Vergütungsbericht Raiffeisen Schweiz

Gestaltungsmerkmale des Vergütungssystems

Raiffeisen Schweiz hat ein eigenständiges Vergütungssystem. Das Vergütungssystem regelt die Vergütung der Mitglieder des Verwaltungsrats, der Geschäftsleitung und der erweiterten Geschäftsleitung im Detail sowie die Grundsätze der Gesamtvergütung aller Mitarbeitenden. Raiffeisen Schweiz gibt zudem Empfehlungen für die Raiffeisenbanken ab.
Für alle Gruppen von Risikoträgern sind nach oben limitierte Maximalvergütungen («Caps») definiert. Der Anteil der variablen Vergütungen ist eingeschränkt und die gesamte Vergütung wird als Barzahlung in nicht aufgeschobener Form ausgerichtet. Raiffeisen betrachtet die Festlegung von «Caps» als zielführender, als Teile der variablen Vergütungen aufzuschieben. Als Genossenschaft hat Raiffeisen ein tiefes Risikoprofil und strebt nach stabilen Ertragsverhältnissen sowie nachhaltigem Erfolg, was sich massgebend auf das Vergütungssystem auswirkt. Die Vergütungspolitik strebt nach Konstanz.

Raiffeisen legt zudem grossen Wert auf gesellschaftliche Verantwortung und folgt dem Grundsatz «gleicher Lohn für gleiche Arbeit». Das Resultat einer ersten Lohngleichheitsanalyse aus dem Jahr 2014 zeigt klar auf, dass die Lohngleichheit bei Raiffeisen eingehalten wird. Die nächste Durchführung der Analyse ist bereits in Planung und findet im Frühling 2017 statt.

Gesonderte Behandlung von Risikoträgern

Neben den acht Mitgliedern der Geschäftsleitung, dem Leiter der Internen Revision und den vier Mitgliedern der erweiterten Geschäftsleitung von Raiffeisen Schweiz hat der Verwaltungsrat noch eine weitere Gruppe von Risikoträgern definiert: die Mitarbeitenden der Zentralbank mit Marktzugang und Handelsmöglichkeiten. Trotz der sehr moderaten Handelstätigkeiten und des umfassenden Limitensystems, dessen Einhaltung laufend durch unabhängige Kontrollfunktionen überprüft wird, ist eine gesonderte Behandlung der variablen Vergütung dieser Risikoträger angezeigt. Jährlich vor Beginn des Vergütungsprozesses werden die Risikoträger der Zentralbank neu bestimmt und vom Departementsleiter Zentralbank an den Bereichsleiter Human Resources Management gemeldet und bereits im Antrag zur Festlegung des Gesamtpools der variablen Vergütung namentlich von der Geschäftsleitung von Raiffeisen Schweiz abgenommen. Im Jahre 2016 umfasste diese Gruppe (ohne Mitglieder der Geschäftsleitung, Leiter der Internen Revision und Mitglieder der erweiterten Geschäftsleitung) 57 Personen.

Governance der Vergütungspolitik

Der Verwaltungsrat von Raiffeisen Schweiz ist verantwortlich für die nachfolgenden Punkte:

  • Er erlässt die Vergütungspolitik in Form eines Reglements für Raiffeisen Schweiz und in Form von Empfehlungen für die Raiffeisenbanken.
  • Er genehmigt den ihm jährlich vom Nominations- und Vergütungsausschuss vorgelegten Bericht zu den Vergütungen.
  • Er überprüft seine Vergütungspolitik in regelmässigen Abständen oder bei Vorliegen von Hinweisen, die eine Überprüfung beziehungsweise Überarbeitung notwendig erscheinen lassen.
  • Er lässt jährlich durch die externe oder interne Revision die Ausgestaltung und Umsetzung seiner Vergütungspolitik überprüfen.
  • Er entscheidet jährlich über die Höhe des Gesamtpools der variablen Vergütungen.
  • Er legt für die Mitglieder der Geschäftsleitung, die Mitglieder der erweiterten Geschäftsleitung sowie den Leiter der Internen Revision den festen und variablen Teil der Vergütung fest, inklusive Zuwendungen an die berufliche Vorsorge.

Der Nominations- und Vergütungsausschuss ist für die Ausführung des vom Verwaltungsrat erlassenen Reglements verantwortlich. Er behandelt Vergütungsthemen jährlich anlässlich von vier Sitzungen. Über Zusammensetzung und die wesentlichen Aufgaben des Nominations- und Vergütungsausschusses orientiert das Kapitel «Organe von Raiffeisen Schweiz».

Zusammensetzung der Vergütung


Die Vergütung aller Mitarbeitenden (inklusive der Mitglieder der Geschäftsleitung, der Mitglieder der erweiterten Geschäftsleitung und des Leiters der Internen Revision) setzt sich aus den nachfolgenden Komponenten zusammen:

  • Marktgerechte feste Vergütung: Die feste Vergütung wird individuell vereinbart. Sie orientiert sich an einer klar definierten Funktion und den Fähigkeiten und Kenntnissen des Mitarbeitenden. Zudem muss sie im Arbeitsmarkt wettbewerbsfähig sein. Die gesamte feste Vergütung wird als Barzahlung ausgerichtet.
  • Massvolle variable Vergütung: Die variable Vergütung basiert auf dem nachhaltigen Erfolg der Gruppe und der Leistungsbeurteilung der einzelnen Mitarbeitenden. Sie kann allen Funktionen, einschliesslich Kontrollfunktionen, ausgerichtet werden. Der Verwaltungsrat erhält keine variable Vergütung. Die gesamte variable Vergütung wird als Barzahlung in nicht aufgeschobener Form ausgerichtet.
  • Lohnnebenleistungen: Lohnnebenleistungen werden im Rahmen der gültigen Reglemente und Weisungen im branchenüblichen Masse ausgerichtet.

Festlegung der festen Vergütung des Verwaltungsrats und der Geschäftsleitung (inklusive erweiterte Geschäftsleitung)

Die Mitglieder des Verwaltungsrats von Raiffeisen Schweiz werden entsprechend ihrer Verantwortung und ihrem Zeitaufwand vergütet. In diesem Rahmen werden jene Mitglieder höher entschädigt, die einem Ausschuss angehören, einen Ausschuss leiten oder den Verwaltungsrat präsidieren.

Die feste Vergütung für die Mitglieder der Geschäftsleitung, die Mitglieder der erweiterten Geschäftsleitung und den Leiter der Internen Revision wird nach dem Arbeitsmarktwert, den Anforderungen des zugeteilten Departements, der Führungsverantwortung und der Seniorität vereinbart. Die feste Vergütung (ohne Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträge an die Personalvorsorge- und Sozialversicherungen) beträgt höchstens 1‘200‘000 Franken.

Festlegung des Gesamtpools der variablen Vergütungen

Die Festlegung des Gesamtpools der variablen Vergütungen orientiert sich zu gleichen Teilen an der langfristigen Entwicklung der folgenden Kriterien:

  • Relative Gewinnentwicklung im Vergleich zum Markt
  • Entwicklung der Eigenmittel
  • Entwicklung strategischer Initiativen und Projekte
  • Entwicklung des ökonomischen Kapitalbedarfs im Verhältnis zum Kernkapital

Rolle der Kontrollfunktionen über die variable Vergütung

Gestützt auf Risk- und Compliance-Reports aus dem Jahr 2016 nehmen die Bereichsleiter der Gruppenrisikosteuerung und von Legal & Compliance Stellung zur Risikosituation und zur Compliance Performance und geben ihre Einschätzung zur Lage ab. Diese Einschätzung, welche explizit die Risikoklassen Kredit-, Markt-, Liquiditäts- und operationelle Risiken einbezieht, wird bei der Festlegung des Gesamtpools der variablen Vergütungen berücksichtigt. Die dabei verwendeten Risikomasse umfassen Value at Risk, Limitenauslastungsgrössen, aber auch Revisionspendenzen (Entwicklung und Erledigungsgrad). Alle einbezogenen Risikomasse werden durch eine qualitative Einschätzung der zuständigen Kontrollfunktionen ergänzt. Damit fliesst die Bewertung aller wesentlichen Risikoklassen in den Vergütungsprozess ein. Mit der Abnahme des Risk- und Compliancereports durch den Verwaltungsrat wird Letzterer dem Risikoprofil von Raiffeisen entsprechend hinsichtlich Risikoentwicklung regelmässig und umfassend informiert.

Zuteilung der variablen Vergütungen an die Geschäftsleitung (inklusive Mitglieder der erweiterten Geschäftsleitung und Leiter der Internen Revision) und Risikoträger

Der Verwaltungsrat erhält keine variablen Vergütungen. Über die Zuteilung der variablen Vergütung an die Mitglieder der Geschäftsleitung, die Mitglieder der erweiterten Geschäftsleitung und den Leiter der Internen Revision entscheidet der Verwaltungsrat. Sie kann (ohne Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträge an die Personalvorsorge- und Sozialversicherungen) im Einzelfall höchstens zwei Drittel der festen Vergütung erreichen. Als Kriterien für die individuelle Zuteilung gelten:

  • die persönliche Zielerreichung
  • die Gewinnentwicklung der Raiffeisen Gruppe im Vergleich zum Markt
  • der Fortschritt von strategischen Initiativen und Projekten
  • die Entwicklung des eingegangenen Risikos

Die Zuteilung der variablen Vergütung der Risikoträger wird einzeln durch die Geschäftsleitung bestimmt. Als Grundlagen dient die erreichte Performance der Zentralbank unter Berücksichtigung des eingegangenen Risikos. Über die Zuteilung der variablen Vergütung an die weiteren Mitarbeitenden entscheiden die Geschäftsleitung oder die nach Kompetenzordnung zuständigen Vorgesetzten. Für die individuelle Zuteilung wird insbesondere auf die Funktion und die Leistungsbeurteilung durch den Vorgesetzten abgestellt. Dadurch bestehen keine Anreize für den Einzelnen, kurzfristige Erfolge durch das Eingehen von unverhältnismässig hohen Risiken erzielen zu wollen.

Die Vergütungsstruktur ist so ausgestaltet, dass die variablen Vergütungen der Kontrollfunktionen in keiner Art und Weise von den von ihnen überwachten Risiken abhängen. Sie müssen von ihrer Betragshöhe her (zivilrechtlich) grösstenteils als Gratifikationen qualifiziert werden.

Entschädigungen 2016

Summe der Gesamtvergütung

Raiffeisen Schweiz hat im Berichtsjahr Gesamtvergütungen (ohne Arbeitgeberbeiträge an die Personalvorsorge- und Sozialversicherungen) in der Höhe von 279'773'428 Franken ausbezahlt. Die für das Berichtsjahr geschuldeten Vergütungen (fester und variabler Teil) sind vollumfänglich im Personalaufwand erfasst. Es bestehen keine erfolgswirksamen Buchungen aus Vergütungen für frühere Berichtsjahre. Der Verwaltungsrat hat im Berichtsjahr einen Gesamtpool für variable Vergütungen (ohne Arbeitgeberbeiträge an die Personalvorsorge- und Sozialversicherungen) für Raiffeisen Schweiz im Umfang von 47'883'964 Franken bewilligt. Dieser wurde vollumfänglich als Barauszahlung in nicht aufgeschobener Form vergütet. Vom Gesamtpool der variablen Vergütungen begünstigt wurden bei Raiffeisen Schweiz 2'011 Personen (Vorjahr: 1'870).

Verwaltungsrat

Die 2016 amtierenden Mitglieder des Verwaltungsrats von Raiffeisen Schweiz erhielten für das Berichtsjahr eine Entschädigung von gesamthaft 1'678'400 Franken. In der Entschädigung sind alle Zulagen und Sitzungsgelder enthalten. Die höchste Einzelgesamtentschädigung entfällt auf den Verwaltungsratspräsidenten Prof. Dr. Johannes Rüegg-Stürm im Umfang von 478'800 Franken. Die Mitglieder des Verwaltungsrats erhalten keine variable Vergütung im Sinne einer Erfolgsbeteiligung. Zusätzlich beträgt die Gesamtheit der Sozialleistungen für die Mitglieder des Verwaltungsrats 374'599 Franken. 

Mitglieder der Geschäftsleitung (inklusive Mitglieder der erweiterten Geschäftsleitung und Leiter der Internen Revision)

Die an die Mitglieder der Geschäftsleitung, die Mitglieder der erweiterten Geschäftsleitung und den Leiter der Internen Revision von Raiffeisen Schweiz für das Berichtsjahr geleisteten Gesamtentschädigungen (ohne Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträge an die Personalvorsorge und Sozialversicherungen) betragen 11'221'887 Franken. Davon fällt ein Betrag von 1'773'811 Franken auf Dr. Patrik Gisel, Vorsitzender der Geschäftsleitung von Raiffeisen Schweiz, als den höchsten auf ein Geschäftsleitungsmitglied entfallenden Betrag. Zusätzlich betragen die Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträge an die Personalvorsorge- und Sozialversicherungen 5'266'074 Franken; davon entfallen 568'926 Franken auf Dr. Patrik Gisel. In den festen Entschädigungen sind geschäftsbezogene Verwaltungsratshonorare von Geschäftsleitungsmitgliedern inbegriffen.

Die Organkredite an Mitglieder der Geschäftsleitung und Mitglieder der erweiterten Geschäftsleitung sind im Geschäftsbericht unter Anhang 17 dargestellt. Bei Krediten an Geschäftsleitungsmitglieder ist der Nominations- und Vergütungsausschuss die Bewilligungsinstanz. Für die Geschäftsleitung gelten wie für die übrigen Mitarbeitenden branchenübliche Vorzugskonditionen. 

in CHF

Gesamtvergütung

Anteil feste Vergütung

Anteil variable Vergütung

Summe der Vergütungen ­Raiffeisen Schweiz*

279’773’428

231’889’463

47’883’964

Erfolgswirksame Belastungen und ­Gutschriften im Berichtsjahr aus Vergütungen für frühere Berichtsjahre

0

0

0

Summe der Vergütungen an die Mitglieder der Geschäftsleitung und Mitglieder der erweiterten Geschäftsleitung*

13’110’941

8’588’341

4’522’600

(ohne Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträge an die Personalvorsorge- und Sozialversicherungen)

(11’221’887)

(6’984’319)

(4’273’568)

Summe der Vergütungen an die übrigen Risikoträger* (exkl. Mitglieder der Geschäftsleitung und der erweiterten Geschäftsleitung)

15’017’241

8’587’241

6’430’000

* ohne Arbeitgeberbeiträge an die Personalvorsorge- und Sozialversicherungen