Anhang zur konsolidierten Jahresrechnung

Firma, Rechtsform, Sitz

Die Raiffeisen Gruppe ist eine Bankengruppe ohne eigene Rechtspersönlichkeit. Sie umfasst 255 eigenständige Raiffeisenbanken in der Rechtsform einer Genossenschaft sowie Raiffeisen Schweiz mit Sitz in St.Gallen und die dazugehörenden Gruppengesellschaften.

Erläuterungen zum Risikomanagement

Die Raiffeisenbanken und Raiffeisen Schweiz bilden eine Risikogemeinschaft.

Risikopolitik

Grundlage für das Risikomanagement bilden die gesetzlichen Vorschriften sowie das Reglement «Risikopolitik für die Raiffeisen Gruppe» (abgekürzt: Risikopolitik). Die Risikopolitik wird jährlich auf ihre Aktualität überprüft. Die Raiffeisen Gruppe betrachtet das Eingehen von Risiken als eine ihrer zentralen Kompetenzen. Sie geht Risiken nur im vollen Bewusstsein über deren Grösse und Dynamik ein und nur, wenn die systemtechnischen, personellen und wissensmässigen Voraussetzungen erfüllt sind. Ziel der Risikopolitik ist die Begrenzung negativer Auswirkungen von Risiken auf die Erträge, der Schutz der Raiffeisen Gruppe vor hohen, ausserordentlichen Verlusten sowie die Wahrung und Förderung des guten Rufs. Das Risikomanagement der Raiffeisen Gruppe ist nach dem «Three Lines of Defence»-Prinzip organisiert: Die Risikobewirtschaftung erfolgt durch die verantwortlichen Linieneinheiten (First Line). Die Gruppen-Risikosteuerung stellt die Einhaltung und Durchsetzung der Risikopolitik und die Einheit Compliance die Einhaltung der regulatorischen Vorgaben sicher (Second Line). Die Interne Revision gewährleistet die unabhängige Überprüfung des Risikomanagement Frameworks (Third Line).

Risikokontrolle

Die Raiffeisen Gruppe kontrolliert die wesentlichen Risikokategorien durch Prozessvorgaben und Gesamtlimiten. Risiken, die sich nicht verlässlich quantifizieren lassen, werden durch qualitative Vorgaben begrenzt. Eine unabhängige Überwachung des Risikoprofils komplettiert die Risikokontrolle.

Der Bereich Gruppen-Risikosteuerung ist für die unabhängige Überwachung der Risiken verantwortlich. Dies erfolgt insbesondere durch Überwachung der vom Verwaltungsrat und der Geschäftsleitung ausgesetzten Limiten. Zudem beurteilt die Gruppen-Risikosteuerung im Rahmen der Berichterstattung regelmässig die Risikolage.

Die Notenstein La Roche Privatbank AG betreibt im Rahmen ihrer vom Verwaltungsrat und der Geschäftsleitung von Raiffeisen Schweiz gesetzten Gesamtlimiten eine eigene, von den risikonehmenden Einheiten unabhängige Risikokontrolle. Raiffeisen Schweiz überwacht die Risikokontrolle und die Risikolage ihrer Tochter und stellt gegenüber dem Verwaltungsrat von Raiffeisen Schweiz eine integrierte Risikoberichterstattung sicher, welche auch die Notenstein La Roche Privatbank AG umfasst. Die Risikokontrolle der ARIZON Sourcing AG wird gemäss vertraglicher Regelung durch Raiffeisen Schweiz erbracht. Die Investnet Gruppe wird aufgrund der eingeteilten Risikokontrollstufe überwacht. Die auferlegten Mindestvorgaben im Risikomanagement werden durch Raiffeisen Schweiz überwacht. Es erfolgt ein periodischer Austausch mit dem Risikokontrollverantwortlichen.

Risikomanagementprozess

Der Risikomanagementprozess gilt für sämtliche Risikokategorien, das heisst für Kreditrisiken, Marktrisiken und operationelle Risiken. Er beinhaltet folgende Elemente:

  • Identifikation der Risiken
  • Messung und Bewertung der Risiken
  • Bewirtschaftung der Risiken
  • Begrenzung der Risiken durch adäquate Limiten
  • Überwachung der Risiken

Ziel des Risikomanagements der Raiffeisen Gruppe ist es:

  • eine wirksame Kontrolle auf allen Stufen zu gewährleisten und sicherzustellen, dass Risiken nur im Rahmen der Risikobereitschaft und -toleranz eingegangen werden;
  • die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Risiken bewusst, gezielt und kontrolliert eingegangen und systematisch bewirtschaftet werden;
  • die Risikobereitschaft optimal zu nutzen, das heisst sicherzustellen, dass Risiken nur eingegangen werden, wenn ihnen angemessene Erträge gegenüberstehen.

Kreditrisiken

Die Geschäftseinheiten der Raiffeisenbanken und Raiffeisen Schweiz bewirtschaften ihre Kreditrisiken jeweils selbstständig, jedoch nach gruppenweiten Standards. Bei der Notenstein La Roche Privatbank AG, die für die Risikolage der Gruppe unwesentliche Engagements eingeht, können die Standards abweichen.

Kreditrisiken werden in der Risikopolitik als die Gefahr von Verlusten definiert, die entstehen, wenn Kunden oder andere Gegenparteien ihre vertraglich vereinbarten Zahlungen nicht im erwarteten Mass leisten. Sie bestehen sowohl bei Ausleihungen, unwiderruflichen Kreditzusagen und Eventualverpflichtungen als auch bei Handelsprodukten wie OTC-Derivatkontrakten. Risiken bestehen auch beim Eingehen von langfristigen Beteiligungspositionen, da ein Verlust eintreten kann, wenn der Emittent ausfällt.

Die Raiffeisen Gruppe identifiziert, bewertet, bewirtschaftet und überwacht folgende Risikoarten im Kreditgeschäft:

  • Gegenparteirisiken
  • Sicherheitenrisiken
  • Konzentrationsrisiken
  • Länderrisiken

Gegenparteirisiken ergeben sich aus dem Ausfall eines Schuldners oder einer Gegenpartei. Ein Schuldner oder eine Gegenpartei gilt als ausgefallen, wenn seine Forderung überfällig oder gefährdet ist.

Sicherheitenrisiken ergeben sich aus Wertminderungen von Sicherheiten.

Konzentrationsrisiken in Kreditportfolios entstehen aus einer ungleichen Verteilung von Kreditforderungen gegenüber einzelnen Kreditnehmern sowie in Deckungsklassen, in Branchen oder in geografischen Regionen.

Länderrisiken stellen das Risiko eines Verlusts aufgrund länderspezifischer Ereignisse dar.

Das Kerngeschäft der Raiffeisen Gruppe ist das Retail Banking in der Schweiz. Um die Ertragsbasis zu verbreitern, die Risiken breiter zu streuen und die Kundenbedürfnisse umfassender abzudecken, verfolgt die Raiffeisen Gruppe ausgehend von ihrem Kerngeschäft eine Diversifizierung ihrer Geschäftsfelder. Es werden insbesondere das Anlage- und Firmenkundengeschäft intensiver bearbeitet.

Bei den einzelnen Raiffeisenbanken fallen hauptsächlich Gegenpartei-, Sicherheiten- und Konzentrationsrisiken an. Dabei handelt es sich mehrheitlich um Kundenausleihungen, die Privat- bzw. Firmenkunden gewährt werden. Bei den Firmenkunden handelt es sich vor allem um kleine und mittlere Unternehmen, die im Geschäftskreis der Raiffeisenbanken tätig sind. Kreditrisiken werden vor allem durch Sicherstellung der Forderungen begrenzt. Dessen ungeachtet sind Kreditwürdigkeit und Kreditfähigkeit zentrale Voraussetzungen für die Kreditgewährung. Im Blankogeschäft sind die Raiffeisenbanken statutarisch in der Aufnahme von Kreditrisiken eingeschränkt; Blankokredite an Privatkunden sind grundsätzlich ausgeschlossen und bedürfen einer Genehmigung von Raiffeisen Schweiz. Kredite über 250’000 Franken an Firmenkunden müssen bei Raiffeisen Schweiz abgesichert werden.

Bei den Niederlassungen fallen, analog zu den Raiffeisenbanken, vor allem Gegenpartei-, Sicherheiten- und Konzentrationsrisiken an. Die Niederlassungen von Raiffeisen Schweiz sind organisatorisch dem Departement Niederlassungen & Regionen unterstellt und gewähren Kredite an Privat- und Firmenkunden.

Grössere Kredite an Firmenkunden werden primär durch das Departement Firmenkunden betreut. Erhöhungen oder Neukredite, die risikogewichtet 75 Millionen Franken übersteigen, werden durch den CRO (Chief Risk Officer) beurteilt. Im Fokus der Prüfung durch den CRO stehen die Konzentrationsrisiken und die Veränderung des Value at Risk.

Das Departement Zentralbank geht im Rahmen seiner gruppenweiten Aufgaben Gegenparteirisiken bei in- und ausländischen Gegenparteien ein. Diese entstehen unter anderem bei Refinanzierungen am Geld- und Kapitalmarkt, bei Absicherungen von Devisen- und Zinsänderungsrisiken oder im Eigenhandel. Ausländische Engagements dürfen durch das Departement Zentralbank grundsätzlich nur gehalten werden, wenn eine Länderlimite bewilligt und ausgesetzt ist.

Die Notenstein La Roche Privatbank AG verfügt über einen eigenen Marktzugang und bewirtschaftet ihre Banken- und Länderrisiken im Rahmen des zentralisierten Limitenmanagements der Gruppe selbst.

Neue Finanzierungen der KMU Capital AG werden durch das Investment Committee der KMU Capital AG geprüft. Das Investment Committee besteht aus sechs Mitgliedern, wobei Raiffeisen Schweiz zwei Vertreter stellt.

Auslandengagements dürfen gemäss Statuten risikogewichtet fünf Prozent der konsolidierten Bilanzsumme der Raiffeisen Gruppe nicht überschreiten.

Für die Bewilligung und Überwachung von Geschäften mit Geschäftsbanken werden interne und externe Ratings herangezogen. Ausserbilanzgeschäfte wie derivative Finanzinstrumente werden in ihr jeweiliges Kreditäquivalent umgerechnet. Die Raiffeisen Gruppe hat mit den meisten Gegenparteien der Zentralbank, bei welchen OTC-Geschäfte nicht zentral abgerechnet werden, einen Schweizer Rahmenvertrag für OTC-Derivate sowie einen Besicherungsanhang für Nachschusszahlungen (Variation Margin) abgeschlossen. Der Austausch von Sicherheiten erfolgt, indem das täglich berechnete Margenerfordernis überwiesen wird. Diese OTC-Engagements werden auf Nettobasis bewirtschaftet und überwacht.

Raiffeisen Schweiz hat sich im Rahmen von strategischen Kooperationspartnerschaften an anderen Unternehmen beteiligt. Detaillierte Angaben sind in den Informationen zur Bilanz im Anhang 7 ersichtlich.

Für die Beurteilung der Kreditwürdigkeit und der Kreditfähigkeit bestehen gruppenweit verbindliche Standards. Voraussetzungen für jede Kreditbewilligung sind die positiv beurteilte Kreditwürdigkeit und die ausgewiesene Tragbarkeit der Finanzierung. Ausleihungen an Privatpersonen, juristische Personen und Renditeobjekt-Finanzierungen werden mittels intern entwickelten Ratingmodellen klassiert und aufbauend darauf risikoorientiert überwacht. Die Kundenbonität wird in elf Risiko- und zwei Defaultklassen aufgeteilt. Für die wesentlichen Aspekte des Kreditrisikomanagements, das heisst risikogerechtes Pricing, Portfoliomanagement, Identifikation und Bildung von Einzelwertberichtigungen, steht ein bewährtes Instrumentarium zur Verfügung. Für komplexe Finanzierungen und für die Bewirtschaftung von Recovery-Positionen stehen bei Raiffeisen Schweiz Spezialistenteams zur Verfügung.

Raiffeisen Schweiz überwacht, kontrolliert und steuert Konzentrationen von Risiken in der Gruppe, insbesondere für einzelne Gegenparteien und für Gruppen verbundener Gegenparteien sowie für Branchen und Sicherheiten. Der Prozess zur Erkennung und Zusammenführung verbundener Gegenparteien ist über die gesamte Raiffeisen Gruppe weitgehend automatisiert. Raiffeisen Schweiz überwacht das Kreditportfolio gruppenweit, wertet die Portfoliostruktur aus und stellt das Kreditportfolioreporting sicher. Ein jährlich erstellter Kreditportfolioreport informiert die zuständigen Organe über das wirtschaftliche Umfeld, die Struktur des Kreditportfolios und die Entwicklungen in der Berichtsperiode. Der Bericht beinhaltet eine Einschätzung der Risikolage im Kreditportfolio und weist auf einen allfälligen Handlungsbedarf hin.

Zur Überwachung der Portfoliostruktur wird die Verteilung des Portfolios nach einer Vielzahl von Strukturmerkmalen analysiert. Dazu gehören unter anderem Schuldnerkategorie, Kreditart, Kreditgrösse, Gegenparteienrating, Branche, Besicherung, geografische Merkmale oder Wertberichtigungen. Die Geschäftsleitung und der Verwaltungsrat von Raiffeisen Schweiz werden anhand eines Risikoreports quartalsweise über die Risikolage, die Risikoexposition, die Auslastung von Limiten und die Entwicklung der «exceptions to policy»-Kreditfälle orientiert. Neben dem ordentlichen Kreditportfolioreporting führt die Gruppen-Risikosteuerung bei Bedarf auch Ad-hoc-Auswertungen durch. Überwachung und Berichtswesen bilden die Grundlage für Massnahmen zur Portfoliosteuerung. Im Zentrum steht dabei die Neugeschäftssteuerung mittels Kreditpolitik.

Wirksame Instrumente zur proaktiven Vermeidung von Konzentrationen innerhalb der gesamten Raiffeisen Gruppe sind implementiert. Zum Einsatz kommen branchenspezifische Limiten. Bei deren Erreichung oder Überschreitung werden Massnahmen definiert und umgesetzt.

Die Überwachung der Klumpenrisiken wird zentral durch die Abteilung Financial Risk Control & Methods wahrgenommen. Per 31. Dezember 2017 bestanden keine meldepflichtigen Klumpenrisiken auf der Gruppenebene. Das Kreditvolumen der zehn grössten Schuldner der Raiffeisen Gruppe (ohne Interbanken und öffentlich-rechtliche Körperschaften) belief sich per 31. Dezember 2017 auf 1,2 Milliarden Franken (Vorjahr 1,3 Milliarden Franken).

Marktrisiken

Zinsänderungsrisiko: Aufgrund der unterschiedlichen Zinsbindung der Aktiva und Passiva können Marktzinssatzänderungen einen beträchtlichen Einfluss auf den Zinserfolg und den wirtschaftlichen Wert der Raiffeisen Gruppe ausüben. Zur Beurteilung der eingegangenen Zinsrisiken auf den Barwert des Eigenkapitals werden die Zinssensitivität und der Value at Risk berechnet. Die Auswirkungen auf die Ertragslage werden mittels dynamischer Einkommenssimulationen beurteilt. Für die barwertige Risikomessung werden alle bilanziellen und ausserbilanziellen Positionen entsprechend ihrer vertraglich vereinbarten Zinsbindung in einer Zinsbindungsbilanz zusammengefasst. Dabei werden Kredite und Einlagen mit unbestimmter Zins- und Kapitalbindung auf Basis historischer Erfahrungswerte repliziert. Für vorzeitige Kreditrückzahlungen werden keine spezifischen Annahmen getroffen, weil in der Regel Vorfälligkeitsentschädigungen erhoben werden. Die Bewirtschaftung der Zinsänderungsrisiken erfolgt dezentral in den verantwortlichen Einheiten. Die Absicherung von Zinsrisiken erfolgt über etablierte Instrumente. Der zum Departement Zentralbank von Raiffeisen Schweiz gehörende Bereich Treasury ist dabei die gruppenweit verbindliche Gegenpartei für Refinanzierungs- und Absicherungsgeschäfte. Ausgenommen davon ist die Notenstein La Roche Privatbank AG, die über einen eigenen Marktzugang verfügt. Dabei haben die jeweiligen Verantwortlichen die vom Verwaltungsrat gesetzten Limiten strikt zu beachten. Der Bereich Gruppen-Risikosteuerung überwacht und rapportiert quartalsweise die Einhaltung der Zinsrisiko-Limiten und beurteilt die Risikolage der Raiffeisen Gruppe. Für einzelne Einheiten erfolgt die Überwachung und Berichterstattung in höherer Frequenz.

Andere Marktrisiken: Da Aktiven in einer Fremdwährung grundsätzlich in derselben Währung refinanziert werden, können Fremdwährungsrisiken seitens der Raiffeisenbanken grösstenteils vermieden werden.

Die Bewirtschaftung des Finanzanlage-Portfolios wird durch die Tresorerie der Zentralbank von Raiffeisen Schweiz wahrgenommen. Die Finanzanlagen sind Bestandteil der Liquiditätsreserve der Raiffeisen Gruppe und sind zum grössten Teil festverzinsliche Wertschriften von höchster Qualität, welche die Kriterien der gesetzlichen Liquiditätsvorschriften erfüllen. Die Zinsänderungs- und Fremdwährungsrisiken der Finanzanlagen werden durch die Gruppen-Risikosteuerung überwacht. Zusätzlich verfügt die Notenstein La Roche Privatbank AG über ein eigenes Finanzanlagen-Portfolio, welches im Rahmen der Gesamtlimiten durch entsprechende Einheiten bei Notenstein La Roche Privatbank AG bewirtschaftet und überwacht wird.

Die Steuerung des Handelsbuchs der Zentralbank obliegt dem Bereich Handel, der dem Departement Zentralbank angegliedert ist. Die Raiffeisenbanken und die Niederlassungen von Raiffeisen Schweiz führen kein Handelsbuch. Die Handelstätigkeit der Zentralbank umfasst die Bereiche Zinsen, Devisen, Aktien und Noten/Edelmetalle. Dabei sind die von Verwaltungsrat und Geschäftsleitung gesetzten Value at Risk-, Sensitivitäts-, Positions- und Verlustlimiten strikt zu beachten, was durch die Gruppen-Risikosteuerung täglich überwacht wird. Zusätzlich plausibilisiert die Gruppen-Risikosteuerung täglich den im Handel erzielten Erfolg und überprüft täglich die Bewertungsparameter, auf deren Grundlage die Gewinn- und Verlustrechnung des Handels produziert wird. Der Handel mit derivativen Finanzinstrumenten wird durch Risikolimiten begrenzt und eng überwacht.

Basierend auf der vom Verwaltungsrat von Raiffeisen Schweiz zugeteilten Gesamtlimite für die Notenstein La Roche Privatbank AG legt deren Verwaltungsrat die Limiten für das Handels- und Bankenbuch fest. Die Bewirtschaftung des Handels- und Bankenbuchs innerhalb der vorgegebenen Limiten obliegt dem Bereich Treasury der Notenstein La Roche Privatbank AG. Die Abteilung Financial Risk Controlling der Notenstein La Roche Privatbank AG überwacht als unabhängige Kontrollinstanz die Einhaltung dieser Limiten.

Die Berichterstattung im Hinblick auf die Einhaltung der Value at Risk-, Sensitivitäts-, Positions- und Verlustlimiten sowie die Einschätzung der Risikolage durch den Bereich Gruppen-Risikosteuerung erfolgen vor allem über vier Berichte:

  • Täglicher Limitenreport Handel zuhanden der verantwortlichen GL-Mitglieder
  • Wöchentliche Zinsrisikomeldung zuhanden der verantwortlichen GL-Mitglieder gemäss FINMA-Rundschreiben 2008/6
  • Monatlicher Risikoreport zuhanden des Departementsleiters Finanzen, der darüber entscheidet, ob der monatliche Risikoreport der gesamten Geschäftsleitung unterbreitet wird
  • Quartalsweiser Risikoreport zuhanden des Verwaltungsrats

Allfällige Überschreitungen der von Verwaltungsrat und Geschäftsleitung ausgesetzten Marktrisiko-Limiten werden von der Gruppen-Risikosteuerung ad hoc und im Rahmen der jeweiligen Risikoberichte kommuniziert.

Eigenmittelerfordernis für Marktrisiken des Handelsbuchs

in 1000 CHF

31.12.17

Ø 2017

31.12.16

Ø 2016

Devisen/Edelmetalle

43’234

34’032

22’687

20’683

Zinsinstrumente

160’765

162’391

144’161

147’891

Beteiligungstitel und Indices

40’521

31’558

21’025

21’411

Total

244’520

227’981

187’873

189’986

Liquidität

Die Liquiditätsrisiken werden anhand von betriebswirtschaftlichen Kriterien gesteuert und gemäss den bankengesetzlichen Vorgaben von der Tresorerie und der Gruppen-Risikosteuerung überwacht. Im Rahmen der Steuerung werden insbesondere Liquiditätszuflüsse und -abflüsse vor dem Hintergrund verschiedener Szenarien über unterschiedliche Betrachtungshorizonte simuliert. Diese Szenarien beinhalten unter anderem die Auswirkungen von Refinanzierungskrisen wie auch allgemeinen Liquiditätskrisen.

Basis für die Überwachung bilden die gesetzlichen Limiten sowie die Risikoindikatoren, die auf den genannten Szenarioanalysen beruhen.

Operationelle Risiken

Unter operationellen Risiken versteht Raiffeisen die Gefahr von Verlusten, die infolge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren, Menschen oder Systemen oder infolge von externen Ereignissen eintreten. Darunter fallen auch die Risiken in Bezug auf Cyberangriffe und Informationssicherheit generell. Neben den finanziellen Auswirkungen werden auch die Folgen für Reputation und Compliance berücksichtigt.

Die Risikobereitschaft und -toleranz für operationelle Risiken wird mittels Value at Risk-Limite beziehungsweise über Limitierungen von Schäden und Eintrittshäufigkeiten definiert. Die Abnahme der Risikobereitschaft und -toleranz erfolgt jährlich durch den Verwaltungsrat. Die Einhaltung der Risikotoleranz wird durch die Gruppen-Risikosteuerung überwacht. Bei einer Verletzung der definierten Limite beziehungsweise eines Schwellenwertes werden Massnahmen definiert und umgesetzt.

Jede Funktion innerhalb der Raiffeisen Gruppe ist verantwortlich für die Identifikation, Bewertung, Bewirtschaftung und Überwachung des operationellen Risikos, welches im Rahmen ihrer eigenen Tätigkeit entsteht. Die Gruppen-Risikosteuerung ist verantwortlich für das gruppenweite Register operationeller Risiken sowie für die Analyse und Auswertung operationeller Risikodaten. Die Risikoidentifikation wird ergänzend durch eine Sammlung und Auswertung operationeller Ereignisse unterstützt. Zudem verantwortet die Gruppen-Risikosteuerung die Konzepte, Methoden und Instrumente für das Management operationeller Risiken und überwacht die Risikolage. Anlässlich spezifischer Risk Assessments werden die operationellen Risiken erhoben, nach Ursachen- und Auswirkungsklassen kategorisiert und nach Eintrittshäufigkeit und Schadensausmass bewertet. Das Risikoregister wird dynamisch nachgeführt. Für die Risikoreduktion werden Massnahmen definiert, deren Umsetzung durch die Linienstellen überwacht wird. Für geschäftskritische Prozesse werden mittels Notfall- und Katastrophenplanung Vorkehrungen getroffen.

Die Ergebnisse der Risk Assessments, Key Risk Indicators (KRIs), wesentliche interne operationelle Risikoereignisse sowie relevante externe Ereignisse werden der Geschäftsleitung und dem Verwaltungsrat von Raiffeisen Schweiz quartalsweise rapportiert. Im Falle einer Value at Risk-Limitenverletzung wird an den Verwaltungsrat von Raiffeisen Schweiz eskaliert.

Neben dem ordentlichen Risikomanagementprozess führt die Gruppen-Risikosteuerung bei Bedarf Ad-hoc-Risikoanalysen durch, analysiert eingetretene Schadensfälle und pflegt einen engen Austausch mit anderen Organisationseinheiten, die aufgrund ihrer Funktion an Informationen über operationelle Risiken innerhalb der Raiffeisen Gruppe gelangen.

Die Raiffeisenbanken führen mindestens jährlich eine Analyse der operationellen Risikolage mittels Assessments durch. Diese Analysen werden durch den Verwaltungsrat jeder Bank freigegeben und an die Gruppen-Risikosteuerung weitergeleitet.

Die Überwachung der operationellen Risiken der ARIZON Sourcing AG erfolgt gemäss vertraglicher Regelung durch die Gruppen-Risikosteuerung. Die Notenstein La Roche Privatbank AG verfügt über ein eigenes OpRisk-Team. Der CRO von Notenstein rapportiert funktional an den CRO der Raiffeisen Gruppe.

Outsourcing

Der Betrieb des Netzwerks für die Datenkommunikation ist bei Raiffeisen Schweiz an die Swisscom (Schweiz) AG ausgelagert. Zudem wird die gesamte Wertschriftenverwaltung der Raiffeisen Schweiz durch die Vontobel-Gruppe sichergestellt. Das Scanning im beleggebundenen Zahlungsverkehr erfolgt bei der Swiss Post Solutions AG und der Druck und Versand der Bankbelege sind an die Trendcommerce AG ausgelagert. Die bankfachlichen Operations-Services im Wertschriftenbereich und Zahlungsverkehr von Raiffeisen Schweiz und Notenstein La Roche Privatbank AG werden durch die ARIZON Sourcing AG abgewickelt, einem Gemeinschaftsunternehmen von Raiffeisen Schweiz und Avaloq. Die Plattform für die Online-Identifikation von neuen und bestehenden Kunden per Videostream wird von der Inventx AG betrieben.

Im Zusammenhang mit der Tätigkeit als Emittentin von strukturierten Produkten hat Raiffeisen Schweiz ein Outsourcing Agreement mit der Leonteq Securities AG abgeschlossen. Die Leonteq Securities AG übernimmt bei Emissionen von Raiffeisen-Anlageprodukten Aufgaben im Zusammenhang mit der Strukturierung, der Abwicklung, der Dokumentation und dem Vertrieb der Instrumente. Ausserdem übernimmt die Leonteq Securities AG die Bewirtschaftung der Derivatrisiken und kümmert sich um das Life-Cycle-Management der Produkte.

Regulatorische Vorschriften

Die Raiffeisenbanken sind gemäss der Verfügung der FINMA vom 3. September 2010 von der Erfüllung der Eigenmittel-, Risikoverteilungs- und Liquiditätsvorschriften auf Einzelbasis befreit. Die diesbezüglichen gesetzlichen Vorschriften müssen auf konsolidierter Basis erfüllt werden.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) erklärte mit der Verfügung vom 16. Juni 2014 die Raiffeisen Gruppe systemrelevant im Sinn des Bankengesetzes.

Die Raiffeisen Gruppe hat sich bei der Berechnung der Eigenmittelerfordernisse für die nachfolgenden Ansätze entschieden:

Raiffeisen wendet für die Berechnung des Eigenmittelerfordernisses der Kreditrisiken den internationalen Standardansatz (SA-BIZ) an.

Für die Kundenkategorien Zentralregierungen und ­-banken, öffentlich-rechtliche Körperschaften, Banken und Effektenhändler sowie Unternehmen werden externe Emittenten-/ Emissionsratings von drei von der FINMA anerkannten Ratingagenturen verwendet.

Bei Zentralregierungen werden Emittenten-/ Emissionsratings einer Exportversicherungsagentur angewendet, wobei die Ratings der Ratingagenturen gegenüber jenen der Exportversicherungsagentur Vorrang geniessen.

Im Berichtsjahr fanden keine Änderungen bei den genutzten Ratingagenturen und Exportversicherungsagenturen statt.

Positionen, bei denen externe Ratings herangezogen werden, sind insbesondere in folgenden Bilanzpositionen enthalten:

  • Forderungen gegenüber Banken
  • Forderungen gegenüber Kunden und Hypothekarforderungen
  • Finanzanlagen
  • Positive Wiederbeschaffungswerte

Raiffeisen hat 2015 den Bewilligungsprozess bei der FINMA für die Berechnung der Eigenmittelerfordernisse und die Messung und Steuerung der Kreditrisiken nach dem F-IRB-Ansatz gestartet und 2016 den Status «broadly compliant» erhalten. Der Abschluss des Bewilligungsprozesses wird für 2019 erwartet.

Das Eigenmittelerfordernis für Marktrisiken wird mit dem aufsichtsrechtlichen Standardansatz berechnet. Innerhalb dieses Rahmens kommt für das allgemeine Marktrisiko von Zinsinstrumenten die Durationsmethode zur Anwendung, hinsichtlich des Eigenmittelerfordernisses für Optionen das Delta-Plus-Verfahren. Eine Übersicht findet sich in der Tabelle «Eigenmittelerfordernis für Marktrisiken des Handelsbuchs».

Raiffeisen wendet für die Berechnung des Eigenmittelerfordernisses der operationellen Risiken den Basisindikatoransatz an.

Angewandte Methoden zur Identifikation von Ausfallrisiken und zur Festlegung des Wertberichtigungsbedarfs

Hypothekarisch gedeckte Kredite

Der Immobilienwert von selbst genutzten Wohnimmobilien wird entweder durch die Realwertmethode oder eine hedonische Schätzmethode ermittelt. Beim Letzteren stützt sich die Bank auf regionenspezifische Immobilienpreisinformationen, die von einem externen Anbieter stammen. Das Modell wird im Auftrag der Bank durch einen externen Spezialisten validiert. Anhand dieser Bewertungen aktualisiert die Bank periodisch den Immobilienwert. Zusätzlich werden auch Zahlungsrückstände bei Zinsen und Amortisationen laufend überwacht. Daraus identifiziert die Bank Hypothekarkredite, die mit höheren Risiken verbunden sind. Diese Kredite werden anschliessend von Kreditspezialisten detailliert geprüft. In gewissen Fällen wird auch die Abteilung Recovery von Raiffeisen Schweiz einbezogen. Gegebenenfalls werden weitere Deckungen eingefordert oder auf Basis der fehlenden Deckung eine entsprechende Wertberichtigung gebildet (siehe auch «Ablauf zur Bestimmung von Wertberichtigungen und Rückstellungen»).

Bei Mehrfamilienhäusern, kommerziellen Liegenschaften und Spezialobjekten wird der Immobilienwert anhand der Ertragswertmethode bestimmt, welche auf den nachhaltigen Einnahmen basiert. In diesem Modell werden zusätzlich Marktdaten, Standortdaten und Leerstandsquoten einbezogen. Der Mietertrag aus Renditeliegenschaften wird periodisch geprüft, so auch bei Hinweisen auf erhebliche Veränderungen der Höhe des Mietertrags oder der Leerstandsquote.

Kredite mit Wertschriftendeckung

Die Engagements und der Wert der Sicherheiten von Krediten mit Wertschriftendeckungen werden täglich überwacht. Fällt der Belehnungswert der Wertschriftendeckung unter den Betrag des Kreditengagements, werden eine Reduktion des Schuldbetrags geprüft oder zusätzliche Sicherheiten eingefordert. Vergrössert sich die Deckungslücke oder liegen aussergewöhnliche Marktverhältnisse vor, werden die Sicherheiten verwertet und der Kredit glattgestellt.

Kredite ohne Deckung

Bei ungedeckten kommerziellen Betriebskrediten werden jährlich, bei Bedarf auch in kürzeren Abständen, Informationen vom Kunden eingefordert, welche Rückschlüsse auf die finanzielle Entwicklung des Unternehmens zulassen. Die geprüfte Jahresrechnung sowie gegebenenfalls Zwischenabschlüsse werden regelmässig eingefordert. Diese Daten werden beurteilt und allfällige erhöhte Risiken identifiziert. Liegen höhere Risiken vor, nimmt die Bank eine detaillierte Beurteilung vor und definiert zusammen mit dem Kunden entsprechende Massnahmen. Ist in dieser Phase davon auszugehen, dass eine Gefährdung des Kreditengagements besteht, wird eine entsprechende Wertberichtigung verbucht.

Ablauf zur Bestimmung von Wertberichtigungen und Rückstellungen

Ein neuer Wertberichtigungs- und/oder Rückstellungsbedarf wird gemäss den «Hypothekarisch gedeckte Kredite», «Kredite mit Wertschriftendeckung» und «Kredite ohne Deckung» beschriebenen Verfahren identifiziert. Zudem werden bekannte Risikoposi­tionen, bei denen eine Gefährdung bereits früher identifiziert wurde, vierteljährlich neu beurteilt und die Wertkorrektur gegebenenfalls angepasst.

Bewertung der Deckungen

Hypothekarisch gedeckte Kredite

Im Grundpfandkreditgeschäft liegt bei jeder Kreditvergabe eine aktuelle Bewertung der Sicherheiten vor. Die Bewertungen erfolgen in Abhängigkeit von der Art und der Nutzung der Objekte. Für die Beurteilung von Wohneigentum steht der Bank neben der Realwertmethode ein hedonisches Bewertungsmodell zur Verfügung. Dieses vergleicht den Preis anhand detaillierter Eigenschaften der entsprechenden Liegenschaft mit ähnlichen Immobilientransaktionen. Bei Mehrfamilienhäusern, kommerziellen Liegenschaften und Spezialobjekten steht der Bank die Ertragswertmethode zur Verfügung. Ausserdem müssen bei Liegenschaften ab einem bestimmten Belehnungswert oder bei Liegenschaften mit besonderen Risikomerkmalen die Schätzer von Raiffeisen Schweiz oder externe akkreditierte Schätzer beigezogen werden. Bei schlechter Bonität wird zusätzlich ein Liquidationswert errechnet.

Als Basis für die Kreditgewährung wendet die Bank den tieferen Wert aus einer internen respektive externen Schätzung oder dem Kaufpreis respektive den Anlagekosten an (sofern Letztere nicht älter als 24 Monate sind).

Kredite mit Wertschriftendeckung

Für Lombardkredite und andere Kredite mit Wertschriftendeckung werden vor allem übertragbare Finanzinstrumente (wie Anleihen und Aktien) entgegengenommen, die liquide sind und aktiv gehandelt werden. Ebenfalls akzeptiert werden übertragbare strukturierte Produkte, für die regelmässig Kursinformationen und ein Market Maker zur Verfügung stehen.

Die Bank wendet Abschläge auf die Marktwerte an, um das bei marktgängigen und liquiden Wertschriften verbundene Marktrisiko abzudecken und den Belehnungswert zu ermitteln. Bei strukturierten Produkten sowie bei Produkten mit langer Restlaufzeit kann der Glattstellungszeitraum erheblich länger sein, weshalb höhere Abschläge als bei liquiden Instrumenten angewandt werden. Bei Lebensversicherungspolicen oder Garantien werden die Abschläge auf Produktebasis festgelegt.

Geschäftspolitik beim Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten und Hedge Accounting

Geschäftspolitik beim Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten

Derivative Finanzinstrumente werden zu Handels- und Absicherungszwecken eingesetzt. 

Der Handel mit derivativen Finanzinstrumenten erfolgt ausschliesslich durch speziell ausgebildete Händler. Die Bank übt keine Market-Maker-Tätigkeit aus. Es wird sowohl mit standardisierten als auch mit OTC-Instrumenten für eigene und für Kundenrechnung gehandelt, dies vor allem in Instrumenten für Zinsen, Währungen, Beteiligungstitel/Indizes und in geringem Umfang Rohstoffe.

Absicherungsgeschäfte im Bankenbuch werden bei Raiffeisen Schweiz mit internen Deposits und Loans mit dem Handelsbuch abgeschlossen, das heisst der Treasury-Bereich gelangt nicht selbst an den Markt. Die Absicherungsgeschäfte werden vom Handelsbuch weitgehend mit externen Gegenparteien durchgehandelt.

Derivative Finanzinstrumente werden bei der Notenstein La Roche Privatbank AG im Rahmen des Risikomanagements hauptsächlich zur Absicherung von Zins- und Fremdwährungsrisiken sowie zur Absicherung der aus der Emission von strukturierten Produkten eingegangenen Marktrisiken eingesetzt. Absicherungsgeschäfte werden ausschliesslich mit externen Gegenparteien abgeschlossen.

Bei den Raiffeisenbanken werden Geschäfte in derivativen Finanzinstrumenten nur für Kundenbedürfnisse als Kommissionär getätigt oder jeweils abgesichert.

Anwendung von Hedge Accounting

Die Raiffeisenbanken wenden kein Hedge Accounting im Sinn der Rechnungslegung an.

Arten von Grund- und Absicherungsgeschäften

Raiffeisen Schweiz und die Notenstein La Roche Privatbank AG setzen Hedge Accounting vor allem im Zusammenhang mit den folgenden Geschäftsarten ein:

Grundgeschäft

Absicherung mittels

Zinsänderungsrisiken aus zinssensitiven Forderungen und Verpflichtungen im Bankenbuch

Zinssatz- und Devisenswaps

Kursänderungsrisiko von Fremdwährungspositionen

Devisenterminkontrakte

Zusammensetzung von Gruppen von Finanzinstrumenten

Die zinssensitiven Positionen im Bankenbuch werden in verschiedenen Zinsbindungsbändern je Währung gruppiert und entsprechend mittels Makro-Hedges abgesichert. Zusätzlich kommen Micro-Hedges zur Anwendung.

Wirtschaftlicher Zusammenhang zwischen Grund- und Absicherungsgeschäften

Zum Zeitpunkt, zu dem ein Finanzinstrument als Absicherungsbeziehung eingestuft wird, dokumentiert Raiffeisen Schweiz die Beziehung zwischen Absicherungsinstrument und gesichertem Grundgeschäft. Sie dokumentiert unter anderem die Risikomanagementziele und -strategie für die Absicherungstransaktion und die Methoden zur Beurteilung der Wirksamkeit (Effektivität) der Sicherungsbeziehung. Der wirtschaftliche Zusammenhang zwischen Grund- und Absicherungsgeschäft wird im Rahmen der Effektivitätstests laufend prospektiv beurteilt, indem unter anderem die gegenläufige Wertentwicklung und deren Korrelation beobachtet werden.

Messung der Effektivität

Eine Absicherung gilt als in hohem Masse wirksam, wenn im Wesentlichen folgende Kriterien erfüllt sind:

  • Die Absicherung wird sowohl beim erstmaligen Ansatz als auch während der Laufzeit (Micro-Hedges) als in hohem Masse wirksam eingeschätzt. 
  • Zwischen Grund- und Absicherungsgeschäft besteht ein enger wirtschaftlicher Zusammenhang.
  • Die Wertänderungen von Grundgeschäft und Absicherungstransaktion sind im Hinblick auf das abgesicherte Risiko gegenläufig.

Ineffektivität

Falls eine Absicherungstransaktion die Kriterien der Effektivität nicht mehr erfüllt, wird sie einem Handelsgeschäft gleichgestellt und der Effekt aus dem unwirksamen Teil über die Erfolgsrechnung verbucht.

Konsolidierungs-, Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Allgemeine Grundsätze

Die Buchführung, Bewertung und Bilanzierung erfolgt nach den Vorschriften des Schweizerischen Obligationenrechts, des Bundesgesetzes über die Banken und Sparkassen und der zugehörigen Verordnung sowie dem FINMA-Rundschreiben 2015/1 Rechnungslegung Banken (RVB). Die in einer Bilanzposition ausgewiesenen Detailpositionen werden einzeln bewertet. Die konsolidierte Jahresrechnung wird nach dem «True and Fair View»-Prinzip erstellt und vermittelt ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Raiffeisen Gruppe.


Konsolidierungsgrundsätze

Allgemeines

Die Konsolidierung der in der Raiffeisen Gruppe zusammengeschlossenen Bankinstitute, der Raiffeisen Schweiz sowie der ihr angeschlossenen Gruppenunternehmen weist gegenüber der herkömmlichen, auf einer Holdingkonstruktion basierenden Konsolidierung grundlegende Unterschiede auf. Als Eigentümer von Raiffeisen Schweiz und damit als Obergesellschaften fungieren die einzelnen Raiffeisenbanken. Raiffeisen Schweiz ihrerseits ist, obwohl zentrale Koordinationsstelle, Liquiditätspool und Sicherheitsnetz, vom rechtlichen Standpunkt aus als Tochtergesellschaft zu bezeichnen. Die Führungs- und Weisungskompetenzen von Raiffeisen Schweiz sind in ihren Statuten und den darauf beruhenden Reglementen geregelt. Die Konsolidierung geht nicht von Raiffeisen Schweiz als Dachgesellschaft aus, sondern stellt eine Zusammenfassung der Jahresrechnungen der Raiffeisenbanken und der in der Raiffeisen Gruppe gehaltenen Beteiligungen dar. Als Gesellschaftskapital wird in der konsolidierten Jahresrechnung somit die Summe der einzelnen Genossenschaftskapitalien der Raiffeisenbanken ausgewiesen.

Konsolidierungskreis und -methode

Der konsolidierte Abschluss der Raiffeisen Gruppe umfasst die Jahresrechnungen der einzelnen Raiffeisenbanken, von Raiffeisen Schweiz und der wesentlichen Gruppengesellschaften, an denen die Gruppe direkt oder indirekt Beteiligungen von mehr als 50 Prozent an stimmberechtigtem Kapital hält. Die vollkonsolidierten Gruppengesellschaften sowie die nach Equity-Methode bewerteten Beteiligungen sind im Anhang «Unternehmen, an denen die Bank eine dauernde direkte oder indirekte wesentliche Beteiligung hält» aufgeführt. Unwesentliche Beteiligungen, bei denen die Quote am Stimm- und Kapitalanteil kleiner als zehn Prozent und entweder der Anteil am Gesellschaftskapital weniger als eine Million Franken oder der Buchwert weniger als zehn Millionen Franken beträgt, werden nicht separat aufgeführt.

Nach der Methode der Vollkonsolidierung werden die Aktiven und Passiven, die Ausserbilanzgeschäfte sowie der Aufwand und Ertrag zu 100 Prozent erfasst. Die Kapitalkonsolidierung erfolgt nach der Purchase-Methode. Alle wesentlichen Forderungen und Verpflichtungen, Ausserbilanzgeschäfte sowie Aufwendungen und Erträge unter den konsolidierten Gesellschaften sind gegeneinander aufgerechnet. Wesentliche Zwischengewinne werden nicht erzielt und deren Eliminierung ist daher bei der Konsolidierung vernachlässigt.

Minderheitsbeteiligungen in der Grössenordnung von 20 bis 50 Prozent werden nach der Equity-Methode in die konsolidierte Jahresrechnung einbezogen. Beteiligungen von weniger als 20 Prozent und solche von geringer kapital- und ertragsmässiger Relevanz oder nicht strategischem Charakter werden nicht konsolidiert beziehungsweise sind zum Einstandswert abzüglich betriebswirtschaftlich notwendiger Wertberichtigungen bilanziert.

Konsolidierungsstichtag

Sämtliche vollkonsolidierten Gesellschaften schliessen ihre Jahresrechnung auf den 31. Dezember ab.

Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze

Erfassung der Geschäftsvorfälle

Alle bis zum Bilanzstichtag abgeschlossenen Geschäftsvorfälle werden tagfertig erfasst und gemäss den festgelegten Bewertungsgrundsätzen in der Bilanz und der Erfolgsrechnung bewertet. Die Bilanzierung der abgeschlossenen, aber noch nicht erfüllten Kassageschäfte erfolgt nach dem Abschlusstagprinzip.

Fremdwährungen

Forderungen und Verpflichtungen sowie Bargeldbestände in fremden Währungen werden zum Tageskurs des Bilanzstichtages umgerechnet. Die aus der Bewertung resultierenden Kursgewinne und Kursverluste werden unter der Position «Erfolg aus dem Handelsgeschäft und der Fair Value Option» ausgewiesen. Fremdwährungstransaktionen während des Jahres werden zum Kurs im Zeitpunkt der Transaktion umgerechnet.

Bei Jahresrechnungen der Gruppenunternehmen im Ausland, die in fremden Währungen geführt werden, werden die Bilanz und Ausserbilanz zu Stichtageskursen, die Erfolgsrechnung zu Jahresdurchschnittskursen umgerechnet. Die Umrechnungsdifferenz wird als Währungsumrechnungsdifferenz erfolgsneutral im Eigenkapital verbucht.

Flüssige Mittel, Passivgelder

Die Bilanzierung erfolgt zum Nominalwert. Edelmetallverpflichtungen auf Metallkonten werden zum Fair Value bewertet, sofern das entsprechende Metall an einem preiseffizienten und liquiden Markt gehandelt wird.

Die Agios und Disagios auf eigenen Anleihen und Pfandbriefdarlehen werden über die Laufzeit abgegrenzt.

Forderungen gegenüber Banken und Kunden, Hypothekarforderungen

Die Bilanzierung erfolgt zum Nominalwert abzüglich notwendiger Wertberichtigungen. Edelmetallguthaben auf Metallkonten werden zum Fair Value bewertet, sofern das entsprechende Metall an einem preiseffizienten und liquiden Markt gehandelt wird. Zinserträge werden periodengerecht abgegrenzt.

Forderungen, bei welchen es die Bank als unwahrscheinlich erachtet, dass der Schuldner seinen vertraglichen Verpflichtungen vollumfänglich nachkommen kann, gelten als gefährdet. Gefährdete Forderungen werden ebenso wie allfällige Sicherheiten zum Liquidationswert bewertet.

Für gefährdete Forderungen werden Einzelwertberichtigungen aufgrund regelmässiger Analysen der einzelnen Kreditengagements unter Berücksichtigung der Bonität des Schuldners beziehungsweise des Gegenparteirisikos sowie des geschätzten netto realisierbaren Veräusserungswertes der Deckungen gebildet. Latente Risiken werden wie gefährdete Forderungen behandelt. Falls die Rückführung der Forderung ausschliesslich von der Verwertung der Sicherheiten abhängig ist, wird der ungedeckte Teil vollumfänglich wertberichtigt.

Bei einer gefährdeten Forderung ist im Rahmen einer Fortführungsstrategie die Aufrechterhaltung einer freien Kreditlimite möglich. Für solche nicht ausgeschöpften Kreditlimiten werden bei Bedarf Rückstellungen für Ausserbilanzgeschäfte gebildet. Bei Kontokorrentkrediten, deren Benützung typischerweise häufigen und hohen Schwankungen unterliegt, erfolgt die erstmalige sowie spätere Bildung der Risikovorsorge gesamthaft (Wertberichtigungen für die effektive Benützung und Rückstellungen für die nicht ausgeschöpfte Kreditlimite) über die Position «Veränderungen von ausfallrisikobedingten Wertberichtigungen sowie Verluste aus dem Zinsengeschäft». Bei Veränderungen der Ausschöpfung wird eine entsprechende erfolgsneutrale Umbuchung zwischen Wertberichtigungen und Rückstellungen vorgenommen. Auflösungen von freiwerdenden Wertberichtigungen oder Rückstellungen erfolgen ebenfalls über die Position «Veränderungen von ausfallrisikobedingten Wertberichtigungen sowie Verluste aus dem Zinsengeschäft».

Zinsen und entsprechende Kommissionen, die seit über 90 Tagen fällig, aber nicht bezahlt sind, gelten als überfällig. Im Falle von Kontokorrentkrediten gelten Zinsen und Kommissionen als überfällig, wenn die erteilte Kreditlimite seit über 90 Tagen überschritten ist. Überfällige und gefährdete Zinsen (einschliesslich Marchzinsen) und Kommissionen werden nicht mehr als Ertrag verbucht, sondern direkt den ausfallrisikobedingten Wertberichtigungen zugewiesen.

Die Ausbuchung einer Forderung erfolgt spätestens dann, wenn ein Rechtstitel den Abschluss des Verwertungsverfahrens bestätigt.

Gefährdete Forderungen werden wieder als vollwertig eingestuft, das heisst, die Wertberichtigung aufgelöst, wenn die ausstehenden Kapitalbeträge und Zinsen wieder fristgerecht gemäss den vertraglichen Vereinbarungen bezahlt und weitere Bonitätskriterien erfüllt werden.

Einzelwertberichtigungen auf Kreditpositionen werden pro Position nach dem Vorsichtsprinzip berechnet und von der entsprechenden Forderung in Abzug gebracht.

Sämtliche im Leasing abgegebenen Objekte werden nach der Barwertmethode unter «Forderungen gegenüber Kunden» bilanziert.

Darlehensgeschäfte mit Wertschriften (Securities-Lending- und -Borrowing-Geschäfte)

Darlehensgeschäfte mit Wertschriften werden zum Wert der erhaltenen oder gegebenen Barhinterlage inklusive aufgelaufener Zinsen erfasst. Geborgte oder als Sicherheit erhaltene Wertschriften werden nur dann bilanzwirksam erfasst, wenn die Raiffeisen Gruppe die Kontrolle über die vertraglichen Rechte erlangt, welche diese Wertschriften beinhalten. Ausgeliehene und als Sicherheit bereitgestellte Wertschriften werden nur dann aus der Bilanz ausgebucht, wenn die Raiffeisen Gruppe die mit diesen Wertschriften verbundenen vertraglichen Rechte verliert. Die Marktwerte der geborgten und ausgeliehenen Wertschriften werden täglich überwacht, um gegebenenfalls zusätzliche Sicherheiten bereitzustellen oder einzufordern. Erhaltene oder bezahlte Gebühren aus dem Darlehens- und Pensionsgeschäft mit Wertschriften werden als Kommissionsertrag beziehungsweise Kommissionsaufwand periodengerecht verbucht.

Pensionsgeschäfte mit Wertschriften (Repurchase- und Reverse-Repurchase-Geschäfte)

Die mit einer Verkaufsverpflichtung erworbenen Wertschriften (Reverse-Repurchase-Geschäfte) und Wertpapiere, die mit einer Rückkaufsverpflichtung veräussert wurden (Repurchase-Geschäfte), werden als gesicherte Finanzierungsgeschäfte betrachtet und zum Wert der erhaltenen oder gegebenen Barhinterlage inklusive aufgelaufener Zinsen erfasst.

Erhaltene und gelieferte Wertpapiere werden nur dann bilanzwirksam erfasst beziehungsweise ausgebucht, wenn die Kontrolle über die vertraglichen Rechte abgetreten wird, welche diese Wertschriften beinhalten. Die Marktwerte der erhaltenen oder gelieferten Wertschriften werden täglich überwacht, um gegebenenfalls zusätzliche Sicherheiten bereitzustellen und einzufordern.

Der Zinsertrag aus Reverse-Repurchase-Geschäften und der Zinsaufwand aus Repurchase-Geschäften werden über die Laufzeit der zugrunde liegenden Transaktion periodengerecht abgegrenzt.

Handelsgeschäft und Verpflichtungen aus Handelsgeschäft

Das Handelsgeschäft und die Verpflichtungen aus dem Handelsgeschäft werden zum Fair Value bewertet und bilanziert. Positionen, für welche kein repräsentativer Markt vorliegt, werden nach dem Niederstwertprinzip bilanziert. Sowohl die aus dieser Bewertung resultierenden Gewinne und Verluste als auch die während der Periode realisierten Gewinne und Verluste werden unter der Position «Erfolg aus dem Handelsgeschäft und der Fair-value-Option» ausgewiesen. Dies gilt auch für Zinsen und Dividenden auf Handelsbeständen. Dem Handelserfolg werden Kapitalrefinanzierungskosten für eingegangene Handelspositionen belastet, welche dem Zinsertrag gutgeschrieben werden. Zudem werden Erträge aus Festübernahmen von Wertschriftenemissionen im Handelserfolg ausgewiesen.

Finanzanlagen

Festverzinsliche Schuldtitel sowie Optionsanleihen werden nach dem Niederstwertprinzip bewertet, sofern keine Absicht zur Haltung bis Endfälligkeit besteht. Schuldtitel, die mit der Absicht der Haltung bis Endfälligkeit erworben wurden, werden nach der Accrual-Methode bewertet, das heisst das Agio beziehungsweise Disagio wird über die Restlaufzeit abgegrenzt. Beteiligungstitel werden nach dem Niederstwertprinzip bewertet. Die aus dem Kreditgeschäft übernommenen Liegenschaften und Beteiligungstitel, die zur Wiederveräusserung bestimmt sind, werden unter den Finanzanlagen ausgewiesen und nach dem Niederstwertprinzip bewertet. Als Niederstwert gilt der tiefere von Anschaffungswert und Liquidationswert. Die Edelmetallbestände zur Deckung der ihnen gegenüberstehenden Verpflichtungen aus Edelmetallkonten werden zu Marktwerten am Bilanzstichtag bewertet. Ist ausnahmsweise kein Fair Value verfügbar, erfolgt die Bewertung zum Niederstwertprinzip.

Nicht konsolidierte Beteiligungen

Unter den nicht konsolidierten Beteiligungen werden Minderheitsbeteiligungen von 20 bis 50 Prozent ausgewiesen und nach der Equity-Methode bewertet.

Ferner werden unter dieser Bilanzposition Beteiligungen von unter 20 Prozent sowie sämtliche Beteiligungen mit Infrastrukturcharakter bilanziert. Die Bewertung erfolgt nach dem Anschaffungswertprinzip, das heisst Anschaffungskosten abzüglich betriebswirtschaftlich notwendiger Wertberichtigungen. Die Werthaltigkeit wird auf jeden Bilanzstichtag überprüft.

Sachanlagen

Die Sachanlagen werden zu Anschaffungskosten zuzüglich wertvermehrender Investitionen bilanziert und linear über ihre geschätzte Nutzungsdauer wie folgt abgeschrieben: 

Liegenschaften

66 Jahre

Um- und Einbauten in gemieteten Räumlichkeiten

gesamte Mietdauer, maximal   15 Jahre

Mobiliar und Einrichtungen

 8 Jahre

Sonstige Sachanlagen

 5 Jahre

Selbst entwickelte oder erworbene Kernbankensoftware

10 Jahre

EDV-Anlagen und übrige Software

 3 Jahre

Kleininvestitionen werden direkt über den Geschäftsaufwand verbucht. Umfassende, wertvermehrende Renovationen werden aktiviert, während Unterhalt und Reparaturen als Aufwand ausgewiesen werden. Die Aktivierung von Aufwänden im Zusammenhang mit der Realisierung der zukünftigen Kernbankensysteme erfolgt über die Position «Anderer ordentlicher Ertrag». Liegenschaften, Anlagen im Bau und Kernbankensysteme werden erst ab dem Zeitpunkt abgeschrieben, ab dem sie genutzt werden. Unbebautes Bauland wird nicht abgeschrieben.

Die Sachanlagen werden auf jeden Bilanzstichtag auf ihre Werthaltigkeit überprüft, wenn Ereignisse oder Umstände Anlass zur Vermutung geben, dass der Buchwert nicht mehr werthaltig ist. Eine allfällige Wertbeeinträchtigung wird über die Position «Wertberichtigungen auf Beteiligungen sowie Abschreibungen auf Sachanlagen und immateriellen Werten» erfolgswirksam verbucht. Falls sich bei der Überprüfung der Werthaltigkeit einer Sachanlage eine veränderte Nutzungsdauer ergibt, wird der Restbuchwert planmässig über die neu festgelegte Nutzungsdauer abgeschrieben.

Immaterielle Werte

Goodwill: Falls bei der Akquisition einer Gesellschaft die Erwerbskosten höher sind als die übernommenen und nach konzerneinheitlichen Richtlinien bewerteten Nettoaktiven, wird die verbleibende Grösse als Goodwill aktiviert. Der Goodwill wird linear über die geschätzte Nutzungsdauer abgeschrieben. Der Abschreibungszeitraum beträgt in der Regel fünf Jahre, in begründeten Fällen höchstens zehn Jahre. Per 31. Dezember 2014 bereits bestehender Goodwill, für den eine Abschreibungsdauer von über zehn Jahren vorgesehen wurde, wird weiterhin über die ursprünglich vorgesehene Dauer abgeschrieben.

Übrige immaterielle Werte: Erworbene immaterielle Werte werden bilanziert, wenn sie über mehrere Jahre einen für das Unternehmen messbaren Nutzen bringen. Selbst erarbeitete immaterielle Werte werden nicht aktiviert. Immaterielle Werte werden zu Anschaffungskosten bilanziert und linear über ihre geschätzte Nutzungsdauer innert maximal fünf Jahren abgeschrieben.

Überprüfung der Werthaltigkeit: Die immateriellen Werte werden auf jeden Bilanzstichtag auf ihre Werthaltigkeit überprüft, wenn Ereignisse oder Umstände Anlass zur Vermutung geben, dass der Buchwert nicht mehr werthaltig ist. Eine allfällige Wertbeeinträchtigung wird über die Position «Wertberichtigungen auf Beteiligungen sowie Abschreibungen auf Sachanlagen und immateriellen Werten» erfolgswirksam verbucht. Falls sich bei der Überprüfung der Werthaltigkeit eines immateriellen Wertes eine veränderte Nutzungsdauer ergibt, wird der Restbuchwert planmässig über die neu festgelegte Nutzungsdauer abgeschrieben.

Rückstellungen

Für alle am Bilanzstichtag erkennbaren Risiken, die auf einem Ereignis in der Vergangenheit begründet sind und eine wahrscheinliche Verpflichtung darstellen, werden nach dem Vorsichtsprinzip Rückstellungen gebildet. Bezüglich Rückstellungen für nicht ausgeschöpfte Kreditlimiten verweisen wir auf die Ausführungen im Kapitel «Forderungen gegenüber Banken und Kunden, Hypothekarforderungen».

Reserven für allgemeine Bankrisiken

Die Bildung von Reserven für allgemeine Bankrisiken ist möglich. Diese sind in Übereinstimmung mit den Rechnungslegungsvorschriften vorsorglich gebildete Reserven zur Absicherung gegen latente Risiken im Geschäftsgang der Bank. Diese Reserven werden im Sinne von Art. 21 Abs. 1 lit. c ERV als Eigenmittel angerechnet.

Steuern

Die Steuern werden aufgrund des Ergebnisses des Berichtsjahres berechnet und verbucht. Auf unversteuerten Reserven werden latente Steuern von 19,0 Prozent (Vorjahr 19,1 Prozent) berechnet und als Rückstellung für latente Steuern ausgewiesen.

Eventualverpflichtungen, unwiderrufliche Zusagen, Einzahlungs- und Nachschussverpflichtungen

Der Ausweis unter den Ausserbilanzgeschäften erfolgt zum Nominalwert. Für absehbare Risiken werden Rückstellungen gebildet.

Derivative Finanzinstrumente

Bilanzierung: Die Wiederbeschaffungswerte sämtlicher als Eigenhändler abgeschlossenen Kontrakte werden, unabhängig von der erfolgswirksamen Behandlung, bilanziert. Die Wiederbeschaffungswerte aus börslich gehandelten, in Kommission abgeschlossenen Kontrakten werden nur in dem Umfang bilanziert, als sie nicht mittels Margenhinterlagen gedeckt sind. Die Wiederbeschaffungswerte aus ausserbörslich gehandelten, in Kommission abgeschlossenen Kontrakten werden immer ausgewiesen.  

Sämtliche Absicherungstransaktionen des Treasury-Bereichs von Raiffeisen Schweiz werden über das Handelsbuch abgeschlossen, das heisst der Treasury-Bereich gelangt nicht selbst an den Markt. Bilanziert sind ausschliesslich die Wiederbeschaffungswerte mit externen Gegenparteien. Im Anhang «Offene derivative Finanzinstrumente» werden die Wiederbeschaffungswerte und Kontraktvolumen mit externen Gegenparteien ausgewiesen. Das Volumen der internen Absicherungsgeschäfte des Treasury-Bereichs wird unter Hedginginstrumenten ausgewiesen.

Bei den emittierten strukturierten Produkten, bei denen eine Schuldverschreibung enthalten ist, wird das Derivat vom Basisvertrag getrennt und separat bewertet. Die Schuldverschreibungen (Basisverträge) werden unter «Anleihen und Pfandbriefdarlehen» zum Nominalwert bilanziert. Agios und Disagios werden in der Position «Passive Rechnungsabgrenzungen» beziehungsweise «Aktive Rechnungsabgrenzungen» ausgewiesen und über die Restlaufzeit gegen den Zinserfolg realisiert. Die emittierten strukturierten Produkte ohne eigene Schuldverschreibung und die derivativen Anteile aus den strukturierten Produkten mit eigener Schuldverschreibung werden in der Position «Positive Wiederbeschaffungswerte derivativer Finanzinstrumente» beziehungsweise «Negative Wiederbeschaffungswerte derivativer Finanzinstrumente» zum Fair Value ausgewiesen.

Die strukturierten Produkte, welche bei Raiffeisen Switzerland B.V. Amsterdam emittiert werden, sind zum Fair Value bewertet. Diese Produkte werden unter den «Verpflichtungen aus übrigen Finanzinstrumenten mit Fair-Value-Bewertung» zum Marktwert bilanziert.

Behandlung in der Erfolgsrechnung: Die im Handelsbuch erfassten derivativen Finanzinstrumente werden zum Fair Value bewertet.

Derivative Finanzinstrumente, die im Rahmen des Bilanzstrukturmanagements zur Absicherung von Zinsänderungsrisiken eingesetzt werden, werden nach der Accrual-Methode bewertet. Zinsbezogene Gewinne und Verluste aus der vorzeitigen Realisierung von Kontrakten werden über die Restlaufzeit abgegrenzt.

Der Strukturierungserfolg der selbst emittierten strukturierten Produkte sowie der Erfolg aus der kommissionsweisen Emission von strukturierten Produkten von anderen Emittenten werden im «Kommissionsertrag aus dem Wertschriften- und Anlagegeschäft» verbucht.

Änderung gegenüber dem Vorjahr

Es sind keine materiellen Änderungen in den Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen vorgenommen worden.

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Raiffeisen Schweiz wurde am 27. Februar 2018 von der Staatsanwaltschaft Zürich III informiert, dass sie ein Strafverfahren gegen den ehemaligen Vorsitzenden der Geschäftsleitung von Raiffeisen Schweiz, Dr. Pierin Vincenz, eröffnet hat. Der Vorwurf lautet auf ungetreue Geschäftsbesorgung im Aduno- und Investnet-Umfeld. Raiffeisen Schweiz ist als Privatklägerin dem oben erwähnten Verfahren beigetreten und hat darüber hinaus Strafantrag gegen Dr. Pierin Vincenz und gegen weitere möglicherweise involvierte Personen eingereicht. Diese Vorgänge haben allerdings keinen Einfluss auf den vorliegenden Jahresabschluss.