Raiffeisen mit Rekord-Halbjahresergebnis

Die Raiffeisen Gruppe knüpft nahtlos an das ausgezeichnete Resultat des Vorjahres an. Sowohl im Hypothekar- als auch Kundeneinlagengeschäft setzte sich das Wachstum auf hohem Niveau fort. Die Erträge sind auf breiter Front und stärker als die Kosten gestiegen. Der Geschäftserfolg erreichte mit 532 Millionen Franken einen neuen Höchstwert. Der Halbjahresgewinn überstieg mit 434 Millionen Franken (+68 Millionen Franken oder +18,4 Prozent) erstmals in der Geschichte von Raiffeisen die 400-Millionen-Grenze.

Das erste Halbjahr war geprägt durch eine breit abgestützte Zunahme der Erträge und eine unterproportionale Steigerung der Kosten. Unter dem Strich resultierte eine markante Gewinnsteigerung von 18,4 Prozent auf 434 Millionen Franken. Dieses erfreuliche Resultat reflektiert die Ertragskraft der Raiffeisen Gruppe.

Ertragszunahme auf breiter Front

Insgesamt erhöhte sich der Geschäftsertrag im Vergleich zur Vorjahresperiode um 106 Millionen Franken (+7,0 Prozent) auf 1‘629 Millionen Franken. Zu dieser Steigerung haben sämtliche Ertragspositionen beigetragen. Das grösste Wachstum verzeichneten das Handelsgeschäft und der übrige ordentliche Erfolg. Letzterer stieg um 66 Millionen auf 145 Millionen Franken (+84,5 Prozent). Gleichzeitig nahm der Geschäftsaufwand um 45 Millionen auf 1‘007 Millionen Franken (+4,6 Prozent) zu. Ein grosser Teil dieser Kostensteigerung ist auf die beiden Projekte zur Einführung der neuen Kernbankensysteme bei den Raiffeisenbanken sowie bei der Notenstein La Roche Privatbank zurückzuführen. Dies gilt ebenso für die Zunahme beim übrigen ordentlichen Erfolg. Die Aktivierung der Kosten für IT-Projekte beeinflusste damit gleichermassen die Ertrags- als auch die Kostenseite. Erst mit Einführung der Kernbankensysteme werden die aufgelaufenen Projektkosten in Form von Abschreibungen erfolgswirksam. In geringerem Ausmass wirkten sich auch zahlreiche weitere Projekte im Bereich Digitalisierung der Geschäftsprozesse kostentreibend aus.  

Kontinuierliche Entwicklung des Geschäftsvolumens

Das kontinuierliche Wachstum des Geschäftsvolumens hielt in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2017 an. Die Wachstumsraten erreichten sowohl im Kredit- als auch Einlagengeschäft nicht mehr ganz die Werte des Vorjahres. Mit einer Zunahme von 2,0 Prozent bei den Hypothekarforderungen und von 1,8 Prozent bei den Verpflichtungen aus Kundeneinlagen liegen die Raiffeisenbanken jedoch noch immer leicht über dem Marktdurchschnitt. Erfreulicherweise konnte dank verstärkter Marktanstrengungen und günstigerem Marktumfeld auch das Depotgeschäft gesteigert werden.

Problemlose Risikosituation

Die Wertberichtigungen für Ausfallrisiken sind auf 213 Millionen Franken gesunken. Im Verhältnis zum gesamten Kreditvolumen entspricht dies einem Anteil von 0,12 Prozent. Mit einem kürzlich bestätigten Moody’s-Rating von Aa2 (mit stabilem Ausblick) gehört Raiffeisen damit weiterhin zu den sichersten Bankinstituten.

Raiffeisen Schweiz übernimmt Emissionsgeschäft mit strukturierten Produkten

Seit November 2016 emittiert Raiffeisen Schweiz strukturierte Produkte. Ende Juni 2017 wurden die noch von Notenstein La Roche emittierten ausstehenden Produkte an Raiffeisen Schweiz übertragen. Damit wird ab sofort das komplette Emissionsgeschäft mit strukturierten Produkten durch Raiffeisen Schweiz abgewickelt. Das Emissionsvolumen der neu von Raiffeisen Schweiz emittierten strukturierten Produkte konnte entlang des Raiffeisen-Business-Plans weiter gesteigert werden.

Solide Entwicklung bei Notenstein La Roche

Nachdem im Jahr 2016 Strukturen, Prozesse und Angebot optimiert wurden, stand im ersten Halbjahr 2017 die nachhaltige Steigerung der Produktivität im Fokus. Der Umbau der Privatbank trägt Früchte und Notenstein La Roche blickt auf ein solides erstes Halbjahr zurück. Die Ertragskraft konnte gesteigert und der Geschäftsaufwand gesenkt werden. Mit der Einführung des neuen Kernbankensystems im dritten Quartal wird ein weiterer Meilenstein zur Erhöhung der Prozesseffizienz erreicht. In Ergänzung zur Steigerung der Produktivität wird in den kommenden Monaten verstärkt auf die Entwicklung der verwalteten Vermögen gesetzt. Per 30. Juni 2017 betrugen diese 19,4 Milliarden Franken.

Raiffeisen wird neue TLAC-Anforderungen ohne Zusatzmassnahmen erfüllen

Am 28. Juni 2017 hat der Bundesrat im Rahmen eines Evaluationsberichts die TLAC-Anforderungen („Total-Loss-Absorbing-Capacity“ oder „Total verlusttragendes Kapital“) für inländisch systemrelevante Banken festgelegt. Es handelt sich dabei um zusätzliche Eigenmittel-Anforderungen, welche ab 1. Januar 2025 erfüllt sein müssen. Raiffeisen muss aufgrund dieser Anforderungen bis zum erwähnten Zeitpunkt zusätzliche Mittel für eine allfällige Sanierung bereithalten. Die risikogewichtete Kapitalquote der Gruppe lag per 30. Juni 2017 bei 16,8 Prozent. Raiffeisen geht davon aus, dass die zusätzlichen Anforderungen aus eigener Kraft und ohne ausserordentliche Mittelbeschaffung erfüllt werden können. Die TLAC-Anforderung an die Leverage-Ratio (ungewichtete Kapitalanforderung) wird bereits heute mit 6,8 Prozent übertroffen.

Ausblick

Das wirtschaftliche Umfeld hat sich merklich aufgehellt. Die ersten Schritte Richtung Zinsnormalisierung sind von den wichtigsten Akteuren mir aller Vorsicht eingeleitet worden. Das herausfordernde Tiefzinsumfeld dürfte sich aber in der Schweiz nicht so schnell ändern und der Druck auf die Zinsmarge wird anhalten. Raiffeisen geht davon aus, dass die gute Entwicklung im Kerngeschäft weiter anhält. Auch wenn die sinkende Zinsmarge nicht komplett durch die Volumenausweitung wettgemacht werden kann, ist ein Jahresergebnis zu erwarten, das über dem Vorjahresgewinn liegen wird. Voraussetzung für diese Einschätzung ist, dass in den nächsten sechs Monaten keine grösseren politischen oder wirtschaftlichen Schocks auftreten werden. Das Projekt zur Einführung des neuen Kernbankensystems bei den Raiffeisenbanken befindet sich auf der Zielgeraden. Der Projektplan sieht noch immer vor, dass die ersten Banken ab Januar 2018 mit der neuen IT-Plattform arbeiten.