Geschäftsverlauf von Raiffeisen Schweiz

Raiffeisen Schweiz weist im abgeschlossenen Geschäftsjahr einen Jahresgewinn von 46,2 Millionen Franken aus. Die Bilanzsumme wuchs um 5,1 Milliarden auf 51,9 Milliarden Franken. Innerhalb der Bilanz erfolgten wiederum wesentliche, vor allem liquiditätsbedingte, Umschichtungen.

Beim Geschäftsfeld Asset Management erfolgte mit dem Verkauf der Vescore AG an Vontobel am Ende des dritten Quartals eine Neuausrichtung. Dieser Entscheid führte zu einem Veräusserungsverlust von 26 Millionen Franken, welcher in der Position «Ausserordentlicher Aufwand» enthalten ist. Neben dem Verkauf der Vescore AG wirkte sich mit der Wertberichtigung für die Beteiligung an der Leonteq AG ein weiterer wesentlicher Faktor auf die Erfolgsrechnung von Raiffeisen Schweiz aus. Die Aktien der Leonteq AG erlitten markante Kursverluste an der Börse. Aufgrund der periodischen Bewertung der Beteiligung (Impairment Test) hat Raiffeisen Schweiz auf dieser langfristig ausgerichteten Investition Wertberichtigungen von insgesamt 85 Millionen Franken verbucht. Die Bewertung wurde auf Analystenmeinungen und die eigene Einschätzung der Werthaltigkeit abgestützt. Dies führte zu einem hohen Anstieg der Position «Wertberichtigungen auf Beteiligungen sowie Abschreibungen auf Sachanlagen und immateriellen Werten». Dieser unerfreulichen Entwicklung kann entgegengehalten werden, dass die Zusammenarbeit mit Leonteq im Bereich der strukturierten Produkte sehr erfolgreich verlaufen ist. Unter anderem ist das Volumen an strukturierten Produkten bis Ende 2016 auf knapp 3,5 Milliarden Franken angestiegen.

Nach dem Bilanzstichtag sind keine Ereignisse mit wesentlichem Einfluss auf das Geschäftsergebnis eingetreten.

Erfolgsrechnung

Erträge aus dem ordentlichen Bankgeschäft

Der Brutto-Erfolg aus dem Zinsengeschäft ist um 6,6 Millionen (+5,6 Prozent) auf 123,5 Millionen Franken angestiegen. Während das Zinsergebnis im Retailgeschäft, wie auch im Firmenkunden- und Leasinggeschäft gesteigert werden konnte, fiel der Ergebnisbeitrag der Tresorerie, aus der Liquiditätshaltung und dem Absicherungsgeschäft infolge des sehr tiefen Zinsniveaus weniger hoch aus als im Vorjahr. Die Veränderungen von ausfallrisikobedingten Wertberichtigungen sowie Verluste aus dem Zinsengeschäft erhöhten sich um 8,9 Millionen auf 14,7 Millionen Franken (Anhang 14). Der Netto-Erfolg aus dem Zinsengeschäft betrug 108,9 Millionen Franken.

Der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft (Anhang 23) erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 8,2 Millionen auf 81,9 Millionen Franken. Sämtliche Kommissionserträge notierten leicht schwächer als im vergangenen Jahr. Mit dem Kommissionsertrag von insgesamt 115,2 Millionen Franken konnte trotz schwierigem Marktumfeld ein gutes Resultat erwirtschaftet werden. Andererseits reduzierte sich der Kommissionsaufwand markant um 11,3 Millionen auf 33,3 Millionen Franken.

Der Erfolg aus dem Handelsgeschäft ist um 8,3 Millionen (+10,9 Prozent) auf 84,2 Millionen Franken angestiegen (Anhang 24). Bei fast allen Produktekategorien verlief der Handel erfolgreicher als im Vorjahr. Insbesondere beim Handel mit Zinsprodukten sowie beim Handel mit Edelmetall und Sorten konnten signifikante Zuwächse erzielt werden.

Markant war auch der Zuwachs mit 26,9 Millionen (+7,2 Prozent) auf 400,3 Millionen Franken beim übrigen ordentlichen Erfolg. Der andere ordentliche Ertrag (Anhang 25) fiel mit 388 Millionen um 48,2 Millionen Franken (+14,2 Prozent) höher aus als im Vorjahr. Darin enthalten sind Erträge aus individuell verrechneten Dienstleistungen und die Beiträge der Raiffeisenbanken und Gruppengesellschaften für kollektive und strategische Leistungen von Raiffeisen Schweiz. Der Anstieg erklärt sich durch die Auslagerung von Teilen der Services und der Informatik von den Gruppenunternehmungen Notenstein La Roche Privatbank AG, Arizon Sourcing AG und Raiffeisen Unternehmerzentrum AG an Raiffeisen Schweiz. Die Erträge gegenüber Gruppengesellschaften erhöhten sich dementsprechend um 34,6 Millionen auf 185,5 Millionen Franken.

Für kollektive und strategische Leistungen an die Raiffeisenbanken wurden vor allem aufgrund der gestiegenen Kosten für die zentrale Kapitalbeschaffung 2,7 Millionen mehr als im Vorjahr verrechnet. Die individuellen und beitragsrelevanten Leistungen von Raiffeisen Schweiz an die Raiffeisenbanken werden gemäss internem Reglement über die Finanzierung der Leistungen (Finanzierungskonzept) festgelegt. An der Delegiertenversammlung von Raiffeisen Schweiz erstattet der Verwaltungsrat einen umfassenden Bericht hierzu. Im anderen ordentlichen Aufwand von 45,6 Millionen Franken sind nebst den Aufwendungen für den Einkauf von IT-Infrastruktur für die Raiffeisenbanken insbesondere auch die Kosten für die Herstellung von Drucksachen für die Raiffeisenbanken ausgewiesen.

Geschäftsaufwand

Der Personalaufwand (Anhang 26) erhöhte sich um 32 Millionen (+9,9 Prozent) auf 354,7 Millionen Franken. 2,5 Millionen Franken wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr in die Raiffeisen Arbeitgeberstiftung eingezahlt. Der Personalbestand von Raiffeisen Schweiz lag am Ende des Berichtsjahr bei 2‘029 Personaleinheiten. Die Zunahme von 129 Personaleinheiten ist primär auf den Ausbau des Privat- und Anlagekundengeschäftes, des Firmenkundengeschäftes sowie des Kundensupport-Centers und dem Aufbau des Shared Service-Angebotes zurückzuführen. Der Personalaufbau ist zudem durch die Entwicklung des neuen Kernbankensystems verstärkt worden.

Der Sachaufwand (Anhang 27) betrug im Berichtsjahr 255,9 Millionen Franken. Dies entspricht einer Zunahme von 9,1 Millionen Franken (+3,7 Prozent). Der Raumaufwand stieg moderat um 2,5 Millionen auf 30,9 Millionen Franken. Aufgrund der Integration von der IT der Notenstein La Roche Privatbank AG stiegen die EDV-Kosten um 4,1 Millionen auf 93,8 Millionen Franken. Die Kosten aus diesen Shared Services werden den Gruppengesellschaften weiterverrechnet (anderer ordentlicher Ertrag). Die Honorare der Prüfgesellschaften bewegten sich auf Vorjahresniveau. Der übrige Geschäftsaufwand (Rechts- und Beratungskosten, Werbung, Drittleistungen, Übermittlungskosten, Spesen usw.) fiel mit 124,7 Millionen Franken nur leicht höher aus als im Vorjahr.

Wertberichtigungen auf dem Anlagevermögen

Die Wertberichtigung auf der Leonteq-Beteiligung sowie höherer Abschreibungsbedarf bei den Sachanlagen führten zu einem markanten Anstieg dieser Position um insgesamt 90,3 Millionen auf 133,6 Millionen Franken. Aufgrund der negativen Entwicklung des Börsenkurses der Leonteq-Aktien in den letzten Monaten hat Raiffeisen Schweiz auf der Leonteq-Beteiligung Wertberichtigungen in der Höhe von insgesamt 85 Millionen Franken vorgenommen (Anhang 6). Die Abschreibungen auf den Sachanlagen (Anhang 7) erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um insgesamt 7,9 Millionen auf 43,8 Millionen Franken. Die Abschreibungen auf immateriellen Anlagen stiegen von 2 Millionen auf 4,8 Millionen Franken. Die ausserordentlichen Abschreibungen fielen mit 11,8 Millionen Franken bedeutend höher als noch im Vorjahr aus (2,3 Millionen Franken). Diese sind vor allem mit dem Verkauf der Vescore AG zu begründen.

Veränderungen von Rückstellungen und übrige Wertberichtigungen sowie Verluste

Der Ausweis der Veränderungen der Rückstellungen für Ausserbilanzgeschäfte, andere Geschäftsrisiken und Prozessaufwände ist im Anhang 14 dargestellt.

Ausserordentlicher Erfolg, Veränderungen von Reserven für allgemeine Bankrisiken und Steuern

Der ausserordentliche Ertrag in der Höhe von 9,2 Millionen Franken (Anhang 28) ergab sich insbesondere aus dem Verkauf von Aktien der VISA Europe Limited von 4,5 Millionen Franken sowie einem Aufwertungsgewinn bei der Raiffeisen Unternehmerzentrum AG von 4 Millionen Franken. Den Reserven für allgemeine Bankrisiken wurden 140,5 Millionen Franken entnommen. Der Steueraufwand betrug im Berichtsjahr 2,8 Millionen Franken.

Jahresgewinn

Der Jahresgewinn wird mit 46,2 Millionen Franken ausgewiesen.

Bilanz

Die Liquiditätssituation der Raiffeisenbanken, hervorgerufen durch die Differenz zwischen dem Zuwachs der Kundengelder und jenem der Ausleihungen, wirkt sich unmittelbar auf die Bilanzsumme und das Bilanzbild von Raiffeisen Schweiz aus. Im abgelaufenen Geschäftsjahr ist die Bilanzsumme um 5,1 Milliarden auf 51,9 Milliarden Franken gestiegen.

Forderungen/Verpflichtungen gegenüber Raiffeisenbanken

Raiffeisen Schweiz weist per Ende 2016 eine Nettoverpflichtung gegenüber den Raiffeisenbanken von 11,1 Milliarden Franken aus (Vorjahr 7,7 Milliarden Franken). Für die Erfüllung der gesetzlichen Liquiditätserfordernisse halten die Raiffeisenbanken Anlagen in der Höhe von 12,1 Milliarden Franken bei Raiffeisen Schweiz.

Forderungen/Verpflichtungen gegenüber anderen Banken

Die kurzfristigen Forderungen gegenüber Banken haben gegenüber dem Vorjahr um 3,9 Milliarden auf 6,9 Milliarden Franken zugenommen. Die Verpflichtungen gegenüber anderen Banken wurden im Rahmen der taktischen Liquiditätsbewirtschaftung um 3,6 Milliarden auf 14 Milliarden Franken ausgebaut.

Forderungen/Verpflichtungen aus Wertpapierfinanzierungsgeschäften

Die Verpflichtungen aus Wertpapierfinanzierungsgeschäften sind um 1,5 Milliarden auf 2,5 Milliarden Franken zurückgegangen. Dabei handelt es sich ausschliesslich um Repo-Transaktionen, bei welchen Geld gegen Sicherheiten aufgenommen wird. Diese Transaktionen dienen lediglich dazu, den SNB-Girobestand zu bewirtschaften, und sind nur auf dem bezahlten Zins erfolgswirksam. Wertschwankungen der ausgetauschten Sicherheiten sind nicht erfolgswirksam. Die Forderungen aus Wertpapierfinanzierungsgeschäften betrugen lediglich 13,2 Millionen Franken.

Kundenausleihungen

Die Kundenausleihungen sind im Berichtsjahr insgesamt um 652,8 Millionen Franken (+6,1 Prozent) auf 11,4 Milliarden Franken angestiegen. Die Niederlassungen von Raiffeisen Schweiz steigerten ihr Ausleihungsvolumen um 695 Millionen Franken (+ 7,7 Prozent) auf 9,7 Milliarden Franken. In den Ausleihungen sind ferner kurzfristige Kredite der Zentralbank an institutionelle Kunden, Ausleihungen an grössere Firmenkunden und das Investitionsgüterleasing-Geschäft enthalten.

Handelsgeschäft

Der Bestand des Handelsgeschäfts beträgt unverändert 1,3 Milliarden Franken (Anhang 3).

Finanzanlagen

Der Wertschriftenbestand in den Finanzanlagen (Anhang 5), vorwiegend erstklassige Obligationen, wird entsprechend den gesetzlichen Liquiditätserfordernissen sowie nach internen Liquiditätszielen verwaltet. Der Buchwert stieg um eine Milliarde auf 6,6 Milliarden Franken.

Beteiligungen

Der Wert der Beteiligungen (Anhang 6) reduzierte sich im Berichtsjahr um 174,1 Millionen auf 1,2 Milliarden Franken. Massgeblich verantwortlich für diese Entwicklung waren der Verkauf der Vescore AG (100 Millionen Franken) und die Wertberichtigung auf die Leonteq-Beteiligung (85 Millionen Franken). Veränderungen ergaben sich zudem in diversen kleineren Beteiligungen.

Sachanlagen

Die Entwicklung der Sachanlagen ist im Anhang 7.1 dargestellt. Der Buchwert reduzierte sich um 11,2 Millionen auf 249,1 Millionen Franken.

Immaterielle Werte

Die Entwicklung der immateriellen Werte ist im Anhang 8 dargestellt.

Kundeneinlagen

Eine starke Zunahme verzeichnete Raiffeisen Schweiz bei den Kundengeldern. Sie erhöhten sich um 711,5 Millionen auf 10,7 Milliarden Franken. Der Zuwachs wurde im Wesentlichen bei den Niederlassungen erzielt, die nun einen Bestand von 7,8 Milliarden Franken ausweisen.

Anleihen und Pfandbriefdarlehen

Um 181 Millionen auf 5,7 Milliarden Franken angestiegen ist der Bestand an Anleihen und Pfandbriefdarlehen (Anhang 13). Das Volumen der Pfandbriefdarlehen stieg um 60,6 Millionen auf 1,9 Milliarden Franken. Die Anleihen von Raiffeisen Schweiz stiegen leicht um 57,4 Millionen auf 3,8 Milliarden Franken. Eine grössere auslaufende Anleihe aus dem Jahr 2006 wurde ohne Probleme durch Neuemissionen im 2016 ersetzt. Neu werden in dieser Position die Bondkomponenten der von Raiffeisen Schweiz emittierten strukturierten Produkte ausgewiesen. Diese betrugen per Ende Berichtsjahr 63 Millionen Franken.

Rückstellungen

Die Rückstellungen (Anhang 14) erhöhten sich um 0,2 Millionen auf 16,8 Millionen Franken.

Reserven für allgemeine Bankrisiken

Den Reserven für allgemeine Bankrisiken wurden im Berichtsjahr 140,5 Millionen Franken entnommen. Der verbleibende Bestand von 158,5 Millionen Franken ist versteuert (Anhang 14).

Eigenkapital

Das Genossenschaftskapital beträgt per Ende Dezember 2016 unverändert 1,7 Milliarden Franken. Das Eigenkapital reduzierte sich auf 2,1 Milliarden Franken.

Ausserbilanzgeschäft

Aufgrund der anhaltenden hohen Nachfrage nach  strukturierten Produkten, die von der Notenstein La Roche Privatbank AG ausgegeben werden und für die Raiffeisen die Kreditsicherungsgarantie übernimmt, ist die Summe der Eventualverpflichtungen (Anhang 20) um 1,2 Milliarden auf 3,8 Milliarden Franken gestiegen. Das Kontraktvolumen an derivativen Finanzinstrumenten (Anhang 4) reduzierte sich um 2 Milliarden auf 133 Milliarden Franken. Die Absicherungsgeschäfte für das Bankenbuch reduzierten sich um 3,6 Milliarden auf 43,7 Milliarden Franken. Die positiven Wiederbeschaffungswerte belaufen sich auf 1,6 Milliarden Franken (Vorjahr 1,6 Milliarden Franken), die negativen Wiederbeschaffungswerte auf 1,8 Milliarden Franken (Vorjahr 2,1 Milliarden Franken).

Vergütungsbericht

Der Vergütungsbericht ist im Geschäftsbericht der Raiffeisen Gruppe enthalten.