Geschäftsverlauf

Das positive Resultat ist in erster Linie auf den ausgezeichneten Verlauf des operativen Bankgeschäfts zurückzuführen. Der Geschäftsertrag erhöhte sich aufgrund des Wachstums in allen Ertragspositionen um 93 Millionen auf 3‘108 Millionen Franken. Sowohl bei den Ausleihungen (+ 7,0 Milliarden Franken) als auch bei den Kundeneinlagen (+8,0 Milliarden Franken) konnten markante Zuwächse erzielt werden.

Trotz dem herausfordernden politischen und wirtschaftlichen Umfeld konnte sich Raiffeisen erneut gut am Markt behaupten.

Der Geschäftsaufwand stieg um 100 Millionen (+ 5,3 Prozent) auf 1‘988 Millionen Franken. Raiffeisen investierte im Berichtsjahr in die Infrastruktur und in Informatik-Projekte und schaffte damit eine wesentliche Voraussetzung für ein zukunftsfähiges Retailgeschäft. Dazu gehört die Realisierung des neuen Kernbankensystems für die Raiffeisenbanken und für die Notenstein La Roche Privatbank AG. Auch der Ausbau des Firmenkundengeschäfts – unter anderem mit der Eröffnung eines weiteren Raiffeisen Unternehmerzentrums (RUZ) in Aarau-West – wurde vorangetrieben. Aus der Einstufung als systemrelevante Bank resultierten spezifische Anforderungen, deren Umsetzung kostenintensiv ist. Zudem führte die schlussendlich erfolgreiche Abwicklung des US-Steuerstreits zu hohen Kosten, welche sich über einen Zeitraum von knapp vier Jahren auf mehr als 30 Millionen Franken kumulierten.

Wie im vorangehenden Abschnitt erläutert, führten insbesondere die Projekte zur Erneuerung der Kernbankensysteme zu einem hohen zusätzlichen Geschäftsaufwand. Die Projektaufwände wurden in der Position «Anderer ordentlicher Ertrag» aktiviert. Dies führte zu einem markanten Anstieg dieser Position um 60 Millionen Franken oder 100,9 Prozent. Unter dem Strich bleibt die Erneuerung der Kernbankensysteme damit erfolgsneutral. Erst nach der Produktivsetzung werden sich die Projektaufwände in Form von höheren Abschreibungen über einen Zeitraum von zehn Jahren auf den Gruppengewinn auswirken.

Das qualitative Wachstum im inländischen Spar- und Hypothekargeschäft führte zu einem markanten Wachstum der entsprechenden Bilanzpositionen und half mit, die Margenerosion im zinsdifferenten Geschäft zu kompensieren. Die Diversifikation der Geschäftsfelder wurde über Wachstumsinitiativen weiter vorangetrieben, ist aber mit finanziellen Anstrengungen verbunden. Beim Geschäftsfeld Asset Management erfolgte mit dem Verkauf der Vescore AG an Vontobel am Ende des dritten Quartals eine Neuausrichtung. Kurzfristig führte dieser Entscheid zu einem Abgang von verwalteten Vermögen in der Höhe von 14 Milliarden Franken, aber auch zu einem Veräusserungserfolg von 64 Millionen Franken, welcher in der Position «Ausserordentlicher Ertrag» enthalten ist.

Zinsmarge

Neben der Erneuerung der Kernbankensysteme und dem Verkauf der Vescore AG wirkte sich mit der Wertberichtigung für die Beteiligung an Leonteq AG ein weiterer wesentlicher Faktor auf die Erfolgsrechnung der Raiffeisen Gruppe aus. Die Aktien der Leonteq AG erlitten markante Kursverluste an der Börse. Aufgrund der periodischen Bewertung der Beteiligung (Impairment Test) hat Raiffeisen auf dieser langfristig ausgerichteten Investition Wertberichtigungen von insgesamt 69 Millionen Franken verbucht. Die Bewertung wurde auf Analystenmeinungen und die eigene Einschätzung der Werthaltigkeit abgestützt. Dies führte zu einem hohen Anstieg der Position «Wertberichtigungen auf Beteiligungen sowie Abschreibungen auf Sachanlagen und immateriellen Werten» von 79 Millionen Franken. Dieser unerfreulichen Entwicklung kann entgegengehalten werden, dass die Zusammenarbeit mit Leonteq im Bereich der strukturierten Produkte sehr erfolgreich verlaufen ist. Unter anderem ist das Volumen an strukturierten Produkten bis Ende 2016 auf knapp 3,5 Milliarden Franken angestiegen.

Insgesamt erreichte die Raiffeisen Gruppe den dritthöchsten Gewinn in ihrer Geschichte. Sämtliche Ertragspositionen legten zu. Die Wertberichtigung der Leonteq-Beteiligung führte jedoch zusammen mit dem stärkeren Anstieg des Geschäftsaufwands zu einem Rückgang des Geschäftserfolgs im Vorjahresvergleich um 89 Millionen auf 855 Millionen Franken. Andererseits profitierte die Gruppe mit dem Verkauf der Vescore AG von einem Sondereffekt, der sich in einem hohen ausserordentlichen Ertrag niederschlug. Im Endeffekt bleibt ein Gruppengewinn von 754 Millionen Franken, der um 54 Millionen Franken unter dem Rekord-Vorjahresergebnis liegt.

Entwicklung Ertragspositionen

Entwicklung Cost-Income-Ratio

Nach dem Bilanzstichtag sind keine Ereignisse mit wesentlichem Einfluss auf das Geschäftsergebnis eingetreten. Die Erläuterungen zum Konsolidierungskreis und zu den Konsolidierungsgrundsätzen sind in den Kapiteln «Corporate Governance» und «Anhang zur konsolidierten Jahresrechnung» enthalten.