Risikobericht

Risiken werden im Rahmen der Risikobereitschaft und nach sorgfältiger Abwägung eingegangen, wenn deren Tragbarkeit gegeben ist, die Fähigkeiten zur Risikobewirtschaftung vorhanden sind und den Risiken angemessene Erträge gegenüberstehen.

Risiken und Grundsätze

Generell

  • Risiken werden im Rahmen der Risikobereitschaft und nach sorgfältiger Abwägung eingegangen, wenn deren Tragbarkeit gegeben ist, die Fähigkeiten zur Risikobewirtschaftung vorhanden sind und den Risiken angemessene Erträge gegenüberstehen.
  • Risiken werden systematisch bewirtschaftet.
  • Risiken werden auf allen Stufen wirksam limitiert, kontrolliert und unabhängig überwacht.

Kreditrisiko

  • Kredite werden nur an Kunden vergeben, die über die dazu erforderliche Kreditwürdigkeit und Kreditfähigkeit verfügen.
  • Konzentrationsrisiken werden angemessen überwacht und begrenzt.
  • Die Kreditpolitik ist vorsichtig.
  • Die Raiffeisenbanken fällen Kreditentscheide in der Regel in Eigenkompetenz. In definierten Ausnahmefällen muss eine vorgängige schriftliche Zustimmung von Raiffeisen Schweiz eingeholt werden.
  • Das Schwergewicht bei der Kreditvergabe liegt auf der Finanzierung von selbst genutztem Wohneigentum.
  • Bei Firmenkunden werden nebst der Bonität folgende Aspekte beachtet: regionale Verankerung, genügende Diversifikation, Risiko-Rendite-Relation und Zurückhaltung bei Risikobranchen.

Marktrisiko

  • Die Steuerung der Risiken im Handels- und Bankenbuch geschieht nach klar definierten Richtlinien.
  • Mit Hilfe von Limiten sowie bewährten Instrumentarien erfolgt eine klare strategische Begrenzung.
  • Raiffeisenbanken werden bezüglich ihres Marktrisikos im Bankenbuch durch Raiffeisen Schweiz geschult und beraten.
  • Aktiven in Fremdwährung werden grossmehrheitlich in derselben Währung refinanziert (Matched-Book-Prinzip).

Liquiditätsrisiken

  • Die Refinanzierung erfolgt primär über stabile Kundeneinlagen und ist angemessen diversifiziert.
  • Die Liquidität der Raiffeisen Gruppe wird auf operativ-taktischer und strategischer Ebene bewirtschaftet.
  • Die Raiffeisenbanken steuern die Liquiditätsrisiken in eigener Verantwortung entlang der Vorgaben von Raiffeisen Schweiz.
  • Der Zugang zum Geld- und Kapitalmarkt wird zentral durch Raiffeisen Schweiz gewährt.

Operationelle Risiken

  • Risiken werden durch regelmässige Top-down- und Bottom-up-Risk-Assessments beurteilt.
  • Die Überwachung erfolgt mittels Risikoindikatoren und mit einem Frühwarnsystem.
  • Die Angemessenheit und die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems werden periodisch überprüft.
  • Interne und externe Ereignisse werden laufend analysiert; entsprechende Erkenntnisse werden in den operativen Geschäftsprozessen umgesetzt.

Rechts- und Compliance-Risiken

  • Interne Vorgaben und Abläufe werden aufgrund von Änderungen der gesetzlichen, aufsichts- und standesrechtlichen Bestimmungen zeitgerecht angepasst und eingehalten.
  • Verträge werden eingehalten und durchgesetzt.

Risikokontrolle

Risikobeurteilung

Die Gesamtverantwortung für das Risikomanagement und die Risikokontrolle der Raiffeisen Gruppe trägt der Verwaltungsrat von Raiffeisen Schweiz. Er genehmigt das Rahmenwerk für das gruppenweite Risikomanagement, legt die Risikopolitik fest und bestimmt jährlich die Risikobereitschaft der Raiffeisen Gruppe.
Der Verwaltungsrat von Raiffeisen Schweiz setzt sich regelmässig mit den Risiken der Raiffeisen Gruppe auseinander. Grundlage dafür bildet eine umfassende Berichterstattung über Kredit-, Markt- und Liquiditätsrisiken, operationelle Risiken sowie Rechts- und Compliance-Risiken. Auch Reputationsrisiken, die aus allen Risikokategorien resultieren können, werden berücksichtigt.
Die Erstellung der Risikoberichterstattung erfolgt durch das Departement Risiko & Compliance von Raiffeisen Schweiz. Im Fokus stehen Risikolage, Kapitalausstattung, Einhaltung der Gesamtlimiten und allfällige Massnahmen. Mittels eines Frühwarnsystems überwacht das Departement Risiko & Compliance zudem potenzielle Fehlentwicklungen einzelner Raiffeisenbanken und Niederlassungen.
Der Risikoreport und allfällige Massnahmen werden in den Sitzungen der Geschäftsleitung sowie im Risikoausschuss des Verwaltungsrats vertieft behandelt.
Die Beurteilung der Risikoexposition der Raiffeisen Gruppe basiert auf quantitativen und qualitativen Faktoren. Die wesentlichen Risiken werden durchgängig sowohl auf Basis der regulatorischen Anforderungen als auch mittels ökonomischer Modelle bewertet. Im Rahmen der Risikomodelle arbeitet Raiffeisen grundsätzlich mit konservativen Annahmen bezüglich Verteilung, Vertrauensintervall, Haltedauer und Risikodiversifikation.
Wesentliche Bausteine der gruppenweiten Risikokontrolle und -steuerung sind die Risikopolitik, die Risikostrategie, der Identifikationsprozess von neuen Risiken, eine vorausschauende Risikobudgetierung unter Einsatz von Stressszenarien zur Festlegung der gruppenweiten Risikobereitschaft und deren Operationalisierung mittels Gesamtlimiten, die Risikoüberwachung von Tochtergesellschaften und Beteiligungen sowie der für die Raiffeisen Gruppe wesentlichen Risikokategorien.
Die Risikoplanung sowie die Risikokontrolle basieren auf einer einheitlichen Methodik zur Identifikation, Messung, Bewertung, Bewirtschaftung und Überwachung von Risiken. Die aggregierte und konsolidierte Risikoberichterstattung liefert den Soll-Ist-Vergleich und schliesst damit den Regelkreis.
Die Raiffeisen Gruppe legt besonderen Wert auf die Ergänzung der modellbasierten Betrachtungen durch vorwärtsgerichtete Risikoanalysen und -einschätzungen. Szenariobasierte Analysen, gestützt auf gesamtwirtschaftlich nachvollziehbare Szenarien, sowie Risk Assessments unter Einbezug von Fachbereichen und Fronteinheiten spielen daher eine wichtige Rolle beim Verständnis der Risiken in ihrer Gesamtheit.

Risikopolitische Vorgaben

Die Raiffeisen Gruppe geht Risiken zurückhaltend und gezielt entlang klar definierter Richtlinien ein. Sie achtet dabei auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Risiko und Ertrag und steuert die Risiken aktiv. Dabei orientiert sie sich an stabilen Vorgaben:
  • Klare Geschäfts- und Risikopolitik: Die Risikonahme steht in direktem Zusammenhang mit dem Kerngeschäft in der Schweiz.
  • Wirksame Risikobegrenzung: Die Risikobereitschaft der Raiffeisen Gruppe ist klar definiert und deren Einhaltung wird durch ein bewährtes Limitensystem sichergestellt.
  • Zentrale Überwachung: Die einzelnen Geschäftseinheiten sowie Tochtergesellschaften und Beteiligungen werden von Raiffeisen Schweiz überwacht.
  • Dezentrale Selbstverantwortung entlang klar definierter Leitlinien: Die Verantwortung für die Bewirtschaftung ihrer Risiken tragen die Raiffeisenbanken selbst. Die Vorgaben bezüglich Geschäftsaktivitäten, Limiten und Prozessen dienen als Leitlinien. Die zentralen Kontrolleinheiten überwachen die Einhaltung der Leitlinien.
  • Transparenz als Grundlage der Risikokontrolle: Sowohl auf der Ebene der einzelnen Raiffeisenbanken als auch auf Gruppenebene erfolgt eine unabhängige periodische Berichterstattung über Risikolage und -profil.
  • Unabhängige Risikoüberwachung und wirksame Kontrolle: Die Überwachung des Gesamtrisikos und der Limiten erfolgt unabhängig von den risikobewirtschaftenden Geschäftseinheiten. Eine wirksame Risikokontrolle stellt sicher, dass die vorgegebenen Prozesse und Grenzwerte eingehalten werden.
  • Durchgängiger Risikomanagementprozess: Das Risikomanagement der Raiffeisen Gruppe folgt einem einheitlichen, verbindlichen Prozess, bestehend aus Identifikation, Messung und Bewertung, Bewirtschaftung, Überwachung und Berichterstattung.
  • Vermeidung von Risikokonzentrationen: Die Raiffeisen Gruppe verfügt über wirksame Instrumente zur Erkennung und zur proaktiven Vermeidung von unerwünschten Risikokonzentrationen.
  • Reputationsschutz: Die Raiffeisen Gruppe misst dem Schutz ihrer Reputation eine grosse Bedeutung bei. Sie ist zudem bestrebt, bei all ihren geschäftlichen Handlungen hohe ethische Grundsätze zu wahren.

Unabhängige Risikokontrolle

Die Organisation des Risikomanagements orientiert sich am Three-Lines-of-Defence-Modell. Raiffeisen Schweiz unterhält für die Raiffeisen Gruppe die unabhängige Risikokontrolle und Compliance-Funktion im Departement Risiko & Compliance (Systemverantwortung). Die operative Verantwortung für die unabhängige Überwachung liegt bei den Raiffeisenbanken und bei den Organisationseinheiten von Raiffeisen Schweiz. Die Tochtergesellschaften von Raiffeisen Schweiz werden grundsätzlich eigenständig geführt. Die Risikoüberwachung erfolgt risikobasiert. Anhand von formellen, materiellen und strategischen Kriterien werden die einzelnen Einheiten beurteilt und einer Kontrollstufe zugeteilt. Raiffeisen Schweiz überwacht die Risikolage ihrer Tochtergesellschaften und stellt gegenüber den Organen von Raiffeisen Schweiz eine sachgerechte und konsolidierte Risikoberichterstattung sicher. Die Risikokontrolle der Tochtergesellschaften basiert auf Vorgaben und Mindestanforderungen, die aus der Gruppen-Risikopolitik abgeleitet und bei den Tochtergesellschaften umgesetzt werden.

Kontrolle des Risikoprofils

Die Raiffeisen Gruppe geht nur Risiken ein, die im Zusammenhang mit einer bewilligten Geschäftsaktivität stehen und im Rahmen der Risikobereitschaft liegen. Die Risikobereitschaft wird jährlich im Rahmen der Risikobudgetierung vom Verwaltungsrat von Raiffeisen Schweiz bewilligt. Die Einhaltung der Risikobereitschaft wird durch entsprechende Limiten und Vorgaben sichergestellt. Risiken, die sich nicht verlässlich quantifizieren lassen, werden durch qualitative Vorgaben begrenzt.

Risikokategorien

Kreditrisiken

Das Kreditrisikomanagement der Raiffeisen Gruppe ist gezielt auf die raiffeisenspezifische Kunden- und Geschäftsstruktur ausgerichtet. Kundenkenntnis und dezentrale Selbstverantwortung der Raiffeisenbanken vor Ort spielen bei der Kreditentscheidung und -bewirtschaftung eine tragende Rolle. Dies gilt auch dort, wo Kredite aufgrund ihrer Summe oder Komplexität der Zustimmung durch Raiffeisen Schweiz bedürfen.
Die Kreditrisiken werden sowohl nominell als auch risikogewichtet betrachtet und beurteilt. Für die Banksteuerung kommen zudem statistische Verlustmasse, konkret der «Value at Risk», sowie Szenarioanalysen zum Einsatz. Für die Risikoüberwachung werden ausserdem Merkmale der Kreditqualität ausgewertet, wie etwa Tragbarkeit, Belehnungssätze, Ratings und deren Veränderung, aber auch Portfolioeigenschaften wie zum Beispiel die Diversifikation nach Kreditnehmern, Branchen und Sicherheiten.
Aufgrund der starken Stellung der Raiffeisen Gruppe im Kreditgeschäft bilden Kreditrisiken die wichtigste Risikokategorie. Die Raiffeisen Gruppe erzielt einen wesentlichen Teil ihres Ertrags durch das Eingehen von Kreditrisiken und die umfassende und konsequente Bewirtschaftung dieser Risiken.
Raiffeisen übernimmt Kreditrisiken hauptsächlich aus dem Geschäft mit gedeckten Krediten an Privatkunden. Zudem resultieren auch Kreditrisiken aus dem Kreditgeschäft mit Firmenkunden und Kunden des öffentlichen Sektors sowie aus dem Interbankengeschäft. Raiffeisen Schweiz überwacht, kontrolliert und steuert Konzentrationen von Risiken innerhalb der Raiffeisen Gruppe, insbesondere für Gruppen verbundener Gegenparteien sowie für Branchen.
Eine vorsichtige Kreditpolitik und eine professionelle Bonitätsprüfung bilden den Rahmen für das Kreditgeschäft innerhalb der Raiffeisen Gruppe.
Tragbarkeit und Amortisation der Hypothekarforderungen sowie Belehnung der als Sicherheit dienenden Liegenschaften spielen bei der Kreditgewährung eine zentrale Rolle. Kredite werden hauptsächlich auf gedeckter Basis gewährt.
Immobilienfinanzierungen gehören zum Kerngeschäft von Raiffeisen. Hauptbestandteil des Kreditportfolios sind Finanzierungen von Wohnliegenschaften.
Die Raiffeisen Gruppe tätigt im Firmenkundengeschäft grundsätzlich nur Finanzierungen für Unternehmen in guten und mittleren Bonitätsklassen.
Die Risikobereitschaft im Firmenkreditgeschäft ist gruppenweit definiert und durch entsprechende Limiten begrenzt. Besonderer Wert wird darauf gelegt, dass der Ausbau des Firmenkundengeschäfts in der Raiffeisen Gruppe auf solidem Fundament und im Einklang mit der dedizierten Firmenkundenstrategie erfolgt.
Der grösste Anteil der Ausleihungen an Firmenkunden und übrige Kunden geht an Unternehmen, die im Immobilienwesen tätig sind. Diese Ausleihungen sind grösstenteils hypothekarisch gedeckt. Die Ausleihungen in den restlichen Branchen sind breit diversifiziert.

Aktive Bewirtschaftung der Länderrisiken

Auslandengagements von Raiffeisen Schweiz sind auf risikogewichtet fünf Prozent der konsolidierten Bilanzsumme begrenzt. Raiffeisenbanken dürfen keine Bank- und Finanzdienstleistungen im Ausland erbringen. Bei Raiffeisen Schweiz kann das Departement Firmenkunden, Treasury & Markets inklusive Raiffeisen Switzerland B.V. Amsterdam Auslandengagements eingehen. Diese Engagements werden betraglich limitiert und laufend überwacht. Die höchsten Länderlimiten bestehen gegenüber Ländern mit sehr guten Ratings.

Analyse und Beurteilung des Kreditportfolios

Der Verwaltungsrat von Raiffeisen Schweiz wird periodisch über die Beurteilung der Qualität des Kreditportfolios der Raiffeisen Gruppe orientiert. Schwerpunkte dieser Analysen bilden Informationen über die Entwicklung der Risikolage, strukturelle und qualitative Merkmale des Kreditportfolios, die Einhaltung von Limiten und Vorgaben sowie die Umsetzung von Massnahmen. Zudem wird überwacht, wie sich extreme gesamtwirtschaftliche Veränderungen auf das Kreditportfolio auswirken.

Messung des Kreditrisikos

Kreditrisiken werden mittels folgender Parameter quantifiziert:
  • Ausfallwahrscheinlichkeit
  • Kreditexposure zum Zeitpunkt des Ausfalls
  • Werthaltigkeit der Sicherheit
Das zentrale Instrument für die Messung von Gegenpartei-Kreditrisiken bildet das Ratingsystem, das durch das Departement Risiko & Compliance von Raiffeisen Schweiz unterhalten und überwacht wird. Im Zusammenhang mit dem internen Ratingsystem hat die Raiffeisen Gruppe eine umfassende Ratingsystem-Governance umgesetzt. Diese hat zum Ziel, Prozesse und Verantwortungen im Kontext des internen Ratingsystems innerhalb der Gruppe so zu regeln, dass Qualität und Leistungsfähigkeit der Ratingmodelle und deren Anwendung durchgängig sichergestellt sind. Um Kontrolllücken und Interessenkonflikte zu vermeiden, wurden Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortungen für die Anspruchsgruppen und Schlüsselstellen definiert und entsprechende Schlüsselkontrollen umgesetzt.
Seit dem 4. Quartal 2019 wendet Raiffeisen den durch die FINMA bewilligten einfachen Internal-Rating-Based-Modellansatz (F-IRB) an. Für interne Zwecke verwendet Raiffeisen für die Messung der Kreditportfoliorisiken ein konservatives Value-at-Risk-Verfahren.

Einschätzung zur Risikolage bezüglich Kreditrisiken

Die aktuelle Risikolage ist weiterhin geprägt durch die Covid-19-Pandemie und deren Folgen. Die wirtschaftliche Erholung setzt sich jedoch fort, verliert temporär aber etwas an Schwung, da die reduzierte Verfügbarkeit von Vorprodukten aufgrund der Lieferengpässe in der Weltwirtschaft den Unternehmen Probleme bereitet. Die volkswirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie zeigen sich in der Schweiz aufgrund der staatlichen Unterstützung erst mit einer Verzögerung. Über das gesamte Kreditportfolio der Raiffeisen Gruppe haben sich in der Geschäftsperiode keine wesentlichen Risiken im Zusammenhang mit der Pandemie materialisiert. Das Kreditexposure bei Firmenkunden in stark von der Pandemie betroffenen Branchen ist bezogen auf das gesamte Firmenkundenportfolio gering. Das Kreditportfolio der Raiffeisen Gruppe wird vor diesem Hintergrund laufend auf dessen Qualität analysiert.
Das Kreditwachstum ist strategiekonform und entspricht dem Marktwachstum. Das Kreditportfolio zeichnet sich durch eine insgesamt tiefe Risikointensität aus. Die Kreditvergabe erfolgt insgesamt konservativ und im Grundsatz auf gedeckter Basis. Daneben hat die Gewährleistung der Tragbarkeit einer Finanzierung oberste Priorität.
Rund 90 Prozent des Kreditportfolios der Raiffeisen Gruppe sind grundpfandgesicherte Kredite. Selbstgenutzte Wohnobjekte machen mehr als die Hälfte des Kreditportfolios aus. Rund 30 Prozent des Kreditportfolios werden durch fremdgenutzte Liegenschaften sichergestellt. Raiffeisen verfolgt deshalb die Entwicklung des Schweizer Immobilienmarktes genau und überwacht das Portfolio umfassend.
Das Kreditportfolio der Raiffeisen Gruppe weist in den einzelnen Kundensegmenten seit Jahren eine stabile Struktur auf. Über 70 Prozent des Kreditvolumens stammen aus dem Privatkundensegment. Im Firmenkundengeschäft achtet Raiffeisen auf eine ausreichende Diversifikation und legt das Schwergewicht auf Unternehmen in Branchen mit einem langfristigen Wachstumspotenzial. Sie ist bei der Kreditvergabe an Betriebe in Risikobranchen zurückhaltend. Das Kreditexposure in von Covid-19 stark betroffenen Branchen ist gering.
Die breite Diversifikation des Kreditportfolios und die langfristig ausgerichtete, konservative Kreditpolitik in Bezug auf Rating, Bewertung, Belehnung und Tragbarkeit tragen insgesamt zur tiefen Risikointensität bei.
Regelmässige Stresstests zeigen, dass sich das Kreditportfolio der Raiffeisen Gruppe selbst unter markant verschlechterten Rahmenbedingungen als robust und gut diversifiziert erweist.

Marktrisiken

Risiken im Bankenbuch

Im Bankenbuch bestehen vor allem Zinsänderungs- und Fremdwährungsrisiken. Zinsänderungsrisiken ergeben sich aufgrund der signifikanten Positionierung der Raiffeisen Gruppe im Zinsdifferenzgeschäft und stellen eine wesentliche Risikokategorie dar. Sie werden im Rahmen der gesprochenen Risikolimiten aktiv bewirtschaftet und überwacht.
Innerhalb der Raiffeisen Gruppe gelten für die Bewirtschaftung der Zinsrisiken klare Richtlinien und Limiten, sowohl auf Gruppenstufe als auch auf Einzelebene. Innerhalb dieser Leitplanken erfolgt die Bewirtschaftung autonom durch die einzelnen rechtlichen Einheiten, namentlich durch die Raiffeisenbanken und durch Raiffeisen Schweiz. Dazu steht den Bewirtschaftungsverantwortlichen ein bewährtes Instrumentarium zur Verfügung, welches die Möglichkeit einschliesst, Zinsentwicklungen zu simulieren und in ihren Auswirkungen zu beurteilen. Das Departement Firmenkunden, Treasury & Markets bietet innerhalb der Raiffeisen Gruppe eine Beratung im Asset and Liability Management an. Die weiteren Gruppengesellschaften gehen keine materiellen Zinsänderungsrisiken ein.
Das Departement Risiko & Compliance überwacht die Einhaltung der Zinsrisikolimiten und die Entwicklung der Zinsrisiken insgesamt. Im Zentrum stehen die Überwachung der Zinssensitivität des Eigenkapitals und Simulationen zur Analyse der Auswirkungen von Marktzinsveränderungen auf den Zinserfolg. Zur Überwachung der Gesamtrisikolage auf verschiedenen Gruppenstufen wird zusätzlich der zinsinduzierte «Value at Risk» ermittelt.
Die Offenlegung der Zinsrisiken gemäss FINMA-Rundschreiben 2016/01 «Offenlegung – Banken» enthält weitere Details zum Zinsrisikomanagement sowie dem Zinsrisiko-Exposure.
Raiffeisen Gruppe: Zinsrisiken im Bankenbuch
in Mio. CHF31.12.202031.12.2021
Sensitivität (+100bp-Shift)-1'840-1'860
Hinsichtlich des Fremdwährungsrisikos gilt, dass Aktiven in einer Fremdwährung mehrheitlich in derselben Währung refinanziert werden (sogenanntes Matched-Book-Prinzip). Dadurch werden Fremdwährungsrisiken grösstenteils vermieden. Die Bewirtschaftung des verbleibenden Fremdwährungsrisikos im Bankenbuch obliegt dem Departement Firmenkunden, Treasury & Markets innerhalb der allozierten Limite des Verwaltungsrats.

Risiken im Handelsbuch

In der Raiffeisen Gruppe führt das Departement Firmenkunden, Treasury & Markets ein Handelsbuch. Zudem wird das Geschäft mit strukturierten Produkten der Raiffeisen Switzerland B.V. Amsterdam dem Handelsbuch zugeordnet.
Die Handelsrisiken des Departements Firmenkunden, Treasury & Markets werden durch Globallimiten strategisch begrenzt. Operativ erfolgt die Risikobegrenzung durch Szenario- und Verlustlimiten sowie durch Value-at-Risk-Limiten. Die Raiffeisen Switzerland B.V. Amsterdam mit Sitz in den Niederlanden steuert ihre Zinsrisiken mithilfe eines Bond-Portfolios, welches das Zinsrisikoprofil der emittierten strukturierten Produkte nachbildet. Zur Absicherung kommen zudem vereinzelt Zins-Swaps zum Einsatz. Aus dem Bond-Portfolio, welches sich vollständig aus Schuldtiteln mit Investment Grade Rating zusammensetzt, resultieren Credit-Spread-Risiken. Diese werden mit Limiten eng überwacht und gesteuert.
Alle gehandelten Produkte werden in einem Risikomanagementsystem abgebildet und bewertet. Dieses bildet die Grundlage für eine effiziente und effektive Bewertung, Bewirtschaftung und Kontrolle der Risiken im Handelsbuch. Das Departement Risiko & Compliance überwacht die Positionen und Marktrisiken auf täglicher Basis. Dabei stützt es sich auf Marktdaten und Risikoparameter, deren Korrektheit unabhängig kontrolliert wird. Vor der Einführung neuer Produkte führt das Departement Risiko & Compliance eine unabhängige Evaluation der Risiken durch.

Einschätzung zur Risikolage bezüglich Marktrisiken

Marktrisiken resultieren hauptsächlich aus Zinsänderungsrisiken im Bankenbuch. Die Zinssensitivität im +100-Basispunkte-Zinsschockszenario liegt mit –1,86 Milliarden Franken leicht über Vorjahresniveau. Die potenziellen Wertverluste und Ertragseinbussen sind auch unter adversen Zinsschock- und Zinsstressszenarien tragbar.
Die Marktrisiken im Handelsbuch sind über die Anlageklassen Aktien, Bonds, Zinsen, Fremdwährungen und Edelmetalle diversifiziert. Das erwartete Verlustpotenzial ist im Falle von starken Marktverwerfungen im Verhältnis zum Gesamtertrag als verhältnismässig gering einzuschätzen. Mögliche Verluste in einem solchen Szenario wären grösstenteils auf Credit-Spread-Risiken in der Anlageklasse Bonds zurückzuführen. Die Marktrisiken im Bankenbuch sind im Vergleich zum Vorjahr gemessen am Value at Risk nahezu unverändert.

Liquiditätsrisiken

Zentrales Liquididätsrisikomanagement

Das Liquiditätsrisikomanagement von Raiffeisen Schweiz und der Raiffeisen Gruppe erfolgt nach regulatorischen Vorgaben und internen Zielgrössen zentral durch das Departement Firmenkunden, Treasury & Markets von Raiffeisen Schweiz.
Die regulatorischen Liquiditätsvorgaben gelten konsolidiert auf Ebene der Raiffeisen Gruppe sowie auf Einzelinstitutsebene für Raiffeisen Schweiz. Die einzelnen Raiffeisenbanken sind von der Einhaltung der regulatorischen Liquiditätsvorschriften befreit, erfüllen jedoch interne Liquiditätsvorgaben.
Das Departement Firmenkunden, Treasury & Markets organisiert den gruppeninternen Liquiditätstransfer und gewährleistet dabei die verursachergerechte Verrechnung der Refinanzierungs- und Liquiditätshaltungskosten. Die einzelnen Banken sind dazu verpflichtet, ihr Liquiditätserfordernis anteilig bei Raiffeisen Schweiz anzulegen und eine angemessene Refinanzierungsstruktur einzuhalten.
Im Weiteren bewirtschaftet das Departement Firmenkunden, Treasury & Markets die Liquiditätsreserve von Raiffeisen Schweiz, sichert der Gruppe den Zugang zum Geld- und Kapitalmarkt und stellt eine angemessene Diversifikation dieser Refinanzierungsquellen sicher. Zudem beurteilt es laufend die Entwicklung der Liquiditätssituation der Raiffeisen Gruppe unter Berücksichtigung der regulatorischen und ökonomischen Anforderungen und führt regelmässig Stresstests durch. Die unabhängige Überwachung der Liquiditätsrisiken erfolgt durch das Departement Risiko & Compliance.
Weitere Informationen zum Liquiditätsrisikomanagement und zur Liquiditätsausstattung finden sich in der aufsichtsrechtlichen Offenlegung gemäss FINMA-Rundschreiben 2016/01 «Offenlegung – Banken».

Einschätzung zur Risikolage bezüglich Liquiditätsrisiken

Die Raiffeisen Gruppe zeichnet sich dank ihrem Fokus auf das inländische Spar- und Hypothekargeschäft durch eine robuste Liquiditätssituation aus. Aufgrund der geringen Abhängigkeit gegenüber Grosskunden und einer breiten Diversifikation gegenüber Privatkunden bestehen geringe Konzentrationen von Finanzierungsquellen. Die Refinanzierung der Kundenausleihungen erfolgt grösstenteils über Kundengelder, zusätzlich über Pfandbriefdarlehen und eigene Anleihen. Der Geldmarkt dient ausschliesslich der taktischen Bewirtschaftung des Liquiditätspuffers. Damit wird eine grösstmögliche Immunisierung gegenüber Risiken am Geldmarkt erreicht.
Die robuste Liquiditätssituation wird durch das starke Wachstum der Kundeneinlagen gestützt, die um 5,9 Prozent beziehungsweise 11,3 Milliarden Franken zugenommen haben. Die Refinanzierung der Ausleihungen über Kundeneinlagen liegt infolgedessen mit 97,8 Prozent auf einem neuen Höchststand. Der Bestand an flüssigen Mitteln ist um 56,2 Prozent beziehungsweise 20,6 Milliarden Franken deutlich angestiegen.

Operationelle Risiken

Operationelle oder betriebliche Risiken entstehen sowohl als Folgerisiken von Bankgeschäften, welche die Raiffeisen Gruppe tätigt, als auch aufgrund ihrer Funktion als Arbeitgeberin und Eigentümerin oder Nutzerin von Immobilien. Tragbarkeits- und Kosten-Nutzen-Überlegungen entscheiden darüber, ob ein betriebliches Risiko vermieden, vermindert, transferiert oder selbst getragen wird. Diese Risiken werden in Bezug auf ihre erwartete Eintrittshäufigkeit und den Schweregrad der Auswirkungen beurteilt. Dabei werden neben finanziellen Auswirkungen auch Folgen bezüglich Compliance und Reputation berücksichtigt. Die Analyse der operationellen Risiken wird durch die Beurteilung der qualitativen Auswirkungen im Risikofall ergänzt.
Die Raiffeisen Gruppe führt jedes Jahr umfassende Assessments der operationellen Risiken durch. Die daraus gewonnenen Informationen sind in einem gruppenweiten Risikoregister dokumentiert. Dieses bildet die Grundlage der Überwachung und Steuerung des Gesamtprofils der operationellen Risiken.

Informationssicherheit

Informationssicherheit beschäftigt sich mit Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit von Daten und gewinnt laufend an Bedeutung. Im Vordergrund steht dabei die Bedrohung durch Cyberkriminelle. Die Risiken der Informationssicherheit sind daher umfassend zu bewirtschaften. Basis dafür bildet die regelmässige Auswertung der Bedrohungslage. Darauf ausgerichtet werden angemessene und wirksame Massnahmen zum Schutz von Informationen und Infrastrukturen bereitgestellt. Dabei orientiert sich Raiffeisen an anerkannten Standards und etablierten Methoden. Der Wahrung der finanziellen Privatsphäre und des Datenschutzes wird ein hoher Stellenwert beigemessen.

Internes Kontrollsystem

Das interne Kontrollsystem (IKS) von Raiffeisen umfasst die Gesamtheit der Kontrollstrukturen und -prozesse, die dazu dienen, einen ordnungsgemässen Ablauf des betrieblichen Geschehens, die Einhaltung der gesetzlichen, regulatorischen und internen Vorschriften sowie die Vollständigkeit und Verlässlichkeit der Berichterstattung sicherzustellen.
Auf der Ebene des Kontrollumfeldes sind die Rahmenbedingungen festgelegt, die das Fundament des IKS bilden und die Funktionsfähigkeit des gruppenweiten IKS sicherstellen. Zu den Elementen des Kontrollumfeldes gehören unter anderem interne Regulatorien, unabhängige Kontrollinstanzen, Organigramme und Stellenprofile.
Auf Prozessebene erfolgt eine enge Verzahnung von Prozessen, Risiken und Kontrollen. Für jeden wesentlichen Prozess werden die operationellen Risiken erfasst, bewertet und darauf basierend die Schlüsselkontrollen definiert. Sämtliche Schlüsselkontrollen werden dokumentiert und in den Prozessen verankert. Neben den Schlüsselkontrollen existiert eine Vielzahl weiterer Massnahmen zur Risikoreduktion.
Die Raiffeisen Gruppe führt mindestens jährlich eine Beurteilung der Angemessenheit und Wirksamkeit des IKS durch. Die Umsetzung der daraus resultierenden Verbesserungsmassnahmen wird überwacht.
Die Berichterstattung zum IKS erfolgt im Rahmen des ordentlichen Risikoreports zuhanden des Verwaltungsrats von Raiffeisen Schweiz und der Raiffeisenbanken.

Frühwarnsystem Raiffeisenbanken

Raiffeisen Schweiz betreibt ein Frühwarnsystem mit dem Ziel, adverse Entwicklungen bei Raiffeisenbanken und Niederlassungen frühzeitig zu erkennen und Schadenfälle abzuwenden. Das Frühwarnsystem umfasst quantitative Risikoindikatoren zu den einzelnen Raiffeisenbanken und Niederlassungen sowie einen Ad-hoc-Meldeprozess zur Integration qualitativer Informationen. Frühwarnfälle werden analysiert und gegebenenfalls unter aktiver Mitwirkung von Raiffeisen Schweiz bereinigt. Die Beurteilung und Überwachung der Frühwarnfälle erfolgt unabhängig durch das Frühwarnsystem-Koordinationsgremium.

Business Continuity Management

Raiffeisen hat im Rahmen des Business Continuity Management (BCM) umfassende Massnahmen etabliert, um auch bei Ausfall kritischer Ressourcen (Personal, IT, Gebäude, Lieferanten) die Geschäftstätigkeit aufrechtzuerhalten. Verschiedene Strategieoptionen stehen den Fachbereichen zur Unterstützung der Funktionsfähigkeit kritischer Geschäftsprozesse zur Verfügung. Alle wesentlichen IT-Komponenten wurden redundant an verschiedenen Standorten auf- und ausgebaut.
Um mögliche Schäden zu minimieren und eine abgestimmte, effektive Reaktion der Geschäftsleitung zu ermöglichen, hat Raiffeisen in allen wichtigen Unternehmensteilen Krisenteams eingerichtet sowie Notfallpläne erarbeitet. Mit regelmässigen Tests und Übungen werden Aktualität und Funktionsfähigkeit der Pläne und Organisation geprüft. Der Krisenstab sowie die Organisation werden regelmässig zur Aufrechterhaltung der BCM-Fähigkeit entlang von verschiedenen Szenarien geschult und getestet. Dieses Vorgehen hat sich in der Bewältigung der Corona-Pandemie bewährt und bestätigt die Robustheit des BCM.

Einschätzung zur Risikolage bezüglich operationelle Risiken

Insgesamt liegen die operationellen Risiken deutlich innerhalb des vom Verwaltungsrat definierten Risikobudgets. Das umfassende IKS stellt sicher, dass Verluste aufgrund operationeller Fehler tief bleiben.
Angesichts steigender Anzahl und Komplexität der Cyber-Angriffe verschärft sich die Bedrohungslage weiter. Die zunehmende Bedeutung von Daten und digitalen Geschäftsmodellen zeigt sich in der laufenden Stärkung des Cyber Security & Defense Centers zur Sicherstellung einer wirksamen Cyber Security.

Rechts- und Compliance-Risiken

Das Departement Risiko & Compliance rapportiert die wesentlichen Compliance-Risiken quartalsweise und die Rechtsrisiken halbjährlich der Geschäftsleitung und dem Risikoausschuss des Verwaltungsrats von Raiffeisen Schweiz. Zudem wird der risikoorientierte Tätigkeitsplan nach dem 1. Halbjahr vorgelegt.
Einmal jährlich werden diese Risiken zusammen mit dem aktualisierten Compliance-Risikoprofil und dem daraus abgeleiteten risikoorientierten Tätigkeitsplan gemäss FINMA-Rundschreiben 2017/1 «Corporate Governance – Banken» dem Verwaltungsrat vorgelegt.

Rechtliche Risiken

Das Departement Risiko & Compliance von Raiffeisen Schweiz unterstützt alle Einheiten der Raiffeisen Gruppe in rechtlichen Fragen, stellt auf allen Stufen eine angemessene regulatorische Kompetenz sicher und bewirtschaftet aktiv die rechtlichen Risiken. Bei Bedarf koordiniert Risiko & Compliance die Zusammenarbeit mit externen Anwältinnen und Anwälten.

Compliance-Risiken

Unter dem Begriff Compliance wird die Beachtung aller massgeblichen gesetzlichen, aufsichts- und standesrechtlichen Bestimmungen sowie internen Vorgaben verstanden, um Risiken frühzeitig zu erkennen, zu vermeiden und eine einwandfreie Geschäftsführung sicherzustellen. Das Compliance-Verständnis von Raiffeisen basiert auf einem umfassenden Ansatz.
Als inlandorientierte Retailbank ist Raiffeisen vorwiegend im Inland tätig, hat aber unter anderem bei der Erbringung von Zahlungs- und Wertschriftendienstleistungen zusätzlich zu den Vorgaben der Schweizerischen Rechtsordnung auch entsprechende ausländische Vorgaben (zum Beispiel Crossborder- und internationale Steuervorgaben) zu beachten. Der Schwerpunkt liegt auf folgenden Tätigkeiten und Themen:
  • Raiffeisen überwacht und analysiert die gesamten relevanten Rechtsentwicklungen (Regulatory Monitoring).
  • Raiffeisen misst der Bekämpfung der Geldwäscherei und der Terrorismusfinanzierung sehr grosse Bedeutung zu.
  • Entwicklungen im Crossborder-Geschäft werden laufend überwacht und analysiert. Dabei verfolgt Raiffeisen konsequent den Ansatz der passiven Dienstleistungserbringung.
  • Raiffeisen verfolgt eine konsequente Steuerkonformitätsstrategie.
  • Marktverhaltensregeln sowie die daraus resultierenden Überwachungs- und Abklärungspflichten werden eingehalten.
  • Daten werden geschützt und das Bankkundengeheimnis wird gewährleistet.
  • Raiffeisen steht zu fairem Wettbewerb, orientiert sich an den Vorgaben einer Good Corporate Governance und lässt sich in ihrem Handeln von hohen ethischen Grundsätzen leiten.
Die Raiffeisen Gruppe reduziert Compliance-Risiken primär durch ein aktives Monitoring der rechtlichen Entwicklungen sowie eine zeitgerechte Umsetzung derselben in den internen Regelwerken, Prozessen und Systemen. Im Berichtsjahr wurden insbesondere rechtliche Vorgaben in den Themen Covid-19-Kredite, Weiterentwicklung des automatischen Informationsaustausches (AIA), Datenschutz, Ablösung des CHF-Libor durch den Saron (Swiss Average Rate Overnight) sowie die Optimierung des Cross-Border-Set-ups, der Investment-Compliance und der Vorgaben zu den Marktverhaltensregeln sowie des Geldwäscherei-Abwehr-Dispositivs rechtlich begleitet. Ausserdem wurden die Governance-Strukturen und Vorgaben von Raiffeisen weiterentwickelt.
In bankspezifisch bedeutenden Themen in der Rechtsentwicklung (zum Beispiel die Teilrevision des Bankengesetzes sowie der dazugehörigen Verordnung) bringt sich Raiffeisen zudem über eigene Stellungnahmen und Vernehmlassungen ein und verdeutlicht so eigene Standpunkte.
Die Raiffeisen Gruppe ist bestrebt, durch ein aktives Monitoring der rechtlichen Vorgaben sowie eine zeitgerechte Umsetzung in den internen Vorgaben und Abläufen das Eingehen von Compliance-Risiken zu vermeiden. Bei Bedarf werden die Massnahmen mit modernen elektronischen Mitteln unterstützt. Zudem tätigen die diversen Compliance-Teams – im Sinne eines Blended-Learning-Ansatzes – substanzielle Investitionen in die Ausbildung und Sensibilisierung der Organe und Mitarbeitenden auf allen Stufen.

Einschätzung zur Risikolage bezüglich Rechts- und Compliance-Risiken

Der Regulierungsdruck ist unverändert auf hohem Niveau, weshalb die Risikosituation für Raiffeisen konstant bleibt. Raiffeisen-intern sind die Grundlagen betreffend Organisation, Kompetenz und Verantwortung der Kontrollfunktionen klar definiert. Um mit den Entwicklungen Schritt zu halten, wird die Second Line of Defence (unabhängige Risikokontrolle) stetig weiterentwickelt. Die sich ändernden rechtlichen und regulatorischen Rechtsentwicklungen werden laufend analysiert und in der Entwicklung des Geschäftsmodells angemessen berücksichtigt. Die Compliance-Prozesse werden fortlaufend angepasst und digitalisiert, damit Raiffeisen die Kontrolle, Überwachung und Steuerung ihrem Risikoappetit entsprechend angemessen wahrnimmt. Raiffeisen stellt sich den neuen Anforderungen an die Nachhaltigkeit und steuert die damit verbundenen Risiken aktiv.