Nachhaltigkeits-Management

Nachhaltigkeit ist einer von vier Unternehmenswerten von Raiffeisen. Die genossenschaftliche Bankengruppe greift dementsprechend Chancen und Herausforderungen aus Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt aktiv auf und engagiert sich für einen gesunden Werkplatz Schweiz. Als der Nachhaltigkeit verpflichtete Bank nutzt Raiffeisen ihre Kernkompetenz insbesondere dazu, Genossenschafterinnen und Genossenschafter sowie Kundinnen und Kunden mit nachhaltigen Finanzprodukten zu versorgen. Mit Erfolg: Bereits heute werden über 50 Prozent der in Raiffeisen Fonds angelegten Gelder nachhaltig investiert. Zudem hat Raiffeisen in einer vom WWF durchgeführten Studie zur Nachhaltigkeit im Schweizer Retailbanking aus dem Jahr 2017 zusammen mit zwei weiteren Banken am besten abgeschnitten. Gleichzeitig sieht Raiffeisen Potenzial für eine noch stärkere Ausrichtung des Kerngeschäfts auf Nachhaltigkeit.

Die Verantwortung für die Nachhaltigkeitsstrategie der Raiffeisen Gruppe trägt die Geschäftsleitung von Raiffeisen Schweiz. Die Aktivitäten im Bereich Nachhaltigkeit werden im Generalsekretariat von Raiffeisen Schweiz vom Corporate Social Responsibility (CSR) gebündelt. CSR agiert als Kompetenzzentrum und Impulsgeber im Bereich Nachhaltigkeit und hat die Aufgabe, die Nachhaltigkeitsstrategie weiterzuentwickeln und daraus abgeleitete Massnahmen und Prozesse in den operativen Bereichen von Raiffeisen Schweiz und den 255 Raiffeisenbanken zu verankern.

Kernelemente der Nachhaltigkeitsberichterstattung bilden der GRI-Inhaltsindex und die Wesentlichkeitsmatrix. Der GRI-Inhaltsindex ist im Internet unter raiffeisen.ch/csr verfügbar. Darüber hinaus beleuchtet dieser Bericht das Engagement von Raiffeisen zugunsten der Gesellschaft, den Dialog mit Anspruchsgruppen, den Umgang mit Risiken im Bereich Umwelt und Gesellschaft sowie Resultate der nachhaltigen Betriebsführung.

Wesentlichkeitsmatrix

Die Wesentlichkeitsmatrix bildet verschiedene Nachhaltigkeitsthemen nach ihrer Relevanz für Raiffeisen und verschiedene Anspruchsgruppen ab. Je relevanter ein Thema sowohl für die Anspruchsgruppen wie auch für Raiffeisen ist, desto stärker ist dessen Gewichtung bei der Nachhaltigkeitsstrategieentwicklung und bei deren Umsetzung. Die Matrix stellt eine Momentaufnahme dar und ist zugleich eine Prognose der künftigen Relevanz der einzelnen Themen.

Schlüsselpersonen von Raiffeisen Schweiz sowie unabhängige externe Spezialisten haben zuletzt im Jahr 2015 eine Wesentlichkeitsanalyse durchgeführt. Diese hat bis im Berichtsjahr ihre Gültigkeit bewahrt und wird im Jahr 2018 grundlegend überarbeitet. Die Wesentlichkeitsmatrix 2015 identifiziert folgende Themen als besonders relevant:

  • Marke
  • Kundenzufriedenheit
  • Finanzielle Unabhängigkeit und Stabilität
  • Grundwerte
  • Digitale Transformation
  • Genossenschaftsmodell
  • Bedürfnisgerechtes Produkt- und Dienstleistungsangebot

Marke

Nachhaltigkeit hat für Raiffeisen höchste Priorität. Der Marke Raiffeisen wird dementsprechend Sorge getragen.

Die von Raiffeisen seit 2006 jährlich durchgeführte Markentracking-Studie zeigt, dass für die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung Raiffeisen auch im Jahr 2017 die stärkste und sympathischste Bankenmarke der Schweiz war. Zudem wurden dem genossenschaftlichen Unternehmen im Konkurrenzvergleich erneut hohe Werte in Bezug auf Nähe und Nachhaltigkeit attestiert. Die Reputation, die regionale Verankerung und die Vertrauenswürdigkeit der Raiffeisenbanken wurden ebenfalls als hoch eingestuft.

Auch was den Beitrag zum Gemeinwohl in der Schweiz betrifft, wurde Raiffeisen 2017 als Branchenleaderin wahrgenommen. Dies zeigt der von der Universität St.Gallen erstellte Gemeinwohlatlas Schweiz.

Kundenzufriedenheit und Preis-Leistungs-Verhältnis

Kunden sind zufrieden, wenn Beratung und Preis-Leistungs-Verhältnis ihren Anforderungen entsprechen.

Bei der national erhobenen Kundenzufriedenheit konnte Raiffeisen 2017 ihre Position behaupten: Hohe Zufriedenheit der Hauptbankkunden, führende Position gegenüber anderen Banken und im Branchenvergleich höchste Zufriedenheit mit der Beratungsqualität. Auch im Berichtsjahr hätten 80 Prozent der Hauptbankkunden Raiffeisen einem Bekannten weiterempfohlen.

Finanzielle Unabhängigkeit und Stabilität

Raiffeisen ist eine wichtige Akteurin im Wirtschaftskreislauf, und die finanzielle Stabilität von Raiffeisen als systemrelevante Bankengruppe ist von höchster Bedeutung für die Schweizer Wirtschaft. Raiffeisenbanken schützen die Gelder ihrer Genossenschafter und Kunden und unterstützen den Wirtschaftskreislauf. Mit dem Grundsatz «Sicherheit vor Rentabilität vor Wachstum» strebt Raiffeisen bei höchster Sicherheit eine tiefe Cost-Income-Ratio (Verhältnis der Kosten zum Ertrag) an. Diese konnte im Berichtsjahr erneut verbessert werden.

Raiffeisen gehörte 2017 weiterhin zu den sichersten Banken der Schweiz und geniesst seit Jahren ein konstant hohes Rating Aa2 von Moody's (mit stabilem Ausblick). Der Zusammenschluss der Raiffeisenbanken im Genossenschaftsverbund mit gruppenweiter Risikosteuerung stellt eine starke, solidarische und seit Jahren profitable Risikogemeinschaft dar. Abhängigkeiten von Mehrheitsbeteiligungen gibt es bei Raiffeisen nicht: Jeder Genossenschafter hat nur eine Stimme.

Grundwerte

Das genossenschaftliche und wertebasierte Geschäftsmodell bildet den Kern der Raiffeisen Gruppe. Die Grundwerte «Glaubwürdigkeit», «Nachhaltigkeit», «Nähe» und «Unternehmertum» sind bei Raiffeisen die Basis für die Geschäftstätigkeit und das Verhältnis zu den Mitarbeitenden. Dabei steht nicht die kurzfristige Gewinnmaximierung im Fokus, sondern das langfristige Wohl der Genossenschafter.

Im Berichtsjahr überprüfte Raiffeisen Schweiz gemeinsam mit den Raiffeisenbanken die auf diesen vier Grundwerten basierende Vision und Mission der Raiffeisen Gruppe. Die strategischen Stossrichtungen werden von der Geschäftsleitung und vom Verwaltungsrat von Raiffeisen Schweiz definiert und gelten gruppenweit. Jede Raiffeisenbank passt die Strategie bei ihrer Umsetzung auf die lokalen Begebenheiten an und agiert als selbstständiges Unternehmen innerhalb der gruppenweit gültigen Grundstrategie eigenverantwortlich.

Digitale Transformation

Raiffeisen sieht in der digitalen Transformation nicht nur Chancen für das Bankgeschäft, sondern auch für die Weiterentwicklung des Genossenschaftsmodells.

Mit der konsequenten und nachhaltigen Ausrichtung auf die digitale Zukunft konnte Raiffeisen das Angebot an digitalen Dienstleistungen weiter ausbauen. Die Erneuerung des Kernbankensystems bildet dazu die Basis für weitere Digitalisierungsvorhaben. Raiffeisen-Kunden profitieren nicht nur vom dichtesten Bankstellennetz der Schweiz, sondern auch von immer differenzierteren digitalen Kanälen.

Zudem fördert das RAI Lab eine lebendige Innovationskultur bei Raiffeisen und ist der Impulsgeber für Innovationen sowie neue Geschäftsmodelle. Ein Beispiel ist die «Innovation Challenge», an der über 100 Mitarbeitende während zweier Tage innovative Ideen für die Raiffeisen erarbeitet haben.

Für Raiffeisen-Mitarbeitende schafft die moderne IT-Infrastruktur die Voraussetzung für zeitgemässe, attraktive Arbeitskonzepte.

Genossenschaftsmodell

Dialog und Partizipation sind wichtige Charakterzüge des genossenschaftlichen Gesellschaftsmodells. Das Mitspracherecht der Genossenschafterinnen und Genossenschafter sowie das Kopfstimmenprinzip gewährleisten demokratische Entscheidungsprozesse, beugen der Dominanz einzelner Interessen vor und begünstigen die langfristige und nachhaltige Ausrichtung der Bank.

Die Raiffeisenbanken haben auch im Berichtsjahr das Genossenschaftsmodell aktiv gelebt. Rund 400‘000 Genossenschafterinnen und Genossenschafter haben an einer Generalversammlung der verschiedenen Raiffeisenbanken teilgenommen. Dort hatten sie die Möglichkeit, über die Geschäftspolitik der einzelnen Raiffeisenbanken zu bestimmen.

Bedürfnisgerechtes Produkt- und Dienstleistungsangebot

Ein bedürfnisgerechtes Produkt- und Dienstleistungsangebot ist eine Grundvoraussetzung für ein nachhaltiges Bestehen am Markt. Gerade als Genossenschaft haben die Ansprüche der Mitglieder höchsten Stellenwert.

Auch im Berichtsjahr hat Raiffeisen Schweiz neue Produkte und Dienstleistungen eingeführt und sich so den ändernden Kundenbedürfnissen angepasst.

Die Nachfrage nach Futura Anlagefonds ist auch im Berichtsjahr weiter angestiegen. Sie konnten Nettomittelzuflüsse in der Höhe von 831,1 Millionen Franken verzeichnen. Unter Berücksichtigung der Marktbewegungen stieg das Volumen der Futura Anlagefonds sogar um 1,2 Milliarden Franken auf rund 5,86 Milliarden Franken. Das entspricht einer Steigerung um 26,2 Prozent, verglichen mit 13,9 Prozent bei den restlichen, konventionellen Produkten. Der Anteil der Futura Anlagefonds am gesamten Raiffeisen-Fondsvolumen stieg dementsprechend von 53,7 Prozent auf 59,3 Prozent. Über 1‘500 Kundinnen und Kunden entschieden sich 2017 für eine optimale Investitionsplanung, indem sie eine Wohneigentumsberatung mit einer energetischen Immobilienbewertung (eValo) beansprucht haben. Mehr zu nachhaltigen Produkten von Raiffeisen finden Sie unter www.raiffeisen.ch/nachhaltigkeit.

Gesellschaftliches Engagement

Sowohl auf nationaler als auch auf regionaler Ebene engagiert sich Raiffeisen seit Jahrzehnten für einen gesunden Wirtschaftskreislauf und ein vielfältiges gesellschaftliches Leben. Sie unterstützt in allen Regionen Vereine, die sich für die kulturelle, sportliche, musikalische und soziale Vielfalt einsetzen. Das gesamte Sponsoring-Engagement der Raiffeisen Gruppe beträgt rund 30 Millionen Franken pro Jahr.

Mit dem Programm «MemberPlus» bietet Raiffeisen ihren Privat- und Firmenkundenmitgliedern Mehrwert. Mitglieder reisten im Rahmen des Sommer-Mitgliederangebots im Berichtsjahr ins Tessin, nahmen zu vergünstigten Preisen an Konzerten und anderen kulturellen Anlässen teil und besuchten kostenlos mehr als 600‘000 Mal über 500 Museen in der ganzen Schweiz. Firmenkundenmitglieder profitierten von Angeboten für Kunden- oder Mitarbeiteranlässe, Energieberatungen und konnten an Anlässen der Raiffeisen Unternehmerzentren teilnehmen.

Im Jahr 2017 nutzten Raiffeisen-Mitglieder über eine Million Mal eines der Angebote. Neben einem Mehrwert für die Genossenschafterinnen und Genossenschafter generierte Raiffeisen mit den erwähnten Programmen auch signifikante Impulse für den Tourismus und die Wirtschaft in der Schweiz.

Im Rahmen des Sportengagements ist Raiffeisen seit 2005 Partnerin von Swiss-Ski und unterstützt zahlreiche lokale Skiverbände und Skiklubs. Im Fussball unterstützt Raiffeisen seit 2012 die Raiffeisen Super League als Hauptsponsorin, über 90 Raiffeisen Football Camps und die Super League Family Days. Auch bei den Special Olympics Switzerland engagierte sich Raiffeisen in den Sportarten Fussball und Schneesport. Als Partnerin unterstützt Raiffeisen zudem das Projekt «Radio Blind Power», das dank Audiodeskription Spiele der Raiffeisen Super League auch für Sehbehinderte erlebbar macht. Insgesamt hat Raiffeisen im Berichtsjahr über 1 Million Franken Fördergelder an über 20'000 Nachwuchssportler vergeben.

Mit der Projekt- und Spendenfinanzierungsplattform «lokalhelden.ch» stellt Raiffeisen zudem seit 2017 eine kostenlose Plattform für die Finanzierung von lokalen Projekten zur Verfügung, über welche bereits über 2 Millionen Franken Spendengelder gesammelt werden konnten. Fünf dieser Projekte werden auf raiffeisen.ch/geschaeftsbericht näher beschrieben.

Auch Raiffeisen-Mitarbeitende engagieren sich in verschiedenen gemeinnützigen Projekten. Im Rahmen des auf Kompetenzspenden beruhenden Corporate Volunteering-Programms «Raiffeisen Community Engagement» wurden im Berichtsjahr zehn Non-Profit-Organisationen bei konkreten Problemstellungen mit sozialen, ökologischen und regionalwirtschaftlichen Themenschwerpunkten unterstützt.

Schliesslich leistet Raiffeisen auch einen Beitrag zur Finanzierung des Schweizer Gemeinwesens. Einerseits geschieht dies unmittelbar durch Steuern und Abgaben, andererseits mittelbar durch die Verzinsung der Anteilscheine von Mitgliedern sowie – in weit grösserem Ausmass – durch die Schaffung von lokalen Arbeitsplätzen.

Nachhaltige Betriebsführung

Auch bei der Betriebsführung und beim Bezug von Waren und Dienstleistungen achtet Raiffeisen auf soziale und ökologische Nachhaltigkeit entlang der Wertschöpfungskette.

Wertschöpfungsrechnung

 

Berichtsjahr in Mio. CHF

Vorjahr in Mio. CHF

Berichtsjahr in %

Vorjahr in %

Entstehung der Wertschöpfung

 

 

 

 

Unternehmensleistung (= Geschäftsertrag)

3’310

3’108

100,0

100,0

Sachaufwand

-618

-606

18,7

19,5

Ausserordentlicher Ertrag

119

75

3,6

2,4

Ausserordentlicher Aufwand

-4

-4

-0,1

-0,1

Bruttowertschöpfung

2’807

2’573

84,8

82,8

Wertberichtigungen auf Beteiligungen und Abschreibungen auf Sachanlagen und immateriellen Werten

-188

-260

5,7

8,4

Veränderungen von Rückstellungen und übrigen Wertberichtigungen sowie Verluste

1

-6

-0,0

0,2

Nettowertschöpfung

2’620

2’307

79,2

74,2

Verteilung der Wertschöpfung

 

 

 

 

Mitarbeitende (Personalaufwand)

1’395

1’380

53,2

59,8

Genossenschafter (Anteilscheinverzinsung: Vorschlag an GV)

51

44

1,9

1,9

Öffentliche Hand

233

174

8,9

7,5

davon bezahlte Ertragssteuern

177

153

6,8

6,6

davon Bildung/Auflösung Rückstellung für latente Steuern

56

21

2,1

0,9

Stärkung der Reserven (Selbstfinanzierung)

941

709

35,9

30,7

Total

2’620

2’307

100,0

100,0

Kennzahlen zur Wertschöpfung

 

 

 

 

Bruttowertschöpfung pro Vollzeitstelle in 1000 CHF*

300

277

 

 

Nettowertschöpfung pro Vollzeitstelle in 1000 CHF*

280

249

 

 

Anzahl Vollzeitstellen (Durchschnitt)

9’343

9’281

 

 

* Auf dem durchschnittlichen Personalbestand berechnet.

Die Nachhaltigkeit in der Lieferkette und beim Outsourcing an Partnerorganisationen wurde auch im Berichtsjahr durch spezifische, laufend aktualisierte Grundsätze und Kriterien sichergestellt. Lieferanten und Partnerorganisationen von Raiffeisen müssen neben ökonomischen also auch Umwelt- und Sozialkriterien erfüllen.

Die Treibhausgasbilanz basiert seit 2017 auf einer neuen Berechnungsgrundlage und beläuft sich neu auf 14'552 Tonnen CO2-Äquivalenten. Mit Anwendung der neuen Berechnungsgrundlage sanken die Emissionen bereinigt um 2‘484 Tonnen (15 Prozent) im Vergleich zum Vorjahr. Pro Mitarbeitenden (Vollzeitäquivalent) messen die Emissionen 1,499 Tonnen CO2 in der Berichtsperiode. Bis 2020 will Raiffeisen die CO2-Emissionen gegenüber dem Stand von 2012 um 30 Prozent reduzieren. Treibhausgasemissionen werden bei Raiffeisen vorwiegend durch Gebäudeenergieverbrauch (Strom und Heizenergie) und Geschäftsverkehr (Auto, öffentlicher Verkehr und Flugverkehr) verursacht.

Der Verbrauch von Gebäudeenergie in der Raiffeisen Gruppe blieb stabil zum Vorjahr. Heute beträgt dieser 72,4 Gigawattstunden, das entspricht 7'455 Kilowattstunden pro Mitarbeitenden Vollzeitäquivalent. Die ausgewiesene Heizenergie ist weniger fossil und deutlich geringer, der Stromverbrauch ist hingegen angestiegen. Diese Verschiebung ist verursacht durch die neue Berechnungsgrundlage, die Konsolidierung und Konzentration von Standorten innerhalb der Raiffeisen Gruppe sowie Umbauten am Standort St.Gallen.

Der Geschäftsverkehr blieb mit 20,6 Millionen Kilometern stabil, pro Mitarbeiter wurden 2'119 Kilometer über alle Verkehrskategorien zurückgelegt. Emissionen des Geschäftsverkehrs wurden durch Sensibilisierung der Mitarbeitenden und die Obergrenze von 130 g CO2/km für die eigene Raiffeisen-Fahrzeugflotte eingeschränkt. Die inländischen Kurierfahrten stiegen infolge der Marktentwicklung, der Flugverkehr hingegen nahm deutlich ab.

Die Raiffeisen Gruppe verbrauchte 2017 rund 1'500 Tonnen mehrheitlich nachhaltig produziertes Papier. Die Rückführung von Papier für alle Raiffeisen Schweiz-Einheiten, die Mehrheit der Standorte von Gruppengesellschaften und rund zwei Drittel der Raiffeisenbanken wird zentral von einem externen Partner sichergestellt. Der Papierverbrauch wird in der CO2-Bilanz berücksichtigt und zwei Drittel der Druckprodukte wurden im Berichtsjahr klimaneutral bezogen.

Überblick zu den relevanten Nachhaltigkeitskennzahlen

Kategorie

Einheit

Raiffeisen Schweiz und Gruppen- gesellschaften

Raiffeisenbanken (erfasste Banken)

Hochrechnung (nicht erfasste Banken)

Raiffeisen Gruppe (Total)

Raiffeisen Gruppe Veränderung in %

Raiffeisen Gruppe (Total) pro Personal- einheit

Gebäudeenergie (Gesamt)

kWh

15’002’000

29’626’000

27’761’000

72’389’000

0

7’455

Strom

kWh

12’426’000

19’908’000

14’032’000

46’366’000

22

4’775

Heizenergie

kWh

2’576’000

9’718’000

13’729’000

26’023’000

-24

2’680

 

 

 

 

 

 

 

 

Geschäftsverkehr (Gesamt)

km

16’042’000

1’871’000

2’664’000

20’577’000

2

2’119

davon öffentlicher Verkehr (Bahn, Bus, Tram)

km

4’720’000

895’000

1’842’000

7’458’000

3

768

davon Strassenverkehr Privatfahrzeuge Personenwagen (private Fahrzeuge)

km

2’002’000

975’000

822’000

3’799’000

-4

391

davon Strassenverkehr Firmenfahrzeuge Personenwagen (Firmenfahrzeuge)

km

4’471’000

 

4’471’000

6

460

davon Strassenverkehr Kurierfahrten

km

3’714’000

3’714’000

24

382

davon Passagierflugverkehr

km

367’000

367’000

-15

38

davon Frachtflugverkehr

tkm

768’000

768’000

3

79

Papierverbrauch

Tonnen

 

 

 

1’520

0,16

Wasserverbrauch

m 3

18’000

90’000

118’000

226’000

23

 

 

 

 

 

 

 

 

Treibhausgasemissionen aus Energie und Verkehr *

Tonnen CO 2 eq

6’440

2’924

5’188

14’552

-15

1,50

davon Scope 1

Tonnen CO 2 eq

1’633

1’696

4’055

7’384

-2

0,76

davon Scope 2

Tonnen CO 2 eq

71

317

0

388

171

0,04

davon Scope 3

Tonnen CO 2 eq

4’736

911

1’133

6’780

-27

0,70

* Erfasst werden relevante Emissionsquellen aus dem Energieverbrauch und dem Geschäftsverkehr von Raiffeisen. Die drei Kategorien der Systemgrenzen sind: – Scope 1: Direkte Treibhausgasemissionen aus stationären Quellen im Unternehmen selbst, wie z.B. Heizung oder eigene Fahrzeuge – Scope 2: Indirekte Treibhausgasemissionen durch Energieerzeugung ausserhalb des Unternehmens, wie z.B. Strom und Fernwärme – Scope 3: Andere indirekte Treibhausgasemissionen ausserhalb des Unternehmens aus vor- und nachgelagerten Prozessen, wie z.B. Geschäftsreisen mit der Bahn oder Vorstufen der Energiebereitstellung / Die Berechnung der Treibhausgasemissionen basiert auf den Emissionsfaktoren der VfU-Kennzahlen 2015. Erhebung Umweltdaten 2017 mit erweiterter Datenbasis und ebenso Vorjahre: Die Hochrechnungen erfolgen stets unter Annahme des höchsten Verbrauches. Mit fortschreitender Erfahrung in der Datenerhebung und der Optimierung einer Schnittstelle konnten mehr Messpunkte berücksichtigt werden. Als Folge der Verbesserung der Datenqualität haben sich einzelne Verbrauchswerte in der Hochrechnung verschoben. Die Verbesserung der Datenqualität kann rückwirkend bis zum Jahr 2012 angewendet werden. Damit ist das Monitoring für das Ziel, die Treibhausgasemissionen gegenüber dem Basisjahr 2012 um 30% zu reduzieren, gegeben.

Mit dem internen Anreizsystem «Pro Futura» steht den Raiffeisenbanken seit 2017 ein praxisorientiertes Werkzeug zur Verfügung. In dieser Applikation können Massnahmen zur Reduktion von Emissionen und dem Ressourcenverbrauch, zur Substitution durch erneuerbare Energien, zur Kompensation von unvermeidbaren Emissionen sowie zur Sensibilisierung der Mitarbeitenden umgesetzt werden. Die dreisprachige Applikation wurde im Berichtsjahr von über 50 Raiffeisenbanken genutzt.

Stakeholder

Der Austausch und eine transparente Kommunikation mit den verschiedenen Anspruchsgruppen hat für Raiffeisen hohe Priorität. Zu den wesentlichen Anspruchsgruppen zählt Raiffeisen die Kunden, Genossenschafter, Mitarbeitenden, Kooperationspartner sowie die Gesellschaft und die Politik. Anliegen der Anspruchsgruppen werden systematisch und regelmässig identifiziert und reflektiert, beispielsweise mittels Kundenumfragen, während der jährlichen Generalversammlung der Genossenschafter oder bei Mitarbeiterveranstaltungen.

Umwelt- und Sozialfaktoren im Risikomanagement

Raiffeisen anerkennt Umwelt- und Sozialfaktoren in der Risikobeurteilung. Diese können sich in verschiedenen Risikokategorien manifestieren und werden dementsprechend im Rahmen der Gruppenrisikosteuerung mitberücksichtigt. Raiffeisen Schweiz überprüft laufend die Effektivität ihres Risikosteuerungsprozesses. Im Berichtsjahr wurde eine entsprechende Diskussion zum Umgang mit Umwelt- und Sozialrisiken lanciert. Mehr zum Risikomanagement im Kapitel Risikopolitik.