Geschäftsverlauf von Raiffeisen Schweiz

Raiffeisen Schweiz weist im abgeschlossenen Geschäftsjahr einen Jahresgewinn von 46,8 Millionen Franken aus. Die Bilanzsumme wuchs um 1,7 Milliarden auf 53,6 Milliarden Franken. Innerhalb der Bilanz erfolgten wiederum wesentliche, vor allem liquiditätsbedingte Umschichtungen.

Im Zuge der neuen Kooperationsstrategie wurden im Berichtsjahr weitere Beteiligungen veräussert. So wurden sämtliche Anteile an der Helvetia Holding AG verkauft. Die langjährigen erfolgreichen Geschäftsbeziehungen zwischen Helvetia und Raiffeisen sind vom Verkauf der Beteiligung nicht betroffen. Die Kooperation beim Vertrieb von Helvetia-Versicherungen in den Raiffeisenbanken bleibt bestehen.

Raiffeisen Schweiz und Avaloq stellen ihre Kooperation auf ein neues Fundament und überführen ihre Zusammenarbeit in ein reines Kunden-Lieferanten-Verhältnis. Hierzu wird die Avaloq Group AG per 1. Januar 2019 die verbleibenden 51 Prozent am bisherigen Joint Venture ARIZON Sourcing AG von Raiffeisen Schweiz übernehmen, was zum Entscheid geführt hat, auch die Beteiligung an der Avaloq Group AG zu verkaufen.

Aus dem Verkauf der Beteiligungen resultiert insgesamt ein Gewinn von 104 Millionen Franken.

Raiffeisen Schweiz wurde am 27. Februar 2018 von der Staatsanwaltschaft Zürich III informiert, dass sie ein Strafverfahren gegen den ehemaligen Vorsitzenden der Geschäftsleitung von Raiffeisen Schweiz, Dr. Pierin Vincenz, eröffnet hat. Der Vorwurf lautet auf ungetreue Geschäftsbesorgung im Aduno- und Investnet-Umfeld. Raiffeisen Schweiz ist als Privatklägerin dem oben erwähnten Verfahren beigetreten und hat darüber hinaus Strafantrag gegen Dr. Pierin Vincenz und gegen weitere möglicherweise involvierte Personen eingereicht. Diese Vorgänge haben allerdings keinen Einfluss auf den vorliegenden Jahresabschluss.

Erfolgsrechnung

Erträge aus dem ordentlichen Bankgeschäft

Der Brutto-Erfolg aus dem Zinsengeschäft ist um 2,5 Millionen (+2,1 Prozent) auf 126,1 Millionen Franken angestiegen. Während das Zinsergebnis im Retailgeschäft wie auch im Firmenkunden- und Leasinggeschäft gesteigert werden konnte, fiel der Ergebnisbeitrag der Tresorerie, aus der Liquiditätshaltung und dem Absicherungsgeschäft infolge des sehr tiefen Zinsniveaus weniger hoch aus als im Vorjahr. Die Veränderungen von ausfallrisikobedingten Wertberichtigungen sowie Verlusten aus dem Zinsengeschäft verringerten sich um 12,9 Millionen auf 1,8 Millionen Franken (Anhang 14). Der Netto-Erfolg aus dem Zinsengeschäft betrug 124,3 Millionen Franken, das sind 15,4 Millionen Franken mehr als im Vorjahr.

Der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft (Anhang 23) erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 20,6 Millionen auf 102,5 Millionen Franken. Sämtliche Kommissionserträge konnten im Vergleich zum Vorjahr gesteigert werden. Insbesondere der Ertrag aus dem Wertschriften- und Anlagegeschäft (+47,5 Prozent) sowie der Kommissionsertrag aus dem Kreditgeschäft (+ 64,3 Prozent) haben zu dieser positiven Entwicklung beigetragen. Die wesentlichen Treiber hierfür waren das höhere Transaktionsvolumen sowie das erzielte Nettoneugeld auf den Kollektivanlagen, insbesondere bei den eigenen Raiffeisenfonds. Demgegenüber erhöhte sich der Kommissionsaufwand um 11 Millionen auf 44,3 Millionen Franken.

Der Erfolg aus dem Handelsgeschäft ist um 4,7 Millionen (-5,6 Prozent) auf 79,5 Millionen Franken gesunken (Anhang 24). Das Handelsgeschäft wurde 2017 weiterhin durch die Niedrigzinspolitik der europäischen Zentralbanken (EZB, BoE, SNB) geprägt – die Zinsen tendierten mehrheitlich seitwärts. Die Kapitalmarktzinsen sind trotz erfreulich globalem Wachstum und erfreulicher Weltwirtschaftsentwicklung nicht gestiegen. Die nach wie vor tiefen Zinsen unterstützen die Aktienmärkte, die sich im 2017 sehr positiv entwickelt haben.

Der übrige ordentliche Erfolg konnte erneut markant um 45,5 Millionen (+11,4 Prozent) auf 445,8 Millionen Franken gesteigert werden. Dabei stieg der andere ordentliche Ertrag um 4 Prozent, während der andere ordentliche Aufwand um 24,8 Prozent sank. Aus dem Verkauf von Finanzanlagen erhöhte sich der Ertrag um 17,9 Millionen auf 20,5 Millionen Franken. Hinzu kommt eine weitere Ertragssteigerung um 21,4 Millionen auf 72,7 Millionen Franken mit der ARIZON Sourcing AG. Diese resultiert aus der Entwicklung des neuen Kernbankensystems.

Die kollektiven und strategischen Leistungen von Raiffeisen Schweiz an die Raiffeisenbanken bewegen sich auf dem Vorjahresniveau. Diese werden gemäss internem Reglement über die Finanzierung der Leistungen (Finanzierungskonzept) festgelegt. An der Delegiertenversammlung von Raiffeisen Schweiz erstattet der Verwaltungsrat einen umfassenden Bericht hierzu.

Im anderen ordentlichen Aufwand von 34,2 Millionen Franken sind nebst den Aufwendungen für den Einkauf von IT-Infrastruktur für die Raiffeisenbanken insbesondere auch die Kosten für die Herstellung von Drucksachen für die Raiffeisenbanken ausgewiesen.

Geschäftsaufwand

Der Personalaufwand (Anhang 26) erhöhte sich um 26,4 Millionen (+7,4 Prozent) auf 381,1 Millionen Franken. 5 Millionen Franken wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr in die Raiffeisen Arbeitgeberstiftung eingezahlt (Vorjahr 2,5 Millionen Franken). Der Personalbestand von Raiffeisen Schweiz lag am Ende des Berichtsjahres bei 2‘112 Vollzeitstellen. Die Zunahme von 83 Stellen ist primär auf den Ausbau des Firmenkundengeschäftes zurückzuführen.

Der Sachaufwand (Anhang 27) blieb mit 254,7 Millionen Franken auf dem Niveau des Vorjahres (-0,5 Prozent). Die EDV-Kosten konnten um 6,4 Millionen auf 87,3 Millionen Franken reduziert werden, während der Werbeaufwand und die Rechts- und Beratungskosten jeweils um 2,4 Millionen auf 20,6 Millionen beziehungsweise auf 51,7 Millionen Franken stiegen. Die Kosten aus diesen Shared Services werden den Gruppengesellschaften weiterverrechnet (anderer ordentlicher Ertrag). Der übrige Geschäftsaufwand (Rechts- und Beratungskosten, Werbung, Drittleistungen, Übermittlungskosten, Spesen usw.) fiel mit 129,2 Millionen Franken um 4 Prozent höher aus als im Vorjahr.

Wertberichtigungen auf dem Anlagevermögen

Die ordentlichen Abschreibungen auf den Sachanlagen haben sich um 4,4 Millionen auf 27,5 Millionen Franken reduziert. Infolge des guten Geschäftsabschlusses im Berichtsjahr konnten auf den Sachanlagen ausserordentliche Abschreibungen in Höhe von 35,7 Millionen Franken vorgenommen werden.

Veränderungen von Rückstellungen und übrige Wertberichtigungen sowie Verluste

Der Ausweis der Veränderungen der Rückstellungen für Ausserbilanzgeschäfte, andere Geschäftsrisiken und Prozessaufwände ist im Anhang 14 dargestellt.

Ausserordentlicher Erfolg, Veränderungen von Reserven für allgemeine Bankrisiken und Steuern

Der ausserordentliche Ertrag in der Höhe von 116,3 Millionen Franken (Anhang 28) ergab sich insbesondere aus dem Verkauf der Beteiligungen an der Helvetia Holding AG und an der Avaloq Group AG. Zudem kam es zu einem Realisationsgewinn aus der Veräusserung von Sachanlagen in Höhe von 11,2 Millionen Franken. Die Beteiligung an der Raiffeisen Unternehmerzentrum AG wurde um 1 Million Franken aufgewertet. Den Reserven für allgemeine Bankrisiken wurden 101 Millionen Franken zugewiesen. Der Steueraufwand betrug im Berichtsjahr 5 Millionen Franken.

Jahresgewinn

Der Jahresgewinn wird mit 46,8 Millionen Franken ausgewiesen.

Bilanz

Die Liquiditätssituation der Raiffeisenbanken, hervorgerufen durch die Differenz zwischen dem Zuwachs der Kundengelder und jenem der Ausleihungen, wirkt sich unmittelbar auf die Bilanzsumme und das Bilanzbild von Raiffeisen Schweiz aus. Im abgelaufenen Geschäftsjahr ist die Bilanzsumme um 1,7 Milliarden auf 53,6 Milliarden Franken gestiegen.

Forderungen/Verpflichtungen gegenüber Raiffeisenbanken

Raiffeisen Schweiz weist per Ende 2017 eine Nettoverpflichtung gegenüber den Raiffeisenbanken von 12,9 Milliarden Franken aus (Vorjahr 11,1 Milliarden Franken). Für die Erfüllung der gesetzlichen Liquiditätserfordernisse halten die Raiffeisenbanken Anlagen in der Höhe von 12,6 Milliarden Franken bei Raiffeisen Schweiz.

Forderungen/Verpflichtungen gegenüber anderen Banken

Die Forderungen gegenüber Banken haben im Vergleich zum Vorjahr um 1,3 Milliarden auf 8,2 Milliarden Franken zugenommen. Die Verpflichtungen gegenüber anderen Banken gingen um 0,4 Milliarden auf 13,7 Milliarden Franken zurück.

Forderungen/Verpflichtungen aus Wertpapierfinanzierungsgeschäften

Die Verpflichtungen aus Wertpapierfinanzierungsgeschäften sind um 0,8 Milliarden auf 1,8 Milliarden Franken zurückgegangen. Dabei handelt es sich ausschliesslich um Repo-Transaktionen, bei welchen Geld gegen Sicherheiten aufgenommen wird. Diese Transaktionen dienen dazu, den SNB-Girobestand zu bewirtschaften und sind nur auf dem bezahlten Zins erfolgswirksam. Wertschwankungen der ausgetauschten Sicherheiten sind nicht erfolgswirksam. Die Forderungen aus Wertpapierfinanzierungsgeschäften betrugen 51,4 Millionen Franken.

Kundenausleihungen

Die Kundenausleihungen sind im Berichtsjahr insgesamt um 916,2 Millionen Franken (+8,0 Prozent) auf 12,3 Milliarden Franken angestiegen. Die Niederlassungen von Raiffeisen Schweiz steigerten ihr Ausleihungsvolumen um 591,7 Millionen Franken (+6,1 Prozent) auf 10,3 Milliarden Franken. In den Ausleihungen sind ferner kurzfristige Kredite der Zentralbank an institutionelle Kunden, Ausleihungen an grössere Firmenkunden und das Investitionsgüterleasing-Geschäft enthalten.

Handelsgeschäft

Der Bestand des Handelsgeschäfts beträgt unverändert 1,3 Milliarden Franken (Anhang 3).

Finanzanlagen

Der Wertschriftenbestand in den Finanzanlagen (Anhang 5), vorwiegend erstklassige Obligationen, wird entsprechend den gesetzlichen Liquiditätserfordernissen sowie nach internen Liquiditätszielen verwaltet. Der Buchwert hat sich um 288 Millionen auf 6,3 Milliarden Franken verringert.

Beteiligungen

Der Wert der Beteiligungen (Anhang 6) reduzierte sich im Berichtsjahr um 187,3 Millionen auf 1,1 Milliarden Franken. Massgeblich verantwortlich für diese Entwicklung waren die Verkäufe der Beteiligungen der Helvetia Holding AG und der Avaloq Group AG. Neu hat sich Raiffeisen Schweiz mit 5 Millionen Franken an der Raiffeisen Immo AG beteiligt, eine 100-Prozent-Tochtergesellschaft. Des Weiteren gab es Veränderungen in diversen kleineren Beteiligungen.

Sachanlagen

Die Entwicklung der Sachanlagen ist im Anhang 7.1 dargestellt. Der Buchwert reduzierte sich um 53,8 Millionen auf 195,3 Millionen Franken. Die Reduktion ist vor allem eine Folge der hohen ausserordentlichen Abschreibungen.

Immaterielle Werte

Die Entwicklung der immateriellen Werte ist im Anhang 8 dargestellt.

Kundeneinlagen

Die Kundeneinlagen erhöhten sich um 330 Millionen auf 11 Milliarden Franken. Dabei verzeichneten die Niederlassungen einen Zuwachs von 348 Millionen Franken. Gleichzeitig haben sich die Einlagen von Firmenkunden um 123 Millionen Franken verringert. Diese Abnahme ist im Wesentlichen auf die Negativzinsen zurückzuführen, welche inzwischen an die Firmenkunden weiterverrechnet werden.

Anleihen und Pfandbriefdarlehen

Der Bestand an Anleihen und Pfandbriefdarlehen (Anhang 13) ist im Berichtsjahr um weitere 1,1 Milliarden Franken angestiegen. Die Anleihen von Raiffeisen Schweiz sanken aufgrund der Rückzahlungen zweier Anleihen in 2017 um 528 Millionen auf 3,3 Milliarden Franken. Die Bondkomponenten aus emittierten strukturierten Produkten betragen 1,6 Milliarden Franken. Die nachrangigen Anleihen von Raiffeisen Schweiz in Höhe von 1,7 Milliarden Franken blieben im Bestand nahezu unverändert.

Rückstellungen

Die Rückstellungen (Anhang 14) reduzierten sich um 0,2 Millionen auf 16,7 Millionen Franken.

Reserven für allgemeine Bankrisiken

Die Reserven für allgemeine Bankrisiken wurden im Berichtsjahr um 101 Millionen Franken erhöht. Vom Gesamtbetrag von 259,5 Millionen Franken sind 188,5 Millionen Franken versteuert (Anhang 14).

Eigenkapital

Das Genossenschaftskapital beträgt per Ende Dezember 2017 unverändert 1,7 Milliarden Franken. Das Eigenkapital erhöhte sich auf 2,2 Milliarden Franken.

Ausserbilanzgeschäft

Im Berichtsjahr wurde die Migration der strukturierten Produkte von der Notenstein La Roche Privatbank AG in die neu gegründete Tochtergesellschaft Raiffeisen Switzerland B.V. in Amsterdam abgeschlossen. Die Summe der Eventualverpflichtungen (Anhang 20) ist im Berichtsjahr um 561 Millionen auf 3,2 Milliarden Franken gesunken. Das Kontraktvolumen an derivativen Finanzinstrumenten (Anhang 4) hat sich hingegen um 15,3 Milliarden auf 148,3 Milliarden Franken erhöht. Die Absicherungsgeschäfte für das Bankenbuch reduzierten sich um 4,6 Milliarden auf 39,1 Milliarden Franken. Die positiven Wiederbeschaffungswerte belaufen sich auf 1,6 Milliarden Franken (Vorjahr 1,6 Milliarden Franken), die negativen Wiederbeschaffungswerte auf 1,6 Milliarden Franken (Vorjahr 1,8 Milliarden Franken).

Vergütungsbericht

Der Vergütungsbericht ist im Geschäftsbericht der Raiffeisen Gruppe enthalten.