Nachhaltigkeit

Raiffeisen will durch ihre nachhaltig gelebten genossenschaftlichen Werte Mehrwert generieren. Sie will als Unternehmen mit den Zielen einer nachhaltigen Entwicklung im Einklang und langfristig wirtschaftlich erfolgreich sein.

«Wir wollen unsere unter­nehmer­ische und gesell­schaft­liche Verant­wortung wahrnehmen und einen nach­haltigen Finanz­platz zum Nutzen aller unserer Anspruchs­gruppen mitgestalten.»

Heinz Huber

Vorsitzender der Geschäftsleitung Raiffeisen Schweiz

Nachhaltigkeit ist seit jeher ein Unternehmenswert von Raiffeisen. In der Gruppenstrategie «Raiffeisen 2025» ist Nachhaltigkeit deshalb ebenfalls ein zentraler Bestandteil. Raiffeisen über- nimmt Verantwortung für ihr Tun und Handeln und die möglichen Auswirkungen ihrer Entscheide auf Gesellschaft und Umwelt. Nachhaltigkeit bedeutet für Raiffeisen, Ressourcen nur in dem Masse zu verbrauchen, dass sie auch zukünftigen Generationen noch zur Verfügung stehen. Ihre Tätigkeit richtet Raiffeisen darauf aus, dass sie mit einer nachhaltigen Entwicklung vereinbar ist. In der Praxis heisst das, dass bei Entscheiden stets die ökologischen, sozialen und ökonomischen Aspekte berücksichtigt werden. Raiffeisen will sich als nachhaltige Genossenschaft differenzieren.

Nachhaltigkeitsstrategie

Im Jahr 2020 ist für die konkrete Umsetzung der festgelegten Stossrichtungen aus der Gruppenstrategie «Raiffeisen 2025» in Konsultation mit internen und externen Anspruchsgruppen der Raiffeisen eine Strategie für Nachhaltigkeit auf Gruppenebene erarbeitet worden. Die Geschäftsleitung von Raiffeisen Schweiz hat die Strategie genehmigt und der Verwaltungsrat von Raiffeisen Schweiz hat sie zur Kenntnis genommen.
In der Nachhaltigkeitsstrategie sind zehn Leitprinzipien festgehalten. Entlang derer bearbeitet Raiffeisen Themen, die in einer umfassenden Analyse als wesentlich identifiziert wurden. Diese Wesentlichkeitsanalyse wurde erstmals im Jahr 2018 durchgeführt und wird seither jährlich überprüft. Ebenso in die Leitprinzipien der Raiffeisen Gruppe eingeflossen sind die die Principles for Responsible Banking der United Nations Environment Finance Initiative (UNEP-FI). Die für Raiffeisen relevanten Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (UNO) sind in den bankeigenen Leitprinzipien ebenfalls enthalten.

Nachhaltigkeitsziele der UNO

Die Nachhaltigkeitsziele der UNO, die Sustainable Development Goals (SDGs), richten sich primär an Staaten. Sie fordern jedoch gleichzeitig alle Akteure weltweit auf, ihren Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung zu leisten. Diesen Beitrag will Raiffeisen als eine der Banken, die einen sehr hohen Marktanteil im Finanzieren von Immobilien hat, ebenfalls leisten. Der von Raiffeisen finanzierte Gebäudepark verursacht rund einen Viertel der CO2-Emissionen in der Schweiz, die aus Liegenschaften stammen. Raiffeisen ist deshalb insbesondere von SDG 7 «saubere und bezahlbare Energie» sowie SDG 13 «Massnahmen zum Klimaschutz» betroffen. Da für Raiffeisen Klimaschutz ein sehr wichtiges Thema ist, wird sie sich im laufenden Jahr vertieft mit den erwähnten SDG-Zielen auseinandersetzen.
Mit der Nachhaltigkeitsstrategie schafft Raiffeisen die nötigen Grundvoraussetzungen, um ihre Nachhaltigkeitsleistung zu stärken. Dies bedeutet insbesondere, positive Auswirkungen auszubauen und negative zu verringern.

Berichterstattung zu den Nachhaltigkeitsleitprinzipien

Nachstehend zeigt Raiffeisen auf, welche Fortschritte sie im Berichtsjahr in der Umsetzung ihrer Nachhaltigkeitsstrategie entlang ihrer zehn Leitprinzipien erzielt hat. Im Einklang mit den Anforderungen der Offenlegungsstandards der Global Reporting Initiative (GRI) wird erläutert, welche Ziele Raiffeisen zu den aus den wesentlichen Themen abgeleiteten Leitprinzipien verfolgt, welche Massnahmen im Berichtsjahr ergriffen wurden und wer dafür zuständig ist. Anhand verschiedener Kennzahlen, die in diesem Kapitel und in der separaten Beilage zum Geschäftsbericht 2021 aufgeführt werden, kann beurteilt werden, welche Wirkung Raiffeisen in den aus der Perspektive «Nachhaltigkeit» relevanten Themen erzeugt.

Strategische Ziele setzen

Um die Nachhaltigkeitsleistung effektiv und effizient stärken zu können, braucht es Ziele. Raiffeisen hat sich deshalb zu den Leitprinzipien der Nachhaltigkeitsstrategie konkrete Ziele gesetzt:
LeitprinzipStrategische Ziele
Strategische Ziele setzenDie aus Nachhaltigkeitsoptik wesentlichen Themen, Ziele und Massnahmen werden­ ­jährlich unter Einbezug der Stakeholder überprüft.
Governance stärkenNachhaltigkeitsmanagement nach ISO 26000 ist auf Ebene Gruppe bis 2021 etabliert.
Externe Stakeholder einbeziehenRaiffeisen engagiert sich in den für sie relevanten Nachhaltigkeitsinitiativen und
-organisationen.
Transparenz gewährleistenJährliche Nachhaltigkeitsoffenlegung im Einklang mit anerkannten Standards. Seit 2020 in Übereinstimmung mit Global Reporting Initiative (GRI) Standard «comprehensive», Task Force on Climate Related Financial Disclosures (TCFD), United Nations Environment Programme Principles for Responsible Banking (UNEP-FI).
Rechtsrahmen achtenKeine Verstösse gegen Vorschriften und freiwillige Verhaltensregeln im Zusammenhang mit Produkt- und Dienstleistungsinformationen, Geldwäscherei, Korruption, Steuervergehen, Liquiditätsvorschriften, Kundendatenschutz, Diskriminierung.
Langfristig wirtschaftlich erfolgreich seinDas Raiffeisen-Genossenschaftskapital wird fair verzinst.
Raiffeisen erreicht ein sehr gutes Kreditrating.
Nachhaltige Produkte und Dienstleistungen schaffenSystematische ESG-Prüfung aller Raiffeisen-Produkte und -Dienstleistungen und Offenlegung der relevanten ESG-Informationen ab 2022.
Kontinuierliche Stärkung der Palette an ausgewiesen nachhaltigen Produkten und Dienstleistungen.
Offenen und fairen Umgang mit Kundinnen und Kunden pflegenJährliche Kundenbefragung ergibt hohe Zufriedenheit bezüglich Fairness und Transparenz.
Klimawandel eindämmenRaiffeisen setzt sich wissenschaftsbasierte Klimaziele.
Raiffeisen erreicht bis spätestens 2050 «Netto-Null»-CO2-Emissionen; im Betrieb wird
«Netto-Null» bis 2030 erreicht.
Kompetenzen und Vielfalt der Mitarbeitenden fördernEinschätzung des persönlichen Entwicklungsbedarfs bei allen Raiffeisen-Mitarbeitenden und auf Stufe Unternehmen.
Raiffeisen misst und stärkt die Diversität ihrer Mitarbeitenden auf allen Kaderstufen.
Im Berichtsjahr haben die einbezogenen Stakeholder im Rahmen der jährlichen Überprüfung die identifizierten wesentlichen Themen und Nachhaltigkeitsziele bestätigt.

Governance stärken

Für ein effektives Management von Nachhaltigkeit sind adäquate organisatorische Strukturen, Prozesse und Zuständigkeiten wichtig. Die Zuständigkeiten für Nachhaltigkeit sind in der Raiffeisen Gruppe aufgeteilt. Raiffeisen Schweiz ist auf Gruppenebene zuständig für die strategische Ausrichtung im Bereich Nachhaltigkeit. Sie berücksichtigt Nachhaltigkeitsfaktoren im Risikomanagement und entwickelt die Palette nachhaltiger Finanzprodukte weiter. Raiffeisen Schweiz übernimmt das Portfoliomanagement von Vermögensverwaltungsmandaten sowie die Vertretung von Nachhaltigkeitsthemen gegenüber externen Stakeholdern und der Öffentlichkeit. Zudem berät und unterstützt Raiffeisen Schweiz die Raiffeisenbanken in Nachhaltigkeitsthemen.
Der Verwaltungsrat von Raiffeisen Schweiz und alle Ausschüsse des Verwaltungsrats von Raiffeisen Schweiz befassen sich mit Nachhaltigkeitsthemen der Gruppe. Die Geschäftsleitung von Raiffeisen Schweiz setzt die Vorgaben des Verwaltungsrats um. Die Abteilung Corporate Responsibility & Nachhaltigkeit ist beim Vorsitzenden der Geschäftsleitung von Raiffeisen Schweiz angesiedelt. Sie ist insbesondere für strategische Fragen sowie das Nachhaltigkeitsmanagement auf Gruppenebene zuständig und verantwortet die Nachhaltigkeitsberichterstattung. Sie agiert als interne und externe Anlaufstelle und setzt über strategische Projekte Impulse zur Stärkung der Nachhaltigkeitsleistung. Corporate Responsibility & Nachhaltigkeit rapportiert mindestens zweimal jährlich an die Geschäftsleitung und erstattet Bericht an den Strategieausschuss des Verwaltungsrats und an den Verwaltungsrat von Raiffeisen Schweiz.
Die Governance rund um das Nachhaltigkeitsmanagement in der Raiffeisen Gruppe wurde im Berichtsjahr weiter gestärkt:
  • Zur Formalisierung der Governance hat Raiffeisen Schweiz im Berichtsjahr ein Handbuch «Management unternehmerischer Verantwortung und Nachhaltigkeit in der Gruppe» erarbeitet und publiziert, das von der externen Agentur INTEP geprüft wurde. Das Handbuch richtet sich hauptsächlich nach dem nichtzertifizierbaren Standard ISO 26000 und zeigt die Rahmenbedingungen, die Prozesse und die Zuständigkeiten für das gruppenweite Nachhaltigkeitsmanagement auf. Die 219 Raiffeisenbanken setzen Nachhaltigkeit grundsätzlich in diesem Rahmen auf lokaler Ebene um.
  • Zur Stärkung der verantwortungsbewussten Geschäftstätigkeit formuliert der Verwaltungsrat von Raiffeisen Schweiz seit 2020 einmal jährlich explizite Vorgaben. Insbesondere soll Raiffeisen Schweiz über Geschäfte wie die Kreditvergabe, Wertschriftenemission, Edelmetallhandel oder über Lieferantenbeziehungen nicht mit schwerwiegenden negativen Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft in Verbindung geraten. Der entsprechende im Jahr 2021 bei Raiffeisen Schweiz eingeführte Sorgfaltsprüfungsprozess sieht eine Eskalationsmöglichkeit in die Geschäftsleitung vor. Er wird im Jahr 2022 auf die gesamte Gruppe ausgeweitet. Damit Umwelt- und Sozialauswirkungen auch bei der Einführung neuer Produkte oder Dienstleistungen systematisch geprüft werden können, wird die Abteilung Corporate Responsibility & Nachhaltigkeit seit dem Berichtsjahr bei Produkteinführungsprozessen miteinbezogen.

Externe Stakeholder einbeziehen

Raiffeisen misst dem regelmässigen und offenen Dialog mit ihren Stakeholdern grosse Bedeutung zu. Die Raiffeisenbanken sind dank ihrer genossenschaftlichen Struktur sehr nahe an ihren Kundinnen und Kunden und durch die lokale Verankerung eng mit den lokalen Akteuren verbunden und im regelmässigen Austausch. Auf Ebene Raiffeisen Schweiz werden die für die Stärkung der Nachhaltigkeitsleistung wichtigsten internen und externen Stakeholder jährlich mindestens einmal zu einer Besprechung eingeladen. In diesem Rahmen wurden im Jahr 2021 die wesentlichen Themen und die Strategie erneut überprüft und bestätigt. Die strategischen Vorhaben wie zum Beispiel das Anlagegeschäft auf Nachhaltigkeit auszurichten, das Nachhaltigkeitsmanagement nach ISO 26000 und die Einführung einer Sorgfaltsprüfung wurden begrüsst. Wie Raiffeisen selbst sehen auch die verschiedenen Anspruchsgruppen Fragestellungen wie «Biodiversität» und «Menschenrechte» als zukünftige Herausforderungen. Beide Themen hat Raiffeisen im Berichtsjahr vertieft. Auf die Wahrung der Menschenrechte wird im Handbuch für das gruppenweite Nachhaltigkeitsmanagement eingegangen. Der Biodiversitätsverlust wurde aus der Risikoperspektive ein erstes Mal analysiert.

Nationale und internationale Organisationen und Initiativen

Raiffeisen Schweiz hat den Austausch mit verschiedenen Stakeholdern unter anderem über Mitgliedschaften bei nationalen und internationalen Organisationen und Initiativen institutionalisiert. In folgenden Organisationen ist Raiffeisen Schweiz Mitglied: Swiss Sustainable Finance, Verband für nachhaltiges Wirtschaften (öbu), Klimastiftung Schweiz, Green and Sustainable Finance Commitee der European Association of Co-operative Banks und Swiss Better Gold Association. Um die Nachhaltigkeitsleistung weiter zu stärken und die strategischen Nachhaltigkeitsziele erreichen zu können, unterzeichnete Raiffeisen im Jahr 2021 die Principles on Responsible Banking (PRB) der United Nations Environment Programme Finance Initiative (UNEP-FI). Zudem berücksichtigt Raiffeisen Empfehlungen der TCFD und schloss sich 2021 der Partnership on Carbon Accounting Financials (PCAF) an. Dadurch erhält Raiffeisen operationelle Impulse, die ihre strategischen Bekenntnisse bekräftigen und ihre gewählten Stossrichtungen verstärken, insbesondere im Bereich Klimawandel und bezüglich der Berichterstattungspflichten.

Lokales Engagement

Die lokale Verankerung und damit der Austausch mit und die Unterstützung von lokalen Stakeholdern in Wirtschaft, Kultur und Sport sind ein Grundgedanke der Raiffeisen Gruppe und prägen das dezentrale Geschäftsmodell der Raiffeisen Gruppe. Gemeinsames Engagement unterstützt das Ziel einer nachhaltigen Schweiz und hat positive Auswirkungen auf den Alltag von Kundinnen und Kunden sowie den externen Stakeholdern. Dieser Ansatz kommt insbesondere beim Sponsoring-Engagement wie auch bei der Vergabe von Spenden zum Tragen und stärkt die Marke Raiffeisen in der ganzen Schweiz. Dies zeigt sich zum Beispiel in der Förderung von rund 20’000 Nachwuchssportlerinnen und -sportlern im Skisport. Zudem ist Raiffeisen beim Schweizer Museumspass, der kostenlosen Zutritt zu über 500 Partnermuseen ermöglicht, stark engagiert. Das Sponsoring-Engagement der Raiffeisen Gruppe beträgt rund 23 Millionen Franken pro Jahr. Wirtschaftliche, soziale und kulturelle Beiträge und Spenden belaufen sich auf zusätzlich rund sechs Millionen Franken. Mit lokalhelden.ch stellt Raiffeisen zudem seit 2017 eine kostenlose Projekt- und Spendenfinanzierungsplattform für die Finanzierung von lokalen Projekten zur Verfügung. Über lokalhelden.ch konnten bis Ende 2021 bereits nahezu 30 Millionen Franken an Spendengeldern für über 1’700 Projekte gesammelt werden. Raiffeisen möchte auch das eigenverantwortliche Engagement ihrer Mitarbeitenden für Kultur, Sport und Gesellschaft ermöglichen. Raiffeisen stellt deshalb gemäss ihrem Personalreglement ihren Mitarbeitenden nach Absprache mit den Vorgesetzten Zeit für die Wahrnehmung von öffentlichen Aufgaben während der Arbeitszeit zur Verfügung.

Transparente Parteienfinanzierung

Wie bereits in den Vorjahren hat Raiffeisen auch im Berichtsjahr mit ihrer Parteienfinanzierung einen Beitrag zum Funktionieren des politischen Systems der Schweiz geleistet. Das Unterstützungsmodell ist transparent: Jährlich zahlt Raiffeisen insgesamt 246’000 Franken an alle in der Schweizerischen Bundesversammlung vertretenen Parteien. Das Geld wird je hälftig auf National- und Ständerat und nachfolgend gemäss Sitzzahl auf die Parteien aufgeteilt. Damit wird der Gleichwertigkeit der beiden Kammern sowie der föderal-dezentralen politischen Staatsordnung der Schweiz Rechnung getragen. Die Parteien haben keine Rechenschaftspflicht über die Verwendung des Geldes. Die Zahlung ist nicht an politisches Wohlwollen oder Abstimmungsverhalten geknüpft.

Transparenz gewährleisten

Transparenz ist für die genossenschaftlich organisierte Raiffeisen Gruppe zentral. Bei der Offenlegung der Nachhaltigkeitsleistung will Raiffeisen hohe Standards erfüllen. Neben den Standards der GRI «comprehensive», welche Raiffeisen seit 2018 beachtet, orientiert sich Raiffeisen seit 2020 auch an den UNEP-FI Principles for Responsible Banking und den Empfehlungen der TCFD. Der GRI-Inhaltsindex mit punktuell ergänzenden Informationen sowie die Offenlegung nach TCFD und eine Auslegung zu den Principles for Responsible Banking sind in der separaten Beilage zum Geschäftsbericht 2021 ersichtlich.
Zudem bekennt sich Raiffeisen zum AA-plus-Qualitätslabel für E-Banking der Stiftung «Zugang für alle» sowie zum Europäischen Transparenzkodex für Nachhaltigkeitsfonds als spezifische Standards und Transparenzrichtlinien im Bereich Nachhaltigkeit.
Die verbesserte Nachhaltigkeitsleistung und die transparente Berichterstattung darüber zahlen sich aus. In der von WWF Schweiz in Zusammenarbeit mit PricewaterhouseCoopers AG (PwC) durchgeführten zweiten Nachhaltigkeitsuntersuchung der 15 grössten Retailbanken der Schweiz erzielte die Raiffeisen Gruppe trotz der im Vergleich zur ersten Studie strengeren Prüfkriterien einen Platz in der Spitzengruppe und wurde als «zeitgemäss» nachhaltig bezeichnet. Zudem erhielt Raiffeisen zum ersten Mal das Label «Prime» im relevanten ISS ESG Rating der Nachhaltigkeitsagentur des Stimmrechtsberaters ISS Institutional Shareholder Services und gehört damit zu den besten zehn Prozent der Vergleichsgruppe. Das Rating basiert auf von Raiffeisen Schweiz für die gesamte Gruppe offengelegten Informationen.

Rechtsrahmen achten

Raiffeisen ist ein auf den Schweizer Markt ausgerichtetes Genossenschaftsunternehmen und achtet die Schweizer Rechtsordnung und die Menschenrechte sowie die grundlegenden Umweltstandards und die marktwirtschaftlichen Prinzipien.

Compliance

Das Bankengeschäft in der Schweiz ist stark reguliert. Die Raiffeisen Gruppe orientiert sich bei der Umsetzung von regulatorischen Vorgaben an den Gesetzen, den Standards und den Prozessen des Finanzplatzes. Alle Mitarbeitenden sorgen im Rahmen der für sie geltenden Richtlinien und Prozesse in erster Linie in Eigenverantwortung dafür, dass sie in ihrem Arbeitsgebiet die Compliance gewährleisten und Compliancerisiken vermeiden. Sie informieren den zuständigen Bereich Legal & Compliance von Raiffeisen Schweiz oder den in ihrer Raiffeisenbank zuständigen Compliancebeauftragten über allfällige Missstände. Risiken werden identifiziert, bewertet und dokumentiert. Notwendige Steuerungsmechanismen sind definiert. Der Bereich Legal & Compliance von Raiffeisen Schweiz überwacht die Entwicklung der rechtlichen Risiken gruppenweit und rapportiert die wesentlichen Rechtsrisiken halbjährlich der Geschäftsleitung von Raiffeisen Schweiz und dem Risikoausschuss sowie jährlich dem gesamten Verwaltungsrat von Raiffeisen Schweiz.

Korruptionsbekämpfung

Eine besonders grosse Bedeutung misst der Regulator der Bekämpfung von Korruption, Geldwäscherei und Terrorismusfinanzierung bei. Korruption gefährdet den Rechtsstaat und begünstigt Ineffizienz und Wettbewerbsverzerrung. Die Raiffeisen Gruppe will Korruptionsfällen mit präventiven Massnahmen vorbeugen. Die Verantwortlichkeiten für Korruptionsprävention sind über alle Instanzen definiert, in internen Richtlinien verankert und werden von den einzelnen Raiffeisenbanken in ihrem Geschäftskreis wahrgenommen. Es gelten strenge interne Richtlinien für Geschäftsbeziehungen mit politisch exponierten Personen, zur Bekämpfung von Geldwäscherei und Terrorismusfinanzierung sowie zur Einhaltung geltender Gesetze im Bereich der Wirtschafts- und Handelssanktionen. Für die Umsetzung der Geldwäschereiprävention verantwortlich sind neben Raiffeisen Schweiz auch die Raiffeisenbanken. Jede Raiffeisenbank hat einen Compliance- sowie einen Geldwäschereibeauftragten. Diese werden jährlich durch Raiffeisen Schweiz geschult und in ihrer Arbeit fachlich unterstützt. Bei Verdacht auf Geldwäscherei und/oder Terrorismusfinanzierung erstatten die Raiffeisenbanken in Abstimmung mit Raiffeisen Schweiz Verdachtsmeldungen an die Meldestelle für Geldwäscherei. Raiffeisen Schweiz koordiniert die weiteren Massnahmen und unterstützt die Raiffeisenbanken in der Umsetzung der erforderlichen Massnahmen. Alle Mitarbeitenden von Raiffeisen Schweiz und der Raiffeisen Pensionskasse sowie alle Mitglieder von Kontrollorganen erhalten interne Richtlinien zu Interessenkonflikten und zu aktiver und passiver Bestechung als Teil des Personalreglements. Neue Mitarbeitende werden entsprechend geschult. Die Raiffeisenbanken übernehmen entweder den Ansatz von Raiffeisen Schweiz oder erarbeiten selbst einen gleichwertigen alternativen Ansatz. Geschäftspartner, von denen Raiffeisen Güter und/oder Dienstleistungen bezieht, werden zudem über Strategien und Massnahmen zur Korruptionsbekämpfung informiert. Die Vorsitzenden der Bankleitungen der Raiffeisenbanken erstellen periodisch und gemäss den Vorgaben von Raiffeisen Schweiz Analysen der Geldwäscherei- und Terrorismusfinanzierungsrisiken und stellen diese Raiffeisen Schweiz zu. Der Bereich Legal & Compliance von Raiffeisen Schweiz überwacht die Entwicklung gruppenweit und rapportiert die wesentlichen Risiken vierteljährlich dem Risikoausschuss und dem Verwaltungsrat von Raiffeisen Schweiz.

Beschaffung

Im Berichtsjahr hat Raiffeisen ihren Lieferantenkodex gestärkt, der Teil der neuen internen Regelung «Verantwortungsvolles Geschäftsverhalten» ist. Der Kodex formuliert die Erwartung von Raiffeisen, dass die im Kodex aufgeführten Grundsätze durch die Lieferanten, ihre Mitarbeitenden sowie von all ihren Subunternehmen und deren Mitarbeitenden eingehalten werden. Dies betrifft insbesondere auch das Thema Kinderarbeit. So sollen keine Kinder unter 15 Jahren angestellt werden und keine Kinderarbeit bei Subunternehmern oder Lieferanten akzeptiert werden.
Die Lieferkette von Raiffeisen konzentriert sich, wo möglich, vorwiegend auf die Schweiz – sowohl hinsichtlich Finanzprodukten von Dritten wie auch hinsichtlich der Beschaffungen für den Bankbetrieb. Raiffeisen vertreibt neben eigenen Finanzprodukten auch solche von Drittanbietern. Diese umfassen Anlagefonds, strukturierte Produkte und Direktanlagen. Die wichtigsten Beschaffungsposten für den Betrieb des Bankstellennetzes sind Immobilien, IT-Hard- und -Software, Dienstleistungen, Mobiliar und der Fuhrpark.
Raiffeisen überprüft die Einhaltung des rechtlichen Rahmens mittels ausgewählter Kennzahlen (siehe untenstehende Tabelle). Die entsprechenden Ergebnisse für das Berichtsjahr wertet Raiffeisen als positiv und sieht deshalb keinen akuten Handlungsbedarf.

Social Compliance und Korruptionsbekämpfung

GRI-Indikator2021
Social Compliance
Erhebliche Bussgelder und nichtmonetäre Sanktionen aufgrund von Nichteinhaltung von Gesetzen und/oder Vorschriften im sozialen und wirtschaftlichen BereichGRI 419-10
Korruptionsbekämpfung
Gesamtzahl und Prozentsatz der Raiffeisenbanken und Niederlassungen, die Mechanismen zur Erkennung von Korruption implementiert habenGRI 205-1100%
Erhebliche Korruptionsrisiken, die im Rahmen der Risikobewertung ermittelt wurdenGRI 205-10
Gesamtzahl und Art der bestätigten KorruptionsvorfälleGRI 205-30

Langfristig wirtschaftlich erfolgreich sein

Als drittgrösste Bankengruppe der Schweiz beschäftigt die Raiffeisen Gruppe über 11’000 Mitarbeitende, zahlt Gehälter, Pensionskassenbeiträge sowie Steuern und unterstützt gemeinnützige Organisationen und Initiativen. Auch über ihre Finanzprodukte und -dienstleistungen und über die Beschaffung trägt die Gruppe lokal, regional und national zur Wertschöpfung bei. Davon profitieren Genossenschafterinnen und Genossenschafter, Kundinnen und Kunden und die Gesellschaft. Genossenschafterinnen und Genossenschafter erhalten bei gewissen Bankgeschäften besonders vorteilhafte Konditionen und profitieren von sonstigen Mitgliedervorteilen. Raiffeisen-Mitarbeitende werden fair und marktgerecht entlöhnt. Die Pensionskasse will einen 100-prozentigen Deckungsgrad nicht unterschreiten und legt die technischen Grundlagen so fest, dass auch für künftige Generationen angemessene und sichere Renten garantiert werden können. Die Raiffeisen Gruppe zahlt in der ganzen Schweiz Steuern auf Gemeinde-, Kantons- und Bundesebene. Raiffeisen erhält keine öffentlichen Mittel und profitiert nicht von Staatsgarantien. Raiffeisen will durch ihre Ausrichtung auf langfristigen wirtschaftlichen Erfolg für ihre Stakeholder eine verlässliche, langfristige Partnerin sein. Die mit der wirtschaftlichen Leistung von Raiffeisen zusammenhängenden Themen sind sehr vielfältig und werden in der Raiffeisen Gruppe entsprechend von verschiedenen Stellen betreut.
Für die genossenschaftliche Raiffeisen Gruppe gilt der Grundsatz, dass Gewinn und Wachstum nicht um jeden Preis maximiert werden, sondern ein langfristiger und nachhaltiger Erfolg angestrebt wird. Die dezentrale Erbringung der wirtschaftlichen Leistung durch die Raiffeisenbanken und Raiffeisen Schweiz sowie die Ausrichtung am langfristigen, nachhaltigen Erfolg sind direkt verbunden mit dem auf der Eigenständigkeit der Raiffeisenbanken basierenden Modell der Raiffeisen Gruppe. Wie die Wertschöpfungsrechnung zeigt, ist die wirtschaftliche Leistung der Raiffeisen Gruppe im Berichtsjahr positiv zu werten.

Wertschöpfungsrechnung

Mio. CHFProzent
2020202120202021
Entstehung der Wertschöpfung
Unternehmensleistung (= Geschäftsertrag)3'0603'383100,0100,0
Sachaufwand-480-50315,714,9
Ausserordentlicher Ertrag690,20,3
Ausserordentlicher Aufwand-2-1-0,1-0,0
Bruttowertschöpfung2'5842'88884,485,4
Wertberichtigungen auf Beteiligungen und Abschreibungen auf Sachanlagen und immateriellen Werten-274-2179,06,4
Veränderungen von Rückstellungen und übrigen Wertberichtigungen sowie Verluste-2-30,10,1
Nettowertschöpfung2'3082'66875,478,9
Verteilung der Wertschöpfung
Mitarbeitende (Personalaufwand)1'3371'39257,952,2
Genossenschafter (Anteilscheinverzinsung: Vorschlag an GV)65672,82,5
Öffentliche Hand 1191835,26,9
davon Kapital- und Ertragssteuern1301445,65,4
davon Bildung/Auflösung Rückstellung für latente Steuern-1139-0,51,5
Stärkung der Reserven (Selbstfinanzierung)7871'02634,138,5
Verteilte Nettowertschöpfung2'3082'668100,0100,0

Wertschöpfungsrechnungskennzahlen

Einheit20202021
Bruttowertschöpfung pro Vollzeitstelle in 1000 CHF11'000 CHF275301
Nettowertschöpfung pro Vollzeitstelle in 1000 CHF11'000 CHF246278
Vollzeitstellen (Durchschnitt)Anzahl9'3939'610
1 Auf dem durchschnittlichen Personalbestand berechnet. Datengrundlage: Schlüsselzahlen im Finanzbericht. Zur Berechnungsmethodik siehe auch Fussnote 1 in der Tabelle Kennzahlen der Raiffeisen Gruppe im Lagebericht Mitarbeitende.

Nachhaltige Produkte und Dienstleistungen schaffen

Ökologische und gesellschaftliche Faktoren beeinflussen Risiken und bedeuten gleichzeitig Chancen. Die Raiffeisen Gruppe berücksichtigt diese Faktoren bei der Ausgestaltung ihrer Finanzprodukte und -dienstleistungen und trägt gleichzeitig dem steigenden Kundenbedürfnis nach nachhaltigen Produkten und Dienstleistungen Rechnung.

Kundensensibilisierung im Hypothekargeschäft

Um ein gutes Bild der Kundenbedürfnisse bezüglich neuer Produkte und Dienstleistungen zu haben, führt Raiffeisen seit 2011 jährlich die Umfrage «Kundenbarometer erneuerbare Energien» zu Energie- und Klimafragen durch. 2021 wurde diese repräsentative Umfrage in der Schweizer Bevölkerung zusammen mit der Universität St.Gallen und Energie Schweiz erstellt. Die Hauptresultate zeigen unter anderem, dass Klimaschutz für neun von zehn Befragten weiterhin ein wichtiges Anliegen bleibt. Ein grosser Anteil der Befragten ist bereit, in ökologische Heizsysteme, Photovoltaikanlagen (PVA) oder Elektromobilität zu investieren.
Raiffeisen sieht ihre Rolle bei der Förderung von Nachhaltigkeit im Hypothekargeschäft vor allem in der Sensibilisierung ihrer Kundinnen und Kunden für das Potenzial zur Steigerung der Energieeffizienz und zur Reduktion der CO2-Emissionen sowie beim Aufzeigen von entsprechenden Finanzierungslösungen. Raiffeisen war die erste Bank, welche die energetische Immobilienbewertung systematisch in die Hypothekarberatung integriert hat. Kundinnen und Kunden können sich basierend darauf einen Überblick über den energetischen Zustand ihrer Immobilien verschaffen. Mit dem Raiffeisen Modernisierungsplaner RAImo erkennen sie einen allfälligen Investitionsstau und können Sanierungsszenarien simulieren. 2021 hat Raiffeisen zudem das Bundesprogramm «Erneuerbar heizen» von Energie Schweiz unterstützt. Dieses verfolgt das Ziel, private Eigenheimbesitzer bei der Umstellung auf erneuerbare Heizsysteme mit neutralen und professionellen Beratungen zu unterstützen. Raiffeisen ist dabei strategische Partnerin und bringt relevantes Finanzwissen ein. Darüber hinaus offerierten Raiffeisenbanken und Niederlassungen ihren Kundinnen und Kunden kostengünstig die Erstellung von Wärmebildern und einer entsprechenden Auswertung, welche das Energieeinsparungspotenzial aufzeigen.

Sensibilisierungsinstrumente und -initiativen

Anzahl201920202021
Energetisches Sanieren & Klimaverträglichkeit
GEAK® Plus, die im Berichtsjahr vergünstigt wurden11464630
Wärmebilder im Rahmen von im Berichtsjahr abgeschlossenen Kampagnen11'3007'8007'400
eValo-Beratungen hinsichtlich Energieeffizienz von Immobilien21'7951'1231'969
Raiffeisen Modernisierungsplaner (RAImo)3001'882
1 Programm auf Gruppenebene beendet; einzelne Raiffeisenbanken führen es individuell weiter.
2 Im Jahr 2020 aufgrund der Pandemie weniger Beratungen durchgeführt.
3 Der Raiffeisen Modernisierungsplaner ist im März 2021 als ein neues digitales Angebot innerhalb des Ökosystems Wohnen eingeführt worden.

Umwelt- und Sozialverträglichkeit der Firmenkunden

Auch im Firmenkundengeschäft sensibilisiert Raiffeisen für das Thema Nachhaltigkeit. Seit vier Jahren vergibt Raiffeisen regionale Unternehmerpreise, für die sich bis anhin über 160 KMU bewarben. Aus den ausgewählten Finalisten wird pro Preisverleihung jeweils ein Sieger durch die Fachjury bestimmt. Prämiert werden Unternehmen, die mit ihrem umsichtigen und verantwortungsbewussten Geschäftsmodell überzeugen. KMU, die Mitglieder von Raiffeisen sind, erhalten im Weiteren eine kostenlose Erstanalyse zu möglichen wirtschaftlichen Energieeinsparpotenzialen von einem Berater der Energie-Agentur der Wirtschaft (EnAW).
95,6 Prozent der Firmenkunden von Raiffeisen sind in der Schweiz domiziliert. Die über 218‘000 Firmenkunden – vorwiegend KMU – ( Tabelle «Kundenstruktur») sind dementsprechend in ökologischen, sozialen und Governance-Fragen verhältnismässig effektiv und effizient reguliert. Damit ist Raiffeisen in eher geringem Mass dem Risiko ausgesetzt, dass Firmenkunden mit ihrer Geschäftstätigkeit schwerwiegende negative Auswirkungen auf Umwelt oder Gesellschaft verursachen.

Verantwortungsvolle Beschaffung von Gold

Raiffeisen bietet ihren Kundinnen und Kunden Edelmetalle wie Gold und Silber an. Im Berichtsjahr wurde für die Beschaffung von Gold für alle Raiffeisen-Goldbarren der Ansatz «Responsibly Sourced and Traceable» eingeführt. Dieser erlaubt eine präzise Rückverfolgung der Herkunft des Goldes und legt Gewicht auf die Umwelt- und Sozialverträglichkeit der Unternehmen in der Lieferkette. Kundinnen und Kunden können die Lieferketteninformationen von Raiffeisen-Goldbarren online abrufen.

Nachhaltige Anlage­ und Vorsorgelösungen

Raiffeisen bietet Kundinnen und Kunden seit der Lancierung der ersten Raiffeisen Futura-Fonds vor 20 Jahren und dem anschliessenden weiteren Ausbau der Fondspalette die Möglichkeit, Anlage- und Vorsorgegelder konsequent nachhaltig zu investieren. Seit 2013 werden sämtliche Vorsorge- und Anlagekundinnen und -kunden im Beratungsgespräch und bei der periodischen Überprüfung ihrer Situation zu ihrer Nachhaltigkeitsaffinität befragt und auf Wunsch entsprechend beraten. 2019 wurde die Vorsorge-Fondspalette komplett auf Nachhaltigkeit umgestellt. Im Juli 2021 erfolgte die Ausrichtung fast der gesamten Anlagefondspalette auf Futura. Bisher nicht-nachhaltige Fonds wurden mit bestehenden Futura-Fonds verschmolzen oder im Falle der Strategiefonds mit geändertem Namen und nachhaltiger Anlagepolitik neu positioniert. Der Anteil der Futura-Fonds am Gesamtfondsvolumen aller Raiffeisen-Fonds ist dadurch von rund 71 Prozent auf rund 94 Prozent gewachsen. Das Volumen in Futura Vorsorge- und Anlagefonds ist 2021 um 4,7 Milliarden Franken gewachsen (inkl. Performance). Das Volumen in den Futura-Vermögensverwaltungsmandaten ist in der Berichtsperiode um 166 Prozent auf 1,4 Milliarden Franken gewachsen.
In der digitalen Vermögensverwaltungs-Applikation Raiffeisen Rio wurde im April 2021 die Möglichkeit geschaffen, in ein vollumfänglich nachhaltig ausgerichtetes Portfolio zu investieren. Mit der Lancierung des Fokusthemas «Green Energy» können Raiffeisen Rio-Nutzende zudem einen weiteren Nachhaltigkeitsschwerpunkt im Portfolio setzen. Weitere Schwerpunktthemen mit nachhaltigem Fokus werden folgen.
Für das Nachhaltigkeits-Research, welches die Basis für die Futura Anlage- und Vorsorgelösungen bildet, arbeitet Raiffeisen mit der unabhängigen Ratingagentur Inrate zusammen.
Der aktuelle Futura-Nachhaltigkeitsansatz von Raiffeisen zeichnet sich dadurch aus, dass Vermögenswerte auf ökologische und gesellschaftliche Auswirkungen über deren gesamten Lebenszyklus hinweg geprüft werden. Es wird bewertet, wie hoch die Bereitschaft und die Fähigkeit der Unternehmen sind, wirksame Massnahmen zu ergreifen, um ihre Nachhaltigkeitsbilanz stetig zu verbessern. Dem Umstand, dass jede Branche ökologische und soziale Besonderheiten aufweist, wird durch entsprechende Gewichtung Rechnung getragen. Nebst einem strengen Anforderungskatalog an die Nachhaltigkeit werden bei den Futura-Fonds bestimmte Risiken wie zum Beispiel Rüstungsgüter, Tabak, Alkohol, Kernenergie oder Glücksspiel anhand festgelegter Ausschlusskriterien konsequent ausgeschlossen. Zudem werden auch die Staaten in den Dimensionen Umwelt, Gesellschaft und Regierungsführung bewertet und spezifisch erklärte Ausschlusskriterien angewendet. Diese Ausschlusskriterien beziehen sich unter anderem auf die Vollstreckung der Todesstrafe, Korruption, Wirtschaftssanktionen oder Verstösse gegen internationale Abkommen. Beim Futura Immo-Fonds werden Immobilien nach definierten Nachhaltigkeitskriterien einschliesslich ihrer Standortqualität, Wohnqualität und Ressourceneffizienz geprüft.
Seit Herbst 2020 erfolgt bei sämtlichen Raiffeisen Futura-Anlagefonds mit einem Aktienanteil die vollumfängliche und aktive Ausübung der Stimmrechte. Für Schweizer Aktien richten sich die Fonds nach den Empfehlungen durch Ethos, die Schweizerische Stiftung für nachhaltige Entwicklung. Bei allen anderen Aktien folgen die Fonds den Empfehlungen von Institutional Shareholder Services (ISS).
Für Investoren hat Raiffeisen Schweiz im April 2019 den ersten Sustainability Bond im Schweizer Kapitalmarkt platziert. Investoren können damit in energieeffizienten, emissionsarmen und gemeinnützigen Wohnbau investieren.
Im Berichtsjahr neu lanciert wurde der «Raiffeisen ETF – Solid Gold Responsibly Sourced & Traceable». Dieser investiert in Gold, das nach dem Ansatz «Responsibly Sourced & Traceable» beschafft wird und für die verantwortungsvolle Goldbeschaffung und Transparenz in der Lieferkette steht.
Der stetige Zufluss von Kundengeldern in nachhaltige Anlageprodukte und das Interesse an einer nachhaltigen Gestaltung von Finanzflüssen widerspiegeln sich auch in den Kennzahlen für nachhaltige Produkte und Dienstleistungen. Sie bestätigen Raiffeisen in ihrer Strategie, ihre Palette an nachhaltigen Produkten und Dienstleistungen auszubauen. Parallel dazu wird das Ziel verfolgt, bei Produkten und Dienstleistungen relevante Nachhaltigkeitsinformationen konsequent offenzulegen. Die Zusammenarbeit mit unabhängigen externen Partnern bei der Prüfung von Vermögenswerten und der Stimmrechtsausübung im Anlage- und Vorsorgebereich wertet Raiffeisen als positiv und will daran festhalten.

Produkte mit spezifischen sozialen und ökologischen Nutzen

GRI FS 7, FS 8, FS 11Einheit31.12.201931.12.202031.12.2021
Anlageprodukte
Nachhaltigkeitsfonds (Futura-Fonds)Mio. CHF7'753,58'725,713'545,8
Anteil am Volumen aller Raiffeisen FondsProzent67,771,694,7
Anteil am DepotvolumenProzent20,521,927,9
Entwicklungsfonds1Mio. CHF252,3194,5171,9
Anteil am DepotvolumenProzent0,70,70,4
Strukturierte Produkte mit NachhaltigkeitsfokusMio. CHF12,315,440,5
Raiffeisen Vermögensverwaltung
Volumen nachhaltiger Futura-Vermögens-
verwaltungsmandate
Mio. CHF253,2535,51'427,8
Anteile an allen VermögensverwaltungsmandatenProzent19,222,321,9
Leasinggeschäft2
Vergünstigtes Leasing bei Ersatzinvestitionen für LKW der Euro-6-Abgasnorm Mio. CHF10,75,80,0
Anteil am Gesamtleasingvolumen für LKWProzent8,67,50,0
Raiffeisen Anleihen
Raiffeisen Sustainability Bond3Mio. CHF100,0100,0100,0
1 Anlagefonds der responsAbility Investments AG werden hier aufgeführt, weil Raiffeisen Schweiz an responsAbility beteiligt ist. Bei den aufgeführten Werten handelt es sich um das Volumen, das sich in den Raiffeisen-Kundendepots befindet. Diese Bezugsgrösse bildet die Leistung und Verantwortung von Raiffeisen im Vertrieb von responsAbility-Fonds ab.
2 2021 hat sich Raiffeisen Leasing verstärkt auf ein breiteres Objektportfolio im Bereich nachhaltiger Leasingfinanzierung fokussiert.
3 0,125 % Sustainability Bond; Rückzahlung per 7. Mai 2024 zum Nennwert.
Die Raiffeisen Pensionskasse ist eine unabhängige, selbstständige Rechtseinheit, welche die Vorsorgegelder der über 10’000 Versicherten treuhänderisch nach dem Bundesgesetz über die berufliche Vorsorge und unter Berücksichtigung von nachhaltigen Aspekten verwaltet.

Offenen und fairen Umgang mit Kundinnen und Kunden pflegen

Entsprechend ihrem Leitbild legt die Raiffeisen Gruppe bei den Geschäftsbeziehungen zu ihren Kundinnen und Kunden Wert auf Fairness, Verlässlichkeit und Transparenz. Raiffeisen pflegt deshalb einen kompetenten, offenen und fairen Umgang mit ihren Kundinnen und Kunden. Dazu gehört, dass Raiffeisen-Produkte einfach und verständlich sind, das Preis-Leistungs-Verhältnis fair ist und die Preise transparent kommuniziert werden. Nur so können Kundinnen und Kunden gut informiert Entscheide treffen.

Transparenz und Fairness

Das Finanzwesen ist von hoher Komplexität geprägt. Entsprechend ist das Produktmarketing bei Finanzdienstleistern in der Schweiz stark reguliert. Diese Vorgaben werden von Raiffeisen umgesetzt und fördern Fairness und Transparenz. Zusätzlich kommen bei Raiffeisen Selbstregulierungen zum Tragen. Innerhalb der Raiffeisen Gruppe sind primär die Bereiche Marketing des Departements Raiffeisenbank Services und der Bereich Beratung und Vertrieb des Departements Produkte und Investment Services für dieses Thema zuständig. Wo erforderlich, werden auch ausländische Regulatorien berücksichtigt.
Die Kundinnen und Kunden von Raiffeisen sind zu 97,6 Prozent in der Schweiz beheimatet. Pro Kundensegment wird bei Raiffeisen grundsätzlich ein Zielproduktangebot festgelegt, wobei Produkte und Dienstleistungen, die darin nicht enthalten sind, Kundinnen und Kunden des entsprechenden Segments nur auf ausdrücklichen Wunsch angeboten werden sollen. Allgemein gilt bei Raiffeisen der Grundsatz «Sicherheit vor Rentabilität vor Wachstum». Kundenberaterinnen und Kundenberater werden regelmässig entsprechend diesen Grundsätzen geschult. Mit diesen Ansätzen schafft Raiffeisen ein verständliches Produktangebot mit einem fairen Pricing und hoher Transparenz. Dies fördert die Kundenorientierung, das gegenseitige Vertrauen und langfristige Kundenbeziehungen. Um zu prüfen, ob Fairness und Transparenz in genügendem Mass sichergestellt werden und von Kundinnen und Kunden so wahrgenommen werden, befragt Raiffeisen seit 2020 regelmässig Kundinnen und Kunden. Gefragt wird in diesem Zusammenhang konkret, ob Raiffeisen einen fairen Umgang mit Kundinnen und Kunden pflegt, sie transparent und verständlich informiert werden und ob Raiffeisen als nachhaltiges und verantwortungsbewusstes Unternehmen wahrgenommen wird. Die Resultate zeigen, dass Raiffeisen auch im Jahr 2021 im Vergleich zur Konkurrenz als überdurchschnittlich nachhaltiges und verantwortungsbewusstes Finanzunternehmen wahrgenommen wird. Dies ist nicht nur bei den eigenen Kundinnen und Kunden so, sondern auch bei der gesamten Schweizer Bevölkerung. Ziel ist es, weiterhin eine hohe Zufriedenheit zu erreichen.

Schutz von Kundendaten

Speziell zu erwähnen im Zusammenhang mit einem offenen und fairen Umgang mit Kundinnen und Kunden ist der Schutz der Kundendaten. Banken verfügen über sensible Kundendaten, deren Schutz bei Raiffeisen höchste Priorität geniesst. Kundinnen und Kunden vertrauen ihrer Bank, dass diese die gesetzlichen und regulatorischen Vorgaben einhält, verantwortungsvoll mit Daten umgeht und diese bestmöglich schützt. Raiffeisen Schweiz ist aufgrund der Systemverantwortung im Bereich Compliance zentral für das Thema «Schutz der Kundendaten» in der Raiffeisen Gruppe zuständig und betreibt ein Managementsystem für Informationssicherheit (ISMS), das sich am Standard ISO 27001 ausrichtet. Ziel ist, die Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit von Informationen jederzeit zu gewährleisten. Die Informationssicherheit wird laufend überprüft und wo nötig verstärkt. Jährlich werden mehrere Projekte zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit gegen Cyberangriffe durchgeführt. Raiffeisen Schweiz verfügt zudem über einen gruppenweit zuständigen Datenschutzbeauftragten. Dieser stellt sicher, dass die im schweizerischen Datenschutzgesetz vorgesehenen Kriterien erfüllt werden. Die Bestimmungen zu Datenschutz und Datensicherheit sind in internen Weisungen geregelt. Die Anforderungen bezüglich Kundendaten entsprechen dem Datenschutzgesetz sowie den FINMA-Vorgaben. Die Raiffeisen Gruppe passt ihre Massnahmen zum Schutz der Kundendaten in einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess laufend der aktuellen Lage an. So wurden 2021 unter anderem die Filterkriterien ausgebaut. Das Team Information Security, das für die Verhinderung von Datenverlusten (Data-Leakage-Prevention DLP) zuständig ist, wurde personell verstärkt. Ausserdem werden weitere Kanäle wie der Upload von Daten und das Drucken von Dateien überwacht. Die Einführung eines Blocking Modes führt dazu, dass durch DLP blockierte E-Mails intern bewusst freigegeben werden müssen. Obligatorische jährliche Schulungen zu Awareness und zur Sensibilisierung für Informationssicherheit werden regelmässig überarbeitet und durchgeführt.
Die per Befragung erhobene Kundenzufriedenheit, der Kundenreklamationsprozess sowie die Anzahl Verstösse gegen entsprechende Vorschriften sind Indizien für allfällige Mängel in den Prozessen. Die in der Tabelle aufgeführten Kennzahlen zeigen keinen akuten Handlungsbedarf im Thema Fairness und Transparenz in den Kundenbeziehungen.

Marketing und Kennzeichnung sowie Schutz der Kundendaten

GRI-Indikator20202021
Marketing und Kennzeichnung
Gesamtzahl der Verstösse gegen Vorschriften und/oder freiwillige Verhaltensregeln im Zusammenhang mit den Produkt- und Dienstleistungsinformationen und der KennzeichnungGRI 417-200
Gesamtzahl der Verstösse im Zusammenhang mit MarketingGRI 417-300
Schutz der Kundendaten
Beschwerden von Dritten und AufsichtsbehördenGRI 418-101
Durch interne Data Leakage Prevention (DLP) registrierte schwere ZwischenfälleGRI 418-100
Durch internes Data-Leakage-Prevention-System registrierte AlarmeGRI 418-12'964'5715'939'2531
1 Die Zunahme ist auf erweiterte Filterkriterien zurückzuführen. DLP-Alarme werden nach einem Scoring-System aufgrund von hinterlegten Regeln ausgelöst. Ein Alarm bedeutet nicht automatisch auch eine Verletzung der Vorschriften.

Klimawandel eindämmen

Ein ungeminderter Ausstoss von Treibhausgasen führt zu Klimaerwärmung mit gravierenden und unumkehrbaren Schäden für Mensch und Umwelt. Die Raiffeisen Gruppe selbst verursacht CO2-Emissionen durch den Betrieb der 820 Geschäftsstellen, den Geschäftsverkehr von Personen und Frachten sowie die vor- und nachgelagerten Prozesse.

Reduktion der direkten CO2-Emissionen

Die verbleibenden, nicht reduzierbaren Emissionen, verursacht durch den Betrieb aller Geschäftsstellen der Gruppe und den Geschäftsverkehr sowie die vor- und nachgelagerten Prozesse, werden seit 2020 kompensiert. Dieser Ausgleich erfolgt über sogenannte Emissionsgutschriften (CO2-Zertifikate) aus Klimaschutzprojekten eines anerkannten externen Anbieters (South Pole), die den Ausstoss von CO2 verhindern oder reduzieren und dem sogenannten «Gold Standard» entsprechen. Der Kauf von CO2-Zertifikaten ist eine Investition in Projekte, die ohne diese Finanzierung nicht realisiert werden könnten. Raiffeisen unterstützt mehrere Projekte, die den Wandel von fossilen Brennstoffen zur Nutzung erneuerbarer Energien fördern, und erhielt dadurch das Label «Klimaneutrales Unternehmen» von South Pole.
Die Abteilung Corporate Responsibility & Nachhaltigkeit ist gruppenweit verantwortlich für das Thema und die Massnahmen im Bereich Klimawandel und führt neu auch die Fachstelle Umweltmanagement. Diese ist für das Monitoring der betrieblichen Umweltkennzahlen der gesamten Gruppe zuständig und betreut auch das Anreizprogramm «Pro Futura». Mit diesem werden Raiffeisenbanken zu CO2-reduzierenden Massnahmen motiviert. Parallel dazu vergibt der Raiffeisen-interne Klimafonds finanzielle Zuschüsse für Massnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz und Reduktion von CO2-Emissionen. Raiffeisen verfolgt das Ziel, nur erneuerbare Heizenergien im eigenen Gebäudepark zu installieren und Strom aus Kernkraft und fossilen Energieträgern zu vermeiden oder zu substituieren. Bei der Beschaffung von Fahrzeugen wird darauf geachtet, dass die gesetzliche Emissionsvorschrift (bei Personenwagen max. 95 Gramm CO2/km) eingehalten wird. Bei Neu- und Umbauten wird ein emissionsarmer Pendelverkehr begünstigt, zum Beispiel durch die Ausrichtung auf den öffentlichen Verkehr. Allgemein will Raiffeisen den ökologischen Fussabdruck kontinuierlich verringern.

Finanzierte Emissionen kennen und messen

Neben den Emissionen, verursacht durch Gebäudeenergie und Geschäftsverkehr, will Raiffeisen auch das Ausmass ihrer finanzierten Emissionen kennen. Bereits Anfang 2019 liess Raiffeisen durch den externen Partner TEP Energy abschätzen, wie klimaintensiv ihre Hypothekarfinanzierungen sind. Die Untersuchung ergab, dass der durch Raiffeisen finanzierte Gebäudepark 2,5 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr verursacht. Ohne Industrie- und Landwirtschaftsgebäude sind es rund 2,1 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr. Damit war der von Raiffeisen via Hypotheken finanzierte Gebäudepark im Vergleich zum gesamtschweizerischen Gebäudepark leicht unterdurchschnittlich CO2-intensiv. Die Hauptgründe für den tiefen Wert sind die neueren Baujahre der Gebäude sowie der standortbedingt vergleichsweise weniger häufige Einsatz von fossilen Energieträgern. Auch im Rahmen des vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) und vom Staatssekretariat für internationale Finanzfragen (SIF) lancierten Klimaverträglichkeitstests Ende 2020 für den Schweizer Finanzplatz hat Raiffeisen ihre Emissionen, die durch Hypothekarfinanzierungen entstehen, prüfen lassen. Der Test zeigte darüber hinaus, dass bei Investitionen in Aktien und Unternehmensanleihen, bei denen Raiffeisen für den Investitionsentscheid verantwortlich ist, mit sechs beziehungsweise zwei Prozent in relativ geringem Mass in Unternehmen aus emissionsintensiven Sektoren investiert wird. Untersucht wurden alle Investitionen in Raiffeisen Anlage- und Vorsorgeprodukte, Vermögensverwaltung sowie eigene Anlagen.
Das Firmenkundenkreditportfolio hat Raiffeisen ebenfalls bereits 2019 ein erstes Mal auf dessen Klimaverträglichkeit überprüft. Die Basis dieser Pilotuntersuchung war die interne Zuordnung der einzelnen Kredite entsprechend der «Allgemeinen Systematik der Wirtschaftszweige» des Bundesamts für Statistik (NOGA-Klassifizierung). Die entsprechende Prüfung wurde Ende 2021 wiederholt. Dabei hat sich herausgestellt, dass entsprechend der NOGA-Klassifizierung etwa 1,6 Prozent aller Firmenkredite an Unternehmen aus CO2-intensiven Sektoren vergeben werden. Untersucht wurden die Elektrizitätserzeugung, die Güterbeförderung im Strassenverkehr, der Lufttransport, der Schiffstransport, Herstellung von Zement, Kalk und von gebranntem Gips sowie die Metallerzeugung und -bearbeitung. Ohne die in der Schweiz vergleichsweise wenig CO2-intensive Elektrizitätserzeugung sind es mit 0,8 Prozent des gesamten Firmenkreditportfolios deutlich weniger als ein Prozent. Kredite an Unternehmen, die Kohle, Erdöl oder Erdgas abbauen oder die Kohlekraftwerke betreiben, wurden damals wie auch im Berichtsjahr keine vergeben.

Verantwortungsvolle Betriebsführung

2019202020211
KategorieEinheitgerundetTotalTotalAbweichung zum
Vorjahr in %
pro Personaleinheit2
GebäudeenergiekWh68'051'00067'551'00065'636'000-36'583
StromkWh44'162'00043'772'00041'796'000-54'192
Heizenergie kWh23'889'00023'779'00023'840'00002'391
Geschäftsverkehrkm16'634'00011'915'0009'718'000-18975
Öffentlicher Verkehr (Bahn, Bus, Tram)km5'952'0002'681'0002'140'000-20215
Strassenverkehrkm
Privatfahrzeuge (Pkw)km2'941'0002'059'0001'645'000-20165
Firmenfahrzeuge (Pkw)km3'651'0002'648'0002'168'000-18217
Kurierfahrtenkm3'375'0004'246'0003'406'000-20342
Passagierflugverkehrkm60'00021'00011'000-481
Frachtflugverkehrtkm655'000260'000347'0003335
Papier- und Wasserverbrauch
Papierverbraucht880751699-70,07
Wasserverbrauchm3147'000144'000131'000-913,00
Treibhausgasemissionen
aus Energie, Verkehr, Papier und Wasser3
t CO2 eq12'95811'35710'812-51,08
Direkte Treibhausgasemissionen (Scope 1)t CO2 eq7'1326'3256'052-40,61
Indirekte Treibhausgasemissionen (Scope 2)t CO2 eq344529613160,06
Andere indirekte Treibhausgasemissionen (Scope 3)t CO2 eq5'4824'5034'147-80,42
1 Sämtliche Werte in dieser Umwelttabelle sind auf 1000 gerundet. Es ergeben sich dadurch allfällige Rundungsdiskrepanzen.
2 Berechnung auf Basis Kennzahlen der Raiffeisen Gruppe im Lagebericht Mitarbeitende, exklusive Tochterunternehmen. Zur Berechnungsmethodik siehe auch Fussnote 1 in der Tabelle Kennzahlen der Raiffeisen Gruppe im Lagebericht Mitarbeitende.
3 Erfasst sind die wesentlichen Emissionsquellen. Die drei Systemgrenzen sind:
Scope 1: direkte Treibhausgasemissionen aus stationären Quellen im Unternehmen selbst, wie zum Beispiel Heizung oder eigene Fahrzeuge;
Scope 2: indirekte Treibhausgasemissionen durch Energieerzeugung ausserhalb des Unternehmens, wie zum Beispiel Strom und Fernwärme;
Scope 3: andere indirekte Treibhausgasemissionen ausserhalb des Unternehmens aus vor- und nachgelagerten Prozessen, wie zum Beispiel Geschäftsreisen mit der Bahn oder Vorstufen der Energiebereitstellung.
Jede erfasste Kennzahl wird auf Basis der letzten acht Quartale annualisiert und auf Basis der Vollzeitäquivalente den erfassten Organisationseinheiten zugeteilt. In einem nächsten Schritt erfolgt die Hochrechnung der annualisierten Kennzahlen pro Raiffeisenbank aggregiert. Dabei werden sie jeweils auf den schlechtesten Qualitäten wie zum Beispiel «Heizöl» für Wärmeproduktion erstellt. Die Berechnung der Treibhausgasemissionen basiert auf den Emissionsfaktoren der VfU-Kennzahlen 2015. Die Raiffeisen Unternehmerzentren (RUZ), die Immo AG, die Valyo AG sowie die ehemalige Gruppengesellschaft Notenstein La Roche Privatbank AG sind nicht berücksichtigt.
Die von der Raiffeisen Gruppe finanzierten CO2-Emissionen werden seit 2021 neu nach dem Standard der PCAF gemessen, rückwirkend auch für 2020. PCAF ist eine internationale Unternehmensinitiative zur Vereinheitlichung der CO2-Bilanzierung im Finanzsektor. Für die Raiffeisen Gruppe relevant sind die Emissionen im Zusammenhang mit Hypotheken, Gewerbeimmobilien, Firmenkrediten und nicht börsenkotiertem Eigenkapital. Die ersten beiden Kategorien werden in der Tabelle offengelegt. Die Berechnungen für die Firmenkundenkredite wurden intern gemacht. Sie werden aber im Berichtsjahr noch nicht offengelegt, da die Plausibilisierung der Daten noch nicht abgeschlossen werden konnte. Raiffeisen ist mit PCAF diesbezüglich im Austausch. Eine Offenlegung dieser Zahlen ist für das Geschäftsjahr 2022 geplant. Die anderen PCAF-Kategorien werden nicht berücksichtigt, da sie von der Gruppe entweder nicht angeboten werden oder ihr Anteil an den Gesamtemissionen unbedeutend ist. Die ausgewiesenen Werte sind im Kontext einer noch ungenauen Datenlage und der Neuartigkeit des Standards zu interpretieren.
Finanzierte CO2-Emissionen nach dem Standard der
Partnership for Carbon Accounting Financials (PCAF)
AnlageklasseAusstehende
Finanzierungen1
(in Mio. CHF)
Scope 1 und 2
Emissionen (t CO2e)
Emissionsintensität (t CO2e/Mio. CHF)Abdeckung (%)Datenqualitätsscore (1 hoch, 5 tief)
2020
Hypotheken115‘253509‘4004,41004
Gewerbeimmobilien73‘696513‘3007,0944
2021
Hypotheken119‘140512‘3004,31004
Gewerbeimmobilien76‘167524‘1006,9944
1 Auswahl und Aggregation der ausstehenden Finanzierungen basieren auf dem PCAF-Standard. Die zugrunde liegenden Definitionen weichen von den üblicherweise von Raiffeisen verwendeten ab.

ESG-Faktoren als Risikotreiber

Raiffeisen versteht ESG-Faktoren, also die Bereiche Umwelt (Environmental), Soziales (Social) und Unternehmensführung (Governance), nicht als eigenständige Risikokategorien, sondern als Risikotreiber der bereits bestehenden Risikoarten. Auf diesem Weg werden ESG-Faktoren in das bestehende Raiffeisen Risikomanagement-Rahmenwerk integriert und so von der Risikostrategie, der Risikobereitschaft und der Risikopolitik der Raiffeisen Gruppe miterfasst. ESG-Risikotreiber werden von Raiffeisen periodisch in angemessenem Umfang beobachtet und überwacht.
Qualitative Analyse
Bereits im Jahr 2020 hat Raiffeisen, unterstützt vom externen Beratungsunternehmen ZEB, den Faktor Klimawandel einer eingehenden qualitativen Analyse hinsichtlich dessen Wirkung auf die bestehenden Risikoarten unterzogen. Im Berichtsjahr hat Raiffeisen nun – wiederum mit externer Unterstützung – diese Analyse hinsichtlich aller anderen relevanten ESG-Faktoren durchgeführt, wobei die Analyse hinsichtlich Biodiversitätsverlust besonders vertieft ausgefallen ist. Die Wirkungsanalyse hat ergeben, dass für die geprüften ESG-Faktoren eine weitergehende Risikoquantifizierung nicht angezeigt ist. Sie werden entweder bereits angemessen im Risikomanagement berücksichtigt oder ihre Wirkung auf die bestehenden Risikoarten wird für Raiffeisen als unwesentlich eingeschätzt.
Klimabezogene Finanzrisiken

Kompetenzen und Vielfalt bei Mitarbeitenden fördern

Weiterführende Informationen