Nachhaltigkeit

«Nachhaltigkeit ist Teil des Raiffeisen-Selbstverständnisses, ein verankerter Grundwert und ein für die erfolgreiche Unternehmensführung unabdingbares Leitprinzip. Als Genossenschaftsbank strebt Raiffeisen langfristige und faire Beziehungen zu ihren Kunden und Partnern an und will mit ihren Produkten und Dienstleistungen zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen. Raiffeisen legt die Nachhaltigkeitsleistung offen und stärkt diese kontinuierlich.»

Heinz Huber, Vorsitzender der Geschäftsleitung,
Raiffeisen Schweiz

Einführung

Nachhaltigkeit als Grundwert und Strategieziel

Nachhaltigkeit ist – neben Glaubwürdigkeit, Nähe und Unternehmertum – einer von vier Raiffeisen-Werten. Darauf aufbauend formuliert das Leitbild der Raiffeisen Gruppe die Prinzipien (1) fairer Partner unserer Kunden, (2) aus Überzeugung genossenschaftlich, (3) teamorientiertes und unternehmerisches Handeln der Mitarbeitenden, und (4) aktiver Teil des gesellschaftlichen Lebens, wobei hier unter anderem der Einsatz von Produkten für eine nachhaltige Entwicklung von Gesellschaft und Umwelt besonders hervorgehoben wird. Darüber hinaus achtet Raiffeisen als auf den Schweizer Markt fokussierendes Genossenschaftsunternehmen selbstverständlich die Schweizer Rechtsordnung und die Menschenrechte, grundlegende Umweltstandards und marktwirtschaftliche Prinzipien. Spezifische Standards und Transparenzrichtlinien im Bereich Nachhaltigkeit, zu denen sich Raiffeisen insbesondere bekennt, sind das AA-plus-Qualitätslabel für E-Banking der Stiftung «Zugang für Alle», die Standards der Global Reporting Initiative für die Nachhaltigkeitsberichterstattung und die Eurosif-Transparenzrichtlinien für Nachhaltigkeitsfonds. Raiffeisen Schweiz ist Mitglied von Swiss Sustainable Finance, des Verbands für nachhaltiges Wirtschaften (öbu), der Klimastiftung Schweiz, der Plattform zur Steigerung der Energieeffizienz und der Nutzung erneuerbarer Energien in Gebäuden (EEG), des Vereins Green Building Schweiz und der Nachhaltigkeitsgruppe der Schweizerischen Bankiervereinigung. 2018 hat der Verwaltungsrat von Raiffeisen Schweiz das strategische Ziel formuliert, die Nachhaltigkeitsleistung und deren Transparenz zu stärken.

Organisation

Auf Ebene Gruppe ist Raiffeisen Schweiz zuständig für die strategische Ausrichtung im Bereich Nachhaltigkeit, die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsfaktoren im Risiko-Management, die Weiterentwicklung der Palette nachhaltiger Finanzprodukte, die Vertretung von Nachhaltigkeitsthemen gegenüber externen Stakeholdern sowie die Beratung und Unterstützung der Raiffeisenbanken in Nachhaltigkeitsthemen. Der Verwaltungsrat und alle Ausschüsse des Verwaltungsrats von Raiffeisen Schweiz befassen sich mit Nachhaltigkeitsthemen. Die Geschäftsleitung von Raiffeisen Schweiz setzt entsprechende Vorgaben im Rahmen ihrer Geschäftsführung um, wobei verschiedene Departemente an der Umsetzung beteiligt sind. Corporate Responsibility & Nachhaltigkeit ist beim Vorsitzenden der Geschäftsleitung angesiedelt und insbesondere für strategische Fragen sowie das Nachhaltigkeitsmanagement zuständig. Die Stelle rapportiert seit 2018 mindestens zweimal jährlich an die Geschäftsleitung. Darauf folgt ebenfalls zweimal jährlich die Berichterstattung an den Verwaltungsrat. Die 246 Raiffeisenbanken setzen Nachhaltigkeit im Rahmen der Empfehlungen von Raiffeisen Schweiz autonom um.

Fokus der Nachhaltigkeitsberichterstattung

Zur Bestimmung der wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen, über die im vorliegenden Lagebericht Nachhaltigkeit vertieft berichtet wird, wurden 2018 interne und externe Stakeholder sowie externe Experten befragt. Die Auswahl der Stakeholder und Experten wurde mit einem externen Beratungsunternehmen validiert. Die Analyse der Stakeholder- und Expertenbefragung hat ergeben, dass folgende Themen aus Nachhaltigkeitsperspektive besonders relevant sind für Raiffeisen:

  • Wirtschaftliche Leistung
  • Produktportfolio
  • Aktive Eigentümerschaft
  • Sozioökonomische Compliance (das heisst die Achtung von Finanzregulierung und Regulierung in den Bereichen Wirtschaft und Gesellschaft)
  • Korruptionsbekämpfung
  • Schutz der Kundendaten
  • Marketing und Kennzeichnung
  • CO2-Emissionen
  • Aus- und Weiterbildung
  • Vielfalt und Chancengleichheit

Wesentlichkeitsmatrix

Die Matrix veranschaulicht die Resultate der Stakeholder- und Expertenbefragung: Die Achse zur Stakeholderbefragung zeigt, wie stark ein Thema die Stakeholder in ihrer Meinung über Raiffeisen beeinflusst. Die Achse zu den Auswirkungen auf eine nachhaltige Entwicklung legt dar, wie bedeutend die befragten Experten beim jeweiligen Thema die tatsächlichen oder potenziellen Auswirkungen von Raiffeisen auf eine nachhaltige Entwicklung einschätzen.

Im Folgenden wird in Übereinstimmung mit den Standards der Global Reporting Initiative (GRI) aufgezeigt, weshalb diese Themen für Raiffeisen wesentlich sind, wie Raiffeisen mit den Themen umgeht und was dabei im Berichtsjahr im Vordergrund stand. Die entsprechenden Erläuterungen zu Diversität und Chancengleichheit sowie Aus- und Weiterbildung beziehungsweise Personal- und Führungsentwicklung finden sich im Lagebericht Mitarbeitende. Der GRI-Inhaltsindex mit ergänzenden Informationen ist auf der Homepage von Raiffeisen Schweiz unter www.raiffeisen.ch/rch/de/ueber-uns/zahlen-fakten/geschaeftsberichte verfügbar.

Wirtschaftliche Leistung

Wertschöpfung und deren Verteilung

Als drittgrösste Bankengruppe der Schweiz beschäftigt die Raiffeisen Gruppe über 10’000 Personen, zahlt Gehälter, Pensionskassenbeiträge sowie Steuern und unterstützt gemeinnützige Organisationen und Initiativen. Auch über ihre Finanzprodukte, Finanzdienstleistungen und über die Beschaffung trägt die Gruppe lokal, regional und national zur Wertschöpfung bei. Davon profitieren Genossenschafter, Kunden und die Gesellschaft. Die mit dieser wirtschaftlichen Leistung von Raiffeisen zusammenhängenden Themen werden in der Raiffeisen Gruppe von verschiedenen Stellen betreut. Allgemein gilt jedoch, dass in der Raiffeisen Gruppe nicht Gewinn und Wachstum um jeden Preis angestrebt wird, sondern ein langfristiger und nachhaltiger Erfolg. Raiffeisen-Mitarbeitende werden fair und marktgerecht entlohnt. Die Pensionskasse will einen 100-prozentigen Deckungsgrad nicht unterschreiten und legt die technischen Grundlagen so fest, dass auch für künftige Generationen faire und sichere Renten garantiert werden können. Raiffeisen-Genossenschafter profitieren bei gewissen Bankgeschäften von besonders vorteilhaften Konditionen und von sonstigen Mitgliedervorteilen. Die Raiffeisen Gruppe, das heisst die Raiffeisenbanken und Raiffeisen Schweiz sowie ihre Tochterunternehmen, zahlen in der ganzen Schweiz Steuern auf Gemeindeebene, kantonaler Ebene und Bundesebene. Die Raiffeisen Gruppe erhält keine öffentlichen Mittel.

Die dezentrale Erbringung der wirtschaftlichen Leistung durch die Raiffeisenbanken und Raiffeisen Schweiz sowie die Ausrichtung am langfristigen, nachhaltigen Erfolg sind direkt verbunden mit dem auf der Autonomie der Raiffeisenbanken basierenden Modell der Raiffeisen Gruppe. Wie die Wertschöpfungsrechnung (siehe nächste Seite) zeigt, ist die wirtschaftliche Leistung der Raiffeisengruppe im Berichtsjahr positiv zu werten.

Sponsoring-Engagement im Besonderen

Auch beim Sponsoring-Engagement und bei der Vergabe von Spenden setzen Raiffeisen Schweiz und die Raiffeisenbanken ihre eigenen Schwerpunkte entsprechend lokaler, regionaler und nationaler Bedürfnisse und Gegebenheiten. Kultur und Sport, einschliesslich der Förderung von rund 20‘000 Nachwuchssportlern im Skisport, machen den bedeutendsten Anteil entsprechender Initiativen aus. Durch den dezentralen Engagement-, Sponsoring- und Spenden-Ansatz bringt Raiffeisen seine lokale Verankerung zum Ausdruck und stärkt die Marke Raiffeisen in der ganzen Schweiz. Das Sponsoring-Engagement der Raiffeisen Gruppe beträgt rund 30 Millionen Franken. Wirtschaftliche, soziale und kulturelle Beiträge und Spenden machen rund 6 Millionen Franken aus. Mit der Projekt- und Spendenfinanzierungsplattform «lokalhelden.ch» stellt Raiffeisen zudem seit 2017 eine kostenlose Plattform für die Finanzierung von lokalen Projekten zur Verfügung, über welche bereits über 7 Millionen Franken an Spendengeldern für über 350 Projekte gesammelt werden konnten. Raiffeisen vergibt regionale Unternehmerpreise, welche die Nachhaltigkeit von Unternehmen mitberücksichtigen. Im Anstellungsverhältnis stellt Raiffeisen den Mitarbeitenden explizit Zeit für öffentliche Aufgaben zur Verfügung.

Umgang mit Klimawandel

Als bedeutende Hypothekarkreditgeberin der Schweiz stellt sich für Raiffeisen zunächst die Frage, wie sich der Klimawandel auf den Gebäudepark der Schweiz und dessen Finanzierung auswirken wird. Naturgefahren werden in der Schweiz von der Gefahrenkarte des Bundes und von der Gefährdungskarte Oberflächenabfluss aufgezeigt. Auf die Finanzierung von Immobilien haben die entsprechenden physikalischen Risiken – im Vergleich zum Versicherungswesen – deutlich geringere Auswirkungen. Demgegenüber dürften energetische Sanierungen und Modernisierungen sowie Ersatzneubauten aufgrund des steigenden öffentlichen Bewusstseins über die Folgen des Klimawandels, verstärkter Regulierung und Förderbeiträgen weiter zunehmen. Die Raiffeisen Gruppe strebt hier seit Jahren eine Sensibilisierung ihrer Kunden an und zeigt bei Bedarf Finanzierungslösungen auf.

Zusätzlich zur Hypothekarfinanzierung stellt sich insbesondere die Frage, inwieweit der Klimawandel Unternehmen, die Kunden von Raiffeisen sind, positiv oder negativ beeinflusst. Entsprechende Chancen und Risiken für Unternehmen – einschliesslich regulatorische – sind eher mittel- bis langfristiger Natur und könnten im Prinzip die Kreditwürdigkeit und -fähigkeit beeinflussen. Raiffeisen verfolgt diese Diskussion.

Kennzahlen Wertschöpfungsrechnung

 

Berichtsjahr in Mio. CHF

Vorjahr in Mio. CHF

Berichtsjahr in %

Vorjahr in %

Entstehung der Wertschöpfung

 

 

 

 

Unternehmensleistung (= Geschäftsertrag)

3’078

3’310

100,0

100,0

Sachaufwand

-606

-618

19,7

18,7

Ausserordentlicher Ertrag

82

119

2,7

3,6

Ausserordentlicher Aufwand

-9

-4

-0,3

-0,1

Bruttowertschöpfung

2’545

2’807

82,7

84,8

Wertberichtigungen auf Beteiligungen und Abschreibungen auf Sachanlagen und immateriellen Werten

-259

-188

8,4

5,7

Veränderungen von Rückstellungen und übrigen Wertberichtigungen sowie Verluste

-124

1

4,0

-0,0

Nettowertschöpfung

2’162

2’620

70,2

79,2

Verteilung der Wertschöpfung

 

 

 

 

Mitarbeitende (Personalaufwand)

1’391

1’395

64,3

53,2

Genossenschafter (Anteilscheinverzinsung: Vorschlag an GV)

52

51

2,4

1,9

Öffentliche Hand

156

233

7,2

8,9

davon bezahlte Ertragssteuern

170

177

7,9

6,8

davon Bildung/Auflösung Rückstellung für latente Steuern

-14

56

-0,6

2,1

Stärkung der Reserven (Selbstfinanzierung)

563

941

26,0

35,9

Total

2’162

2’620

100,0

100,0

Kennzahlen zur Wertschöpfung

 

 

 

 

Bruttowertschöpfung pro Vollzeitstelle in 1000 CHF 1

273

300

 

 

Nettowertschöpfung pro Vollzeitstelle in 1000 CHF 1

232

280

 

 

Anzahl Vollzeitstellen (Durchschnitt)

9’313

9’343

 

 

1 Auf dem durchschnittlichen Personalbestand berechnet.

Nachhaltige Produkte und Dienstleistungen

Produktportfolio

Ökologische und gesellschaftliche Faktoren wie der Klimawandel beeinflussen Risiken und bedeuten gleichzeitig Geschäftschancen. Die Raiffeisen Gruppe will diese Faktoren bei der Ausgestaltung von Finanzprodukten angemessen berücksichtigen und dem steigenden Kundeninteresse nach entsprechenden Produkten Rechnung tragen.

Als bedeutende Hypothekarkreditbank sensibilisiert Raiffeisen-Kunden für das Potenzial zur Steigerung der Energieeffizienz und der Reduktion der CO2-Emissionen bei Immobilien. Raiffeisen-Kunden können sich basierend auf der energetischen Immobilienbewertung in der Wohneigentumsberatung einen Überblick über den energetischen Zustand ihrer Immobilien verschaffen, einen allfälligen Investitionsstau bestimmen und Sanierungsszenarien simulieren. 2018 offerierten Raiffeisenbanken und Niederlassungen zudem kostengünstig die Erstellung von Wärmebildern und einer entsprechenden Auswertung, welche das Energieeinsparungspotenzial aufzeigen. Weiter unterstützt Raiffeisen Kunden bei der Erstellung eines Gebäudeausweises der Kantone (GEAK Plus) mit einem finanziellen Beitrag von 200 Franken. KMU, die Mitglieder von Raiffeisen sind, können kostenlos an Klimaworkshops von myclimate teilnehmen und eine Erstanalyse von einem Berater der Energie-Agentur der Wirtschaft (EnAW) erhalten.

Sämtliche Anlagekunden werden zu ihrer Nachhaltigkeitsaffinität befragt und auf Wunsch entsprechend beraten. Bei der Konzipierung und beim Management nachhaltiger Anlageprodukte sowie bei den nachhaltigen Vermögensverwaltungsmandaten (beides firmiert unter der Marke Futura) arbeitet Raiffeisen mit spezialisierten und unabhängigen Partnerunternehmen zusammen: Inrate als Ratingagentur ist für die Bewertung von Wertschriften und Immobilien auf der Basis definierter Nachhaltigkeitskriterien zuständig. Vontobel Asset Management verwaltet die Raiffeisen Futura-Wertschriftenfonds und VERIT Investment Management den Raiffeisen Futura Immo Fonds. Raiffeisen Schweiz selbst betreut die im Berichtsjahr neu eingeführten Futura-Vermögensverwaltungsmandate. Der stetige Zufluss von Kundengeldern in nachhaltige Anlageprodukte bestätigt Raiffeisen in ihrer Strategie, den Kunden eine umfassende Palette an nachhaltigen Anlagelösungen und Produkten anzubieten.

Ende 2018 hat der Verwaltungsrat von Raiffeisen Schweiz in der Risikopolitik der Raiffeisen Gruppe explizit festgehalten, dass ökologische und gesellschaftliche Faktoren beim Risikomanagement angemessen berücksichtigt werden sollen. Die Risikopolitik für die Raiffeisen Gruppe hält zudem fest, dass das Risikomanagement dem Reputationsschutz sowie der Vermeidung von Verstössen gegen gesetzliche, aufsichtsrechtliche und standesrechtliche Vorschriften dient. Es sollten nur Geschäftsbeziehungen mit Kunden unterhalten werden, deren Ruf, Umfeld, Vertrauenswürdigkeit und Integrität einwandfrei sind.

Mit dem Ziel, die Berücksichtigung von ökologischen und gesellschaftlichen Faktoren im Risikomanagement aller Geschäftsbereiche weiter zu systematisieren und gegebenenfalls punktuell zu vertiefen, arbeitet Raiffeisen Schweiz momentan an einem umfassenderen Ordnungsrahmen.

Aktive Eigentümerschaft

Durch die Prüfung von Vermögenswerten auf ökologische und gesellschaftliche Auswirkungen, den Austausch mit Unternehmen über Nachhaltigkeitsthemen und die systematische Ausübung von Stimmrechten im Einklang mit entsprechenden Anliegen kann ein Investor Strategien und damit letztendlich Geschäftsaktivitäten von Unternehmen im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung beeinflussen.

Bei Futura-Fonds und bei Futura-Vermögensverwaltungsmandaten wird das Anlageuniversum basierend auf einem strengen Auswahlverfahren mit «Best in Service»-Ansatz nach ökologischen, sozialen und ethischen Kriterien durch die auf Nachhaltigkeitsratings spezialisierte Inrate bestimmt. Beim Futura Immo Fonds prüft Inrate Immobilien nach definierten Nachhaltigkeitskriterien einschliesslich Standortqualität, Wohnqualität und Ressourceneffizienz. Die auf Nachhaltigkeitsthemen fokussierenden, im Berichtsjahr lancierten strukturierten Produkte werden auf der Grundlage der Expertise von Inrate und des Indexanbieters Solactive konzipiert. Auch bei Investitionen der Raiffeisen Pensionskasse wird eine Nachhaltigkeitsanalyse erstellt.

Bei der Stimmrechtsausübung folgen die Raiffeisen Pension Invest Futura-Fonds sowie der Raiffeisen Futura Swiss Stock bei Schweizer Aktien grundsätzlich den Stimmrechtsempfehlungen der Ethos Services AG, ebenso die Raiffeisen Pensionskasse. Die Richtlinien von Ethos sowie die konkreten Empfehlungen pro Unternehmen werden auf der Ethos-Website publiziert. Sie decken alle wichtigen Themenbereiche der Corporate Governance ab. Die Raiffeisen Pensionskasse ist zusätzlich Mitglied des Ethos Engagement-Pool Schweiz. Ein Beitritt zum internationalen Engagement-Pool wird geprüft.

Raiffeisen wertet die Zusammenarbeit mit unabhängigen externen Partnern bei der Prüfung von Vermögenswerten und der Stimmrechtsausübung als positiv.

Kennzahlen nachhaltige Produkte und Dienstleistungen
(Beträge in Millionen CHF)

Produkte mit spezifischen sozialen und ökologischen Nutzen (GRI FS 7 & FS 8 & FS 11)

31.12.2018

31.12.2017

Anlageprodukte

 

 

Nachhaltigkeitsfonds (Futura-Fonds)

 

 

Volumen in CHF

6’565,6

5’862,7

Anteil am Volumen aller Raiffeisen Fonds (in %)

62,8

59,3

Anteil am Depotvolumen (in %)

16,5

14,4

Entwicklungsfonds 1

 

 

Volumen in CHF

272,2

305,6

Anteil am Depotvolumen (in %)

0,9

0,9

Strukturierte Produkte mit Nachhaltigkeitsfokus

 

 

Volumen in CHF

9,9

0

Vermögensverwaltung

 

 

Volumen in CHF

38

0

Anteile an allen Vermögensverwaltungsmandaten (in %)

13,5

0

Raiffeisen Pensionskassenvermögen

 

 

Wert des auf ökologische, gesellschaftliche und Governance-Faktoren überprüften Pensionskassenvermögens 2 / 3

2’587,7

2’691

Anteil überprüftes Raiffeisen Pensionskassenvermögen am Pensionskassengesamtvermögen (in %)

80,3

84,1

Leasing-Geschäft

 

 

Vergünstigtes Leasing bei Ersatzinvestitionen für LKW der Euro-6 Abgasnorm

 

 

Volumen in CHF

14,9

3,1

% Gesamtleasing für LKW (Volumen)

23

9

1 Anlagefonds der responsAbility Investments AG werden hier aufgeführt, weil Raiffeisen Schweiz an responsAbility beteiligt ist. Es werden jedoch lediglich die Volumina in den Raiffeisen Kundendepots aufgeführt. Diese Bezugsgrösse bildet die Leistung und Verantwortung von Raiffeisen im Vertrieb von responsAbility-Fonds ab.

2 Bei den von der Raiffeisen Pensionskasse direkt gehaltenen Immobilien Schweiz werden gemäss Anlagevorgaben ökologische/nachhaltige Aspekte berücksichtigt. Dementsprechend sind diese Investitionen im Umfang von rund 0,7 Milliarden Franken (21%) per 31. Dezember 2018 hier enthalten.

3 Der Rückgang der geprüften Werte 2018 gegenüber 2017 hängt zusammen mit den tieferen Kurswerten der gerateten Anlageklasse Aktien per Bilanzstichtag 31. Dezember 2018.

Verantwortungsvolle Geschäftstätigkeit

Sozioökonomische Compliance (Achtung von Finanz-, wirtschaftlicher und sozialer Regulierung)

Das Bankengeschäft ist hoch reguliert. Die Raiffeisen Gruppe orientiert sich bei der Compliance mit regulatorischen Vorgaben an den Standards und Prozessen des Finanzplatzes. Grundsätzlich sorgen alle Mitarbeitenden der Raiffeisen Gruppe im Rahmen der für sie geltenden Richtlinien und Prozesse in Eigenverantwortung dafür, dass sie in ihrem Arbeitsgebiet die Compliance gewährleisten und Compliance-Risiken vermeiden. Sie informieren den für das Compliance-System in der Raiffeisen Gruppe zuständigen Bereich Legal & Compliance oder den in ihrer Raiffeisenbank beziehungsweise in ihrem Fachbereich zuständigen Compliance-Beauftragten über allfällige Missstände. Die Risiken werden identifiziert, bewertet und dokumentiert und die notwendigen Steuerungsmechanismen definiert. Der Bereich Legal & Compliance überwacht die Entwicklung der rechtlichen Risiken gruppenweit und rapportiert die wesentlichen Rechtsrisiken halbjährlich der Geschäftsleitung und dem Risikoausschuss sowie jährlich dem Verwaltungsrat von Raiffeisen Schweiz. Für nähere Informationen zum Umgang mit Rechts- und Compliance Risiken siehe Kapitel «Risikokategorien».

Korruptionsbekämpfung

Korruption gefährdet den Rechtsstaat und begünstigt Ineffizienz und Wettbewerbsverzerrung. Die Raiffeisen Gruppe will Korruptionsfälle präventiv verhindern. Die Verantwortlichkeiten hinsichtlich Korruptionsprävention sind über alle Instanzen definiert, in internen Richtlinien verankert und werden in den jeweiligen Geschäftskreisen der einzelnen Raiffeisenbanken wahrgenommen. Es gelten strenge interne Richtlinien zum Umgang mit Geschäftsbeziehungen zu politisch exponierten Personen (PEP), zur Bekämpfung von Geldwäscherei und Terrorismusfinanzierung sowie zur Einhaltung geltender Gesetze über Wirtschafts- und Handelssanktionen.

Mit der Umsetzung der Geldwäschereiprävention beauftragt und dafür verantwortlich sind neben Raiffeisen Schweiz auch die Raiffeisenbanken. Jede Raiffeisenbank hat einen Compliance- sowie einen Geldwäschereibeauftragten. Diese werden jährlich geschult und von Raiffeisen Schweiz fachlich unterstützt. Bei Verdacht oder Wahrnehmung von Geldwäscherei und Terrorismusfinanzierung wenden sich die Raiffeisenbanken an Raiffeisen Schweiz. Raiffeisen Schweiz koordiniert die weiteren Massnahmen und instruiert die Raiffeisenbanken über das erforderliche Verhalten.

Alle Mitarbeitenden von Raiffeisen Schweiz, des Raiffeisen Unternehmerzentrums (RUZ) sowie der Raiffeisen Pensionskasse erhalten interne Richtlinien zu Interessenkonflikten sowie aktiver und passiver Bestechung als Teil des Personalreglements. Die Raiffeisenbanken übernehmen entweder den Ansatz von Raiffeisen Schweiz oder erarbeiten selbst einen gleichwertigen alternativen Ansatz. Gewisse Geschäftspartner, von denen Raiffeisen Güter und Dienstleistungen bezieht, werden zudem über Strategien und Massnahmen zur Korruptionsbekämpfung informiert.

Die Vorsitzenden der Bankleitung der Raiffeisenbanken erstellen periodisch und gemäss den Vorgaben von Raiffeisen Schweiz Analysen der Geldwäscherei- und Terrorismusfinanzierungsrisiken und stellen deren Übermittlung an Raiffeisen Schweiz sicher. Der Bereich Legal & Compliance überwacht die Entwicklung gruppenweit und rapportiert die wesentlichen Risiken vierteljährlich dem Risikoausschuss und dem Verwaltungsrat von Raiffeisen Schweiz. Raiffeisen stärkt die Korruptionsbekämpfung weiter, beispielsweise mit zusätzlichen Massnahmen betreffend noch klareren Bestimmungen zum Umgang mit Interessenkonflikten.

Marketing und Kennzeichnung

Das Finanzwesen zeichnet sich durch eine hohe Komplexität aus. Dementsprechend ist das Produktmarketing bei Finanzdienstleistern in der Schweiz stark reguliert. In der Raiffeisen Gruppe ist primär der Bereich Marketing des Departements Privat- und Anlagekunden für das Thema zuständig. Transparenz und Gesetzmässigkeit bei Marketing und Kennzeichnung (beziehungsweise Produktinformationen) werden zunächst durch die Beachtung sämtlicher in der Schweiz anwendbaren Regulierungen sowie durch Selbstregulierung gewährleistet (zum Beispiel Kollektivanlagengesetz, FINMA-Rundschreiben, SFAMA-Richtlinie betreffend Informations- und Dokumentationspflichten bei Produkten und Dienstleistungen). Wo dies erforderlich ist, werden auch ausländische Regulatorien berücksichtigt. Die Grundstrategie der Raiffeisen Gruppe hält zudem allgemein fest, dass sich das Angebot der Raiffeisen Gruppe an den Kundenbedürfnissen ausrichten und durch Einfachheit und Verständlichkeit auszeichnen soll. Pro Kundensegment soll ein Zielproduktangebot festgelegt werden, wobei Produkte und Dienstleistungen, die darin nicht enthalten sind, Kunden des entsprechenden Segments nur auf ausdrücklichen Wunsch angeboten werden sollen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis soll fair sein und Preise werden transparent kommuniziert. Allgemein gilt bei Raiffeisen der Grundsatz «Sicherheit vor Rentabilität vor Wachstum». Kundenberater werden regelmässig entsprechend dieser Grundsätze geschult. Mit diesen Ansätzen schafft Raiffeisen ein verständliches Produktangebot, faires Pricing und die gewünschte Transparenz. Dies begünstigt ein hohes Mass an Kundenorientierung, Vertrauen und langfristige Kundenbeziehungen.

Mit «Money Mix» bietet Raiffeisen Schulen und Jugendlichen kostenlos Unterrichtsprogramme zum Erlernen eines bewussten Umgangs mit Geld. Das Programm umfasst verschiedene Module für Lehrpersonen zu Themen wie Budget, Bankkonto, Einkaufen, Anlegen und Vorsorgen. Der Kundenreklamationsprozess sowie die Anzahl Verstösse gegen entsprechende Vorschriften können Indizien liefern für allfällige Mängel beim Marketing. Raiffeisen Schweiz ermittelt zudem (zum Beispiel mittels Marktforschung) die ökonomischen Auswirkungen seiner Marketing-Aktivitäten.

Schutz der Kundendaten

Banken verfügen über sensible Kundendaten. Kundendaten und der Schutz derselben geniessen bei Raiffeisen deshalb höchste Priorität. Kunden vertrauen ihrer Bank, dass diese gesetzliche und regulatorische Vorgaben einhält, verantwortungsvoll mit Daten umgeht und diese bestmöglich schützt.

Raiffeisen Schweiz ist aufgrund der Systemverantwortung im Bereich Compliance zentral für das Thema Schutz der Kundendaten in der Raiffeisen Gruppe zuständig und betreibt ein Managementsystem für Informationssicherheit (ISMS), welches sich am Standard ISO 27001 ausrichtet. Ziel ist, die Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit von Informationen jederzeit zu gewährleisten. Die Informationssicherheit wird laufend überprüft und wo notwendig verstärkt. Jährlich werden mehrere Projekte zur Stärkung der Cyberresilienz (Widerstandsfähigkeit gegen Cyberangriffe) durchgeführt.

Raiffeisen Schweiz verfügt zudem über einen gruppenweit zuständigen Datenschutzbeauftragten. Er stellt sicher, dass die im schweizerischen Datenschutzgesetz vorgesehenen Kriterien erfüllt werden. Die zwingenden Bestimmungen zu Datenschutz und Datensicherheit sind in internen Weisungen geregelt. Die Anforderungen bezüglich Kundendaten entsprechen dem Datenschutzgesetz und den FINMA-Vorgaben.

Mit diesen Massnahmen will die Raiffeisen Gruppe einen hohen Schutz von Kundendaten durch einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess der Bedrohungslage entsprechend garantieren können. Anlass für grundsätzliche Änderungen des Ansatzes zum Schutz von Kundendaten bestand im Berichtsjahr keiner.

Kennzahlen verantwortungsbewusste Geschäftstätigkeit

Social Compliance

 

Erhebliche Bussgelder und nicht-monetäre Sanktionen aufgrund von Nichteinhaltung von Gesetzen und/oder Vorschriften im sozialen und wirtschaftlichen Bereich (GRI 419-1)

1 1

Korruptionsbekämpfung

 

Gesamtzahl und Prozentsatz der Raiffeisenbanken und Niederlassungen, die Mechanismen zur Erkennung von Korruption implementiert haben (GRI 205-1)

100%

Erhebliche Korruptionsrisiken, die im Rahmen der Risikobewertung ermittelt wurden (GRI 205-1)

0

Gesamtzahl und Art der bestätigten Korruptionsvorfälle (GRI 205-3)

0

Marketing und Kennzeichnung

 

Gesamtzahl der Verstösse gegen Vorschriften und/oder freiwillige Verhaltensregeln im Zusammenhang mit den Produkt- und Dienstleistungsinformationen und der Kennzeichnung (GRI 417-2)

0

Gesamtzahl der Verstösse im Zusammenhang mit Marketing (GRI 417-3)

0

Schutz der Kundendaten

 

Beschwerden von Dritten und Aufsichtsbehörden (GRI 418-1)

1 2

Durch interne Data Leakage Prevention (DLP) registrierte schwere Zwischenfälle (GRI 418-1)

0 3

Durch internes Data Leakage Prevention-System registrierte Alarme (GRI 418-1)

1’021 4

1 Gegen den ehemaligen Vorsitzenden der Geschäftsleitung von Raiffeisen Schweiz, Dr. Pierin Vincenz, wurde im Berichtsjahr ein Strafverfahren durch die Staatsanwaltschaft III des Kantons Zürich wegen des Verdachts auf ungetreue Geschäftsbesorgung eröffnet. Am 14. Juni 2018 hat die FINMA das Enforcement-Verfahren gegen Raiffeisen Schweiz abgeschlossen. Raiffeisen Schweiz anerkennt die in der Verfügung enthaltenen Verbesserungsmassnahmen, von denen viele bereits in der Umsetzung sind.

2 Ein Kunde einer Raiffeisenbank hat sich bei Raiffeisen Schweiz beschwert, weil seine Daten angeblich an Facebook weitergeleitet wurden. Der Kunde hat an einem Facebook-Wettbewerb von Raiffeisen Schweiz teilgenommen, wobei Facebook die Daten der Teilnehmenden gesammelt hat. Die Angaben waren Facebook aber bereits vor der Teilnahme bekannt. Raiffeisen Schweiz hat es jedoch unterlassen, den Kunden über die Datenbearbeitung von Facebook bei Teilnahme am Wettbewerb zu informieren, weshalb die Beschwerde anerkannt wurde.

3 Im Berichtsjahr wurden durch einen Fehler bei einem beigezogenen Dienstleister Kontoauszüge von Raiffeisen-Kunden an falsche Empfänger versendet. Über diesen Umstand wurden die betroffenen Kunden sowie die FINMA informiert. Das DLP-System überwacht den E-Mailversand sowie «Webtraffic» auf Kundendaten. Vorfälle dieser Art werden nicht vom System erfasst.

4 DLP-Alarme werden nach einem Scoring-System aufgrund von Regeln ausgelöst. Ein Alarm bedeutet nicht automatisch auch eine Verletzung von Vorschriften. Diese Anzahl ist bei rund 10’000 Mitarbeitenden ein guter Durchschnitt (drei Alarme pro Tag).

Verantwortungsvolle Betriebsführung

CO2-Emissionen

Ein ungeminderter Ausstoss von Treibhausgasen führt zu Klimaerwärmung mit gravierenden und unumkehrbaren Schäden für Mensch und Umwelt. Die Raiffeisen Gruppe selbst verursacht CO2-Emissionen durch Gebäudeenergie für den Betrieb der knapp 900 Geschäftsstellen und durch den Geschäftsverkehr von Personen und Fracht. Das strategische Ziel der Raiffeisen Gruppe besteht darin, bis 2020 die CO2-Emissionen (Scope 1 bis Scope 3 zusammen; siehe zu Scope 1 bis 3 die Erläuterung in der Fussnote zu den Kennzahlen) um 30 Prozent im Vergleich zu 2012 zu reduzieren. Das Ziel soll via Standards in den Bereichen Energie, Mobilität, Ressourcen und Beschaffung erreicht werden, wozu laufend relevante Prozesse des Bankbetriebs auf Energie- und Ressourceneffizienz überprüft werden und Sensibilisierungen der Mitarbeitenden erfolgen.

Das Monitoring der Umweltkennzahlen der gesamten Gruppe verantwortet die Fachstelle Umweltmanagement im Departement IT & Services von Raiffeisen Schweiz. Die Fachstelle betreut auch das Anreizprogramm «Pro Futura», mit dem Raiffeisenbanken zu CO2-reduzierenden Massnahmen motiviert werden. Pro Futura will die Reduktion von Emissionen über die gesamte Wertschöpfungskette des Bankbetriebes begünstigen, sammelt dazu Best Practice in der Raiffeisen Gruppe und stellt diese aufbereitet allen Raiffeisenbanken zur Verfügung. Im Fokus stehen der Energieverbrauch in Gebäuden (Elektrizität und Wärmeenergie) sowie der Geschäftsverkehr (Auto, öffentlicher Verkehr und Flugverkehr). Parallel dazu vergibt der Raiffeisen-interne Klimafonds finanzielle Zuschüsse bei Massnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz und Reduktion von CO2-Emissionen.

Konkret konnten zahlreiche Gebäude energetisch modernisiert werden. Bedeutende Standorte wurden an das Fernwärmenetz angeschlossen und ein Hauptgebäude wurde nach dem Standard nachhaltiges Bauen zertifiziert (SNBS). Darüber hinaus ist die Raiffeisen Gruppe an zwei Standorten vom «Grossverbraucher-Artikel» betroffen und hat dementsprechend an diesen Standorten und einem weiteren Dutzend Zielvereinbarungen mit Bund und Kantonen abgeschlossen. Raiffeisen setzt sich zum Ziel, nur noch erneuerbare Heizenergien im Gebäudepark zu installieren und Strom aus Kernkraft und fossilen Energieträgern zu vermeiden oder zu substituieren. Bei der Fahrzeugflotte wird darauf geachtet, dass nur Fahrzeuge nach gesetzlicher Vorschrift (bei Personenwagen max. 130 g CO2/km) eingesetzt werden. Bei Neu- und Umbauten wird darauf geachtet, dass ein emissionsarmer Pendelverkehr begünstigt wird, zum Beispiel durch die Ausrichtung auf den öffentlichen Verkehr oder den Bau von Umkleidegelegenheiten und Duschen für die Mitarbeitenden, die mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen.

Im Berichtsjahr konnten die CO2-Emissionen im Vergleich zum Vorjahr um 6 Prozent gesenkt werden. Dies lässt darauf schliessen, dass das 2012 gesteckte, ambitionierte CO2-Reduktionsziel im Jahr 2020 erreicht werden kann. Datengrundlage und Datenqualität im Bereich Umweltmanagement werden weiter verbessert.

Beschaffung

Die Lieferkette von Raiffeisen konzentriert sich vorwiegend auf die Schweiz – sowohl hinsichtlich Finanzprodukten von Dritten wie auch hinsichtlich der Beschaffungen für den Bankbetrieb.

Raiffeisen vertreibt neben eigenen Finanzprodukten auch solche von Drittanbietern. Diese umfassen Anlagefonds, strukturierte Produkte, Direktanlagen, Konsumkredite, Kreditkarten oder Versicherungen mit Anlagecharakter. Raiffeisen arbeitet bei der Erstellung von eigenen Produkten auch mit externen Partnern zusammen. So werden zum Beispiel alle Raiffeisen-Anlagefonds von unserem Partner Vontobel Asset Management verwaltet. Dazu kommen der physische Handel mit Edelmetallen wie Gold und Silber und dazugehörige Transporte.

Die wichtigsten Beschaffungsposten für den Betrieb des Bankstellennetzes sind Immobilien, IT-Hard- und Software, Mobiliar und der Fuhrpark. Die Nachhaltigkeit in der Lieferkette und beim Outsourcing an Partnerorganisationen wird hier durch spezifische, laufend aktualisierte Grundsätze und Kriterien sichergestellt. Lieferanten und Partnerorganisationen müssen dementsprechend neben wirtschaftlichen auch soziale und ökologische Kriterien erfüllen.

Kennzahlen verantwortungsvolle Betriebsführung

Kategorie

Einheit

Raiffeisen Schweiz und Gruppen- gesellschaften

Raiffeisenbanken (erfasste Banken)

Hochrechnung (nicht erfasste Banken)

Raiffeisen Gruppe (Total)

Raiffeisen Gruppe Veränderung in %

Raiffeisen Gruppe (Total) pro Personal- einheit

Gebäudeenergie (Gesamt)

kWh

15’491’000

25’723’000

28’813’000

72’027’000

-3

7’351

Strom

kWh

12’719’000

17’445’000

14’789’000

44’952’000

-3

4’719

Heizenergie

kWh

2’772’000

8’278’000

14’024’000

25’075’000

-4

2’632

 

 

 

 

 

 

 

 

Geschäftsverkehr (Gesamt)

km

15’407’000

2’042’000

2’141’000

19’590’000

-5

2’056

davon öffentlicher Verkehr (Bahn, Bus, Tram)

km

4’702’000

1’062’000

1’505’000

7’269’000

-3

763

davon Strassenverkehr Privatfahrzeuge Personenwagen (private Fahrzeuge)

km

2’184’000

979’000

636’000

3’800’000

0

399

davon Strassenverkehr Firmenfahrzeuge Personenwagen (Firmenfahrzeuge)

km

4’167’000

 

4’167’000

-7

437

davon Strassenverkehr Kurierfahrten

km

3’557’000

3’557’000

-4

373

davon Passagierflugverkehr

km

99’000

99’000

-73

10

davon Frachtflugverkehr

tkm

698’000

698’000

-9

73

Papierverbrauch

Tonnen

 

 

 

1’090

-28

0,11

Wasserverbrauch

m 3

13’000

63’000

86’000

162’000

-28

17

 

 

 

 

 

 

 

 

Treibhausgasemissionen aus Energie und Verkehr 1

Tonnen CO 2 eq

5’636

2’817

5’220

13’673

-6

1,44

davon Scope 1

Tonnen CO 2 eq

1’896

1’761

4’164

7’821

6

0,82

davon Scope 2

Tonnen CO 2 eq

74

271

0

345

-11

0,04

davon Scope 3

Tonnen CO 2 eq

3’665

785

1’057

5’507

-19

0,58

1 Erfasst sind die wesentlichen Emissionsquellen. Die drei Systemgrenzen sind:

Scope 1: direkte Treibhausgasemissionen aus stationären Quellen im Unternehmen selbst, wie zum Beispiel Heizung oder eigene Fahrzeuge;

Scope 2: indirekte Treibhausgasemissionen durch Energieerzeugung ausserhalb des Unternehmens, wie zum Beispiel Strom und Fernwärme;

Scope 3: andere indirekte Treibhausgasemissionen ausserhalb des Unternehmens aus vor- und nachgelagerten Prozessen, wie zum Beispiel Geschäftsreisen mit der Bahn oder Vorstufen der Energiebereitstellung.

Jede erfasste Kennzahl wird auf Basis der letzten acht Quartale annualisiert und auf Basis der Vollzeitäquivalente den erfassten Organisationseinheiten zugeteilt. In einem nächsten Schritt erfolgt die Hochrechnung der annualisierten Kennzahlen pro Raiffeisenbank aggregiert. Dabei werden sie jeweils auf den schlechtesten Qualitäten wie zum Beispiel «Standard-Mix» bei Strom oder «Heizöl» für Wärmeproduktion erstellt. Ausgenommen ist Papier, dessen Gesamtverbrauch unter Raiffeisen Schweiz entsprechend den Druckereien und Lieferanten geführt wird. Aktuell werden folgende Anteile der Verbrauchswerte erfasst und hochgerechnet:

– Strom: 53% (47%)

– Heizung: 33% (67%)

– Fahrten MA: 60% (40%)

– Bahn und öffentlicher Verkehr: 42% (58%)

Eine Überprüfung der Umweltdaten im Berichtsjahr hat ergeben, dass die Schätzungen konservativ erfolgen. Das bedeutet, dass die hier angegebenen Mengen über den tatsächlichen Mengen liegen. So werden beispielsweise bei Eigenfahrzeugen keine Privatkilometer abgezogen und für sämtliche nicht eindeutige Heizsysteme Heizöl als Brennstoff angenommen. Die Berechnung der Treibhausgasemissionen basiert auf den Emissionsfaktoren der VfU-Kennzahlen 2015. Die Raiffeisen Unternehmerzentren (RUZ) sowie die ehemalige Gruppengesellschaft Notenstein La Roche Privatbank AG sind energetisch nicht berücksichtigt.