Erfolgsrechnung

Erträge aus dem operativen Bankgeschäft

Wie bereits erwähnt, sind sämtliche Ertragspositionen im Vergleich zum Vorjahr angestiegen. Besonders zugelegt hat die Gruppe im Bereich Kommissions- und Dienstleistungsertrag sowie beim übrigen ordentlichen Erfolg. Mit 3,31 Milliarden Franken erreichte der Geschäftsertrag einen Höchstwert, der zumindest auf kurze Frist nur schwer zu übertreffen sein wird. Das operative Geschäft wird weiter zulegen, doch die im übrigen ordentlichen Erfolg enthaltenen Aktivierungsbeträge werden aufgrund des Projektabschlusses in 2018 (Einführung Kernbankensystem) nicht mehr die Höhe des Berichtsjahres erreichen.

Das Zinsengeschäft entwickelte sich trotz der schwierigen Umstände solid. Der Bruttoerfolg aus dem Zinsengeschäft nahm um 21 Millionen (+0,9 Prozent) auf 2,251 Milliarden Franken zu. Das Zinsumfeld blieb herausfordernd und die Zinsmarge verringerte sich um weitere 4 Basispunkte auf 1,02 Prozent. Es gab wenig Spielraum in Bezug auf die Zinsgestaltung. Während das Zinsergebnis im Retailgeschäft gesteigert werden konnte, fiel der Ergebnisbeitrag aus der zentralen Liquiditätshaltung und dem Absicherungsgeschäft weniger hoch aus als im Vorjahr. Raiffeisen verzichtete weiterhin auf die Weitergabe der Negativzinsen an Privatkunden. Die aktuelle Tiefzinsphase trifft alle Banken, entsprechend intensiv gestaltete sich der Konkurrenzkampf. Das Eintreten von weiteren Finanzdienstleistern wie Versicherungen und Pensionskassen in das Hypothekengeschäft hat zudem den Wettbewerbsdruck weiter verschärft. Die Raiffeisenbanken und Niederlassungen von Raiffeisen Schweiz haben diesem Negativtrend standgehalten. Sie verzeichneten durch erfolgreiche Arbeit an der Front, gepaart mit lokaler Nähe und Kenntnissen der Marktverhältnisse, ein markantes Wachstum des Geschäftsvolumens, welches zu diesem soliden Wachstum des Zinsengeschäfts geführt hat.

Die Position «Veränderungen für Wertberichtigungen aus Kreditrisiken sowie Verlusten aus dem Zinsengeschäft» reduzierte sich um 8 Millionen auf noch 2 Millionen Franken. Im Vergleich zum Vorjahr konnten grössere Wertberichtigungspositionen erfolgswirksam aufgelöst werden. Der Netto-Erfolg aus dem Zinsengeschäft erhöhte sich dadurch um 29 Millionen auf 2,248 Milliarden Franken.

Gestützt durch die positive Entwicklung der Finanzmärkte, dem erfreulichen Nettogeldzufluss sowie dem hohen Volumenanstieg beim Dienstleistungsgeschäft entwickelte sich der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft (Anhang 22) mit einer Zunahme von 28 Millionen Franken auf 494 Millionen Franken sehr positiv. Dabei muss berücksichtigt werden, dass im Vorjahr noch ein Nettoertrag von 23 Millionen Franken aus der verkauften Gruppengesellschaft Vescore AG enthalten war. Ein grosser Teil des Anstiegs beim Wertschriften- und Anlagegeschäft ist auf das starke Ergebnis bei den Courtagen zurückzuführen. Aufgrund der höheren Volumen haben aber auch die bestandesabhängigen Erträge zugenommen. Beim übrigen Dienstleistungsgeschäft erhöhten sich vor allem die Erträge aus dem Zahlungsverkehr.

Bei der Zunahme des Kommissionsertrages aus dem Wertschriften- und Anlagegeschäft von 67 Millionen Franken sowie der Zunahme beim Kommissionsaufwand von 62 Millionen Franken ist zu berücksichtigen, dass die Kommissionen aus der Emission von Strukturierten Produkten im Geschäftsjahr vollumfänglich brutto dargestellt sind. Im Vorjahr sind einzelne Kommissionskomponenten netto dargestellt, da der Vertriebsablauf im Vorjahr unterschiedlich ausgestaltet war.

Leicht zugelegt (+2 Millionen auf 230 Millionen Franken) hat der Erfolg aus dem Handelsgeschäft (Anhang 23.1/23.2). Dies ist hauptsächlich auf den Devisen- und Sortenhandel zurückzuführen. Auch beim Aktienhandel erzielte die Gruppe ein solides Ergebnis. Im Gegensatz dazu gestaltete sich der Handel mit Zinsprodukten im abgelaufenen Geschäftsjahr schwieriger.

Wie bereits an anderer Stelle erwähnt, führte vor allem die Aktivierung von insgesamt 199 Millionen Franken (Vorjahr 111 Millionen Franken) zum markanten Anstieg der Position «Übriger ordentlicher Erfolg» auf 337 Millionen Franken. Aufgrund des Verkaufs eines grösseren Portfolios von Finanzanlagen stieg der «Erfolg aus der Veräusserung von Finanzanlagen» ebenfalls deutlich um 24 Millionen Franken. Die Zunahme beim «Beteiligungsertrag» (+22 Millionen Franken) resultierte zum grössten Teil aus der Höherbewertung der nach der Equity-Methode bewerteten Beteiligungen.

Geschäftsaufwand

Moderater als im Vorjahr entwickelte sich der Geschäftsaufwand. Mit der Zunahme von 26 Millionen Franken (Vorjahr +100 Millionen Franken) auf 2,013 Milliarden Franken überschritten die Kosten erstmals die Marke von 2 Milliarden Franken. Nachdem die Einführung des neuen Kernbankensystems bei den Raiffeisenbanken 2018 abgeschlossen sein sollte, rechnet die Gruppe damit, dass die Kosten im nächsten Jahr nicht weiter ansteigen werden. Da der Geschäftsertrag stark und der Geschäftsaufwand nur leicht angestiegen sind, sank die Cost-Income-Ratio markant von 63,9 auf 60,8 Prozent.

Personalaufwand

Der Personalaufwand (Anhang 26) ist um 14 Millionen (+1,0 Prozent) auf 1,395 Milliarden Franken angestiegen. Der stärkste Anstieg erfolgte bei den Personalnebenkosten für temporäres Personal zur Unterstützung der Projektarbeiten. Im Retailgeschäft (Raiffeisenbanken und Niederlassungen von Raiffeisen Schweiz) erhöhte sich die Anzahl Vollzeitstellen um 98. Auf Stufe Gruppe ergab sich eine Zunahme von 136 auf 9‘411 Vollzeitstellen.

Entwicklung Personalaufwand und Personalaufwand pro Personaleinheit

Sachaufwand

Ähnlich moderat verlief der Anstieg beim Sachaufwand (Anhang 27), der eine Höhe von 618 Millionen Franken erreichte. Die Zunahme betrug 12 Millionen Franken (+1,9 Prozent). Das Kostenwachstum ist beim übrigen Geschäftsaufwand angefallen. Ein starker Kostenschub erfolgte bei Beratungsdienstleistungen, welche sehr projektgetrieben sind und mit über 65 Millionen Franken im Berichtsjahr einen Höchststand erreicht haben.

Sachinvestitionen der Raiffeisen Gruppe 2013–2017 nach Kategorien

Nettoinvestitionen, in Mio. CHF

2013

2014

2015

2016

2017

Bankgebäude

89

56

92

83

76

Andere Liegenschaften

2

2

2

8

10

Um- und Einbauten in fremden Räumlichkeiten

19

18

17

15

11

Informatik-Hardware

19

13

22

17

15

Informatik-Software

11

34

65

129

208

Bancomat

9

8

4

7

9

Mobiliar

5

3

5

5

4

Einrichtungen

11

4

3

5

8

Büromaschinen, Fahrzeuge, Sicherheitseinrichtungen

9

5

7

7

3

Total Nettoinvestitionen

174

143

217

276

344

Sachinvestitionen der Raiffeisen Gruppe 2013–2017 nach Regionen

Nettoinvestitionen, in Mio. CHF

2013

2014

2015

2016

2017

Région lémanique

15

18

21

15

16

Espace Mittelland

28

17

29

32

35

Nordwestschweiz und Zürich

26

24

21

35

29

Ostschweiz*

82

65

124

168

227

Zentralschweiz

11

12

7

16

21

Tessin

12

7

15

10

16

Total

174

143

217

276

344

* inkl. zentrale Investitionen Raiffeisen Schweiz

Wertberichtigungen auf Beteiligungen sowie Abschreibungen auf Sachanlagen und immateriellen Werten

Die Position ist im Vorjahresvergleich stark um 72 Millionen Franken auf 188 Millionen Franken gesunken. Dies ist in erster Linie darauf zurückzuführen, dass im Vorjahr auf der Leonteq-Beteiligung Wertberichtigungen von insgesamt 69 Millionen Franken vorgenommen werden mussten. Die Abschreibungen auf dem Goodwill und übrigen immateriellen Werten erreichten in 2017 noch eine Höhe von 41 Millionen Franken. Die Abschreibungen auf Sachanlagen beliefen sich auf 141 Millionen Franken und waren damit etwas tiefer als noch im Vorjahr. Aufgrund der Einführung des neuen Kernbankensystems bei Notenstein La Roche Privatbank AG erfolgte im vierten Quartal des Berichtsjahres plangemäss eine erste Abschreibung. Die Abschreibungsdauer der neuen Bankenplattform ist auf zehn Jahre ausgelegt.

Veränderungen von Rückstellungen und übrigen Wertberichtigungen sowie Verluste

Die nicht im Zusammenhang mit Kreditgeschäften stehenden Verluste beliefen sich auf 2,2 Millionen Franken (Vorjahr 1,5 Millionen Franken). Bei den Rückstellungen und übrigen Wertberichtigungen erfolgte netto eine Auflösung von 2,7 Millionen Franken. Bei den Restrukturierungsrückstellungen konnten grössere Positionen bei der Notenstein La Roche Privatbank AG und Raiffeisen Schweiz erfolgswirksam aufgelöst werden. In der Summe ergibt das auf der Position einen Erfolg von 0,5 Millionen Franken, also eine Aufwandsminderung. Im Vorjahr war unter anderem aufgrund der Netto-Neubildung von Restrukturierungsrückstellungen noch ein Aufwand von 6,0 Millionen Franken verbucht worden.

Ausserordentlicher Ertrag und Aufwand

Noch in höherem Mass als im Vorjahr profitierte die Gruppe im Berichtsjahr von einem hohen Erfolg aus Beteiligungsverkäufen. Aus dem Verkauf der Beteiligungen an der Helvetia Holding AG und Avaloq Group AG resultierte ein Erfolg von 104 Millionen Franken. Der ausserordentliche Ertrag (Anhang 28) erreichte so eine Höhe von 119 Millionen Franken (+44 Millionen Franken).

Steuern

Aufgrund des ausgezeichneten Geschäftsverlaufs erhöhten sich auch die Steuern (Anhang 29) stark um 60 Millionen auf 233 Millionen Franken. Darin enthalten sind die Aufwände der Einzelgesellschaften für laufende Steuern in der Höhe von 177 Millionen Franken. Für latente Steuern mussten die Rückstellungen um 56 Millionen Franken erhöht werden.