Dienstleistungen

Bezahlen

Mit über 1,2 Millionen E-Banking-Verträgen (+7,5 Prozent), 66,5 Millionen Log-ins (+13 Prozent) und 110 Millionen Zahlungsaufträgen (+7 Prozent) verzeichnete das E-Banking ein weiteres sehr erfolgreiches Jahr. Es ist somit erneut der meistgenutzte Interaktionskanal zwischen Raiffeisenkunde und Raiffeisenbank. Für das Jahr 2018 sind einige Verbesserungen und Erweiterungen geplant.

Die zunehmende Beliebtheit der Debitkarten (Maestro und V PAY) als bargeldloses Zahlungsmittel bei den Raiffeisen-Kunden bestätigt sich auch im 2017. Erneut stieg die Anzahl Transaktionen um zwölf Prozent auf 119 Millionen.

Die Ende 2016 eingeführte Kontaktlos-Funktion auf der V PAY-Karte unterstützt diese Entwicklung durch ein schnelles und bequemes Bezahlen am Verkaufspunkt – bis 40 Franken ohne PIN-Code. Bereits 20 Prozent der Transaktionen werden kontaktlos bezahlt. Demgegenüber waren die Bancomat-Bezüge erstmals rückläufig (-1 Prozent) – ein Signal dafür, dass das Bargeld an Bedeutung verlieren könnte.

Weitere Innovationen im Zahlungsbereich unterstützen diese Entwicklung. Ende Mai 2017 lancierte Raiffeisen die Mobile Payment-Lösung «Raiffeisen TWINT». Jeder Raiffeisen-Kunde, der eine Debitkarte von Raiffeisen besitzt, kann sich für die mobile Bezahl-App mit direkter Kontoanbindung registrieren. Ende Jahr waren bereits rund 100’000 registrierte User zu verzeichnen. Am häufigsten wird «TWINT» dafür genutzt, Geld von Privatperson zu Privatperson zu versenden. Auch beim Online-Shoppen wird immer mehr mit «TWINT» bezahlt.

Die Firmenkunden profitieren ebenfalls von Innovationen im geschäftlichen Zahlungsverkehr. So erfreut sich die neue Plattform E-Connect grosser Beliebtheit bei den Raiffeisen-Firmenkunden, die dank EBICS (Electronic Banking Internet Communication Standard) multibankfähig sind. Mit EBICS Mobile hat Raiffeisen für ihre Firmenkunden als erste Bank in der Schweiz eine Lösung präsentiert, die die Sicherheit bei der Ausführung von elektronischen Zahlungsaufträgen auf ein neues Niveau stellt.

Finanzieren

Trotz leicht verlangsamtem Wachstum wächst Raiffeisen weiter über Marktdurchschnitt und konnte ihren Marktanteil so erneut steigern. Das Wachstum hat sich jedoch auch bei Raiffeisen mit 4,3 Prozent leicht verlangsamt. Aufgrund dieses über dem Markt liegenden Wachstums erhöhte sich auch der Marktanteil wiederum leicht (aktuell 17,5 Prozent). Wie in den Vorjahren beflügelte das tiefe Zinsniveau die Nachfrage nach Festhypotheken und nach LiborFlex-Hypotheken.

Bereits ein Jahr nach ihrer systematischen Integration in die Wohneigentumsberatung ist die energetische Immobilienbewertung zu einer Erfolgsgeschichte geworden. 2017 haben die Raiffeisenbanken über 1'500 energetische Immobilienbewertungen von neu zu finanzierenden wie bereits finanzierten Objekten vorgenommen. Dabei erhält der Kunde eine energetische Einschätzung seines Objekts anhand der Energieeffizienzklasse analog GEAK (Gebäudeenergieausweis der Kantone). Im Bericht sind Schätzungen zur Investitionssumme von sinnvollen energetischen Sanierungen, deren Energieeinsparungspotenzial sowie mögliche Förderbeiträge von Bund und Kantonen enthalten.

Marktanteil Hypothekarvolumen pro Kanton 2016*

* Die Auswertungen der SNB für das Jahr 2017 stehen erst nach Redaktionsschluss zur Verfügung. Daher wird der Marktanteil per Ende 2016 ausgewiesen.

Volumenentwicklung verschiedener Hypothekarmodelle 2013–2017

Raiffeisen lancierte 2017 für Investitionsgüter das Leasingportal RAIlease. Mit dieser Applikation lassen sich Leasinggeschäfte kundenorientierter umsetzen. Eine automatische Prüfung erlaubt schnellere Entscheidungsprozesse. Mit der Einführung von RAIlease kann Raiffeisen nun ihre Vertriebskompetenz im Investitionsgüter-Leasing gewinnbringender einsetzen und positioniert das Firmenkundengeschäft noch stärker im Markt. Das Volumen im Leasinggeschäft konnte 2017 um 13 Prozent gesteigert werden.

Sparen

Die Anzahl Konten ist um 113'171 auf 6'186'956 (+1,9 Prozent) angestiegen, das Volumen von 152,3 Milliarden auf 158,8 Milliarden Franken (+4,3 Prozent). Das Wachstum hat dabei primär im Bereich der Transaktionskonten stattgefunden. Ein grosser Teil des Volumenanstiegs bei Transaktionskonten ist auf eine Volumenverlagerung von Spar- hin zu Transaktionskonten zurückzuführen. Zudem wurden fällige Fest- und Termingeldanlagen aufgrund der tiefen Zinsen oft nicht erneuert, sondern auf Transaktionskonten geparkt. So hat sich das Volumen auf Fest- und Termingeldanlagen von 12,8 Milliarden auf 12,1 Milliarden Franken (-5,1 Prozent) reduziert. Raiffeisen weist einen starken Marktanteil im Sparbereich von rund 13,1 Prozent auf. Im Berichtsjahr hat Raiffeisen aufgrund der Einführung eines neuen Kernbankensystems das letzte physische Sparheft umgewandelt und führt künftig ausschliesslich Sparkonten.

Anlegen

Raiffeisen verzeichnete im Berichtsjahr eine positive Nettoneugeldentwicklung von rund 1,3 Milliarden Franken. Die Anlagefonds entwickelten sich mit einem Plus von 1,2 Milliarden Franken – davon über die Hälfte in Raiffeisen Fonds – sehr erfreulich. Die strukturierten Produkte verzeichneten einen Nettozufluss von rund 100 Millionen Franken. Die Käufe von Direktanlagen übertrafen die Verkäufe um rund 30 Millionen Franken.

Seit 2017 bietet Raiffeisen regionale Aktienbaskets an. Damit können Kunden in regional bekannte und verankerte Unternehmen investieren, die auch global erfolgreich sind und Potenzial besitzen, sich aufgrund ihrer Innovationskraft im aktuell schwierigen Wirtschaftsumfeld zu behaupten. Insgesamt wurden im Berichtsjahr 58 Millionen Franken in diese Trackerzertifikate investiert.

Entwicklung Wertschriftenvolumen

Vorsorgen

Die Anzahl der Säule 3a-Konten ist um 28'020 auf 560'266 gewachsen. Die Einlagen (Konto- und Fondssparen) stiegen dabei um 4,2 Prozent an (+78 Millionen Franken) und betragen neu 1,9 Milliarden Franken. Das Wachstum der Freizügigkeitsgelder fiel verhaltener aus und wurde von diversen externen Faktoren beeinflusst wie dem Arbeitsmarkt, den Pensionskassen und der Verzinsung. Die Einlagen auf Freizügigkeitskonten inklusive Fondssparen sind um 4,7 Prozent gewachsen (+61 Millionen Franken) und betragen neu 1,3 Milliarden Franken. Das allgemein tiefe Zinsniveau hat die Nutzung der Vorsorgeprodukte auch im Berichtsjahr wiederum stark geprägt. Dies zeigte sich in der Steigerung der Anzahl Vorsorgedepots um rund 24,4 Prozent (Säule 3a-Konten) und 15,1 Prozent (Freizügigkeitskonten).

Absichern

Die Nachfrage nach Versicherungsprodukten ist weiterhin intakt, der Umsatz ging allerdings leicht zurück. Ursache waren die Anpassung des technischen Zinssatzes bei den Lebensversicherungen durch die FINMA und die Korrektur bei den Überschüssen in der Altersrenten-Versicherung. Trotzdem konnte ein gutes Ergebnis erzielt werden, was einmal mehr auf die umfassende Beratung bei der Wohnfinanzierung zurückzuführen ist. Im Geschäft mit den Einmalprämien konnte der Rückgang bei der Altersrenten-Versicherung teilweise durch die aufgelegten Tranchenprodukte von Helvetia kompensiert werden.

Prämiensumme Einzelleben (periodische Prämien)

Im Firmenkundengeschäft konnte das Volumen an Garantien im letzten Jahr um 15 Prozent auf 310 Millionen Franken überdurchschnittlich gesteigert werden. Der Ertrag aus Garantien für das Jahr 2017 beläuft sich dabei auf rund 2,6 Millionen Franken. Die positive Entwicklung zeigt, dass Raiffeisen in diesem Bereich mit einem guten Produkt eine kompetenter Partnerin für sämtliche Kundensegmente ist. Damit schafft Raiffeisen Vertrauen bei Kunden und deren Vertragspartnern. Für das Jahr 2018 wird aufgrund des ausgebauten Angebots an Auslandsgarantien eine weitere Steigerung des Volumens erwartet.

Corporate Finance

Der Geschäftsbereich Corporate Finance fokussiert auf Beratungsdienstleistungen für Unternehmen und Unternehmer in den Bereichen Evaluation strategischer Optionen, Mergers & Acquisitions (M&A), Bewertungen und Finanzierungsberatung. Seit 2016 ist der Bereich zudem Partner der MidCap Alliance, eines primär auf Europa und die USA fokussierten internationalen M&A-Netzwerks. Neben Mandaten für Drittkunden hat das M&A-Team auch einige Transaktionen von Raiffeisen Schweiz begleitet.