Offenlegung systemrelevante Banken

Die Anforderungen an systemrelevante Banken in der Schweiz erfordern eine vierteljährliche Berechnung und Offenlegung der Eigenmittelanforderungen unter Anwendung von Art. 124 – 133 der Eigenmittel- und Risikoverteilungsvorschriften (ERV).

Die Schweizerische Nationalbank hat die Raiffeisen Gruppe mit Verfügung vom 16. Juni 2014 für systemrelevant erklärt. Auf Basis dieser Verfügung hat die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (FINMA) ihrerseits eine Verfügung zu den Eigenmittelanforderungen unter dem Regime der Systemrelevanz festgelegt. Gemäss internationalem Regelwerk des Basler Ausschusses gelten zur Erreichung der Anforderungen für systemrelevante Banken Übergangsbestimmungen bis ins Jahr 2019. Da die Raiffeisen Gruppe die Eigenmittelanforderungen für systemrelevante Banken bereits vollständig erfüllt, hat die FINMA die Anforderungen an die Raiffeisen Gruppe ohne Übergangsbestimmungen festgelegt. Am 11. Mai 2016 hat der Bundesrat die neuen Bestimmungen für «too-big-to-fail-Banken» verabschiedet und mit Wirkung per 1. Juli 2016 in Kraft gesetzt. Für national systemrelevante Banken, wie die Raiffeisen Gruppe, wurden dabei die Anforderungen zur ordentlichen Weiterführung der Bank (Going-concern) definiert. Die Fragestellung in Bezug auf Anforderungen an zusätzlich verlustabsorbierende Mittel (Gone-concern) für national systemrelevanten Banken wird gemäss aktueller Erwartung im Jahr 2017 geklärt. Bis zur Festlegung der Gone-concern Kapitalanforderung für national systemrelevante Banken gelten für Raiffeisen weiterhin die TBTF-Kapitalanforderungen gemäss individueller FINMA-Verfügung, welche parallel zu diesen neuen TBTF-Anforderungen gemäss diesem Offenlegungsbericht erfüllt werden müssen.
Die Anforderungen unter dem Regime der Systemrelevanz umfassen nebst den Anforderungen für die risikogewichteten Kapitalanforderungen auch diejenigen der ungewichteten Kapitalanforderungen (Leverage Ratio), welche sich wie folgt darstellen:

Risikogewichtete und ungewichtete Eigenmittelanforderungen der Raiffeisen Gruppe unter dem Regime für systemrelevanten Banken

 

 

Anforderung risikogewichtete Kapitalquoten (in %)

 

Sockelanforderung

12,86

Zuschlag Marktanteil 1

0,36

Zuschlag Gesamtengagement 1

Gesamtanforderung («going-concern») (exkl. Antizyklischer Kapitalpuffer)

13,22

Antizyklischer Kapitalpuffer 2

1,18

Gesamtanforderung («going-concern») (inkl. Antizyklischer Kapitalpuffer)

14,40

davon hartes Kernkapital (CET1)

10,10

davon Wandlungskapital mit hohem Trigger 3

4,30

 

 

Bis zur definitiven Festlegung des TLAC-Regimes für die national systemrelevanten Banken ist gemäss FINMA-Vorgaben parallel auch die Erfüllung einer Gesamtkapitalquote (inkl. Antizyklischem Kapitalpuffer) von 15,6 Prozent gemäss altem TBTF-Regime erforderlich. Diese Anforderung wurde per 31.12.2016 mit einer Gesamtkapitalquote von 16,9 Prozent erfüllt.

Anforderung ungewichtete Kapitalquoten − Leverage Ratio (in %)

 

Sockelanforderung

4,500

Zuschlag Marktanteil 1

0,125

Zuschlag Gesamtengagement 1

Gesamtanforderung («going-concern»)

4,625

davon hartes Kernkapital (CET1)

3,125

davon Wandlungskapital mit hohem Trigger 3

1,500

1 Die Zuschläge zum Marktanteil und Gesamtengagement werden jährlich auf Basis der Bestimmungen gemäss Anhang 9 ERV ermittelt.

2 Es wird jeweils der aktuelle antizyklische Kapitalpuffer dargestellt.

3 Diese Anforderung kann alternativ auch in Form von hartem Kernkapital (CET1) erfüllt werden.

Tabelle 1: Risikobasierte Eigenmittelanforderungen auf Basis von Kapitalquoten per 31.12.2016

 

 

Übergangsregeln

Endgültige Regeln (ohne Übergangsbestimmungen)

 

 

Kapital in Mio. CHF

Quote (%)

Kapital in Mio. CHF

Quote (%)

Risikogewichtete Positionen (RWA)

 

91’383

 

91’383

 

Risikobasierte Eigenmittelanforderungen («going-concern») auf Basis von Kapitalquoten

 

 

 

 

 

Total

 

10’905

11,93%

13’162

14,40%

davon CET1: Minimum

 

4’112

4,50%

4’112

4,50%

davon CET1: Eigenmittelpuffer

 

3’313

3,63%

4’039

4,42%

davon CET1: Antizyklischer Kapitalpuffer

 

1’081

1,18%

1’081

1,18%

davon AT1: Minimum

 

2’399

2,63%

3’198

3,50%

davon AT1: Eigenmittelpuffer

 

0,00%

731

0,80%

Anrechenbare Eigenmittel («going-concern»)

 

 

 

 

 

Kernkapital (Tier1)

 

15’071

16,49%

15’071

16,49%

davon CET1

 

13’922

15,23%

13’922

15,23%

davon AT1 High-Trigger

 

600

0,66%

600

0,66%

davon AT1 Low-Trigger

 

549

0,60%

549

0,60%

davon Tier2 High-Trigger

 

0,00%

0,00%

davon Tier2 Low-Trigger

 

0,00%

0,00%

 

 

 

 

 

 

Überschuss

 

4’166

4,56%

1’909

2,09%

 

 

 

 

 

 

Die Raiffeisen Gruppe übertrifft die «going-concern» Anforderungen an die risikogewichteten Kapitalanforderungen ohne Anwendung von Übergangsbestimmungen per Stichtag 31.12.2016 mit dem Wert von 16,49 Prozent (Anforderung: 14,40 Prozent) um total 2,09 Prozentpunkte und einem Kapitalbetrag von 1’909 Millionen Franken.

 

 

 

 

 

 

Bis zur definitiven Festlegung des TLAC-Regimes für die national systemrelevanten Banken ist gemäss FINMA-Vorgaben parallel auch die Erfüllung einer Gesamtkapitalquote (inkl. Antizyklischem Kapitalpuffer) von 15,6 Prozent gemäss altem TBTF-Regime erforderlich. Diese Anforderung wurde per 31.12.2016 mit einer Gesamtkapitalquote von 16,9 Prozent erfüllt.

 

 

 

 

 

 

Tabelle 2: Ungewichtete Eigenmittelanforderungen auf Basis der Leverage Ratio per 31.12.2016

 

 

Übergangsregeln

Endgültige Regeln (ohne Übergangsbestimmungen)

 

 

Kapital Mio. CHF

Quote (%)

Kapital Mio. CHF

Quote (%)

Gesamtengagement

 

220’868

 

220’868

 

Ungewichtete Eigenmittelanforderungen («going-concern») auf Basis der Leverage Ratio

 

 

 

 

 

Total

 

6’626

3,000%

10’215

4,625%

davon CET1: Minimum

 

5’080

2,300%

6’626

3,000%

davon CET1: Eigenmittelpuffer

 

0,000%

276

0,125%

davon AT1: Minimum

 

1’546

0,700%

3’313

1,500%

Anrechenbare Eigenmittel («going-concern»)

 

 

 

 

 

Kernkapital (Tier1)

 

15’071

6,82%

15’071

6,82%

davon CET1

 

13’922

6,30%

13’922

6,30%

davon AT1 High-Trigger

 

600

0,27%

600

0,27%

davon AT1 Low-Trigger

 

549

0,25%

549

0,25%

davon Tier2 High-Trigger

 

0,00%

0,00%

davon Tier2 Low-Trigger

 

0,00%

0,00%

 

 

 

 

 

 

Die Raiffeisen Gruppe übertrifft die «going-concern» Anforderungen an die Leverage Ratio ohne Anwendung von Übergangsbestimmungen per Stichtag 31.12.2016 mit dem Wert von 6,82 Prozent (Anforderung: 4,625 Prozent) um total 2,20 Prozentpunkte.

Tabelle 3: Kapitalzusammensetzung und Kapitalquoten auf Basis risikogewichteter Positionen

 

Kapital-Qualität

31.12.2015 in Mio. CHF

30.06.2016 in Mio. CHF

31.12.2016 in Mio. CHF

Kapitalzusammensetzung gemäss Definition für systemrelevante Banken:

 

 

 

 

Hartes Kernkapital (vor Abzügen und Umklassierung)

 

13’284

13’779

14’341

Abzüge vom harten Kernkapital 1

 

-513

-490

-419

Hartes Kernkapital

CET1

12’771

13’290

13’922

Wandlungskapital mit hohem Auslösungssatz (7%):

 

 

 

 

Unbefristige nachrangige Anleihe 2015

AT1

600

600

600

Unbefristige nachrangige Anleihe 2013 2

AT1

550

549

549

Total Kapital zur ordentlichen Weiterführung der Bank («going-concern»)

 

13’921

14’439

15’071

Ergänzungskapital (Tier2)

 

 

 

 

Befristete nachrangige Anleihe 2011-2021

Tier2

370

320

321

Nachrangige Termingeldanlagen

Tier2

77

77

75

Total Gesamtkapital

 

14’368

14’836

15’467

 

 

 

 

 

Summe der risikogewichteten Positionen

 

87’459

89’942

91’383

 

 

 

 

 

Kapitalquoten gemäss Definition für systemrelevante Banken:

 

 

 

 

Quote des harten Kernkapitals (CET1-Quote)

 

14,6%

14,8%

15,2%

Quote Wandlungskapital mit hohem Auslösungssatz

 

0,7%

0,7%

0,7%

Quote Wandlungskapital mit tiefem Auslösungssatz

 

0,6%

0,6%

0,6%

Quote zur ordentlichen Weiterführung der Bank («going concern»)

 

15,9%

16,1%

16,5%

Quote Ergänzungskapital (Tier2)

 

0,5%

0,4%

0,4%

Gesamtkapitalquote

 

16,4%

16,5%

16,9%

Tabelle 4: Zusammensetzung Leverage Ratio auf Basis ungewichteter Positionen 3

 

 

31.12.2015 in Mio. CHF

30.06.2016 in Mio. CHF

31.12.2016 in Mio. CHF

Bilanzsumme gemäss Gruppenabschluss

 

205’748

213’539

218’590

Anpassungen Konsolidierungskreis und Abzüge vom Kernkapital 4

 

-513

-490

-419

Anpassungen Treuhandaktiven

 

Anpassungen Derivate 5

 

-1’569

-2’007

-929

Anpassungen Wertpapierfinanzierungsgeschäfte 6

 

-282

-252

-262

Anpassungen Ausserbilanzgeschäfte

 

3’552

3’834

3’888

Andere Anpassungen

 

Total Gesamtengagement für Leverage Ratio

 

206’937

214’625

220’868

 

 

 

 

 

Kernkapital (Tier1)

 

13’921

14’439

15’071

 

 

 

 

 

Leverage Ratio

 

6,73%

6,73%

6,82%

1 In den Abzügen vom harten Kernkapital sind die Immateriellen Werte (Goodwill) enthalten.

2 Die unbefristete nachrangige Anleihe 2013 mit tiefem Trigger ist gemäss Übergangsbestimmungen (ERV Art. 148b Abs. 1 lit. b) bis zum Zeitpunkt der ersten Kapitalabruf-Möglichkeit (2.5.2018) wie Wandlungskapital mit hohem Trigger in Form von zusätzlichem Kernkapital anrechenbar.

3 Das Gesamtengagement stellt sich gemäss FINMA-Rundschreiben 2015/3 auf Basis von Stichtagswerten dar.

4 In dieser Position sind die Immateriellen Werte (Goodwill) berücksichtigt, welche vom Kernkapital in Abzug gebracht werden.

5 In dieser Position ist das Gegenpartei-Netting von OTC-Derivaten aufgrund der bestehenden Nettingverträge mitberücksichtigt. Gemäss FINMA-Rundschreiben 2015/3 ist es erlaubt, Margenzahlungen in Abzug zu bringen.

6 In dieser Position ist das Netting aus Reverse-Repo-Geschäften berücksichtigt, welche über die SIX SIS AG abgewickelt werden. Gemäss FINMA-Rundschreiben 2015/3 ist bei Erfüllung der Vorschriften eine Verrechnung erlaubt.