Dienstleistungen

Bezahlen

Der Karteneinsatz bei Raiffeisen-Kunden wuchs auch 2016 stark. Die Transaktionen stiegen um 12 Prozent auf 106 Millionen. Stagniert dagegen haben Bancomat-Bezüge, was auf die stärkere Nutzung bargeldloser Zahlungsmittel wie Debit-/Kreditkarten sowie neuer digitaler Zahlungslösungen zurückzuführen ist. Seit der Lancierung der ersten Version der Raiffeisen Mobile Payment-Lösung (Raiffeisen Paymit) im Frühling 2016 haben sich per Ende 2016 rund 17‘000 Nutzer registriert. Ab Frühling 2017 ist mit dem Zusammenschluss von Paymit und TWINT die Einführung der neuen Raiffeisen Mobile Payment-Lösung TWINT geplant, welche direkt mit dem Bankkonto verknüpft werden kann und nebst Transaktionen zwischen Privatpersonen auch zum bargeldlosen Bezahlen in Geschäften sowie im E-Commerce eingesetzt werden kann.

Seit November 2016 bietet Raiffeisen Unternehmen einen erweiterten, elektronischen Zugang für einen reibungslosen Zahlungsverkehr mit Raiffeisen an. Der elektronische Datenaustausch erfolgt über den internationalen Standard EBICS «Electronic Banking Internet Communication Standard».

Finanzieren

Obwohl das Hypothekarvolumen nicht mehr so stark wächst wie in den Vorjahren, liegt das Wachstum mit 4,3 Prozent immer noch über dem Marktdurchschnitt. Der Marktanteil wurde damit erneut leicht gesteigert und liegt bei 17,2 Prozent. Die grösste Nachfrage zeigte sich aufgrund des weiterhin tiefen Zinsniveaus wiederum bei Festhypotheken und bei LiborFlex-Hypotheken.

Das Hypothekarvolumen bei gewerblichen Finanzierungen (Betriebsliegenschaften und Renditeobjekte) konnte um rund 10,5 Prozent ausgeweitet werden. Raiffeisen hat auch hier ihre führende Position im Markt behaupten können.

2016 integrierte Raiffeisen als erste Bank in der Schweiz systematisch die energetische Immobilienbewertung in die Wohneigentumsberatung. Der Kunde erhält auf Wunsch eine energetische Einschätzung seiner Immobilie mit Angabe der Energieeffizienzklasse analog des Gebäudeenergieausweises der Kantone (GEAK). Dazu kommen Informationen zum Einsparpotenzial, zum Investitionsbedarf einer sinnvollen energetischen Sanierung und zu Förderbeiträgen von Bund und Kantonen.

Marktanteil Hypothekarvolumen pro Kanton 2015

Volumenentwicklung verschiedener Hypothekarmodelle 2012–2016

Sparen

Trotz der tiefen Verzinsung konnte der gute Marktanteil im Sparbereich mit 13,2 Prozent leicht ausgebaut werden. Die Anzahl Konten ist um 97'786 auf 6'074'143 (+1,6 Prozent) angestiegen, das Volumen von 144'337 Millionen auf 152'288 Millionen Franken (+5,5 Prozent). Das Wachstum hat dabei primär im Bereich der Transaktionskonten stattgefunden. Ein grosser Teil des Volumenanstiegs bei Transaktionskonten ist auf eine Volumenverlagerung von den Sparkonten zurückzuführen. Zudem wurden fällige Fest- und Termingeldanlagen aufgrund der tiefen Zinsen oft nicht erneuert, sondern auf Transaktionskonten geparkt. Dennoch hat sich das Volumen auf Fest- und Termingeldanlagen von 12'704 Millionen auf 12'795 Millionen Franken (+ 0,7 Prozent) erhöht.

Anlegen

Raiffeisen verzeichnete im Berichtsjahr eine positive Nettoneugeldentwicklung von rund 800 Millionen Franken. Die Anlagefonds entwickelten sich mit einem Plus von 931 Millionen Franken – davon über die Hälfte in Raiffeisen Fonds. Auch die Direktanlagen entwickelten sich mit einem Plus von 461 Millionen Franken erfreulich. Bei den strukturierten Produkten musste ein von Produktfälligkeiten getriebener Abfluss von rund 131 Millionen Franken verzeichnet werden.

Entwicklung Wertschriftenvolumen

Vorsorgen

Die Anzahl der Vorsorgekonten ist 2016 um 5,5 Prozent gewachsen. Die Einlagen in Vorsorgeprodukte der Säule 3a (Konto- und Fondssparen) stiegen um 6 Prozent an (+ 819 Millionen Franken) und betragen neu 14,6 Milliarden Franken. Das Wachstum der Freizügigkeitsgelder war verhaltener und wurde von diversen externen Faktoren beeinflusst, wie dem Arbeitsmarkt, Pensionskassen und Verzinsung. Die Einlagen auf Freizügigkeitskonten inklusive Fondssparen sind um 1 Prozent gewachsen (+ 71 Millionen Franken) und betragen neu 5,6 Milliarden Franken. Das allgemein tiefe Zinsniveau hat die Nutzung der Vorsorgeprodukte auch im Berichtsjahr wiederum stark geprägt. Dies zeigte sich in der Steigerung der Anzahl Vorsorgedepots um rund 18 Prozent (Säule 3a) und 6 Prozent (2. Säule).

Absichern

Das Volumen bei den Lebensversicherungen mit periodischer Prämie konnte um über 50 Prozent gesteigert werden. Die umsatzstärksten Produkte bleiben die Raiffeisen Todesfallversicherung sowie die gemischte Lebensversicherung, die in Zusammenhang mit der indirekten Amortisation bei einer Wohnfinanzierung angewendet wird. Auch bei den Einmalprämien verzeichnete Raiffeisen erneut Wachstum und hat ein Volumen von über 64 Millionen Franken erzielt – mit der Raiffeisen Altersrenten-Versicherung sowie den von Helvetia aufgelegten Tranchenprodukten.

Prämiensumme Einzelleben (periodische Prämien)

Corporate Finance

Der Geschäftsbereich Corporate Finance fokussiert auf Beratungsdienstleistungen für Unternehmen und Unternehmer in den Bereichen Evaluation strategischer Optionen, Mergers & Acquisitions (M&A), Bewertungen und Finanzierungsberatung. Seit 2016 ist der Bereich zudem Partner der MidCap Alliance, eines primär auf Europa und die USA fokussierten internationalen M&A-Netzwerkes.