Bilanz

Die Bilanzsumme nahm leicht um 2,4 Milliarden auf 225,3 Milliarden Franken ab. Während die Kundenpositionen aus dem Retailgeschäft in ähnlichem Rahmen wie im Vorjahr angestiegen sind, nahmen die Interbankpositionen sowohl auf der Aktiv- als auch Passivseite markant ab. In den Vorperioden sind in diesen Bilanzkategorien jeweils grössere Geschäftsvolumen aus noch nicht abgewickelten Interbank-Transaktionen enthalten, die zum Erfüllungstag (in der Regel nach zwei Tagen) ausgeglichen werden. Dieser Effekt tritt auf, sofern für die Bilanzierung nicht das Erfüllungstags-Prinzip, sondern das Abschlusstags-Prinzip angewendet wird. Über das Jahresende wurden die noch nicht abgewickelten Transaktionen infolge der Migration auf das neue Kernbankensystem tief gehalten, was zu einer Abnahme der Bilanzsumme führte.

Forderungen/Verpflichtungen gegenüber Banken

Die Forderungen gegenüber Banken haben im Vergleich zum Vorjahr um 6,1 Milliarden auf 2,2 Milliarden Franken abgenommen, die Verpflichtungen gegenüber Banken ebenfalls um 6,1 Milliarden auf 6,5 Milliarden Franken. Neben dem Effekt aus der Migration auf das neue Kernbankensystem ist die Abnahme auf die Buchsaldobetrachtung zurückzuführen. Bei einer Valutabetrachtung haben sich die Forderungen gegenüber anderen Banken im Jahresvergleich kaum verändert.

Forderungen und Verpflichtungen aus Wertpapierfinanzierungsgeschäften

Die Verpflichtungen aus Wertpapierfinanzierungsgeschäften sind um 725 Millionen auf 2,9 Milliarden Franken angestiegen. Dabei handelt es sich um Repo-Transaktionen, bei welchen Geld gegen Sicherheiten aufgenommen wird. Diese Transaktionen dienen dazu, den SNB-Girobestand zu bewirtschaften. Die Forderungen aus Wertpapierfinanzierungsgeschäften betrugen 5 Millionen Franken.

Kundenausleihungen

Das seit Jahren anhaltende Wachstum der Kundenausleihungen setzte sich auch 2018 fort. Die Ausleihungen nahmen um 7,2 Milliarden Franken (Vorjahr 7,1 Milliarden Franken) oder 4 Prozent auf 187,7 Milliarden Franken zu. Sowohl die Hypothekarforderungen (+6,9 Milliarden Franken) als auch die übrigen Forderungen gegenüber Kunden (+219 Millionen Franken) legten zu. Bei den Hypotheken ist Raiffeisen etwas stärker als der Markt gewachsen und der Marktanteil bei inländischen Hypotheken erhöhte sich von 17,5 auf 17,6 Prozent. Erfreulich entwickelte sich bei den Kundenausleihungen das Firmenkundengeschäft mit einem Anstieg von 928 Millionen oder 67,3 Prozent auf 2,3 Milliarden Franken.

Das Wachstum von Raiffeisen bei den Kundenausleihungen ist geografisch breit abgestützt und es ist keine Konzentration des Wachstums auf einzelne Regionen erkennbar. Rund 88 Prozent der Hypothekarforderungen entfallen auf Wohnliegenschaften, den zweitgrössten Anteil machen mit 8 Prozent gewerbliche Objekte aus. Die restlichen Anteile entfallen auf landwirtschaftliche und übrige Objekte.

Die Wertberichtigungen für Ausfallrisiken nahmen 2018 aufgrund der vorsichtigen Bewertung von Positionen der KMU Capital AG um 51 Millionen auf 259 Millionen Franken zu. Der Anteil von KMU Capital an diesem Anstieg beträgt 45 Millionen Franken. Bei den Raiffeisenbanken mit einem Kreditvolumen von insgesamt 174,3 Milliarden Franken war der Wertberichtigungsbestand hingegen rückläufig. Auf Stufe Gruppe beträgt das Verhältnis von Wertberichtigungen zu Ausleihungen 0,138 Prozent (Vorjahr 0,115 Prozent). Berücksichtigt man nur die Raiffeisenbanken und Niederlassungen, beträgt die Kennzahl 0,111 Prozent.

Handelsgeschäft

Im Handelsgeschäft (Anhang 3.1) verzeichnete Raiffeisen einen Rückgang von 424 Millionen Franken auf 3,5 Milliarden Franken. Während bei den Edelmetallen ein Ausbau erfolgte, reduzierte sich der Handelsbestand an Schuld- und Beteiligungstiteln. Neben taktischen Überlegungen ist der Abbau bei den Schuldtiteln auch auf den leichten Rückgang bei den strukturierten Produkten zurückzuführen. Mit den Obligationen im Handelsbestand wird das Zinsrisiko der Bondkomponenten der strukturierten Produkte abgesichert. Das Eigenmittelerfordernis für Marktrisiken im Handelsbuch ist im Anhang zur Jahresrechnung im Abschnitt «Marktrisiken» dargestellt.

Finanzanlagen

Der Wertschriftenbestand in den Finanzanlagen (Anhang 5.1 und 5.2), vorwiegend erstklassige Obligationen, wird entsprechend den gesetzlichen Liquiditätserfordernissen sowie nach internen Liquiditätszielen verwaltet. Der Buchwert hat aufgrund des Verkaufs der Notenstein La Roche Privatbank AG um 981 Millionen auf 6,6 Milliarden Franken abgenommen.

Nicht konsolidierte Beteiligungen

Trotz der grundlegenden Entflechtungsstrategie ist der Buchwert der nicht konsolidierten Beteiligungen (Anhang 6) um 33 Millionen auf 683 Millionen Franken angestiegen. Zwar führte der Verkauf der Notenstein La Roche Privatbank AG zu einem Abgang von Beteiligungsanteilen in der Höhe von 24 Millionen Franken. Dieser Abgang wurde durch andere Effekte mehr als kompensiert. Aus der Kapitalerhöhung bei der Leonteq AG erhöhte sich der Beteiligungsanteil von Raiffeisen um 36 Millionen Franken. 2018 wurden zudem die gemäss Equity-Methode bewerteten Beteiligungen um 15 Millionen Franken aufgewertet.

Sachanlagen

Der Buchwert der Sachanlagen (Anhang 8) wuchs 2018 mit 131 Millionen Franken (Vorjahr 203 Millionen Franken) etwas weniger stark als 2017. Dies liegt daran, dass die aktivierungsfähigen Projektaufwände zurückgegangen sind. Insgesamt erfolgte im Berichtsjahr eine Aktivierung von Projektkosten in der Höhe von 108 Millionen Franken (Vorjahr 199 Millionen Franken). Bei den übrigen Anlagekategorien war vor allem bei den anderen Liegenschaften im Vorjahresvergleich ein Anstieg zu beobachten.

Immaterielle Werte

Aufgrund der Entflechtungsstrategie haben sich die immateriellen Werte (Anhang 9) markant verkleinert. Sie nahmen um 318 Millionen oder 85,5 Prozent auf noch 54 Millionen Franken ab. Aus dem Verkauf der Notenstein La Roche Privatbank AG ergab sich ein Goodwill-Abgang von 174 Millionen Franken. Aufgrund des Umstandes, dass die Investnet AG nicht zur Raiffeisen Gruppe gehört, sowie infolge einer vorsichtigen Bewertung der KMU Capital Gruppe ergab sich aus Goodwill-Abgang, Desinvestitionen sowie Goodwill-Abschreibung ein weiterer Betrag von 55 Millionen Franken. Aus der Marktwert-Bewertung des Goodwills auf der Leonteq AG resultierte eine ausserordentliche Abschreibung von 57 Millionen Franken. Die restlichen Abschreibungen ergaben sich hauptsächlich aus den ordentlichen Goodwill-Abschreibungen.

Verpflichtungen aus Kundeneinlagen/Verwaltete Vermögen

Die Zunahme bei den Kundeneinlagen betrug im Vergleich zum Vorjahresbestand 1,6 Milliarden Franken oder 1 Prozent auf 165,7 Milliarden Franken. Der Verkauf der Notenstein La Roche Privatbank AG führte Mitte Jahr zu einem Abgang von 2,8 Milliarden Franken. Vergleicht man die Entwicklung der Kundeneinlagen ohne die Bestände der Privatbank, würde der Anstieg bei 4,7 Milliarden Franken oder 2,9 Prozent liegen. Diese Zunahme liegt ebenfalls unter den Werten des Vorjahres, ist aber dadurch erklärbar, dass sich die Umschichtung von Konten- in Wertschriftenbestände im abgelaufenen Geschäftsjahr weiter verstärkt hat. Generell ist zu erwähnen, dass sich der Zuwachs bei den Kundeneinlagen in der Schweiz verlangsamt hat. Im Vergleich zum Gesamtmarkt konnte sich Raiffeisen dennoch gut behaupten.

Verpflichtungen aus übrigen Finanzinstrumenten mit Fair-Value-Bewertung

Die strukturierten Produkte werden durch Raiffeisen Schweiz sowie Raiffeisen Switzerland B.V. Amsterdam emittiert. Die in Amsterdam emittierten strukturierten Produkte werden zum Marktwert bilanziert und in dieser Bilanzposition ausgewiesen. Im Vorjahresvergleich ist der Bestand dieser strukturierten Anlagelösungen um 280 Millionen auf 2,3 Milliarden Franken zurückgegangen (Anhang 13).

Die durch Raiffeisen Schweiz emittierten strukturierten Produkte werden bilanzmässig unterschiedlich behandelt. Die Basisinstrumente der Produkte werden zu Nominal in der Position «Anleihen und Pfandbriefdarlehen» bilanziert. Die Derivativkomponenten der Produkte werden zum Marktwert in den positiven respektive negativen Wiederbeschaffungswerten ausgewiesen.

Anleihen und Pfandbriefdarlehen

Der Bestand der Anleihen und Pfandbriefdarlehen (Anhang 14) ist um 925 Millionen auf 26,9 Milliarden Franken angestiegen. Die Pfandbriefdarlehen erhöhten sich um 784 Millionen auf 21,8 Milliarden Franken. Sie stellen vor allem bei den Raiffeisenbanken eine ideale Ergänzung zur Refinanzierung der Ausleihungen sowie ein flexibles Element zur Steuerung der Fristigkeiten auf der Passivseite dar. Die von Raiffeisen Schweiz emittierten Anleihen nahmen leicht um 63 Millionen auf 3,4 Milliarden Franken zu. Drei Anleihen in der Höhe von über 900 Millionen Franken gelangten 2018 zur Rückzahlung. Sie konnten am Finanzmarkt problemlos mit vier Anleihen in der Höhe von knapp über 1 Milliarde Franken ersetzt werden. Die von Raiffeisen Schweiz emittierten strukturierten Produkte, welche unter den Anleihen bilanziert sind, nahmen leicht um 78 Millionen auf 1,7 Milliarden Franken zu.

Rückstellungen

Die Entflechtungsstrategie und die damit verbundenen Sonderfaktoren wirkten sich in hohem Masse auf die Rückstellungen (Anhang 15) aus. Bei den latenten Steuern erfolgte insbesondere aufgrund des Verkaufs der Notenstein La Roche Privatbank AG eine Auflösung von 14 Millionen Franken. Die Restrukturierungsrückstellungen nahmen aufgrund des Verkaufs der Notenstein La Roche Privatbank AG stark zu. Bei den Rückstellungen für Prozessrisiken wirkten sich insbesondere die Unabwägbarkeiten in den rechtlichen Auseinandersetzungen im Kontext «Investnet» in einem markanten Anstieg aus. Der vereinbarte Rückkauf der ARIZON Sourcing AG führte zu einer Erhöhung der Rückstellungen für andere Geschäftsrisiken.

Im Geschäftsjahr wurden wiederum zusätzliche Reserven für allgemeine Bankrisiken in der Höhe von 120 Millionen Franken (Vorjahr 80 Millionen Franken) gebildet.

Eigenmittel/Eigenkapital

Der Bundesrat hat am 21. November 2018 eine Änderung der Eigenmittelverordnung für die inlandorientierten, systemrelevanten Banken verabschiedet. Neben den bereits bekannten Going-Concern- wurden auch die Gone-Concern-Anforderungen für eine allfällige Sanierung oder Abwicklung festgelegt. Für die Gruppe beträgt die Gesamtanforderung gemäss der angepassten Verordnung 17,9 Prozent, wobei für deren Erfüllung eine siebenjährige Übergangsfrist besteht. Folglich muss Raiffeisen die neuen Anforderungen erstmals per 1. Januar 2026 vollumfänglich erfüllen. Raiffeisen ist überzeugt, dass dieser Wert dank der hohen Gewinnthesaurierung aus eigener Kraft erreicht werden kann. Per 31. Dezember 2018 beträgt die Quote für die Gruppe bereits 17,5 Prozent.

Die gegenwärtig noch gültige Anforderung an die risikogewichtete Kapitalquote für Raiffeisen als inländisch systemrelevante Bank beträgt 14,4 Prozent. Mit einer Gesamtkapitalquote von 17,8 Prozent (Vorjahr 17,4 Prozent) übertrifft die Gruppe diese Going-Concern-Anforderungen deutlich. Die CET1-Quote liegt per Jahresende bei 16,5 Prozent (Vorjahr 15,9 Prozent). Mit einer Leverage-Ratio von 7,6 Prozent (Vorjahr 7,1 Prozent) übertrifft Raiffeisen sowohl die aktuellen Going-Concern-Anforderungen als auch die zukünftige TLAC-Leverage-Ratio. Der starke Anstieg ist auf die Erhöhung des Kernkapitals sowie auf die Reduktion der Bilanzsumme zurückzuführen.

Das Eigenkapital mit Minderheitsanteilen (Eigenkapitalnachweis und Anhang 16) erhöhte sich um 780 Millionen auf 16,5 Milliarden Franken. Die genossenschaftlich bedingte hohe Gewinnthesaurierung sowie die Erhöhung des Genossenschaftskapitals um 215 Millionen Franken trugen zur Stärkung der Eigenkapitalbasis bei.