Bilanz

Die Bilanzsumme stieg um 12,8 Milliarden auf 218,6 Milliarden Franken. Getrieben wurde das Wachstum durch die starke Zunahme der Kundenpositionen im Retailgeschäft sowie den Aufbau von Interbankpositionen im Rahmen der taktischen Liquiditätsbewirtschaftung. Das Wachstum ist geringer als im Vorjahr, da die Tresorerie 2015 im Hinblick auf die verschärften Liquiditätsanforderungen grössere Umschichtungen vorgenommen hatte.

Forderungen/Verpflichtungen gegenüber Banken

Wie bereits erwähnt, wurden beide Positionen im Rahmen der taktischen Liquiditätsbewirtschaftung stark ausgebaut. Die Forderungen gegenüber Banken erhöhten sich um 3,3 Milliarden auf 7,1 Milliarden Franken. Die Verpflichtungen gegenüber Banken stiegen beinahe ebenso stark um 3,0 Milliarden auf 10,9 Milliarden Franken.

Forderungen und Verpflichtungen aus Wertpapierfinanzierungsgeschäften

Die Forderungen aus Wertpapierfinanzierungsgeschäften liegen mit einem Bestand von 338 Millionen Franken auf einem sehr tiefen Wert. Die Verpflichtungen aus Wertpapierfinanzierungsgeschäften sanken um 1,5 Milliarden auf 2,6 Milliarden Franken. Sie werden in sehr kurzfristigen Laufzeiten getätigt.

Kundenausleihungen

Das Hypothekargeschäft von Raiffeisen entwickelte sich auf hohem Niveau. Die Hypothekarforderungen stiegen um 6,8 Milliarden auf 165 Milliarden Franken (+4,3 Prozent, Vorjahr +5,2 Prozent). Es bestätigte sich, dass das Wachstum im Wohnimmobilienmarkt etwas an Schwung eingebüsst hat und moderater verläuft als noch in den Vorjahren. Das Wachstum der Gruppe liegt weiterhin über der allgemeinen Marktentwicklung. Der Marktanteil bei inländischen Hypotheken erhöhte sich auf 17,2 Prozent (Vorjahr 16,9 Prozent).

Das überdurchschnittliche Wachstum der Hypothekarforderungen im privaten Wohneigentum wurde im Rahmen einer äusserst vorsichtigen Kreditpolitik erzielt. Das Raiffeisen-Hypothekarportfolio umfasst rund 500‘000 Kredite, verteilt auf die ganze Schweiz und ist damit hoch diversifiziert. Die durchschnittliche Belehnung des Hypothekarbestands liegt konstant bei 60 Prozent. Auch im Neugeschäft ist der Wert mit 65 Prozent nicht viel höher. Der durchschnittliche Raiffeisen-Kunde verfügt in der Regel nur über eine erste Hypothek. Die Wertberichtigungen für Ausfallrisiken verharrten mit 224 Millionen Franken auf Vorjahresniveau (223 Millionen Franken). Der Anteil der Wertberichtigungen im Verhältnis zu den Ausleihungen verringerte sich auf 0,129 Prozent (Vorjahr 0,134 Prozent).    

Handelsgeschäft

Der Bestand im Handelsgeschäft (Anhang 3.1) liegt mit 2,9 Milliarden Franken um 797 Millionen Franken über dem Vorjahreswert. Der Bestand an Schuldtiteln wurde stark ausgebaut. Diese Kategorie enthält einen grösseren Bestand an Obligationen, mit denen das Zinsrisiko der Bondkomponenten der strukturierten Produkte abgesichert wird. Bei den anderen Kategorien erfolgte ein leichter Abbau. Das Eigenmittelerfordernis für Marktrisiken im Handelsbuch ist im Kapitel Risikokategorien dargestellt.

Finanzanlagen

Der Wertschriftenbestand in den Finanzanlagen (Anhang 5.1 und 5.2) enthält vorwiegend erstklassige Obligationen. Er wird entsprechend den gesetzlichen Liquiditätserfordernissen sowie nach internen Liquiditätszielen verwaltet. Der Bestand erhöhte sich um 1,1 Milliarden auf 8,0 Milliarden Franken.

Nicht konsolidierte Beteiligungen

Der Buchwert der nicht konsolidierten Beteiligungen (Anhang 6) ist um 56 Millionen auf 788 Millionen Franken angestiegen. Infolge der im Mai beschlossenen Kapitalerhöhung bei der Pfandbriefbank erhöhte sich der Beteiligungsanteil der Gruppe um 27 Millionen Franken. Ausserdem beteiligte sich Raiffeisen neu mit 5 Millionen Franken an der Twint AG. Die gemäss Equity-Methode bewerteten Beteiligungen wurden um 21 Millionen Franken aufgewertet. Die Raiffeisen Gruppe hält aus betrieblichen und geschäftspolitischen Gründen weitere Beteiligungen mit geringem Kapital- und Stimmrechtsanteil.

Sachanlagen

Der Buchwert der Sachanlagen (Anhang 8) erhöhte sich um 124 Millionen auf 2,6 Milliarden Franken. Dieser Anstieg ist in erster Linie eine Folge der Aktivierung von Projektaufwänden für die zukünftigen Kernbankensysteme in der Höhe von 111 Millionen Franken. Ein hohes Bauvolumen führte ausserdem zu einer beträchtlichen Zunahme des Buchwerts der Bankgebäude (+30 Millionen Franken).

Immaterielle Werte

In die entgegengesetzte Richtung entwickelte sich die Position Immaterielle Werte, welche sich insgesamt um 93 Millionen auf 419 Millionen Franken reduzierte. Dies ist in erster Linie eine Folge der Wertberichtigung auf dem Goodwill aus der Beteiligung an der Leonteq AG. Mit dem Verkauf der Vescore AG ist der verbliebene Goodwill für die Asset Management Gesellschaften in 2016 aus der Bilanz gefallen. Aufgrund vertraglicher Abmachungen erhöhte sich der Goodwill für die Investnet Holding AG. In dieser Gruppe sind die Aktivitäten im Bereich Investoren-Beteiligungen an KMU zusammengefasst.

Verpflichtungen aus Kundeneinlagen

Mit knapp 8 Milliarden Franken oder 5,3 Prozent sehr stark auf 158,3 Milliarden Franken angestiegen sind die Kundeneinlagen. Dies ist im Vergleich zum Vorjahr ein sehr gutes Ergebnis. 2015 waren 1,1 Milliarden des Zuwachses von insgesamt 8,7 Milliarden Franken auf den Zukauf der Bank La Roche & Co zurückzuführen. Die Gruppe hat auch im Bereich Kundeneinlagen Marktanteile hinzugewonnen. Der Zuwachs erfolgte in der ganzen Schweiz, insbesondere aber in städtischen Regionen. Das Verhältnis von Kundengeldern (inklusive Kassenobligationen) zu Kundenausleihungen erhöhte sich auf 91,9 Prozent, was ein komfortables Refinanzierungsverhältnis darstellt.  

Verpflichtungen aus übrigen Finanzinstrumenten mit Fair-Value-Bewertung

In dieser Position sind die emittierten strukturierten Produkte der Notenstein-Tochter Notenstein Finance (Guernsey) Ltd. und der neu gegründeten Tochtergesellschaft von Raiffeisen Schweiz Raiffeisen Switzerland B.V. Amsterdam enthalten (Anhang 13). Die Emission strukturierter Anlagelösungen, erstmals durchgeführt im März 2013, bewährt sich. Der Bestand erhöhte sich abermals stark um 764 Millionen auf 1‘634 Millionen Franken.

Anleihen und Pfandbriefdarlehen

Um 2,2 Milliarden auf 25,6 Milliarden Franken angestiegen ist der Bestand an Anleihen und Pfandbriefdarlehen (Anhang 14). Als wichtiges Element zur Steuerung der Fristigkeiten auf der Passivseite sowie als Ergänzung zur Refinanzierung des Wachstums der Kundenausleihungen erhöhte sich das Volumen der Pfandbriefdarlehen um 1,6 Milliarden auf 20,1 Milliarden Franken. Die Anleihen von Raiffeisen Schweiz stiegen leicht um 120 Millionen auf 3,9 Milliarden Franken. Eine grössere auslaufende Anleihe aus dem Jahr 2006 wurde ohne Probleme durch Neuemissionen in 2016 ersetzt. Die von Notenstein La Roche Privatbank AG ausgegebenen Anleihen, im Zusammenhang mit der Emission von strukturierten Produkten, erhöhten sich um 408 Millionen auf 1,7 Milliarden Franken.  

Rückstellungen

Die Rückstellungen (Anhang 15) erhöhten sich um 26 Millionen auf 903 Millionen Franken. Der grösste Anteil des Anstiegs ist auf die Neubildung von Rückstellungen für latente Steuern zurückzuführen, welche mit 851 Millionen Franken auch die mit Abstand grösste Rückstellungskategorie bilden. Neu gebildet wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr Restrukturierungsrückstellungen in der Höhe von 12 Millionen Franken, wobei ein Teil davon im Zusammenhang mit dem Verkauf der Vescore AG gebildet wurde. Bei den anderen Rückstellungskategorien ergaben sich praktisch keine Veränderungen. Nach dem erfolgreichen Abschluss des US-Steuerstreits im Dezember 2016 bestehen in diesem Zusammenhang keine Rückstellungen mehr für laufende Anwalts- und andere Beratungskosten, wobei auch in früheren Jahren keine Rückstellungen für allfällige Bussen gebildet wurden.  

Eigenmittel/Eigenkapital

Die Raiffeisen Gruppe übertrifft die aktuellen Eigenmittel-Anforderungen aus der Systemrelevanz deutlich. Die Gesamtkapitalquote beträgt 17,0 Prozent, die spezifischen Anforderungen für die Gruppe betragen 14,4 Prozent. Die derzeitigen Anforderungen erfüllt Raiffeisen vollständig mit CET1-Kapital (hartes Kernkapital), also der qualitativ besten Kapitalkategorie. Allerdings sind bis anhin nur die Anforderungen für den Fortführungsfall (Going-Concern) bekannt. Die zusätzlichen Anforderungen für den Sanierungs- und Liquidationsfall (Gone-Concern) werden vom Bundesrat erst im laufenden Jahr bekanntgegeben. Die Gruppe übertrifft auch die ungewichteten Anforderungen der Leverage Ratio von 4,625 Prozent mit 6,84 Prozent deutlich.

Das Eigenkapital mit Minderheitsanteilen (Eigenkapitalnachweis und Anhang 16) erhöhte sich um 1,1 Milliarden auf 14,4 Milliarden Franken. Zusätzlich zur Gewinnthesaurierung trug die Zeichnung von zusätzlichen Genossenschafts-Anteilscheinen zur Zunahme bei. Das zusätzlich gezeichnete Genossenschaftskapital erhöhte sich um 343 Millionen Franken.