Bilanz

Die Zunahme der Bilanzsumme um 9,1 Milliarden auf 227,7 Milliarden Franken beruht hauptsächlich auf dem starken Anstieg der Kundenpositionen im Retailgeschäft. Ausgewirkt, wenn auch in weit geringerem Ausmass, hat sich auch der Aufbau von Interbankpositionen im Rahmen der taktischen Liquiditätsbewirtschaftung sowie das Volumenwachstum beim Geschäft mit strukturierten Produkten.

Forderungen/Verpflichtungen gegenüber Banken

Im Rahmen der taktischen Liquiditätsbewirtschaftung wurden beide Positionen stark ausgebaut. Die Forderungen gegenüber Banken erhöhten sich um 1,2 Milliarden auf 8,3 Milliarden Franken. Die Verpflichtungen gegenüber Banken stiegen noch etwas stärker um 1,8 Milliarden auf 12,6 Milliarden Franken.

Forderungen und Verpflichtungen aus Wertpapierfinanzierungsgeschäften

Die Forderungen aus Wertpapierfinanzierungsgeschäften nahmen um beinahe einen Drittel auf 232 Millionen Franken ab. Die Verpflichtungen aus Wertpapierfinanzierungsgeschäften sanken um 399 Millionen auf 2,2 Milliarden Franken. Dabei handelt es sich ausschliesslich um Repo-Transaktionen, bei denen Geld gegen Sicherheiten aufgenommen wird. Die Transaktionen sind nur auf dem bezahlten Zins erfolgswirksam. Wertschwankungen der ausgetauschten Sicherheiten sind nicht erfolgswirksam.

Kundenausleihungen

Das Wachstum der Kundenausleihungen erreichte mit dem Anstieg von 7,1 Milliarden Franken das Vorjahresniveau. Die Entwicklung der beiden Positionen verlief unterschiedlich. Die Forderungen gegenüber Kunden stagnierten bei 7,9 Milliarden Franken. Die Hypothekarforderungen hingegen nahmen um 7,2 Milliarden oder 4,3 Prozent auf 172,6 Milliarden Franken zu. Das Wachstum der Gruppe lag über der Zunahme des inländischen Hypothekarmarktes und der Marktanteil bei inländischen Hypotheken erhöhte sich von 17,2 auf 17,5 Prozent. Sowohl das Wachstum im Berichtsjahr als auch die Verteilung der Bestände waren geografisch breit gestreut.

Das Ausleihungsportfolio der Raiffeisen Gruppe zeigt sich seit Jahren stabil. Rund 90 Prozent der Ausleihungen sind hypothekarisch gedeckt und über 70 Prozent des Volumens liegen bei Privatkunden, welche historisch gesehen auch in Krisenzeiten eine extrem tiefe Ausfallquote haben. Beim Firmenkundengeschäft positioniert sich Raiffeisen im Bereich mittlerer bis guter Bonität. Die zentrale Überwachung stellt eine ausreichende Diversifikation des Firmenkundenportfolios sicher.

Die Wertberichtigungen für Ausfallrisiken nahmen um 16 Millionen auf 208 Millionen Franken ab. Dadurch sank auch das Verhältnis von den Wertberichtigungen zu den Ausleihungen von 0,129 auf 0,115 Prozent.

Handelsgeschäft

Im Handelsgeschäft (Anhang 3.1) verzeichnete die Gruppe eine markante Zunahme von beinahe 1 Milliarde auf 3,9 Milliarden Franken. Während sich die meisten Handelspositionen wenig veränderten, erfolgte bei den Schuldtiteln ein starker Ausbau. Dies ist eine Folge des grossen Wachstums bei den strukturierten Produkten. Mit Obligationen auf der Aktivseite wird das Zinsrisiko der Bondkomponenten der strukturierten Produkte abgesichert. Das Eigenmittelerfordernis für Marktrisiken im Handelsbuch ist im Anhang zur Jahresrechnung im Abschnitt «Marktrisiken» dargestellt.

Finanzanlagen

Der Wertschriftenbestand in den Finanzanlagen (Anhang 5.1 und 5.2) wird entsprechend den gesetzlichen Liquiditätserfordernissen sowie nach internen Liquiditätszielen verwaltet. Er enthält vorwiegend erstklassige Obligationen. Der Bestand sank um 0,4 Milliarden auf 7,6 Milliarden Franken.

Nicht konsolidierte Beteiligungen

Die neue Kooperationsstrategie führte zu einem Verkauf von grösseren Beteiligungsanteilen. Dadurch sank der Buchwert der nicht konsolidierten Beteiligungen (Anhang 6) um 138 Millionen auf 650 Millionen Franken. Die Abgänge aus den Verkäufen summierten sich auf 193 Millionen Franken. Die Raiffeisen Gruppe tätigte keine grösseren Beteiligungszukäufe. Die gemäss Equity-Methode bewerteten Beteiligungen wurden um 55 Millionen Franken aufgewertet.

Sachanlagen

Aufgrund des hohen Aktivierungsbetrags für die Kernbankensysteme nahm der Buchwert der Sachanlagen (Anhang 8) mit 203 Millionen auf 2,8 Milliarden Franken deutlich stärker zu als im Vorjahr. Insgesamt erfolgte im Berichtsjahr eine Aktivierung von Projektkosten in der Höhe 199 Millionen Franken (Vorjahr 111 Millionen Franken). Bei den übrigen Anlagekategorien bewegte sich das Investitionsvolumen praktisch auf Vorjahrsniveau.

Immaterielle Werte

Die immateriellen Werte (Anhang 9) nahmen um 48 Millionen auf 372 Millionen Franken ab. Die bestehenden Goodwill-Positionen wurden planmässig abgeschrieben.

Verpflichtungen aus Kundeneinlagen/Verwaltete Vermögen

Mit einem Zuwachs von 5,8 Milliarden auf 164,1 Milliarden Franken sind die Kundeneinlagen weniger markant angestiegen als im Vorjahr (+8 Milliarden Franken). Das schwächere Wachstum ist zumindest teilweise auf die Umschichtung von Konten- in Wertschriftenbestände zurückzuführen. Das Depotvolumen bei den Raiffeisenbanken und Niederlassungen von Raiffeisen Schweiz erhöhte sich im gleichen Zeitraum um 3,5 Milliarden Franken (Vorjahr +1,3 Milliarden Franken). Die Refinanzierung von Ausleihungen über Kundengelder (inklusive Kassenobligationen) bleibt mit 91,3 Prozent (Vorjahr 91,9 Prozent) komfortabel.

Der stärkere Anstieg beim Depotvolumen kompensierte zu einem grossen Teil das schwächere Wachstum bei den Kundeneinlagen. Die verwalteten Vermögen nahmen auf Stufe Gruppe um 6,8 Milliarden auf knapp 210 Milliarden Franken zu. Aufgrund der Fokussierung der Notenstein La Roche Privatbank AG auf den Heimmarkt Schweiz und einige wenige internationale Zielmärkte erfolgte im vierten Quartal der Verkauf des gesamten Osteuropa-Portfolios. Dies führte zu einem Abfluss von verwalteten Vermögen in der Höhe von 2,1 Milliarden Franken.

Verpflichtungen aus übrigen Finanzinstrumenten mit Fair-Value-Bewertung

Im Rahmen der strategischen Weiterentwicklung der Notenstein La Roche Privatbank AG erfolgte Mitte 2017 die Übertragung sämtlicher offener strukturierter Produkte an Raiffeisen. Neue strukturierte Produkte wurden seit diesem Zeitpunkt ausschliesslich durch Raiffeisen Schweiz sowie Raiffeisen Switzerland B.V. Amsterdam emittiert. Die durch Raiffeisen Switzerland B.V. emittierten Produkte werden zum Marktwert bilanziert und in dieser Bilanzposition ausgewiesen. Das rasante Wachstum bei diesen strukturierten Anlagelösungen setzte sich auch im Berichtsjahr fort. Der Bestand erhöhte sich um 946 Millionen oder 57,9 Prozent auf 2,6 Milliarden Franken (Anhang 13).

Die durch Raiffeisen Schweiz emittierten strukturierten Produkte werden bilanzmässig unterschiedlich behandelt. Die Basisinstrumente der Produkte werden zum Nominal in den «Anleihen und Pfandbriefdarlehen» bilanziert. Die Derivativkomponenten der Produkte werden zum Marktwert in den positiven respektive negativen Wiederbeschaffungswerten ausgewiesen.

Anleihen und Pfandbriefdarlehen

Im Vergleich zu den Vorjahren nur moderat um 315 Millionen auf 25,9 Milliarden Franken angestiegen ist der Bestand an Anleihen und Pfandbriefdarlehen (Anhang 14). Die Pfandbriefdarlehen, welche eine ideale Ergänzung zur Refinanzierung der Ausleihungen sowie ein flexibles Element zur Steuerung der Fristigkeiten auf der Passivseite darstellen, nahmen um knapp 1 Milliarde auf 21,0 Milliarden Franken zu. Die Anleihen von Raiffeisen Schweiz sanken aufgrund der Rückzahlung zweier Anleihen in 2017 um 528 Millionen auf 3,3 Milliarden Franken. Die von Raiffeisen Schweiz emittierten strukturierten Produkte nahmen leicht auf 1,6 Milliarden Franken ab.

Rückstellungen

Die Rückstellungen (Anhang 15) stiegen um 45 Millionen auf 949 Millionen Franken. Die Zunahme ist fast vollständig auf die zusätzliche Bildung von latenten Steuern zurückzuführen. Die Rückstellungen für latente Steuern betrugen nach einem Anstieg von 56 Millionen Franken per Ende Berichtsjahr 907 Millionen Franken. Die im Vorjahr bei der Notenstein La Roche Privatbank AG gebildeten Restrukturierungsrückstellungen im Zusammenhang mit dem Verkauf der Vescore AG wurden vollständig verwendet oder erfolgswirksam aufgelöst. Keine grösseren Veränderungen ergaben sich bei den anderen Rückstellungskategorien.

Eigenmittel/Eigenkapital

Der Bundesrat hat in der Zwischenzeit im Rahmen eines Evaluationsberichts die erwarteten zusätzlichen Anforderungen für inländisch systemrelevante Banken für den Sanierungs- und Liquidationsfall («Gone-Concern») bekanntgegeben. Raiffeisen muss die zusätzlichen Anforderungen voraussichtlich ab 2025 erfüllen. Die Gruppe geht davon aus, dass sie diese höheren TLAC-Anforderungen («Too-big-to-fail»-Bestimmungen) dank der hohen Gewinnthesaurierung ohne zusätzliche Massnahmen innerhalb der Übergangsfrist erfüllen wird.

Die gegenwärtig noch gültige Anforderung an die risikogewichtete Kapitalquote für Raiffeisen als inländisch systemrelevante Bank beträgt 14,4 Prozent. Mit einer Gesamtkapitalquote von 17,0 Prozent übertrifft die Gruppe diese «Going-Concern»-Anforderungen deutlich. Sogar die CET1-Quote liegt mit 15,9 Prozent bereits klar über der aktuellen «Going-Concern»-Anforderung. Mit einer Leverage Ratio von 7,1 Prozent übertrifft Raiffeisen sowohl die aktuellen «Going-Concern»-Anforderungen als auch die zukünftige TLAC-Leverage Ratio.

Das Eigenkapital mit Minderheitsanteilen (Eigenkapitalnachweis und Anhang 16) erhöhte sich markant um 1,3 Milliarden oder 9,1 Prozent auf 15,7 Milliarden Franken. Die hohe Gewinnthesaurierung sowie der rekordhohe Gruppengewinn trugen massgeblich zur Stärkung der Eigenkapitalbasis bei. Das Genossenschaftskapital erhöhte sich vor allem aufgrund der nach wie vor beliebten Zeichnung von zusätzlichen Genossenschafts-Anteilscheinen in der Höhe von 360 Millionen Franken (Vorjahr 343 Millionen Franken) auf knapp 2,0 Milliarden Franken. Erstmals bildete die Raiffeisen Gruppe aufgrund des hervorragenden Geschäftsverlaufs auf Stufe Gruppe Reserven für allgemeine Bankrisiken in der Höhe von 80 Millionen Franken.