Ergebnis

Die Raiffeisen Gruppe hat 2021 mit einem Gruppengewinn von 1,07 Milliarden Franken ein hervorragendes Resultat erzielt. Der Gewinn übersteigt das Vorjahresergebnis um 24,2 Prozent.

Schlüsselkennzahlen

Schlüsselkennzahlen

in Mio. CHF, Prozent, Anzahl20202021Veränderung in %
Erfolgskennzahlen
Brutto-Erfolg Zinsengeschäft2'3502'4022,2
Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft45153618,8
Geschäftsertrag3'0603'38310,6
Geschäftsaufwand1'8171'8954,3
Geschäftserfolg9671'26831,1
Gruppengewinn8611'06924,2
Cost-Income-Ratio (Kosten-Ertrags-Verhältnis)59,4%56,0%
Bilanzkennzahlen
Bilanzsumme259'653284'4899,6
Kundenausleihungen200'358206'3553,0
davon Hypothekarforderungen190'317196'3603,2
Kundeneinlagen190'425201'7295,9
in % der Kundenausleihungen95,0%97,8%
Total Eigenkapital (ohne Minderheitsanteile)18'44419'1794,0
Eigenmittel/Liquidität1
CET1-Quote 18,6%20,3%
Kernkapitalquote (going concern)19,6%21,7%
TLAC-Quote 20,6%23,4%
TLAC Leverage Ratio7,3%7,4%
Liquiditätsquote (LCR)2159,4%185,4%
Finanzierungsquote (NSFR)3141,5%144,9%
Marktangaben
Marktanteil im Hypothekargeschäft 17,6%17,6%
Marktanteil Kundeneinlagen13,8%14,0%
Anzahl Kunden3'553'1903'606'5401,5
Anzahl Genossenschafter1'935'7901'963'5931,4
Kundenvermögen
Verwaltete Kundenvermögen4224'042241'2267,7
Netto-Neugeld verwaltete Kundenvermögen16'32814'509-11,1
Risikokennzahlen Kreditgeschäft
Wertberichtigungen für gefährdete Forderungen 261243-7,0
in % der Kundenausleihungen0,130%0,118%
Wertberichtigungen für erwartete Verluste (nicht gefährdete Forderungen)5n/a482n/a
Ressourcen
Anzahl Mitarbeitende11'20711'4652,3
Anzahl Vollzeitstellen9'4929'7292,5
Anzahl Raiffeisen-Standorte824820-0,5
1 Gemäss Systemrelevanz-Regime.
2 Mit der Liquiditätsquote (LCR – Liquidity-Coverage-Ratio) wird gemessen, ob ein Bankinstitut über genügend liquide Mittel verfügt, um den Liquiditätsbedarf im Fall einer Notlage über einen Zeitraum von 30 Tagen aus eigenen Mitteln zu decken. Der LCR setzt die verfügbaren liquiden Mittel ins Verhältnis zum erwarteten Nettoabfluss.
3 Mit der Finanzierungskennziffer NSFR (Net-Stable-Funding-Ratio) soll eine nachhaltige und stabile Finanzierung der Aktivgeschäfte und der ausserbilanziellen Aktivitäten eines Bankinstituts sichergestellt werden. Sie begrenzen insbesondere das Risiko, dass eine Bank ihr Kreditgeschäft mit als zu unstabil und kurzfristig eingeschätzten Einlagen finanziert.
4 Das ausgewiesene Kundenvermögen umfasst das Depotvermögen sowie Verpflichtungen aus Kundeneinlagen und Kassenobligationen. In die Position Verpflichtungen aus Kundeneinlagen werden auch Kundengelder mit einbezogen, die keinen Anlagecharakter aufweisen. Nicht inkludiert sind: Treuhandgelder und Custody-only-Kundenbeziehungen (Drittbanken und institutionelle Kunden, für die Raiffeisen ausschliesslich als Depotbank auftritt) sowie Vermögen von institutionellen Anlegern, falls die Geschäftstätigkeit aus Liquiditäts- oder Repoanlagen besteht. Umklassierungen zwischen verwalteten Vermögen und nicht ausgewiesenen Vermögen (beispielsweise Custody-only) werden als Nettoneugeld-Veränderung ausgewiesen.
5 Die Raiffeisengruppe hat gemäss RelV-FINMA per 1. Januar 2021 erfolgsneutral Wertberichtigungen für erwartete Verluste in der Höhe von 493,2 Millionen Franken gebildet. Die nach der Erstalimentierung aufgetretenen Veränderungen wurden in der Erfolgsrechnungs-Position «Veränderungen von ausfallrisikobedingten Wertberichtigungen sowie Verluste aus dem Zinsengeschäft» verbucht.

Ausgezeichnetes Ergebnis

Raiffeisen blickt auf ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr zurück. Der Gewinn liegt mit 1,07 Milliarden Franken deutlich über dem Vorjahr. Die gesetzten strategischen Ziele 2021 hat die Gruppe erreicht. Raiffeisen hat die digitalen Services für Kundinnen und Kunden ausgebaut und das Geschäftsmodell durch den Erfolg im Vorsorge- und Anlagegeschäft weiter diversifiziert. Die Gruppe baut ihre starke Position im Kundengeschäft weiter aus.
Das Geschäftsvolumen ist weiter gewachsen und die operative Ertragskraft ist ungebrochen. Sämtliche Ertragspositionen haben zugelegt. Das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft entwickelte sich mit einer hohen Zunahme von beinahe 20 Prozent besonders erfreulich. Die Volumen in den Fondssparplan- und Vorsorgedepots haben um fast 40 Prozent zugenommen und die Vermögensverwaltungsmandate haben sogar um über 120 Prozent zugelegt. Der insgesamt hohe Nettoneugeldzufluss von 14,5 Milliarden Franken zeigt das starke Vertrauen der Raiffeisen-Kundinnen und -Kunden in die 219 Raiffeisenbanken. Raiffeisen erwies sich auch in anhaltend herausfordernden Zeiten als starke Partnerin und hat ein ausgezeichnetes Ergebnis erzielt.

Hohes Kundenvertrauen – anhaltend hohes Wachstum im Kerngeschäft

Im Geschäftsjahr 2021 setzte sich das Wachstum der Kundenvermögen auf hohem Niveau fort. Diese sind um 19,3 Milliarden Franken (+8,5 Prozent) auf insgesamt 247,1 Milliarden Franken angestiegen. Das Wachstum ist einerseits auf einen hohen Anstieg der Kundeneinlagen zurückzuführen. Die Zunahme beläuft sich dort auf 11,3 Milliarden Franken (+5,9 Prozent). Andererseits haben auch die Depotvolumen um 8,0 Milliarden Franken (+21,7 Prozent) auf einen Bestand von 45,1 Milliarden Franken markant zugelegt. Im Berichtsjahr wurden rund 68‘000 neue Depots eröffnet, das sind 268 pro Arbeitstag.
Raiffeisen erfreute sich auch im Berichtsjahr einer hohen Anzahl neuer Kundinnen und Kunden (+53‘350) und zählt neu 3,61 Millionen Personen zu ihren Kundinnen und Kunden. Auch die Anzahl der Genossenschafterinnen und Genossenschafter erhöhte sich um 27’803 auf insgesamt 1,96 Millionen.
Im Hypothekargeschäft lag das Wachstum wie geplant im Rahmen der Marktentwicklung. Die Hypothekarforderungen erhöhten sich um 6,0 Milliarden Franken (+3,2 Prozent) auf 196,4 Milliarden Franken. Ein gesundes Wachstum im Kerngeschäft in etwa auf Niveau des Marktes entspricht der Ambition und Strategie von Raiffeisen. Durch das gleichzeitig stärkere Wachstum bei den Kundeneinlagen hat sich der Refinanzierungsgrad von 95,0 Prozent im Vorjahr auf 97,8 Prozent verbessert. Im Berichtsjahr hat die Raiffeisen Gruppe ihre Services im Bereich privates Wohneigentum ausgebaut. Im August hat die Gruppe zusammen mit der Mobiliar die digitale Wohneigentumsplattform Liiva lanciert. Damit kann die Bankengruppe weitere Bedürfnisse ihrer Kundinnen und Kunden rund um den Erwerb und die Modernisierung von privatem Wohneigentum abdecken. Ausserdem hat Raiffeisen als erste Schweizer Bank einen Modernisierungsplaner in den Beratungsprozess integriert. Damit hat Raiffeisen ihre Immobilienkompetenzen, die über das klassische Hypothekargeschäft hinausgehen, weiter ausgebaut.

Positive Entwicklung sämtlicher Ertragspositionen

Das operative Geschäft der Raiffeisen Gruppe entwickelte sich im Geschäftsjahr 2021 ausgesprochen erfreulich. Sämtliche Ertragspositionen haben dazu beigetragen. Der Druck auf das Zinsengeschäft hält jedoch weiter an. Die Zinsmarge war auch im Berichtsjahr wiederum rückläufig und ist von 0,93 Prozent auf 0,89 Prozent gesunken. Dank des Wachstums im Kreditgeschäft und einer umsichtigen Bilanzbewirtschaftung konnte dennoch eine Steigerung des Bruttoerfolgs aus dem Zinsengeschäft um 52,3 Millionen Franken (+2,2 Prozent) erzielt werden. Nachdem im vergangenen Jahr aufgrund des unsicheren wirtschaftlichen Ausblicks der Wertberichtigungsbedarf noch leicht zugenommen hatte, führte die wirtschaftliche Erholung im Berichtsjahr netto zu Auflösungen von Wertberichtigungen für Ausfallrisiken in der Höhe von 12,1 Millionen Franken. Der Nettoerfolg aus dem Zinsengeschäft ist gegenüber dem Vorjahr um 116,9 Millionen Franken (+5,1 Prozent) auf 2,4 Milliarden Franken angestiegen.
Die Bestrebungen der Raiffeisen Gruppe zur Diversifikation der Geschäftsfelder zeigen weiterhin Wirkung. Der erfolgreiche Ausbau des Vorsorge- und Anlagegeschäfts widerspiegelt sich in der sehr erfreulichen Entwicklung des Erfolgs aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft. Die Zunahme gegenüber dem Vorjahr beläuft sich auf hohe 85,0 Millionen Franken (+18,8 Prozent) auf 536,1 Millionen Franken. Auch dank des freundlichen Börsenumfeldes haben die Wertschriftentransaktionen stark zugelegt und die Gruppe verzeichnete im Berichtsjahr hohe Zuflüsse im Vorsorge- und Anlagegeschäft. Auch der Erfolg aus dem Handelsgeschäft hat um 29,9 Millionen Franken (+13,9 Prozent) auf 244,6 Millionen Franken zugelegt. Im übrigen ordentlichen Erfolg führten höhere Beteiligungserträge und der Verkauf von Finanzanlagen zu einem Anstieg von 91,4 Millionen Franken (+93,8 Prozent). Insgesamt ist der Geschäftsertrag um 323,2 Millionen Franken (+10,6 Prozent) auf 3,4 Milliarden Franken stark angewachsen.

Investitionen in die Gruppenstrategie führen zu höheren Kosten

Der Geschäftsaufwand ist in der Berichtsperiode erwartungsgemäss um 78,0 Millionen Franken (+4,3 Prozent) auf 1,9 Milliarden Franken gestiegen. Einerseits hat der Personalaufwand um 54,7 Millionen Franken (+4,1 Prozent) zugelegt. Die Umsetzung der Gruppenstrategie erforderte im Jahr 2021 einen zusätzlichen Personalbedarf. Auch haben die Raiffeisenbanken die Betreuung der Kundinnen und Kunden vor Ort mit zusätzlichem Personal ausgebaut. Andererseits sind die Sachkosten um 23,3 Millionen Franken (+4,9 Prozent) gewachsen. Während im Vorjahr aufgrund der Pandemie keine Veranstaltungen durchgeführt werden konnten, sind diese Ausgaben im Geschäftsjahr 2021 wieder angestiegen. Zudem ergab sich ein Mehrbedarf an Drittleistungen und Beratungen im Zusammenhang mit Projekten, vor allem für die Umsetzung der Gruppenstrategie.
Trotz insgesamt höheren Kosten hat die Gruppe die Produktivität weiter erhöht. Aufgrund der deutlichen Ertragssteigerungen und der weniger stark gestiegenen Kosten hat sich die Cost-Income-Ratio von 59,4 Prozent Ende Vorjahr auf 56,0 Prozent weiter verbessert. Die Abschreibungen auf Sachanlagen, die Wertberichtigungen auf Beteiligungen sowie die Rückstellungen sind im Berichtsjahr insgesamt deutlich geringer ausgefallen. Das starke operative Geschäft verbunden mit positiven Einmaleffekten bei den Beteiligungen führt insgesamt zu einem hohen Geschäftserfolg von 1,3 Milliarden Franken beziehungsweise einer Zunahme von 300,8 Millionen Franken (+31,1 Prozent) gegenüber dem Vorjahr.

Sicher und kapitalstark

Die Raiffeisen Gruppe hat sehr gut gewirtschaftet und ein hervorragendes Ergebnis erzielt. Die operative Ertragskraft ist ungebrochen. Der Gruppengewinn liegt mit 1,07 Milliarden Franken und einer Zunahme von 208,1 Millionen Franken gegenüber dem Vorjahr (+24,2 Prozent) auf einem Höchststand. Rund 94 Prozent des Gruppengewinns werden thesauriert und erhöhen somit die Reserven und Kapitalbasis, was zu einer weiteren Stärkung der Sicherheit und Stabilität der genossenschaftlichen Bankengruppe beiträgt.

Erfolgsrechnung

Erträge aus dem operativen Bankgeschäft

Die Entwicklung der Erträge aus dem operativen Bankgeschäft verlief durchwegs sehr positiv. Alle Ertrags­positionen haben zugelegt und der Geschäftsertrag hat gesamthaft mit einem Plus von 323,2 Millionen Franken (+10,6 Prozent) auf 3,4 Milliarden Franken stark zugenommen.

Zinsengeschäft

Aufgrund des anhaltenden Tiefzinsumfelds und des hohen Wettbewerbs im Hypothekargeschäft bleibt der Hauptertragspfeiler der Raiffeisen Gruppe – das Zinsengeschäft – unter Druck. Dank aktiver und umsichtiger Bilanzbewirtschaftung sowie dem Volumenwachstum konnte dennoch eine Steigerung des Bruttoerfolgs aus dem Zinsengeschäft um 52,3 Millionen Franken (+2,2 Prozent) auf insgesamt 2,4 Milliarden Franken erzielt werden. Während im Vorjahr aufgrund des unsicheren wirtschaftlichen Ausblicks im Sinne einer vorsichtigen Risikoeinschätzung noch leicht erhöhter Wertberichtigungsbedarf bestand, führte die Erholung der Wirtschaft im Berichtsjahr zu einer Nettoauflösung von Wertberichtigungen aus dem Zinsengeschäft von 12,1 Millionen Franken. Gegenüber der Nettobildung im Vorjahr hat sich die Position «Veränderungen von ausfallbedingten Wertberichtigungen sowie Verluste aus dem Zinsengeschäft» im Berichtsjahr um 64,6 Millionen Franken vermindert ( Anhang 15) Die Wertberichtigungen für Ausfallrisiken sind im Vergleich zu den gesamten Ausleihungen somit weiterhin sehr tief und betragen 0,118 Prozent (Vorjahr: 0,130 Prozent). Der Nettoerfolg aus dem Zinsengeschäft ist im Vergleich zum Vorjahr um 116,9 Millionen Franken (+5,1 Prozent) auf insgesamt 2,4 Milliarden Franken angestiegen.

Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft

Sehr erfreulich entwickelte sich das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft ( Anhang 23). Hauptsächlich dank eines starken Wertschriften- und Anlagegeschäfts erhöhte sich der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft um 85,0 Millionen Franken (+18,8 Prozent) auf 536,1 Millionen Franken. Mit dieser hohen Zunahme wird der Vorjahreswert nochmals deutlich übertroffen. Auf der einen Seite hat die Anzahl an Wertschriftentransaktionen deutlich zugelegt. Auf der anderen Seite verzeichnet die Gruppe – auch dank des guten Börsenumfeldes – hohe Zuflüsse im Vorsorge- und Anlagegeschäft. Bei den Fondssparplan-Depots hat sich das Volumen um rund 37 Prozent erhöht und auch die Anzahl der Depots hat um 29 Prozent stark zugenommen. Das Volumen der Vorsorgedepots ist um 39 Prozent gewachsen, die Anzahl um 52 Prozent. Bei den Vermögensverwaltungsmandaten sind sowohl das Volumen als auch die Anzahl neuer Depots um über 120 Prozent angestiegen. Diese starke Entwicklung unterstreicht die Vorsorge- und Anlagekompetenz der Raiffeisen Gruppe. Zudem zeigen die Bestrebungen zur Diversifikation der Erträge Wirkung. Der Anteil des Zinsengeschäfts am gesamten Geschäftsertrag hat in den letzten Jahren abgenommen, während der Anteil des Kommissions- und Dienstleistungsgeschäfts zugenommen hat. Seit Start der Strategieumsetzung und im Vergleich zum Vorjahr hat sich diese Entwicklung noch verstärkt. Die strategischen Initiativen zur Stärkung des Vorsorge- und Anlagegeschäfts im Zuge der Umsetzung der Gruppenstrategie «Raiffeisen 2025» sollen diesen Trend auch in Zukunft begünstigen.

Handelsgeschäft

Auch beim Handelserfolg ( Anhang 24 ) hat die Raiffeisen Gruppe zugelegt. Der Erfolg aus dem Handelsgeschäft und der Fair-Value-Option beläuft sich insgesamt auf 244,6 Millionen Franken. Die Zunahme beträgt 29,9 Millionen Franken (+13,9 Prozent). Grund dafür ist vor allem eine positive Entwicklung im Devisengeschäft. Gegenüber einem tieferen Erfolg im Vorjahr, in welchem aufgrund der Pandemie die Reisetätigkeit stark eingeschränkt war und weniger Auslandtransaktionen abgewickelt wurden, haben die Devisengeschäfte im Berichtsjahr wieder zugenommen und zu Mehrerträgen geführt.

Übriger ordentlicher Erfolg

Zum höheren Geschäftsertrag hat auch der übrige ordentliche Erfolg beigetragen. Dieser ist um 91,4 Millionen Franken (+93,8 Prozent) auf 188,7 Millionen Franken stark angestiegen. Einerseits führten Veräusserungen von Finanzanlagen zu höheren Erträgen. Andererseits hat der Beteiligungsertrag gegenüber dem Vorjahr um 41,6 Millionen Franken zugenommen ( Anhang 25). Insbesondere konnte bei der nach der Equity-Methode bewerteten Beteiligung an der Leonteq AG aufgrund der positiven Unternehmensentwicklung eine substanzielle Zuschreibung verbucht werden.

Geschäftsaufwand

Beim Geschäftsaufwand erhöhten sich sowohl die Personalkosten als auch die Sachkosten. Der Geschäftsaufwand hat gegenüber dem Vorjahr insgesamt um 78,0 Millionen Franken (+4,3 Prozent) auf 1,9 Milliarden Franken zugenommen. Der Kostenanstieg ist im Zuge der Investitionen für die Umsetzung der Gruppenstrategie bewusst erfolgt und bewegt sich im Rahmen der Erwartungen.

Personalaufwand

Der Personalaufwand ( Anhang 27) ist um 54,7 Millionen Franken (+4,1 Prozent) auf 1,4 Milliarden Franken angestiegen. Der Personalbestand erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 237,2 Vollzeitstellen auf insgesamt 9‘728,8 Vollzeitstellen. Die Umsetzung der Initiativen im Zusammenhang mit der Gruppenstrategie erforderte zusätzliche Ressourcen. Zudem fand ein Personalaufbau bei den Raiffeisenbanken für die Betreuung und Beratung der Kundinnen und Kunden im Sinne eines weiteren Kompetenzausbaus vor Ort statt.

Sachaufwand

Der Sachaufwand ( Anhang 28) ist mit 23,3 Millionen Franken (+4,9 Prozent) auf 503,0 Millionen Franken angestiegen. Im Vorjahr reduzierten sich aufgrund der Pandemie die Kosten für Generalversammlungen und Kundenanlässe deutlich. Im Berichtsjahr wurden über den Sachaufwand wieder höhere Kosten für Generalversammlungen und Anlässe, welche das Geschäftsjahr 2021 betreffen, abgegrenzt. Zudem führten die Projekte im Zusammenhang mit der Umsetzung der Gruppenstrategie «Raiffeisen 2025» zu einem höheren Bedarf an Drittleistungen und Beratung.

Wertberichtigungen auf Beteiligungen sowie Abschreibungen
auf Sachanlagen und immateriellen Werten

Die Position Wertberichtigungen auf Beteiligungen sowie Abschreibungen auf Sachanlagen und immateriellen Werten hat sich um 56,5 Millionen Franken (–20,6 Prozent) auf insgesamt 217,4 Millionen Franken reduziert. Die Abschreibungen auf Sachanlagen reduzierten sich um 12,0 Millionen Franken und die Abschreibungen auf Beteiligungen und Goodwill sind um 45,4 Millionen Franken tiefer ausgefallen. Während das Vorjahr noch eine grössere negative Wertanpassung an der nach der Equity-Methode bewerteten Beteiligung an der Viseca Holding AG enthalten hatte, beinhaltet das Berichtsjahr wesentlich geringere Wertberichtigungen auf Beteiligungen.

Veränderungen von Rückstellungen und übrigen
Wertberichtigungen sowie Verluste

Die Position «Veränderungen von Rückstellungen und übrigen Wertberichtigungen sowie Verluste» ( Anhang 15) erhöhte sich auf einem tiefen Niveau und hat um 0,8 Millionen Franken (+36,3 Prozent) auf 3,1  Millionen Franken zugenommen. In dieser Position sind im Berichtsjahr keine materiellen Neubildungen von Rückstellungen und Wertberichtigungen verbucht worden.

Geschäftserfolg

Dank des starken operativen Geschäfts und Einmaleffekten bei den Beteiligungen konnte Raiffeisen den Geschäftserfolg im Berichtsjahr um 300,8 Millionen auf 1,3 Milliarden Franken steigern.

Ausserordentlicher Aufwand und Ertrag

Im ausserordentlichen Ertrag von 8,6 Millionen Franken ist im Speziellen ein Gewinn aus der Veräusserung von Sachanlagen von 7,5 Millionen Franken enthalten. Im ausserordentlichen Aufwand von 0,9 Millionen Franken sind als grösste Einzelposition Verluste aus Veräusserungen von Sachanlagen von über 0,7 Millionen Franken erfasst.

Steuern

Der Steueraufwand ( Anhang 30) ist im Vergleich zum Vorjahr um 63,7 Millionen Franken (+53,4 Prozent) auf 183,0 Millionen Franken gestiegen. Der Jahresabschluss der Raiffeisen Gruppe enthält Rückstellungen für latente Steuern, um den Steuereffekt der Bewertungsunterschiede zwischen dem True-and-Fair-View-Abschluss der Gruppe und den Einzelabschlüssen der konsolidierten Gesellschaften steuerlich korrekt darzustellen. Aufgrund der Unternehmenssteuerreform konnten im Jahr 2020 tiefere Steuersätze für die Berechnung der latenten Steuern angewendet werden. Dies führte zu einer Auflösung von Rückstellungen für latente Steuern und damit insgesamt zu einem tiefen Steueraufwand im Vorjahr. Im Berichtsjahr resultierte aufgrund des sehr guten Ergebnisses wieder eine stärkere Zunahme des Aufwandes für latente Steuern. Der effektive Steueraufwand hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 13,5 Millionen Franken erhöht.

Bilanz

Das hohe Wachstum der Bilanzsumme von 24,8 Milliarden Franken (+9,6 Prozent) auf 284,5 Milliarden Franken ergibt sich primär aus den hohen Zuflüssen im Kundeneinlagengeschäft. Dies wirkte sich positiv auf die Liquiditätssituation der Raiffeisen Gruppe aus.

Forderungen und Verpflichtungen gegenüber Banken

Die Forderungen gegenüber Banken haben sich um 791,3 Millionen Franken (–19,6 Prozent) auf 3,2 Milliarden Franken reduziert. Die Verpflichtungen gegenüber Banken sind um 5,4 Milliarden Franken (+50,7 Prozent) auf 15,9 Milliarden Franken stark angestiegen. Diese Positionen sind stichtagsbezogen generell starken Schwankungen ausgesetzt, was auf die aktive Bilanz- und Liquiditätsbewirtschaftung zurückzuführen ist.

Forderungen und Verpflichtungen aus Wertpapierfinanzierungsgeschäften

Die Wertpapierfinanzierungsgeschäfte unterliegen je nach Bedürfnis der Liquiditätsbewirtschaftung ebenfalls grösseren Schwankungen. Die Bilanz der Raiffeisen Gruppe enthält sowohl im Vorjahr als auch im Berichtsjahr keine Forderungen aus Wertpapierfinanzierungsgeschäften. Im Jahr 2021 wurden im Zuge des aktiven Liquiditätsmanagements die Verpflichtungen aus Wertpapierfinanzierungsgeschäften im Umfang von 3,3 Milliarden Franken (+78,2 Prozent) auf 7,5 Milliarden Franken erhöht.

Kundenausleihungen

Im Kerngeschäft setzte sich das kontinuierliche Wachstum fort. Die Hypothekarforderungen haben um 6,0 Milliarden Franken (+3,2 Prozent) auf 196,4 Milliarden Franken zugenommen. Die Zunahme ist leicht höher als im Vorjahr, ebenso wie das Marktwachstum, das in dieser Grössenordnung zugelegt hat. Der Marktanteil ist mit 17,6 Prozent stabil geblieben. Das Wachstum in etwa auf Niveau des Marktes entspricht der Gruppenstrategie und widerspiegelt die vorsichtige Risikopolitik. Beim Kreditexposure mit Immobilienbesicherung entfällt der grösste Anteil – rund 87 Prozent – auf Wohnliegenschaften mit einer tiefen durchschnittlichen Nettobelehnung von 60 Prozent.
Die Forderungen gegenüber Kunden sind leicht rückläufig, sie haben um 45,4 Millionen Franken (–0,5 Prozent) auf insgesamt 10,0 Milliarden Franken abgenommen. Im Vorjahr wies diese Position ein überdurchschnittlich starkes Wachstum aufgrund von Covid-19-Krediten an Schweizer KMU im Rahmen des Garantieprogramms des Bundes und der Kantone aus. Die ausstehenden Covid-19-Kredite haben sich gegenüber Ende Vorjahr netto um etwa 280 Millionen Franken reduziert, während das ordentliche Firmenkundengeschäft zugelegt hat. Der Anteil an ungedeckten Krediten an Firmenkunden (ohne öffentlich-rechtliche Körperschaften) ist mit 2,4 Prozent nach wie vor sehr tief.
Der Bestand an Wertberichtigungen für Ausfallrisiken für gefährdete Forderungen ist mit 243,0 Millionen Franken auf einem unverändert sehr tiefen Niveau. Es entspricht einem Anteil am gesamten Kreditvolumen von 0,118 Prozent (Vorjahr: 0,130 Prozent).
Im Einklang mit den neuen Vorschriften aus dem FINMA-Rundschreiben 2020/1 «Rechnungslegung – Banken» bezüglich der Bildung von Wertberichtigungen und Rückstellungen im Rahmen der latenten Risikovorsorge hat Raiffeisen Wertberichtigungen für erwartete Verluste auf nicht gefährdeten Kundenausleihungen im Umfang von 493,2 Millionen Franken gebildet. Diese zusätzlich neu zu bildenden Wertberichtigungen hat Raiffeisen vollständig mit einer erfolgsneutralen Umbuchung aus den Gewinnreserven per 1. Januar 2021 alimentiert und mit den Forderungen in der Bilanz direkt verrechnet. Per 31. Dezember 2021 bestehen Wertberichtigungen für erwartete Verluste auf nicht gefährdeten Ausleihungen von 482,3 Millionen Franken.

Handelsgeschäft

Der Bestand des Handelsgeschäfts ( Anhang 3) hat um 470,7 Millionen Franken (–15,5 Prozent) auf 2,6 Milliarden Franken abgenommen. Das Handelsvolumen ist aufgrund seines kurzfristigen Charakters generell grösseren stichtagsbezogenen Schwankungen unterworfen.

Finanzanlagen

In den Finanzanlagen ( Anhang 5) sind vorwiegend erstklassige Obligationen enthalten, die bei Raiffeisen Schweiz entsprechend den gesetzlichen Liquiditätserfordernissen sowie nach internen Liquiditätszielen verwaltet werden. Die Bewirtschaftung von Finanzanlagen erfolgt auch opportunistisch und kann grösseren Schwankungen unterliegen. 2021 wurden die Finanzanlagen um 280,1 Millionen Franken (–3,2 Prozent) auf 8,5 Milliarden Franken reduziert.

Nicht konsolidierte Beteiligungen

Der Buchwert der nicht konsolidierten Beteiligungen ( Anhang 6) hat im Berichtsjahr um 40,8 Millionen Franken (+6,0 Prozent) auf 724,1 Millionen Franken zugenommen. Dies ist im Wesentlichen auf die Zuschreibung bei der nach der Equity-Methode bewerteten Beteiligung an der Leonteq AG zurückzuführen.

Sachanlagen

Der Bestand an Sachanlagen ( Anhang 8) hat sich gegenüber dem Vorjahr um 14,4 Millionen Franken (–0,5 Prozent) auf insgesamt 3,0 Milliarden Franken leicht reduziert. Es wurden Neuinvestitionen von insgesamt 200,3 Millionen Franken getätigt – dies zum überwiegenden Anteil in Bankgebäude und andere Liegenschaften der Raiffeisenbanken. Im Gegenzug erfolgten Abschreibungen im Umfang von 199,9 Millionen Franken sowie Desinvestitionen in der Höhe von 14,8 Millionen Franken.

Nettoinvestitionen nach Kategorien

in Mio. CHF20172018201920202021
Bankgebäude 76109928589
Andere Liegenschaften 105317636
Um- und Einbauten in fremden
Räumlichkeiten
119263417
Informatik-Hardware 1514162110
Informatik-Software208157562415
Bancomat91215117
Mobiliar46642
Einrichtungen8101064
Büromaschinen, Fahrzeuge,
Sicherheitseinrichtungen
313945
Total Nettoinvestitionen344383247195185

Nettoinvestitionen nach Regionen

in Mio. CHF20172018201920202021
Région lémanique1635273636
Espace Mittelland 3543382944
Nordwestschweiz und Zürich2959383926
Ostschweiz1227217955351
Zentralschweiz 212140287
Tessin16891021
Total Nettoinvestitionen344383247195185
1 Inkl. zentrale Investitionen Raiffeisen Schweiz.

Die immateriellen Werte ( Anhang 9) enthielten Goodwill auf Beteiligungen – im Wesentlichen Goodwill auf der Beteiligung an der Leonteq AG. Raiffeisen hat im Jahr 2021 den verbleibenden Goodwill auf Beteiligungen vollständig abgeschrieben.

Verpflichtungen aus Kundeneinlagen

Die Kundeneinlagen sind im Berichtsjahr wiederum stark gewachsen, deren Volumen liegt erstmals bei über 200 Milliarden Franken. Gegenüber dem sehr hohen Zuwachs im Vorjahr ist die Zunahme im Berichtsjahr leicht tiefer ausgefallen. Der Anstieg ist mit 11,3 Milliarden Franken (+5,9 Prozent) auf insgesamt 201,7 Milliarden Franken jedoch immer noch markant. Da Raiffeisen bei den Kundeneinlagen etwas stärker als der Markt zugelegt hat, erhöhte sich der Marktanteil von 13,8 Prozent auf 14,0 Prozent.
Durch den markanten Anstieg der Kundeneinlagen bei gleichzeitig moderaterem Wachstum der Ausleihungen erhöhte sich der Refinanzierungsgrad von 95,0 Prozent auf 97,8 Prozent. Nahezu alle Kundenausleihungen sind mit Kundeneinlagen gedeckt.
Die Kundenvermögen – also die Kundeneinlagen und das Depotvolumen – sind um eindrückliche 19,3 Milliarden Franken (+8,5 Prozent) auf 247,1 Milliarden Franken angestiegen. Der Nettoneugeldzufluss im Retailgeschäft beläuft sich auf 14,5 Milliarden Franken und widerspiegelt das unverändert hohe Vertrauen der Kundinnen und Kunden in die Raiffeisen Gruppe.

Verpflichtungen aus übrigen Finanzinstrumenten mit Fair-Value-Bewertung

Diese Position ( Anhang 13) enthält die durch Raiffeisen Switzerland B.V. Amsterdam emittierten strukturierten Produkte, welche zum Marktwert bewertet werden. Die Verpflichtungen aus übrigen Finanzinstrumenten mit Fair-Value-Bewertung haben um 37,4 Millionen Franken (+1,7 Prozent) auf 2,2 Milliarden Franken zugenommen. Die durch Raiffeisen Schweiz emittierten strukturierten Produkte werden bilanzmässig unterschiedlich behandelt. Deren Basiskomponenten sind in den «Anleihen und Pfandbriefdarlehen» bilanziert und nachfolgend kommentiert.

Anleihen und Pfandbriefdarlehen

Die Position Anleihen und Pfandbriefdarlehen ( Anhang 14) ist im Berichtsjahr um 4,7 Milliarden Franken (+15,9 Prozent) auf 34,1 Milliarden Franken relativ stark angestiegen. Die Pfandbriefdarlehen erhöhten sich um 1,2 Milliarden Franken auf 25,7 Milliarden Franken. Die nicht nachrangigen Anleihen von Raiffeisen Schweiz haben sich aufgrund einer Fälligkeit leicht reduziert. Im Geschäftsjahr 2021 hat Raiffeisen Schweiz ein Geldmarktpapier-Programm nach Schweizer Recht aufgelegt. Seit der Lancierung im Januar 2021 sind Geldmarktpapiere in der Höhe von 3,2 Milliarden Franken emittiert worden. Zur weiteren Stärkung der soliden Kapitalbasis von Raiffeisen wurde 2021 eine neue Additional-Tier-1-Anleihe im Umfang von 300 Millionen Franken herausgegeben. Wie bereits im vergangenen Geschäftsjahr hat Raiffeisen auch im Berichtsjahr wiederum erfolgreich Bail-in-Anleihen für den Aufbau von zusätzlich verlustabsorbierenden Mitteln unter dem Systemrelevanz-Regime in verschiedenen Tranchen platziert. Insgesamt wurde 2021 ein Volumen von 500 Millionen Franken emittiert.

Innerhalb der Raiffeisen Gruppe emittieren sowohl Raiffeisen Switzerland B.V. als auch Raiffeisen Schweiz strukturierte Produkte. Die Basisinstrumente der durch Raiffeisen Schweiz emittierten strukturierten Produkte haben sich um 0,4 Millionen Franken auf insgesamt 1,4 Milliarden Franken reduziert. Die ausgezeichneten Marktverhältnisse führten über das ganze Jahr zu kontinuierlich gutem Handelsvolumen. Gleichzeitig führten die positiven Märkte zu vielen vorzeitigen Rückzahlungen. Nicht alle davon konnten in neue Strukturen überführt werden. Der Bestand aller strukturierten Produkte der Raiffeisen Gruppe hat um 316,2 Millionen Franken auf 3,6 Milliarden Franken abgenommen.

Rückstellungen

Die Rückstellungen reduzierten sich um 34,4 Millionen Franken (–3,6 Prozent) auf 933,1 Millionen Franken. Gegenüber dem Vorjahr nahmen die Rückstellungen für latente Steuern um 44,0 Millionen Franken ab. Der Bestand an Rückstellungen für erwartete Verluste gemäss den neuen Vorschriften aus dem FINMA-Rundschreiben 2020/1 «Rechnungslegung – Banken» beträgt per 31. Dezember 2021 31,6 Millionen Franken und hat sich gegenüber Anfang Jahr um 1,2 Millionen Franken erhöht. Rückstellungen im Umfang von 20,6 Millionen Franken wurden zweckkonform verwendet.

Eigenmittel/Eigenkapital

Das Eigenkapital der Raiffeisen Gruppe (inkl. Minderheitsanteilen) erhöhte sich im Berichtsjahr um 759,5 Millionen Franken (+4,1 Prozent) auf 19,1 Milliarden Franken. Dabei ist das Genossenschaftskapital ( Anhang 16) um 172,6 Millionen Franken (+6,9 Prozent) auf 2,7 Milliarden Franken angestiegen – dies dank der anhaltenden Nachfrage nach Genossenschaftsanteilscheinen in Form einer Erst- oder Mehrfachzeichnung. Diese Entwicklung zeigt das unverändert hohe Vertrauen in das Genossenschaftsmodell von Raiffeisen. Die hohe Gewinnthesaurierungsquote von 94 Prozent verstärkt die Eigenmittelbasis zu einem massgeblichen Anteil. Die TLAC-Quote hat sich weiter erhöht und erfüllt mit einem Wert von 23,4 Prozent sowohl die per 31. Dezember 2021 gültigen Übergangsanforderungen von 15,4 Prozent als auch die per 1. Januar 2026 anzuwendenden vollumfänglichen Anforderungen von 18,8 Prozent bereits vollständig. Die TLAC-Leverage-Ratio von 7,4 Prozent erfüllt die aktuell gültigen Anforderungen von 5,2 Prozent sowie die zukünftigen Anforderungen von 6,0 Prozent ebenfalls deutlich.

Die FINMA hat im Jahr 2019 die Bewilligung erteilt, dass Raiffeisen für die regulatorische Eigenmittelberechnung ab dem 30. September 2019 den IRB-Modellansatz anwenden darf. Die Bewilligung gilt unter Berücksichtigung von Floor-Übergangsbestimmungen. Bis zur vollständigen Berücksichtigung des IRB-Modellansatzes per Ende 2022 gelangen dreijährige Übergangsbestimmungen mit einer vorerst reduzierten Anrechnung zur Anwendung.

Finanzieller Ausblick 2022

Die Lage rund um die Corona-Pandemie hat sich zwar entspannt. Dennoch bleibt das Marktumfeld weiter herausfordernd, denn der Krieg in der Ukraine hat die Weltmarktpreise für Nahrungsmittel und insbesondere für Erdöl und Erdgas stark steigen lassen. Raiffeisen geht aufgrund der geringen direkten wirtschaftlichen Verflechtung mit der Ukraine und Russland von keinen grossen Bremsspuren für die Schweizer Konjunktur aus. Die Perspektiven für eine weiteres solides Geschäftsjahr für die Bankengruppe sind deshalb grundsätzlich intakt. Dies aber unter der Voraussetzung, dass sich der Krieg nicht ausweitet und es in Europa nicht zu massiven Engpässen bei der Energieversorgung kommt. Im Ausland setzt die hohe Inflation derweil die Notenbanken unter Druck, ihre expansive Geldpolitik rasch zu normalisieren, was für zusätzliche Unsicherheiten sorgt. Die Schweizerische Nationalbank hält sich dabei aber vorerst zurück, weil der Preisdruck hierzulande dank des starken Frankens weniger heftig ausfällt. Nichtdestotrotz steigen die Kapitalmarktzinsen auch in der Schweiz, was die Finanzierungskonditionen verteuert. Diese bleiben im langfristigen historischen Vergleich aber nach wie vor eher attraktiv. Insbesondere im Eigenheimsegment führt dies in Kombination mit dem knappen Angebot voraussichtlich zu weiter steigenden Immobilienpreisen. Jedoch schwächt sich die Preisdynamik ab, da die Eigenkapital- und Tragbarkeitsanforderungen den Käuferkreis immer stärker einschränken.

Geschäftsentwicklung Raiffeisen Gruppe

Raiffeisen ist gut aufgestellt und ist aus einer starken Position in das Jahr 2022 gestartet. Mit der konsequenten Umsetzung der Gruppenstrategie «Raiffeisen 2025» soll die Ertragsbasis weiter diversifiziert werden. Insbesondere durch eine weitere Professionalisierung im Vorsorge- und Anlagegeschäft sollen die Erträge im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft im kommenden Jahr weiter gesteigert werden können. Das Marktumfeld wird auch wegen des anhaltenden Tiefzinsniveaus herausfordernd bleiben. Raiffeisen erwartet im Zinsengeschäft einen leichten Ertragsrückgang im Vergleich zum hohen Wert im Jahr 2021. Auf der Kostenseite geht Raiffeisen aufgrund höherer Investitionen zur Umsetzung der Gruppenstrategie und infolge Wachstums von einem höheren Geschäftsaufwand aus.