestände in fremden Währungen werden zum Tageskurs des Bilanzstichtages umgerechnet. Die aus der Bewertung resultierenden Kursgewinne und Kursverluste werden unter der Position «Erfolg aus dem Handelsgeschäft» ausgewiesen. Fremdwährungstransaktionen während des Jahres werden zum Kurs im Zeitpunkt der Transaktion umgerechnet.

Flüssige Mittel, Passivgelder

Die Bilanzierung erfolgt zum Nominalwert. Edelmetallverpflichtungen auf Metallkonten werden zum Fair Value bewertet, sofern das entsprechende Metall an einem preiseffizienten und liquiden Markt gehandelt wird.

Die Agios und Disagios auf eigenen Anleihen und Pfandbriefdarlehen werden über die Laufzeit abgegrenzt.

Forderungen gegenüber Banken und Kunden, Hypothekarforderungen

Die Bilanzierung erfolgt zum Nominalwert abzüglich notwendiger Wertberichtigungen. Edelmetallguthaben auf Metallkonten werden zum Fair Value bewertet, sofern das entsprechende Metall an einem preiseffizienten und liquiden Markt gehandelt wird. Zinserträge werden periodengerecht abgegrenzt.

Forderungen, bei welchen es die Bank als unwahrscheinlich erachtet, dass der Schuldner seinen vertraglichen Verpflichtungen vollumfänglich nachkommen kann, gelten als gefährdet. Gefährdete Forderungen werden ebenso wie allfällige Sicherheiten zum Liquidationswert bewertet.

Für gefährdete Forderungen werden Einzelwertberichtigungen aufgrund regelmässiger Analysen der einzelnen Kreditengagements unter Berücksichtigung der Bonität des Schuldners beziehungsweise des Gegenparteirisikos sowie des geschätzten netto realisierbaren Veräusserungswertes der Deckungen gebildet. Falls die Rückführung der Forderung ausschliesslich von der Verwertung der Sicherheiten abhängig ist, wird der ungedeckte Teil vollumfänglich wertberichtigt.

Auf die Bildung von Wertberichtigungen für latente Risiken wird verzichtet.

Bei einer gefährdeten Forderung ist im Rahmen einer Fortführungsstrategie die Aufrechterhaltung einer freien Kreditlimite möglich. Für solche nicht ausgeschöpften Kreditlimiten werden bei Bedarf Rückstellungen für Ausserbilanzgeschäfte gebildet. Bei Kontokorrentkrediten, deren Benützung typischerweise häufigen und hohen Schwankungen unterliegt, erfolgt die erstmalige sowie spätere Bildung der Risikovorsorge gesamthaft (das heisst Wertberichtigungen für die effektive Benützung und Rückstellungen für die nicht ausgeschöpfte Kreditlimite) über die Position «Veränderungen von ausfallrisikobedingten Wertberichtigungen sowie Verluste aus dem Zinsengeschäft». Bei Veränderungen der Ausschöpfung wird eine entsprechende erfolgsneutrale Umbuchung zwischen Wertberichtigungen und Rückstellungen vorgenommen. Auflösungen von freiwerdenden Wertberichtigungen oder Rückstellungen erfolgen ebenfalls über die Position «Veränderungen von ausfallrisikobedingten Wertberichtigungen sowie Verluste aus dem Zinsengeschäft».

Zinsen und entsprechende Kommissionen, die seit über 90 Tagen fällig, aber nicht bezahlt sind, gelten als überfällig. Im Fall von Kontokorrentkrediten gelten Zinsen und Kommissionen als überfällig, wenn die erteilte Kreditlimite seit über 90 Tagen überschritten ist. Überfällige und gefährdete Zinsen (einschliesslich Marchzinsen) und Kommissionen werden nicht mehr als Ertrag verbucht, sondern direkt den ausfallrisikobedingten Wertberichtigungen zugewiesen.

Die Ausbuchung einer Forderung erfolgt spätestens dann, wenn ein Rechtstitel den Abschluss des Verwertungsverfahrens bestätigt.

Gefährdete Forderungen werden wieder als vollwertig eingestuft, das heisst, die Wertberichtigung aufgelöst, wenn die ausstehenden Kapitalbeträge und Zinsen wieder fristgerecht gemäss den vertraglichen Vereinbarungen bezahlt und weitere Bonitätskriterien erfüllt werden.

Einzelwertberichtigungen auf Kreditpositionen werden pro Position nach dem Vorsichtsprinzip berechnet und von der entsprechenden Forderung in Abzug gebracht.

Sämtliche im Leasing abgegebenen Objekte werden nach der Barwertmethode unter «Forderungen gegenüber Kunden» bilanziert.

Forderungen und Verpflichtungen aus Wertpapierfinanzierungsgeschäften

Darlehensgeschäfte mit Wertschriften (Securities-Lending- und -Borrowing-Geschäfte)

Darlehensgeschäfte mit Wertschriften werden zum Wert der erhaltenen oder gegebenen Barhinterlage inklusive aufgelaufener Zinsen erfasst.

Geborgte oder als Sicherheit erhaltene Wertschriften werden nur dann bilanzwirksam erfasst, wenn Raiffeisen Schweiz die Kontrolle über die vertraglichen Rechte erlangt, welche diese Wertschriften beinhalten. Ausgeliehene und als Sicherheit bereitgestellte Wertschriften werden nur dann aus der Bilanz ausgebucht, wenn Raiffeisen Schweiz die mit diesen Wertschriften verbundenen vertraglichen Rechte verliert. Die Marktwerte der geborgten und ausgeliehenen Wertschriften werden täglich überwacht, um gegebenenfalls zusätzliche Sicherheiten bereitzustellen oder einzufordern.

Erhaltene oder bezahlte Gebühren aus dem Darlehens- und Pensionsgeschäft mit Wertschriften werden als Kommissionsertrag bzw. Kommissionsaufwand periodengerecht verbucht.

Pensionsgeschäfte mit Wertschriften (Repurchase- und Reverse-Repurchase-Geschäfte)

Die mit einer Verkaufsverpflichtung erworbenen Wertschriften (Reverse-Repurchase-Geschäfte) und Wertpapiere, die mit einer Rückkaufsverpflichtung veräussert wurden (Repurchase-Geschäfte), werden als gesicherte Finanzierungsgeschäfte betrachtet und zum Wert der erhaltenen oder gegebenen Barhinterlage inklusive aufgelaufener Zinsen erfasst.

Erhaltene und gelieferte Wertpapiere werden nur dann bilanzwirksam erfasst beziehungsweise ausgebucht, wenn die Kontrolle über die vertraglichen Rechte abgetreten wird, welche diese Wertschriften beinhalten. Die Marktwerte der erhaltenen oder gelieferten Wertschriften werden täglich überwacht, um gegebenenfalls zusätzliche Sicherheiten bereitzustellen und einzufordern.

Der Zinsertrag aus Reverse-Repurchase-Geschäften und der Zinsaufwand aus Repurchase-Geschäften werden über die Laufzeit der zugrunde liegenden Transaktion periodengerecht abgegrenzt.

Handelsgeschäft und Verpflichtungen aus Handelsgeschäft

Das Handelsgeschäft und die Verpflichtungen aus dem Handelsgeschäft werden zum Fair Value bewertet und bilanziert. Positionen, für welche kein repräsentativer Markt vorliegt, werden nach dem Niederstwertprinzip bilanziert. Sowohl die aus dieser Bewertung resultierenden Gewinne und Verluste als auch die während der Periode realisierten Gewinne und Verluste werden unter der Position «Erfolg aus dem Handelsgeschäft» ausgewiesen. Dies gilt auch für Zinsen und Dividenden auf Handelsbeständen. Dem Handelserfolg werden Kapitalrefinanzierungskosten für eingegangene Handelspositionen belastet, welche dem Zinsertrag gutgeschrieben werden. Zudem werden Erträge aus Festübernahmen von Wertschriftenemissionen im Handelserfolg ausgewiesen.

Finanzanlagen

Festverzinsliche Schuldtitel sowie Optionsanleihen werden nach dem Niederstwertprinzip bewertet, sofern keine Absicht zur Haltung bis Endfälligkeit besteht.

Schuldtitel, die mit der Absicht der Haltung bis Endfälligkeit erworben wurden, werden nach der Accrual-Methode bewertet, das heisst das Agio beziehungsweise Disagio wird über die Restlaufzeit abgegrenzt.

Beteiligungstitel werden nach dem Niederstwertprinzip bewertet.

Aus dem Kreditgeschäft übernommene Liegenschaften und Beteiligungstitel, die zur Wiederveräusserung bestimmt sind, werden unter den Finanzanlagen ausgewiesen und nach dem Niederstwertprinzip bewertet. Als Niederstwert gilt der tiefere von Anschaffungswert und Liquidationswert.

Die Edelmetallbestände zur Deckung der ihnen gegenüberstehenden Verpflichtungen aus Edelmetallkonten werden zu Marktwerten am Bilanzstichtag bewertet. Ist ausnahmsweise kein Fair Value verfügbar, erfolgt die Bewertung zum Niederstwertprinzip.

Beteiligungen

Unter den Beteiligungen werden alle Aktien und andere Beteiligungspapiere von Unternehmungen, die mit der Absicht dauernder Anlage gehalten werden, unabhängig des stimmberechtigten Anteils ausgewiesen.

Ferner werden hier sämtliche Beteiligungen an Gemeinschaftseinrichtungen bilanziert. Unwesentliche Beteiligungen, bei denen die Quote am Stimm- und Kapitalanteil kleiner als 10 Prozent und entweder der Anteil am Gesellschaftskapital weniger als 1 Million Franken oder der Buchwert weniger als 10 Millionen Franken beträgt, werden nicht separat aufgeführt. Die Bewertung erfolgt nach dem Anschaffungswertprinzip, das heisst Anschaffungen abzüglich betriebswirtschaftlich notwendiger Wertberichtigungen. Die Beteiligungen können stille Reserven enthalten.

Sachanlagen

Die Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten zuzüglich wertvermehrender Investitionen bilanziert und linear über ihre geschätzte Nutzungsdauer wie folgt abgeschrieben:

Liegenschaften

66 Jahre

Um- und Einbauten in gemieteten Räumlichkeiten

gesamte Mietdauer, maximal   15 Jahre

Mobiliar und Einrichtungen

 8 Jahre

Sonstige Sachanlagen

 5 Jahre

Selbst entwickelte oder erworbene Kernbankensoftware

10 Jahre

EDV-Anlagen und übrige Software

 3 Jahre

Kleininvestitionen werden direkt über den Geschäftsaufwand verbucht. Umfassende, wertvermehrende Renovationen werden aktiviert, während Unterhalt und Reparaturen als Aufwand ausgewiesen werden. Die Sachanlagen können stille Reserven enthalten. Die Aktivierung von Aufwänden im Zusammenhang mit der Realisierung der zukünftigen Kernbankensysteme erfolgt über die Position «Anderer ordentlicher Ertrag». Liegenschaften und Anlagen im Bau und Kernbankensysteme werden erst ab dem Zeitpunkt abgeschrieben, ab dem sie genutzt werden. Unbebautes Bauland wird nicht abgeschrieben.

Die Sachanlagen werden auf ihre Werthaltigkeit überprüft, wenn Ereignisse oder Umstände Anlass zur Vermutung geben, dass der Buchwert nicht mehr werthaltig ist. Eine allfällige Wertbeeinträchtigung wird über die Position «Wertberichtigungen auf Beteiligungen sowie Abschreibungen auf Sachanlagen und immateriellen Werten» erfolgswirksam verbucht. Falls sich bei der Überprüfung der Werthaltigkeit einer Sachanlage eine veränderte Nutzungsdauer ergibt, wird der Restbuchwert planmässig über die neu festgelegte Nutzungsdauer abgeschrieben. 

Immaterielle Werte

Übrige immaterielle Werte

Erworbene immaterielle Werte werden bilanziert, wenn sie über mehrere Jahre einen für das Unternehmen messbaren Nutzen bringen. Selbst erarbeitete immaterielle Werte werden nicht aktiviert. Immaterielle Werte werden zu Anschaffungskosten bilanziert und linear über ihre geschätzte Nutzungsdauer innert maximal fünf Jahren abgeschrieben.

Überprüfung der Werthaltigkeit

Die immateriellen Werte werden auf ihre Werthaltigkeit überprüft, wenn Ereignisse oder Umstände Anlass zur Vermutung geben, dass der Buchwert nicht mehr werthaltig ist. Eine allfällige Wertbeeinträchtigung wird über die Position «Wertberichtigungen auf Beteiligungen sowie Abschreibungen auf Sachanlagen und immateriellen Werten» erfolgswirksam verbucht. Falls sich bei der Überprüfung der Werthaltigkeit eines immateriellen Wertes eine veränderte Nutzungsdauer ergibt, wird der Restbuchwert planmässig über die neu festgelegte Nutzungsdauer abgeschrieben.

Rückstellungen

Für alle am Bilanzstichtag erkennbaren Risiken, die auf einem Ereignis in der Vergangenheit begründet sind und eine wahrscheinliche Verpflichtung darstellen, werden nach dem Vorsichtsprinzip Rückstellungen gebildet. Bezüglich Rückstellungen für nicht ausgeschöpfte Kreditlimiten verweisen wir auf die Ausführungen im Kapitel «Forderungen gegenüber Banken und Kunden, Hypothekarforderungen».

Reserven für allgemeine Bankrisiken

Die Bildung von Reserven für allgemeine Bankrisiken ist möglich. Diese sind in Übereinstimmung mit den Rechnungslegungsvorschriften vorsorglich gebildete Reserven zur Absicherung gegen latente Risiken im Geschäftsgang der Bank. Diese Reserven werden im Sinne von Art. 21 Abs. 1 lit. c ERV als Eigenmittel angerechnet und sind teilweise versteuert (siehe Tabelle «Wertberichtigungen, Rückstellungen und Reserven für allgemeine Bankrisiken» im Anhang).

Steuern

Die Steuern werden aufgrund des Ergebnisses des Berichtsjahres berechnet und verbucht.

Eventualverpflichtungen, unwiderrufliche Zusagen, Einzahlungs- und Nachschussverpflichtungen

Der Ausweis unter den Ausserbilanzgeschäften erfolgt zum Nominalwert. Für absehbare Risiken werden Rückstellungen gebildet.

Derivative Finanzinstrumente

Bilanzierung

Die Wiederbeschaffungswerte sämtlicher als Eigenhändler abgeschlossenen Kontrakte werden, unabhängig von der erfolgswirksamen Behandlung, bilanziert. Die Wiederbeschaffungswerte aus börslich gehandelten, in Kommission abgeschlossenen Kontrakten werden nur in dem Umfang bilanziert, als sie nicht mittels Margenhinterlagen gedeckt sind. Die Wiederbeschaffungswerte aus ausserbörslich gehandelten, in Kommission abgeschlossenen Kontrakten werden immer ausgewiesen.

Sämtliche Absicherungstransaktionen des Treasury-Bereichs werden über das Handelsbuch abgeschlossen, das heisst der Treasury-Bereich gelangt nicht selbst an den Markt. Bilanziert sind ausschliesslich die Wiederbeschaffungswerte mit externen Gegenparteien. Im Anhang «Offene derivative Finanzinstrumente» werden die Wiederbeschaffungswerte und Kontraktvolumen mit externen Gegenparteien ausgewiesen. Das Volumen der internen Absicherungsgeschäfte des Treasury-Bereichs wird unter Hedginginstrumenten ausgewiesen.

Bei den emittierten strukturierten Produkten, bei denen eine Schuldverschreibung enthalten ist, wird das Derivat vom Basisvertrag getrennt und separat bewertet. Die Schuldverschreibungen (Basisverträge) werden unter «Anleihen und Pfandbriefdarlehen» zum Nominalwert bilanziert. Agios und Disagios werden in der Position «Passive Rechnungsabgrenzungen» beziehungsweise «Aktive Rechnungsabgrenzungen» ausgewiesen und über die Restlaufzeit gegen den Zinserfolg realisiert. Die emittierten strukturierten Produkte ohne eigene Schuldverschreibung und die derivativen Anteile aus den strukturierten Produkten mit eigener Schuldverschreibung werden in der Position «Positive Wiederbeschaffungswerte derivativer Finanzinstrumente» beziehungsweise «Negative Wiederbeschaffungswerte derivativer Finanzinstrumente» zum Fair Value ausgewiesen.

Behandlung in der Erfolgsrechnung

Die im Handelsbuch erfassten derivativen Finanzinstrumente werden zum Fair Value bewertet.

Derivative Finanzinstrumente, die im Rahmen des Bilanzstrukturmanagements zur Absicherung von Zinsänderungsrisiken eingesetzt werden, werden nach der Accrual-Methode bewertet. Zinsbezogene Gewinne und Verluste aus der vorzeitigen Realisierung von Kontrakten werden über die Restlaufzeit abgegrenzt.

Der Strukturierungserfolg der selbst emittierten strukturierten Produkte sowie der Erfolg aus der kommissionsweisen Emission von strukturierten Produkten von anderen Emittenten werden im «Kommissionsertrag aus dem Wertschriften- und Anlagegeschäft» verbucht.

Änderung gegenüber dem Vorjahr

Die Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze wurden im Berichtsjahr um die Angaben betreffend die selbst emittierten strukturierten Produkte ergänzt.

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Bis zum Zeitpunkt der Erstellung der Jahresrechnung haben sich keine wesentlichen, per 31. Dezember 2016 bilanzierungs- und/oder im Anhang offenlegungspflichtigen Ereignisse ergeben.