Erfolgsrechnung

Erträge aus dem operativen Bankgeschäft

Sämtliche Ertragspositionen sind im Vergleich zum Vorjahr angestiegen. Das anhaltende Wachstum im operativen Geschäft führte insbesondere zu einem Anstieg des Zins- und Handelserfolgs. Der Geschäftsertrag erhöhte sich insgesamt um 93 Millionen Franken oder 3,1 Prozent und erreichte mit 3‘108 Millionen Franken den höchsten Wert in der Geschichte von Raiffeisen.    

In einem herausfordernden Zinsumfeld konnte der Bruttoerfolg aus dem Zinsengeschäft um 42 Millionen (+1,9 Prozent) auf 2‘230 Millionen Franken erhöht werden. Der Anstieg ist auf das starke Wachstum im Kundengeschäft zurückzuführen, denn die Zinsmarge liegt mit 1,06 Prozent um 6 Basispunkte unter dem Vorjahreswert. Insbesondere die Zinsmarge auf Passivzinsprodukten geriet aufgrund des Zinsgefüges unter starken Druck. Die Absicherungskosten konnten leicht reduziert werden, blieben aber auf einem hohen Stand. Die Negativzinsen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) haben Raiffeisen auch im abgelaufenen Geschäftsjahr beschäftigt. Während Negativzinsen für Grosskunden teilweise weitergegeben wurden, verrechnete Raiffeisen für Privatkunden weiterhin keine Negativzinsen.

Die Veränderungen für Wertberichtigungen aus Kreditrisiken sowie Verlusten aus dem Zinsengeschäft blieben mit 10 Millionen Franken auf Vorjahreshöhe. Der Netto-Erfolg aus dem Zinsengeschäft betrug 2‘219 Millionen Franken.

Der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft (Anhang 22) konnte mit 467 Millionen Franken (+0,9 Prozent) leicht gesteigert werden. Die Erträge aus dem Wertschriften- und Anlagegeschäft fielen leicht auf 356 Millionen Franken. Insbesondere im vierten Quartal war bei den Kunden eine deutliche Zurückhaltung zu spüren. Sowohl die bestandesabhängigen Kommissionen als auch die Courtageerträge sanken. Dieser Rückgang konnte nicht durch die höheren Erträge aus dem Emissions- und Beratungsgeschäft wettgemacht werden. Der Kommissionsaufwand stieg um 5 Millionen auf 121 Millionen Franken. Der anhaltende Volumenanstieg vor allem im Zahlungsverkehr führte demgegenüber zu einem Wachstum der Erträge aus dem übrigen Dienstleistungsgeschäft um 11 Millionen auf 214 Millionen Franken. Dank dieser Entwicklung ist es gelungen, die Kommissionserträge trotz Baisse im Wertschriften- und Anlagegeschäft insgesamt zu steigern.

Der Erfolg aus dem Handelsgeschäft (Anhang 23.1/23.2) ist um 19 Millionen (+8,9 Prozent) auf 228 Millionen Franken angestiegen. Der Zuwachs wurde beim Edelmetall- und Sortenhandel und insbesondere beim Handel mit Zinsprodukten erzielt. Aufgrund der Marktentwicklung hat hingegen der Aktienhandel etwas eingebüsst.

Ebenfalls stark war der Zuwachs mit 27 Millionen (+16,3 Prozent) auf 194 Millionen Franken beim «Übrigen ordentlichen Erfolg». Der Anstieg ist vor allem auf die Aktivierung der Aufwände im Zusammenhang mit der Realisierung der zukünftigen Kernbankensysteme zurückzuführen. Der Aktivierungsbetrag (Anhang 8) betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 111 Millionen Franken (Vorjahr 54 Millionen Franken) und führte zu einem Anstieg der Position «Anderer ordentlicher Ertrag» um 60 Millionen Franken. Die beiden Ertragspositionen «Erfolg aus der Veräusserung von Finanzanlagen» und «Beteiligungsertrag» sanken hingegen markant um 15 respektive 13 Millionen Franken, da bei beiden Positionen im Vorjahr noch Sondereffekte enthalten waren. Bei den Finanzanlagen wirkte sich im Vorjahr die Umstellung der Bewertungsmethode positiv aus. Beim Beteiligungsertrag war im Vorjahr eine Sonderdividende der SIX Group AG enthalten. Aufgrund marktbedingter Wertanpassungen von Finanzanlagen ist der andere ordentliche Aufwand um 7 Millionen Franken angestiegen.

Geschäftsaufwand

Etwas stärker als die Erträge sind im abgelaufenen Jahr die Aufwände gewachsen. Der Anstieg von 100 Millionen (+5,3 Prozent) auf 1‘988 Millionen Franken ist, wie bereits erläutert, auf die Entwicklungskosten für die neuen Kernbankensysteme, die Digitalisierungsinitiativen und weitere grössere Projekte im regulatorischen Bereich zurückzuführen. Die hohen Kosten in diesen Bereichen führten zu einem Anstieg des Kosten-Ertrag-Verhältnisses von 62,6 auf 63,9 Prozent. Raiffeisen rechnet damit, dass erst nach Produktivsetzung des Kernbankensystems eine nachhaltige Erholung dieser Kennzahl erreicht werden kann.   

Personalaufwand

Der Personalaufwand (Anhang 26) ist um 51 Millionen oder 3,9 Prozent auf 1‘381 Millionen Franken angestiegen. Allgemeine Lohnanpassungen und die erwähnten Projektarbeiten führten zu dieser Zunahme. In einigen Bereichen wurde temporäres Personal beschäftigt, um den Tagesbetrieb trotz starker Beanspruchung von Fachpersonal für das Projektgeschäft sicherzustellen. Ebenfalls zu erwähnen ist, dass der Personalaufwand für die übernommenen Mitarbeiter der Bank La Roche & Co im Vorjahr lediglich für das letzte Quartal enthalten gewesen war. Der Personalbestand der Gruppe liegt im Berichtsjahr aufgrund des Verkaufs der Vescore AG im dritten Quartal mit 9‘276 Vollzeitstellen leicht unter dem Vorjahreswert (Vorjahr: 9‘286 Vollzeitstellen). Im Retailgeschäft (Raiffeisenbanken und Niederlassungen von Raiffeisen Schweiz) erfolgte ein Aufbau von 114 Vollzeitstellen.

Entwicklung Personalaufwand und Personalaufwand pro Personaleinheit

Sachaufwand

Ein grosser Teil des kräftigen Anstiegs des Sachaufwands (Anhang 27) um 49 Millionen oder 8,8 Prozent auf 606 Millionen Franken ist ebenfalls auf die erwähnten zusätzlichen Aktivitäten zurückzuführen. Der Raumaufwand erhöhte sich um 3 Millionen Franken, eine Folge von Optimierungen bei den physischen Vertriebskanälen, welche trotz Digitalisierung weiterhin eine bedeutende Rolle spielen. Der IT-Aufwand nahm aufgrund der umfangreichen Projekttätigkeiten um 18 Millionen Franken zu. Neben dem Kernbankensystem sorgten auch diverse Projekte im Bereich der Digitalisierung für höhere Aufwände. Hauptsächlich aufgrund grösserer Beratungskosten ist der übrige Geschäftsaufwand um 26 Millionen Franken angestiegen. Hier fielen neben Unterstützungsleistungen für die Kernbankensysteme insbesondere grössere Beratungskosten im Zusammenhang mit der  Abwicklung des US-Steuerstreits ins Gewicht. Ebenfalls stark kostentreibend wirkten sich die umfangreichen Arbeiten zur Erarbeitung von Notfallplänen für systemrelevante Banken wie Raiffeisen aus.

Sachinvestitionen der Raiffeisen Gruppe 2012–2016 nach Kategorien

(Nettoinvestitionen, in Mio. CHF)

2012

2013

2014

2015

2016

Bankgebäude

176

89

56

92

83

Andere Liegenschaften

20

2

2

2

8

Um- und Einbauten in fremden Räumlichkeiten

11

19

18

17

15

Informatik-Hardware

17

19

13

22

17

Informatik-Software

20

11

34

65

129

Bancomat

6

9

8

4

7

Mobiliar

9

5

3

5

5

Einrichtungen

7

11

4

3

5

Büromaschinen, Fahrzeuge, Sicherheitseinrichtungen

6

9

5

7

7

Total Nettoinvestitionen

272

174

143

217

276

Sachinvestitionen der Raiffeisen Gruppe 2012–2016 nach Regionen

(Nettoinvestitionen, in Mio. CHF)

2012

2013

2014

2015

2016

Région lémanique

15

15

18

21

15

Espace Mittelland

43

28

17

29

32

Nordwestschweiz und Zürich

30

26

24

21

35

Ostschweiz*

153

82

65

124

168

Zentralschweiz

19

11

12

7

16

Tessin

12

12

7

15

10

Total

272

174

143

217

276

* inkl. zentrale Investitionen Raiffeisen Schweiz

Wertberichtigungen auf Beteiligungen sowie Abschreibungen auf Sachanlagen und immateriellen Werten

Die Wertberichtigung auf der Leonteq-Beteiligung sowie höherer Abschreibungsbedarf bei den Sachanlagen führten zu einem markanten Anstieg dieser Position (Anhang 8 und 9). Die Zunahme betrug 79 Millionen (+43,5 Prozent) auf 260 Millionen Franken. Aufgrund der stark fallenden Kursentwicklung ihrer Aktien in den letzten Monaten sowie dem Einbruch des Jahresgewinns 2016 hat Raiffeisen auf der Leonteq-Beteiligung Wertberichtigungen in der Höhe von insgesamt 69 Millionen Franken vorgenommen. Die ordentlichen Abschreibungen auf dem Goodwill betrugen 42 Millionen Franken. Im Gegensatz zu den Vorjahren sind die Abschreibungen auf Sachanlagen wieder angestiegen. Der Abschreibungsbedarf erhöhte sich um 11 Millionen auf 152 Millionen Franken.

Veränderungen von Rückstellungen und übrigen Wertberichtigungen sowie Verluste

Diese Position (Anhang 15) liegt mit 6 Millionen Franken leicht über dem Vorjahreswert von 4 Millionen Franken. Die nicht im Zusammenhang mit Kreditgeschäften stehenden Verluste betrugen 1,5 Millionen Franken. Die in dieser Position verbuchten Nettoneubildungen für Rückstellungen machten 4,5 Millionen Franken aus.

Ausserordentlicher Ertrag und Aufwand

Der ausserordentliche Ertrag in der Höhe von 75 Millionen Franken (Anhang 28) enthält, neben Veräusserungsgewinnen aus dem Verkauf von Sachanlagen und Beteiligungen, einen Gewinn von 64 Millionen Franken aus dem Verkauf der Vescore AG. Im ausserordentlichen Aufwand von 4 Millionen Franken sind vor allem Verluste aus der Veräusserung von Sachanlagen enthalten.