Vorwort

Prof. Dr. Pascal Gantenbein und Dr. Patrik Gisel

Für die Raiffeisen Gruppe war 2017 erneut ein intensives und erfolgreiches Jahr, das mit der Einführung des neuen Kernbankensystems und der Migration einer ersten Tranche an Banken auf den Jahreswechsel hin mit einem besonderen Höhepunkt endete. Mit der Modernisierung der IT-Landschaft von Raiffeisen vereinfachen wir unsere Prozesse und legen die Basis für zukünftige Digitalisierungsvorhaben. Die innovative Plattform erlaubt uns, einen grossen Schritt in die Zukunft zu machen.

2017 war auch aus finanzieller Sicht sehr erfolgreich – dank der ausgezeichneten Abschlüsse der Raiffeisenbanken in der ganzen Schweiz haben wir ein hervorragendes Resultat erzielt und sind in allen Ertragspositionen gewachsen:

  • In unserem Kerngeschäft, dem Hypothekar- und Spargeschäft, konnten wir unsere Position als führende Retailbank in der Schweiz nochmals ausbauen. Um das für Raiffeisen zentrale Privatkundengeschäft weiter zu stärken, haben wir 2017 in zwei Regionen ein Pilotprojekt für die Vermarktung von Immobilien lanciert. Damit bieten wir Kunden fundierte Marktkenntnisse und ganzheitliche Beratung für den Kauf und Verkauf von privatem Wohneigentum an.
  • Im Anlagegeschäft haben die Raiffeisenbanken 2017 rekordhohe Nettoneugeldzuflüsse erreicht. Gleichzeitig wurde die Zusammenarbeit mit der Notenstein La Roche Privatbank AG intensiviert. Seit 2017 können Anlagekunden zudem mit regionalen Aktienbaskets in Unternehmen aus ihrer Region investieren.
  • 2017 konnte die Anzahl Firmenkunden deutlich gesteigert und so die Marktposition gestärkt werden. Gleichzeitig hat sich das Raiffeisen Unternehmerzentrum (RUZ) zu einem zentralen Element der Firmenkundenstrategie entwickelt. Letztes Jahr wurde ausserdem unter grosser medialer Präsenz der erste Raiffeisen Unternehmerpreis Ostschweiz verliehen. Raiffeisen hat sich insgesamt als kompetente und glaubwürdige Bank für Unternehmerinnen und Unternehmer positioniert.

Die Kooperationsstrategie von Raiffeisen erfuhr im letzten Jahr eine weitere Fokussierung. Dabei übernimmt Avaloq per 1. Januar 2019 die Beteiligung am bisherigen Joint Venture ARIZON von Raiffeisen Schweiz. Raiffeisen Schweiz hat in diesem Zusammenhang ihre 10-Prozent-Beteiligung an der Avaloq Gruppe an Warburg Pincus verkauft. Auch hinter dem Verkauf der Beteiligung an der Helvetia Holding AG steht die Überzeugung, dass es für eine gelungene Zusammenarbeit keine Notwendigkeit einer finanziellen Beteiligung gibt. Seit 2017 bündeln zudem Raiffeisen Schweiz und Pro Senectute Schweiz mit einer Kooperation ihre Kompetenzen in den Bereichen Vorsorge und Wohnen.

Auch auf organisatorischer Ebene gab es im vergangenen Jahr Änderungen. Wir freuen uns sehr über die Wahl von zwei neuen Verwaltungsräten an der Delegiertenversammlung im Juni 2017. Die Zuwahl von Laurence de la Serna und Prof. Dr. Pascal Gantenbein erfolgte im Hinblick auf die Nachfolgeplanung in den nächsten Jahren. Des Weiteren gab Raiffeisen Schweiz eine per 1. Januar 2018 geltende neue Departements- und Führungsstruktur bekannt, mit welcher der Kundenfokus geschärft werden soll. Dabei erhalten die IT- und Kundenkanäle mehr Gewicht und mit dem neuen Departement «Risiko & Compliance» werden Herausforderungen des regulatorischen Umfelds aktiv adressiert.

Wir möchten im Namen des Verwaltungsrats sowie der Geschäftsleitung von Raiffeisen Schweiz allen Mitgliedern und Kunden für das entgegengebrachte Vertrauen einen grossen Dank aussprechen. Dies auch vor dem Hintergrund der Medienberichterstattung, die das Strafverfahren gegen den früheren Vorsitzenden der Geschäftsleitung, Dr. Pierin Vincenz, ausgelöst hat. Auch bedanken wir uns herzlich bei unseren Mitarbeitenden für ihr enormes Engagement. Gemeinsam haben wir im letzten Jahr wiederum substanzielle Fortschritte erzielt und Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zukunft geschaffen.

Für das laufende Jahr erwarten wir eine weiterhin sich erholende Konjunkturentwicklung. Aktuell rechnet Raiffeisen für 2018 mit einem Wachstum des Schweizer Bruttoinlandprodukts in der Höhe von 2,1 Prozent. Trotz eines, bedingt durch das anhaltende Tiefzinsumfeld, weiterhin anspruchsvollen Marktumfelds erwarten wir in der laufenden Berichtsperiode ein Wachstum im Kerngeschäft. 

Prof. Dr. Pascal Gantenbein
Vizepräsident des Verwaltungsrats
Raiffeisen Schweiz

Dr. Patrik Gisel
Vorsitzender der Geschäftsleitung
Raiffeisen Schweiz